Richard Dawkins Der Gotteswahn

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Inhaltsangabe zu „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins

»Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch.« Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann. Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brillant und bei aller Schärfe humorvoll. Entdecken Sie auch das Hörbuch zu diesem Titel!

Absolut lesenswert. Wer sich wirklich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte, findet spannende Aspekte.

— IMG_1001

Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten.

— PhilippWehrli

Keine Objektivität, mit der Absicht, seine Leser zum Atheismus zu missionieren.

— Frank_Lindner
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  • Richard Dawkins kämpft mit Wissenschaft gegen irrationalen Glauben

    Der Gotteswahn

    IMG_1001

    27. September 2017 um 20:46

    Als das fast 600 Seiten umfassende Buch 2006 erschien, stand es in Großbritannien, Kanada und den USA wochenlang oben auf den Bestsellerlisten. Auch die deutsche Übersetzung erklomm nach Veröffentlichung 2007 die Bestsellerlisten (auf Anhieb Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste) (1). Worum geht es in dem Buch? Dawkins vertritt die These, dass der Glaube an einen Gott irrational ist, dass Religion in ihren Ausprägungen weitreichende negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, dass sie fortschrittsfeindlich und zerstörerisch ist. Dawkins zielt mit seinen Worten auf den Kern des Glaubens, er zweifelt die Existenz Gottes an („Gott existiert mit ziemlicher Sicherheit nicht.“ – R. Dawkins, Der Gotteswahn) und unterlegt dies mit den Argumenten der Naturwissenschaft. Er greift keine bestimmte Version von Gott oder Götter an, vielmehr wendet er sich „gegen Gott, alle Götter, alles Übernatürliche, ganz gleich wo und wann es erfunden wurde oder noch erfunden werden wird“ (R. Dawkins, Der Gotteswahn). Kritik: Schon das Vorwort macht einem klar, mit welcher Art von Lektüre man sich in den nächsten Stunden beschäftigen wird, denn es beginnt mit einem Gedankenexperiment. Dawkins fordert den Leser auf, sich eine Welt ohne Religion vorzustellen. „Stellen wir uns doch mit John Lennon mal eine Welt vor, in der es keine Religion gibt – keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen Gunpowder Plot, keine Aufteilung Indiens, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine Verfolgung von Juden als „Christusmörder“, keine „Probleme“ in Nordirland, keine „Ehrenmorde“, keine pomadigen Fernsehevangelisten im Glitzeranzug, die leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen („Gott will, dass ihr gebt, bis es wehtut“). Stellen wir uns vor: keine Zerstörung antiker Statuen durch die Taliban, keine öffentlichen Enthauptungen von Ketzern, keine Prügel auf weibliche Haut für das Verbrechen, zwei Zentimeter nackte Haut zu zeigen.“ Bereits bei diesen Worten hatte Dawkins mich völlig. Ich war wie gefesselt von diesem Buch. Ich möchte an dieser Stelle auf eine langwierige Zusammenfassung des Inhaltes verzichten. Das haben andere vor mir bereits viel besser getan als ich es je könnte. Auch das Aufzählen von weiteren in meinen Augen besonders gut gelungen Passagen möchte ich verzichten, denn es gibt unglaublich viele in diesem Buch. Stattdessen möchte ich dieses Buch allen wärmstens ans Herz legen. Egal, ob gläubig oder nicht. Besonders aber auch denjenigen, die sich noch nicht ganz sicher sind, wo sie stehen. Meiner Ansicht nach, ist es unabdingbar, dass man sich mit den in diesem Buch aufgeführten Aspekten des Glaubens bzw. der Religion auseinandersetzt, um die Frage „Glaube ich an Gott?“ für sich wirklich und ehrlich beantworten zu können. Dawkins schreibt flüssig, wortgewandt, präzise, bissig und humorvoll. An seinem Standpunkt lässt er keinen Zweifel. Dawkins erntete für sein Buch natürlich nicht nur Lob, sogar aus den eigenen Reihen hagelte es Kritik. So mahnte Reinhold Leinfelder (Generaldirekt des Berliner Museums für Naturkunden 2006 – 2010), „Wissenschaft muss sich auf das begrenzen, was sie analysieren kann, sie darf nicht darüber hinausgehen“ (2). Selbst an der Seriosität Dawkins wurde gezweifelt. Der britische Zoologe Kurt Kotrschal sagte: „Kein Naturwissenschaftler, der seine Sinne beieinander hat, benutzt seine Wissenschaft, um zu belegen, dass es Gott gibt oder nicht. In der Wissenschaft geht es um testbare Hypothesen, die Existenz Gottes ist keine testbare Hypothese“ (1). Dawkins schlagfertige Antwort: „Die Gotteshypothese ist eine wissenschaftliche Hypothese über das Universum, die man genauso skeptisch analysieren sollte wie jede andere auch“ (2). An dieser Stelle verweist Dawkins dann oft auf die auch in seinem Buch beschriebene Parabel von Bertrand Russell, das Gedankenexperiment von der winzigen Teekanne im Weltall, so winzig klein, dass selbst das beste Teleskop sie nicht erkennen kann. Während es in Ordnung ist, die Existenz dieser Teekanne anzuzweifeln, selbst wenn sie sonntags als heilige Wahrheit verkündet würde, gilt die wissenschaftliche Prüfung als „unerträgliche Überheblichkeit der menschlichen Vernunft“, sobald wir die Teekanne Gott nennen (R. Dawkins, Der Gotteswahn). Fazit: Richard Dawkins Der Gotteswahn ist gewiss keine leichte Kost, dafür aber qualitativ und daher lohnend. Zu recht heißt es in der Beschreibung des Verlages: Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brilliant und bei aller Schärfe humorvoll (3). Diese Buch ist eine absolute Kauf- vor allem aber Leseempfehlung.------ (1) Kep/Pro (02.10.2007): Der Dawkins-Wahn: Wissenschaftler kritisieren „neuen Atheismus“. Unter: http://www.livenet.de/themen/wissen/schoepfungswissenschaft/136874-der_dawkinswahn_wissenschaftler_kritisieren_neuen_atheismus.html (2) Peter Meroth und Hans-Hermann Klare (06.10.2007): Der Gotteswahn. Unter: http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/richard-dawkins-der-gotteswahn-3264578.html (3) Ullstein Verlag (o. J.): Der Gotteswahn. Unter: http://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/der-gotteswahn-9783548376431.html------(Diese Rezension ist auch in meinem Blog veröffentlicht: http://www.diebilderfee.de/2017/09/buch-der-gotteswahn-von-richard-dawkins/)

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  • Eine Kampfschrift für die Aufklärung

    Der Gotteswahn

    PhilippWehrli

    11. September 2017 um 01:12

    ‚Der Gotteswahn’ stand während Wochen auf verschiedenen Bestsellerlisten und das zu Recht. Es ist ein aggressives, provokatives Buch von einem militanten Atheisten (so nennt Richard Dawkins sich selber). Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten. Kann ein solches Buch ‚zu Recht’ auf den Bestsellerlisten stehen?Die Neuen Atheisten, zu deren Kern ‚the four horsemen’ Richard Dawkins, Daniel Dennett, Christopher Hitchens und Sam Harris zählen, sehen sich als Gegenbewegung des religiösen Fundamentalismus. Sie lehnen auch die gemässigte Religion ab, weil diese dem irrationalen Glauben den Weg bereite. Religion und Naturwissenschaften seien unvereinbar, weil erstere auf blindem Glauben beruhe, während die Naturwissenschaften auf der konsequenten Forderung nach Evidenz basieren. Der blinde Glaube ermögliche Terroranschläge, Inquisition, Religionskriege und Hexenverbrennungen. Die Aufklärung als Gegenbewegung zum blinden Glauben habe uns dagegen Menschenrechte, Demokratie, Humanität und wissenschaftlichen Fortschritt gebracht, man denke nur an die moderne Medizin!Auch als Atheist muss man dieser Analyse nicht zustimmen. Aber es ist wohl an der Zeit, genauer hinzuhören. Die Situation der Atheisten ist nämlich tatsächlich bemerkenswert. Einerseits sind die allermeisten Naturwissenschaftler Atheisten oder Agnostiker oder haben zumindest eine völlig andere Vorstellung von Gott, als die Durchschnittsbevölkerung. Gleichzeitig werden Atheisten in vielen Ländern diskriminiert. Das geht bis zur Todesstrafe in manchen arabischen Ländern. Aber auch in den sogenannt freien, säkularen USA werden Atheisten in manchen Staaten nicht als Zeugen zugelassen und bekennende Atheisten haben keine reelle Chance, in ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Da müssen doch zumindest die Fragen erlaubt sein: Wie kommt es, dass in einer Gesellschaft, die bis in die hintersten Winkel auf Technologie und Naturwissenschaften basiert, Naturwissenschaftler ihr Weltbild verheimlichen müssen? Wie kann es sein, dass Menschen, die das Weltbild der Naturwissenschaftler teilen, in Wahlkämpfen massiv schlechtere Chancen haben?Ist das gut, wenn unsere klügsten Köpfe ihr Weltbild verheimlichen müssen? - Bereits im 19. Jahrhundert konnte John Stuart Mill zu recht sagen: „Die Welt wäre erstaunt, wenn sie wüsste, welch grosser Anteil ihrer hellsten Zierde, derer, die selbst nach volkstümlichen Einschätzungen von Weisheit und Tugend am angesehendsten sind, der Religion ganz und gar skeptisch gegenüberstehen.“Insbesondere bestreitet Dawkins, dass wir vor dummen Aussagen einen besonderen Respekt haben müssen, nur weil sie religiös sind. Er zeigt an einer Reihe von Beispielen aus der Bibel, wie grausam deren moralische Grundhaltung ist. Dabei ist sich Dawkins bewusst, dass viele Christen diese Geschichten nicht wörtlich, sondern symbolisch verstehen. Er gibt auch zu, dass es durchaus wertvolle Textstellen in der Bibel gibt. Daraus schliesst er aber, dass wir unsere Moral eben nicht aus der Bibel beziehen. Wir haben bereits ohne Religion ein Wissen über Gut und Böse. Und genau dieses Wissen verwenden gemässigte Gläubige, um geeignete Bibelstellen auszuwählen und andere weg zu lassen. Nur wenige Gläubige werden z. B. die Geschichte vom Sündenfall wörtlich nehmen. Adam und Eva sind symbolisch zu verstehen. Die Kreuzigung aber ist für einigermassen gläubige Christen die Sühne der Erbsünde. Das bedeutet, wie Dawkins erklärt: „Um sich selbst zu beeindrucken, musste Jesus also gefoltert und hingerichtet werden, als stellvertretende Bestrafung für eine symbolische Sünde, begangen von einer Person, die gar nicht existiert hat?“ Ob es nötig oder schädlich ist, solch eine Ansicht als ‚dumm’ zu verspotten, mag jeder für sich entscheiden. Aber wenn die christliche Kirche derart verquere Ansichten über Schuld und Sühne hat, müssen wir dann ausgerechnet dieser Kirche in jeder Ethikkommission einen speziellen Platz reservieren? - Während gleichzeitig die Naturwissenschaftler mit ihrer Meinung zurück halten müssen, um dies noch einmal zu erwähnen!Ist aber der Titel ‚Gotteswahn’ berechtigt? – Dawkins zitiert den Neurologen Sam Harris: „Für Menschen, die viele Überzeugungen ohne rationale Rechtfertigung haben, gibt es verschiedene Bezeichnungen. Sind ihre Überzeugungen sehr weit verbreitet, nennen wir sie ‚religiös’; ansonsten sagt man gern, sie seien ‚verrückt’, ‚psychotisch’ oder ‚wahnsinnig’. ...Also sind religiöse Menschen zwar nicht generell geistesgestört, aber ihre Kernüberzeugungen sind es durchaus.“Man spürt die Empörung, man spürt aber immer auch, dass die Empörung gar nicht so übel begründet ist. Wer sich ernsthaft für eine humanere Welt einsetzen will, sei dies nun mit oder ohne Religion, der muss sich solchen Fragen stellen. Richard Dawkins stellt solche Fragen mit ätzender Schärfe. Dafür gebührt ihm Dank.

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  • Eine Kampfschrift für die Aufklärung

    Der Gotteswahn

    PhilippWehrli

    10. September 2017 um 22:28

    Ich sehe gerade, dass dies hier die CD betrifft. Ich habe nur das Buch gelesen. Die folgende Rezension betrifft eigentlich das Buch, hilft aber vielleicht doch.‚Der Gotteswahn’ stand während Wochen auf verschiedenen Bestsellerlisten und das zu Recht. Es ist ein aggressives, provokatives Buch von einem militanten Atheisten (so nennt Richard Dawkins sich selber). Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten. Kann ein solches Buch ‚zu Recht’ auf den Bestsellerlisten stehen?Die Neuen Atheisten, zu deren Kern ‚the four horsemen’ Richard Dawkins, Daniel Dennett, Christopher Hitchens und Sam Harris zählen, sehen sich als Gegenbewegung des religiösen Fundamentalismus. Sie lehnen auch die gemässigte Religion ab, weil diese dem irrationalen Glauben den Weg bereite. Religion und Naturwissenschaften seien unvereinbar, weil erstere auf blindem Glauben beruhe, während die Naturwissenschaften auf der konsequenten Forderung nach Evidenz basieren. Der blinde Glaube ermögliche Terroranschläge, Inquisition, Religionskriege und Hexenverbrennungen. Die Aufklärung als Gegenbewegung zum blinden Glauben habe uns dagegen Menschenrechte, Demokratie, Humanität und wissenschaftlichen Fortschritt gebracht, man denke nur an die moderne Medizin!Auch als Atheist muss man dieser Analyse nicht zustimmen. Aber es ist wohl an der Zeit, genauer hinzuhören. Die Situation der Atheisten ist nämlich tatsächlich bemerkenswert. Einerseits sind die allermeisten Naturwissenschaftler Atheisten oder Agnostiker oder haben zumindest eine völlig andere Vorstellung von Gott, als die Durchschnittsbevölkerung. Gleichzeitig werden Atheisten in vielen Ländern diskriminiert. Das geht bis zur Todesstrafe in manchen arabischen Ländern. Aber auch in den sogenannt freien, säkularen USA werden Atheisten in manchen Staaten nicht als Zeugen zugelassen und bekennende Atheisten haben keine reelle Chance, in ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Da müssen doch zumindest die Fragen erlaubt sein: Wie kommt es, dass in einer Gesellschaft, die bis in die hintersten Winkel auf Technologie und Naturwissenschaften basiert, Naturwissenschaftler ihr Weltbild verheimlichen müssen? Wie kann es sein, dass Menschen, die das Weltbild der Naturwissenschaftler teilen, in Wahlkämpfen massiv schlechtere Chancen haben?Ist das gut, wenn unsere klügsten Köpfe ihr Weltbild verheimlichen müssen? - Bereits im 19. Jahrhundert konnte John Stuart Mill zu recht sagen: „Die Welt wäre erstaunt, wenn sie wüsste, welch grosser Anteil ihrer hellsten Zierde, derer, die selbst nach volkstümlichen Einschätzungen von Weisheit und Tugend am angesehendsten sind, der Religion ganz und gar skeptisch gegenüberstehen.“Insbesondere bestreitet Dawkins, dass wir vor dummen Aussagen einen besonderen Respekt haben müssen, nur weil sie religiös sind. Er zeigt an einer Reihe von Beispielen aus der Bibel, wie grausam deren moralische Grundhaltung ist. Dabei ist sich Dawkins bewusst, dass viele Christen diese Geschichten nicht wörtlich, sondern symbolisch verstehen. Er gibt auch zu, dass es durchaus wertvolle Textstellen in der Bibel gibt. Daraus schliesst er aber, dass wir unsere Moral eben nicht aus der Bibel beziehen. Wir haben bereits ohne Religion ein Wissen über Gut und Böse. Und genau dieses Wissen verwenden gemässigte Gläubige, um geeignete Bibelstellen auszuwählen und andere weg zu lassen. Nur wenige Gläubige werden z. B. die Geschichte vom Sündenfall wörtlich nehmen. Adam und Eva sind symbolisch zu verstehen. Die Kreuzigung aber ist für einigermassen gläubige Christen die Sühne der Erbsünde. Das bedeutet, wie Dawkins erklärt: „Um sich selbst zu beeindrucken, musste Jesus also gefoltert und hingerichtet werden, als stellvertretende Bestrafung für eine symbolische Sünde, begangen von einer Person, die gar nicht existiert hat?“ Ob es nötig oder schädlich ist, solch eine Ansicht als ‚dumm’ zu verspotten, mag jeder für sich entscheiden. Aber wenn die christliche Kirche derart verquere Ansichten über Schuld und Sühne hat, müssen wir dann ausgerechnet dieser Kirche in jeder Ethikkommission einen speziellen Platz reservieren? - Während gleichzeitig die Naturwissenschaftler mit ihrer Meinung zurück halten müssen, um dies noch einmal zu erwähnen!Ist aber der Titel ‚Gotteswahn’ berechtigt? – Dawkins zitiert den Neurologen Sam Harris: „Für Menschen, die viele Überzeugungen ohne rationale Rechtfertigung haben, gibt es verschiedene Bezeichnungen. Sind ihre Überzeugungen sehr weit verbreitet, nennen wir sie ‚religiös’; ansonsten sagt man gern, sie seien ‚verrückt’, ‚psychotisch’ oder ‚wahnsinnig’. ...Also sind religiöse Menschen zwar nicht generell geistesgestört, aber ihre Kernüberzeugungen sind es durchaus.“Man spürt die Empörung, man spürt aber immer auch, dass die Empörung gar nicht so übel begründet ist. Wer sich ernsthaft für eine humanere Welt einsetzen will, sei dies nun mit oder ohne Religion, der muss sich solchen Fragen stellen. Richard Dawkins stellt solche Fragen mit ätzender Schärfe. Dafür gebührt ihm Dank.

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  • Prüfen Sie Ihren Glauben! Lesen Sie es!

    Der Gotteswahn

    Frank_Lindner

    „Ich wende mich gegen Gott, alle Götter, alles Übernatürliche, ganz gleich, wo und wann es erfunden wurde oder noch erfunden werden wird.“Richard DawkinsRichard Dawkins ist britischer Zoologe, theoretischer Biologe, Evolutionsbiologe und Autor populärwissenschaftlicher Literatur. In seinem Werk „Der Gotteswahn“ verteidigt Dawkins sehr leidenschaftlich seine Überzeugungen als Atheist und Anhänger der darwinistischen Evolutionstheorie. Er beginnt seine Ausführungen auch gleich mit dem Hinweis, dass er zu diesen Themen keine objektive Stellung beziehen kann und durchaus die Absicht hat, seine Leser zum Atheismus zu missionieren.Für Dawkins gibt es keinen Gott und der Glaube an Gott sei im Grunde auch nur eine Randerscheinung der Evolution. Alle biologischen Entwicklungen beruhen auf den Mechanismen der „natürlichen Selektion“ und brachten schließlich auch den Gottesglauben hervor, so Dawkins. Diese Entwicklung sei ein Ergebnis von Unwissenheit, welches sich mit zunehmendem Wissen und höherer Intelligenz relativiert. Der Autor bemüht dann auch eine ganze Reihe namhafter Vertreter aus Wissenschaft und Politik, um den Nachweis zu erbringen.Wenn jedoch auch der Gottesglaube ein Ergebnis der Evolution ist, sollte die Welt für Herrn Dawkins doch in Ordnung sein. Damit gesteht er doch auch diesem Phänomen einen natürlichen Ursprung und somit eine Daseinsberechtigung zu. Die weitere Entwicklung sollte er getrost der “natürlichen Selektion” überlassen können. Aber offenbar fehlt es dem Herrn Dawkins nicht nur an Gottvertrauen, sondern auch an Vertrauen in seine Evolutionstheorie.Dieses Buch ist leider nur ein weiteres Armutszeugnis der in unserer Gesellschaft ach so anerkannten und sogenannten Schulwissenschaften. All den Gläubigen Dummheit und Wahnvorstellungen zu unterstellen, ist nun wirklich nicht sehr wissenschaftlich. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir noch lange nicht verstehen und vermutlich auch nie verstehen werden. Das sollten wir uns demütig eingestehen und nicht so überheblich rumposaunen. Am allerwenigsten sollten das Wissenschaftler tun. Zumindest nicht jene, die tatsächlich an Wissen und Wahrheit interessiert sind.Das gleiche gilt natürlich auch für viele Religionsvertreter, die ebenso wie Dawkins, ihre Ansichten und Erkenntnisse dogmatisieren und die Menschen damit in ihrer Entwicklung behindern und in ihrer Freiheit einschränken.Leider ist Herr Dawkins nicht an Objektivität interessiert und bezieht mit seinem Werk daher eine sehr einseitige Sichtweise. So werden vornehmlich immer wieder die religiösen Auslegungen des Gottesglaubens mit all ihren Auswüchsen vorgeführt. Ganz klar, dass sich dem nichts Förderliches für die Entwicklung der Menschheit abgewinnen läßt. Doch nicht alle Gottesgläubigen gehen in die Kirche und schwören auf die Bibel. Es gibt auch jene, deren Bewusstsein sich tatsächlich weiterentwickelt. Gott sei Dank!Dennoch ist das Buch eine Empfehlung Wert. Prüfen Sie Ihren Glauben! Lesen Sie es!

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