Der Gotteswahn

von Richard Dawkins 
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Der Gotteswahn
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Eine intelligente, gut zu lesende und nachzuvollziehende Abrechnung mit den Religionen der Welt und ein Plädoyer für ein angstfreies Leben

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Fundamentalismus

Alle 206 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Gotteswahn"

Eine furiose Streitschrift wider die Religion

'Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch.' Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann. Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brillant und bei aller Schärfe humorvoll.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548376431
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:12.08.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.02.2008 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    gstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dawkins ist sehr belesen und teilweise witzig – manchmal ist er mir aber zu negativ dem Glauben gegenüber eingestellt.
    Wissenschaft versus Glauben

    Ich kann es nicht beweisen. Es hat seinen Grund, dass man es Glauben nennt.“ (Seite 152)

    Dieses Buch spaltet die Gesellschaft. Viele Gläubige sind davon überzeugt, dass es ein Frevel ist, dieses Buch zu lesen. Ich dagegen fand es sehr informativ – und ließ mir dadurch den Glauben an eine höhere Macht nicht nehmen.

    „Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Alter der Felsen und Religion mit dem Fels des Glaubens; Wissenschaft fragt, wie der Himmel funktioniert und Religion, wie man in den Himmel kommt.“ So zitiert der Naturwissenschaftler Richard Dawkins auf Seite 80 einen Kollegen. Obwohl er sich vom Glauben abgewendet hat, setzt er sich sehr ausführlich mit den Ursprüngen desselben auseinander. Argumente für die Existenz Gottes spielen eine ebenso große Rolle wie Argumente dagegen.

    Dawkins untersucht die Wurzeln der Religionen und behauptet auf Seite 259: „Religiöser Glaube hat sicher einige Gemeinsamkeiten mit dem Zustand der Verliebtheit.“ Überzeugt davon: „Aus der Religion erwächst eine Menge positiver Verstärkung: warme, tröstliche Gefühle der Liebe und Geborgenheit in einer gefährlichen Welt, Verlust der Angst vor dem Tod, Hilfe von oben als Antwort auf Gebete in schwerer Zeit.“ stellt Darwin aber auch die Frage, ob man zum Gutsein unbedingt die Religion braucht. Schließlich finden sich unter Gläubigen etliche hasserfüllte Fanatiker. Die kommen seiner Meinung nach teilweise davon, weil sie alle Bibelstellen (auch die grausamen, die es zweifelsfrei gibt) wortwörtlich nehmen und wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen oder gar nicht wissen wollen.

    Darwin ist überzeugt, dass es ohne Religionen weniger Kriege geben würde. Dabei geht er auf die engstirnige Sicht der Amerikaner ebenso wie auf das irische Problem ein. Er prangert vor allem an, das „fundamentalistische Religion ganz wild darauf ist, die naturwissenschaftliche Ausbildung vieler tausend argloser, wohlmeinender, eifriger junger Köpfe zu ruinieren. Eine nicht fundamentalistische, >vernünftige< Religion hat solche Wirkungen vielleicht nicht. Aber sie macht es dem Fundamentalismus leichter, indem sie Kindern schon in jungen Jahren beibringt, dass unhinterfragter Glaube eine Tugend sei.“ (Seite 397) Darwin klagt auch glaubensorientierte Moralisten an, die sich leidenschaftlich um das sorgen, was andere (z.B. Homosexuelle) privat denken oder tun. Er bezweifelt, dass es gut ist, Kinder ohne eigene Zustimmung zu taufen und sie damit der Kirche zu übereignen.

    In seinem letzten Kapitel spricht er der Religion nicht ab, dass sie trösten kann und es Halt gibt, wenn man Gott als einen unsichtbaren Freund hat. Auch stimmt er zu, dass die Bibel ein wertvolles kulturelles Erbe ist, mit dem sich die Menschen auseinandersetzen sollten.

    Der Autor schreibt interessant und seine Gedanken lassen sich leicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach lohnt sich diese Lektüre auch für diejenigen, die fest an Gott glauben. Er will mit seinem Buch zum Nachdenken anregen. Ich für mich habe viele neue Begriffe kennengelernt und so manche zitierte Bibelstelle nachgeschlagen, da ich befürchtete, dass sie negativ eingefärbt wurde, doch dem war zu meinem Erstaunen nicht so. 

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    IMG_1001vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Absolut lesenswert. Wer sich wirklich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte, findet spannende Aspekte.
    Richard Dawkins kämpft mit Wissenschaft gegen irrationalen Glauben

    Als das fast 600 Seiten umfassende Buch 2006 erschien, stand es in Großbritannien, Kanada und den USA wochenlang oben auf den Bestsellerlisten. Auch die deutsche Übersetzung erklomm nach Veröffentlichung 2007 die Bestsellerlisten (auf Anhieb Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste) (1).

    Worum geht es in dem Buch?

    Dawkins vertritt die These, dass der Glaube an einen Gott irrational ist, dass Religion in ihren Ausprägungen weitreichende negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, dass sie fortschrittsfeindlich und zerstörerisch ist. Dawkins zielt mit seinen Worten auf den Kern des Glaubens, er zweifelt die Existenz Gottes an („Gott existiert mit ziemlicher Sicherheit nicht.“ – R. Dawkins, Der Gotteswahn) und unterlegt dies mit den Argumenten der Naturwissenschaft. Er greift keine bestimmte Version von Gott oder Götter an, vielmehr wendet er sich „gegen Gott, alle Götter, alles Übernatürliche, ganz gleich wo und wann es erfunden wurde oder noch erfunden werden wird“ (R. Dawkins, Der Gotteswahn).

    Kritik:

    Schon das Vorwort macht einem klar, mit welcher Art von Lektüre man sich in den nächsten Stunden beschäftigen wird, denn es beginnt mit einem Gedankenexperiment. Dawkins fordert den Leser auf, sich eine Welt ohne Religion vorzustellen. „Stellen wir uns doch mit John Lennon mal eine Welt vor, in der es keine Religion gibt – keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen Gunpowder Plot, keine Aufteilung Indiens, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine Verfolgung von Juden als „Christusmörder“, keine „Probleme“ in Nordirland, keine „Ehrenmorde“, keine pomadigen Fernsehevangelisten im Glitzeranzug, die leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen („Gott will, dass ihr gebt, bis es wehtut“). Stellen wir uns vor: keine Zerstörung antiker Statuen durch die Taliban, keine öffentlichen Enthauptungen von Ketzern, keine Prügel auf weibliche Haut für das Verbrechen, zwei Zentimeter nackte Haut zu zeigen.“ Bereits bei diesen Worten hatte Dawkins mich völlig. Ich war wie gefesselt von diesem Buch.

    Ich möchte an dieser Stelle auf eine langwierige Zusammenfassung des Inhaltes verzichten. Das haben andere vor mir bereits viel besser getan als ich es je könnte. Auch das Aufzählen von weiteren in meinen Augen besonders gut gelungen Passagen möchte ich verzichten, denn es gibt unglaublich viele in diesem Buch. Stattdessen möchte ich dieses Buch allen wärmstens ans Herz legen. Egal, ob gläubig oder nicht. Besonders aber auch denjenigen, die sich noch nicht ganz sicher sind, wo sie stehen. Meiner Ansicht nach, ist es unabdingbar, dass man sich mit den in diesem Buch aufgeführten Aspekten des Glaubens bzw. der Religion auseinandersetzt, um die Frage „Glaube ich an Gott?“ für sich wirklich und ehrlich beantworten zu können.

    Dawkins schreibt flüssig, wortgewandt, präzise, bissig und humorvoll. An seinem Standpunkt lässt er keinen Zweifel.

    Dawkins erntete für sein Buch natürlich nicht nur Lob, sogar aus den eigenen Reihen hagelte es Kritik. So mahnte Reinhold Leinfelder (Generaldirekt des Berliner Museums für Naturkunden 2006 – 2010), „Wissenschaft muss sich auf das begrenzen, was sie analysieren kann, sie darf nicht darüber hinausgehen“ (2). Selbst an der Seriosität Dawkins wurde gezweifelt. Der britische Zoologe Kurt Kotrschal sagte: „Kein Naturwissenschaftler, der seine Sinne beieinander hat, benutzt seine Wissenschaft, um zu belegen, dass es Gott gibt oder nicht. In der Wissenschaft geht es um testbare Hypothesen, die Existenz Gottes ist keine testbare Hypothese“ (1). Dawkins schlagfertige Antwort: „Die Gotteshypothese ist eine wissenschaftliche Hypothese über das Universum, die man genauso skeptisch analysieren sollte wie jede andere auch“ (2). An dieser Stelle verweist Dawkins dann oft auf die auch in seinem Buch beschriebene Parabel von Bertrand Russell, das Gedankenexperiment von der winzigen Teekanne im Weltall, so winzig klein, dass selbst das beste Teleskop sie nicht erkennen kann. Während es in Ordnung ist, die Existenz dieser Teekanne anzuzweifeln, selbst wenn sie sonntags als heilige Wahrheit verkündet würde, gilt die wissenschaftliche Prüfung als „unerträgliche Überheblichkeit der menschlichen Vernunft“, sobald wir die Teekanne Gott nennen (R. Dawkins, Der Gotteswahn).

    Fazit:

    Richard Dawkins Der Gotteswahn ist gewiss keine leichte Kost, dafür aber qualitativ und daher lohnend. Zu recht heißt es in der Beschreibung des Verlages: Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brilliant und bei aller Schärfe humorvoll (3).

    Diese Buch ist eine absolute Kauf- vor allem aber Leseempfehlung.



    ------

    (1) Kep/Pro (02.10.2007): Der Dawkins-Wahn: Wissenschaftler kritisieren „neuen Atheismus“. Unter: http://www.livenet.de/themen/wissen/schoepfungswissenschaft/136874-der_dawkinswahn_wissenschaftler_kritisieren_neuen_atheismus.html

    (2) Peter Meroth und Hans-Hermann Klare (06.10.2007): Der Gotteswahn. Unter: http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/richard-dawkins-der-gotteswahn-3264578.html

    (3) Ullstein Verlag (o. J.): Der Gotteswahn. Unter: http://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/der-gotteswahn-9783548376431.html

    ------

    (Diese Rezension ist auch in meinem Blog veröffentlicht: http://www.diebilderfee.de/2017/09/buch-der-gotteswahn-von-richard-dawkins/)

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    PhilippWehrlivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten.
    Eine Kampfschrift für die Aufklärung

    ‚Der Gotteswahn’ stand während Wochen auf verschiedenen Bestsellerlisten und das zu Recht. Es ist ein aggressives, provokatives Buch von einem militanten Atheisten (so nennt Richard Dawkins sich selber). Dawkins schreibt mit bissigem, scharfem Humor und er hinterlässt Verletzte, und zwar nicht nur solche, die es verdient hätten. Kann ein solches Buch ‚zu Recht’ auf den Bestsellerlisten stehen?

    Die Neuen Atheisten, zu deren Kern ‚the four horsemen’ Richard Dawkins, Daniel Dennett, Christopher Hitchens und Sam Harris zählen, sehen sich als Gegenbewegung des religiösen Fundamentalismus. Sie lehnen auch die gemässigte Religion ab, weil diese dem irrationalen Glauben den Weg bereite. Religion und Naturwissenschaften seien unvereinbar, weil erstere auf blindem Glauben beruhe, während die Naturwissenschaften auf der konsequenten Forderung nach Evidenz basieren. Der blinde Glaube ermögliche Terroranschläge, Inquisition, Religionskriege und Hexenverbrennungen. Die Aufklärung als Gegenbewegung zum blinden Glauben habe uns dagegen Menschenrechte, Demokratie, Humanität und wissenschaftlichen Fortschritt gebracht, man denke nur an die moderne Medizin!

    Auch als Atheist muss man dieser Analyse nicht zustimmen. Aber es ist wohl an der Zeit, genauer hinzuhören. Die Situation der Atheisten ist nämlich tatsächlich bemerkenswert. Einerseits sind die allermeisten Naturwissenschaftler Atheisten oder Agnostiker oder haben zumindest eine völlig andere Vorstellung von Gott, als die Durchschnittsbevölkerung. Gleichzeitig werden Atheisten in vielen Ländern diskriminiert. Das geht bis zur Todesstrafe in manchen arabischen Ländern. Aber auch in den sogenannt freien, säkularen USA werden Atheisten in manchen Staaten nicht als Zeugen zugelassen und bekennende Atheisten haben keine reelle Chance, in ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Da müssen doch zumindest die Fragen erlaubt sein: Wie kommt es, dass in einer Gesellschaft, die bis in die hintersten Winkel auf Technologie und Naturwissenschaften basiert, Naturwissenschaftler ihr Weltbild verheimlichen müssen? Wie kann es sein, dass Menschen, die das Weltbild der Naturwissenschaftler teilen, in Wahlkämpfen massiv schlechtere Chancen haben?

    Ist das gut, wenn unsere klügsten Köpfe ihr Weltbild verheimlichen müssen? - Bereits im 19. Jahrhundert konnte John Stuart Mill zu recht sagen: „Die Welt wäre erstaunt, wenn sie wüsste, welch grosser Anteil ihrer hellsten Zierde, derer, die selbst nach volkstümlichen Einschätzungen von Weisheit und Tugend am angesehendsten sind, der Religion ganz und gar skeptisch gegenüberstehen.“

    Insbesondere bestreitet Dawkins, dass wir vor dummen Aussagen einen besonderen Respekt haben müssen, nur weil sie religiös sind. Er zeigt an einer Reihe von Beispielen aus der Bibel, wie grausam deren moralische Grundhaltung ist. Dabei ist sich Dawkins bewusst, dass viele Christen diese Geschichten nicht wörtlich, sondern symbolisch verstehen. Er gibt auch zu, dass es durchaus wertvolle Textstellen in der Bibel gibt. Daraus schliesst er aber, dass wir unsere Moral eben nicht aus der Bibel beziehen. Wir haben bereits ohne Religion ein Wissen über Gut und Böse. Und genau dieses Wissen verwenden gemässigte Gläubige, um geeignete Bibelstellen auszuwählen und andere weg zu lassen.

    Nur wenige Gläubige werden z. B. die Geschichte vom Sündenfall wörtlich nehmen. Adam und Eva sind symbolisch zu verstehen. Die Kreuzigung aber ist für einigermassen gläubige Christen die Sühne der Erbsünde. Das bedeutet, wie Dawkins erklärt: „Um sich selbst zu beeindrucken, musste Jesus also gefoltert und hingerichtet werden, als stellvertretende Bestrafung für eine symbolische Sünde, begangen von einer Person, die gar nicht existiert hat?“

    Ob es nötig oder schädlich ist, solch eine Ansicht als ‚dumm’ zu verspotten, mag jeder für sich entscheiden. Aber wenn die christliche Kirche derart verquere Ansichten über Schuld und Sühne hat, müssen wir dann ausgerechnet dieser Kirche in jeder Ethikkommission einen speziellen Platz reservieren? - Während gleichzeitig die Naturwissenschaftler mit ihrer Meinung zurück halten müssen, um dies noch einmal zu erwähnen!

    Ist aber der Titel ‚Gotteswahn’ berechtigt? – Dawkins zitiert den Neurologen Sam Harris: „Für Menschen, die viele Überzeugungen ohne rationale Rechtfertigung haben, gibt es verschiedene Bezeichnungen. Sind ihre Überzeugungen sehr weit verbreitet, nennen wir sie ‚religiös’; ansonsten sagt man gern, sie seien ‚verrückt’, ‚psychotisch’ oder ‚wahnsinnig’. ...
    Also sind religiöse Menschen zwar nicht generell geistesgestört, aber ihre Kernüberzeugungen sind es durchaus.“


    Man spürt die Empörung, man spürt aber immer auch, dass die Empörung gar nicht so übel begründet ist. Wer sich ernsthaft für eine humanere Welt einsetzen will, sei dies nun mit oder ohne Religion, der muss sich solchen Fragen stellen. Richard Dawkins stellt solche Fragen mit ätzender Schärfe. Dafür gebührt ihm Dank.

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    Frank_Lindnervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Keine Objektivität, mit der Absicht, seine Leser zum Atheismus zu missionieren.
    Prüfen Sie Ihren Glauben! Lesen Sie es!

    „Ich wende mich gegen Gott, alle Götter, alles Übernatürliche, ganz gleich, wo und wann es erfunden wurde oder noch erfunden werden wird.“
    Richard Dawkins
    Richard Dawkins ist britischer Zoologe, theoretischer Biologe, Evolutionsbiologe und Autor populärwissenschaftlicher Literatur. In seinem Werk „Der Gotteswahn“ verteidigt Dawkins sehr leidenschaftlich seine Überzeugungen als Atheist und Anhänger der darwinistischen Evolutionstheorie. Er beginnt seine Ausführungen auch gleich mit dem Hinweis, dass er zu diesen Themen keine objektive Stellung beziehen kann und durchaus die Absicht hat, seine Leser zum Atheismus zu missionieren.

    Für Dawkins gibt es keinen Gott und der Glaube an Gott sei im Grunde auch nur eine Randerscheinung der Evolution. Alle biologischen Entwicklungen beruhen auf den Mechanismen der „natürlichen Selektion“ und brachten schließlich auch den Gottesglauben hervor, so Dawkins. Diese Entwicklung sei ein Ergebnis von Unwissenheit, welches sich mit zunehmendem Wissen und höherer Intelligenz relativiert. Der Autor bemüht dann auch eine ganze Reihe namhafter Vertreter aus Wissenschaft und Politik, um den Nachweis zu erbringen.

    Wenn jedoch auch der Gottesglaube ein Ergebnis der Evolution ist, sollte die Welt für Herrn Dawkins doch in Ordnung sein. Damit gesteht er doch auch diesem Phänomen einen natürlichen Ursprung und somit eine Daseinsberechtigung zu. Die weitere Entwicklung sollte er getrost der “natürlichen Selektion” überlassen können. Aber offenbar fehlt es dem Herrn Dawkins nicht nur an Gottvertrauen, sondern auch an Vertrauen in seine Evolutionstheorie.

    Dieses Buch ist leider nur ein weiteres Armutszeugnis der in unserer Gesellschaft ach so anerkannten und sogenannten Schulwissenschaften. All den Gläubigen Dummheit und Wahnvorstellungen zu unterstellen, ist nun wirklich nicht sehr wissenschaftlich. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir noch lange nicht verstehen und vermutlich auch nie verstehen werden. Das sollten wir uns demütig eingestehen und nicht so überheblich rumposaunen. Am allerwenigsten sollten das Wissenschaftler tun. Zumindest nicht jene, die tatsächlich an Wissen und Wahrheit interessiert sind.

    Das gleiche gilt natürlich auch für viele Religionsvertreter, die ebenso wie Dawkins, ihre Ansichten und Erkenntnisse dogmatisieren und die Menschen damit in ihrer Entwicklung behindern und in ihrer Freiheit einschränken.

    Leider ist Herr Dawkins nicht an Objektivität interessiert und bezieht mit seinem Werk daher eine sehr einseitige Sichtweise. So werden vornehmlich immer wieder die religiösen Auslegungen des Gottesglaubens mit all ihren Auswüchsen vorgeführt. Ganz klar, dass sich dem nichts Förderliches für die Entwicklung der Menschheit abgewinnen läßt. Doch nicht alle Gottesgläubigen gehen in die Kirche und schwören auf die Bibel. Es gibt auch jene, deren Bewusstsein sich tatsächlich weiterentwickelt. Gott sei Dank!

    Dennoch ist das Buch eine Empfehlung Wert. Prüfen Sie Ihren Glauben! Lesen Sie es!

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    Axel_Iflands avatar
    Axel_Iflandvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eröffnet eine völlig neue Perspektive.
    Eröffnet eine völlig neue Perspektive

    Egal ob Atheist oder gläubiger Mensch, dieses Buch ist lesenswert für jeden, der sich schon mal Gedanken um seine und andere Religionen gemacht hat. Allerdings sollte man sich vor dem Lesen möglichst frei machen und unvoreingenommen an das Buch herantreten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Buch stark polarisiert, obwohl es sachlich geschrieben ist, was u.a. auch an dem Zitat auf dem Cover liegen kann.

    Dawkins führt massenweise Argumente gegen die Existenz Gottes auf, die jeder für sich sachlich analysieren kann. Wer sich drauf einlässt, dem wird es gefallen.

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    A
    Arunvor 4 Jahren
    Für und wieder!

    Der Gotteswahn von Richard Dawkins

    Ein Sachbuch zu den Themen Religion und Atheismus.
    Schwierig solche Bücher zu rezensieren daher einfach mal meine Überlegungen und Gedanken zu diesem Werk.

    Da ich gerne Themenbereiche aus verschiedenen Sichtwinkeln betrachte und auch gerne neues Wissen näher gebracht bekomme habe ich zu diesem Buch des bekennenden Atheisten Richard Dawkins gegriffen. Von Haus aus ist der Autor Biologie und Experte für die Evolutionslehre, war gespannt darauf, wie dieser Wissenschaftler sein Verhältnis und seine Ansichten zum Glauben und der Religion beschreibt.

    Er zieht mal gleich gegen die drei großen monotheistischen Religionen, das Judentum, Christentum, den Islam und deren Ableger vom Leder.
    Er schreibt „Stellen wir uns mal eine Welt vor ohne Religion“.

    Danach folgt eine Aufzählung von Gräueltaten, die im Namen des Glaubens verübt wurden. Durch die Religionen wurden und werden immer noch Auseinandersetzungen und Kriege geführt.
    Darüber kann man schon mal nachdenken!

    Anhand der Wissenschaften und Evolutionsgeschichte versucht er seinen Standpunkt zu dokumentieren. Er glaubt nicht an eine höhere Macht (Gott) welche die Geschicke der Menschheit lenkt. Die Bibel wird von ihm auch gerne zerpflückt, wobei das „Alte Testament“ noch schlechter wegkommt als das „Neue Testament“.

    Wahrscheinlich sind seine Thesen Wasser auf die Mühlen der Freidenker und dagegen ein Stachel im Fleisch der Anhänger von Glauben und Religion.

    Aufschlussreich fand ich die Erwähnung der „Kreationisten“ und ihre spezielle Bibelauslegung.

    Noch zwei Zitate aus dem Buch die von bekannten Zeitgenossen geäußert wurden.

    „Die Politik hat Tausende hingemetzelt, die Religion Zehntausende“ (Sean O’Casey)

    „In jedem Dorf gibt es eine Fackel, den Lehrer und jemanden, der dieses Licht löscht, den Pfarrer“

    (Victor Hugo)

    Für mich war dieses Buch eine interessante Lektüre.

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    M
    Mario_Veraguthvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Können diese leidigen Kontroversen nicht beendet und stattdessen schlichtweg Toleranz auf die Fahnen aller Beteiligten geschrieben werden?
    Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

    Vorab sei angemerkt, dass weder religiöse noch atheistische,
    liberale noch konservative oder alle anderen Spielarten der menschlichen
    Mentalität ein Problem darstellen, solange der Respekt für die Meinung des
    verbalen Kombattanten gegeben ist und dieser auch wirklich gezollt wird.

    Leider krankt es, auf die Thematik dieses Buches bezogen, in
    beiden Lagern, da sowohl der agnostisch-atheistische Trupp der Religiosität
    jegliche Existenzberechtigung abspricht, während die fundamentalen Kleriker nur
    das ihre als die einzig wahre Lebensanschauung preisen. Was beiden Gruppen
    fehlt ist die Bereitschaft, die Meinung des anderen ohne Glorifizierung oder
    Erhöhung des eigenen Weltbilds als gleichwertige Lebensanschauungen zu
    akzeptieren, ohne in Indoktrinierung-, Bekehrungs- oder Negierungsautomatismen
    zu verfallen. In diese, wohl leider ewig klaffende, Wunde legt Dawkins seinen
    Finger. Sein einziges Manko und gewissermaßen die Ironie des Buches ist die
    Intoleranz, mit der er selbst der Religion anderer begegnet, wenn diese
    keinerlei negative, sondern im Gegenteil karitative Auswirkungen zeigt und sie
    stattdessen unter den Kollektivverdacht des potentiell jederzeit aufkommenden
    Fundamentalismus stellt. Ansonsten sind seine Thesen leider von zeitloser
    Gültigkeit. 

    Die Grundidee, den Armen, Schwachen und Hilflosen Speis und
    Trank zu spenden, zu teilen, sozial zu sein und für den Nächsten zu sorgen
    verdient vollste Unterstützung. Was Menschen aber mitunter aus so
    fortschrittlichen und der Gemeinschaft nützlichen Grundideen zu zaubern
    vermögen spottet jeglicher Beschreibung. Anstatt an dem Punkt des
    funktionierenden Mikrokosmos einer intakten, friedlichen Gemeinschaft zu
    verharren und an der Feinabstimmung psychosozialer Komponenten für ein besseres
    Miteinander zu feilen, treten Demagogen, Hetzer und Größenwahnsinnige auf den
    Plan und die Menschheitsgeschichte beginnt.

    Dawkins erläutert die Ignoranz und borniert konservative
    Starrsinnigkeit der dominierenden Religionen mit beispielloser Präzision, ja
    schon fast Pedanterie und man kann der These der, in leider vielerlei Hinsicht
    vom lauteren Grundgedanken abgekommenen Bekenntnisse nichts Handfestes
    entgegensetzen. Im Gegenteil spricht außer dem sozialen Engagement nicht viel
    für eine in ihren Dogmen und starren Hierarchien erstarrte weltweite
    Seelsorgerschar, denen ein Paradigmenwechsel aufgrund rigide getrimmter und
    indoktrinierter Nachfolger wohl unmöglich ist und daher nichts anderes als ein
    Gang in die Anachronismenhalle der Geschichte bevorsteht. Wie wir heute
    griechische, römische und keltische Mystik als Märchen, Sagen oder bestenfalls
    historische Augenzeugenberichte von zweifelhafter Herkunft und Seriosität
    sehen, so werden nach 2 weiteren verstrichenen Jahrtausenden „neue“ klassische,
    altertümliche Schwarten in den Regalen unserer Nachkommen stehen. In Form der
    schriftlichen Komprimierungen der heutigen Weltreligionen, wie sie denn auch
    alle heißen mögen.

    Nur muss man abschließend den bedauernswerten Standpunkt
    einer durch Demokratie und Aufklärung sämtlicher Sinn- und Existenzberechtigung
    befreiten Institution auch kurz anschneiden. Wenn sich die etablierten
    Religionen konservativ wie bisher verhalten, bleibt ein gewisses nachwachsendes
    Stammpublikum. Daher beschreiten sie diesen Weg des langsamen Niedergangs.
    Zukunftsweisender wäre gewiss eine Öffnung, Liberalisierung, Ökumenisierung und
    Modernisierung um die Jugend und damit die Zukunft für die wichtigen Ideale von
    Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft zu gewinnen. Nur birgt eine allzu große
    Verwässerung der grundlegenden, zur Unterscheidung von anderen
    Glaubensgemeinschaften wichtigen Geboten, Weisungen, Vorschriften, Paragrafen,
    Regeln und Gottesbeweisen das Risiko in sich, das letzte bisschen Identität und
    damit Zielpublikum zu verlieren. Daher wählt man den Weg des sicheren, aber
    langsamen Niedergangs. Jeder wie er will.

    Als ob es nicht genug echte, gravierende Probleme auf der
    Welt gäbe als das Seelenheil von Wohlstandskindern der Industrienationen. Diese
    täten einmal gut daran, ihr anerzogenes, durch Manipulation und Indoktrination
    erworbenes Weltbild zu hinterfragen, sich nach Wegfall der Schuppen die Augen
    zu reiben und der Realität mit unvoreingenommener und offener Wahrnehmung zu
    stellen und eine eigene Meinung zu entwickeln, die auf Fakten und
    Erfahrungswerten und nicht verschiedenen politischen und klerikalen
    Antiquitäten beruht. Wäre all die Energie, die wieder und wieder in nur auf
    diese leidige Gretchenfrage fokussierte Debatten, Streitereien, Kriege und
    Genozide mündete, stattdessen für etwas konstruktives verwendet worden, würde
    es um manch Detail oder gar Gesamtheit der heutigen Welt ganz anders stehen.

    Aber so wiederholt sich die Geschichte mal um mal, keiner
    der Beteiligten lernt etwas daraus, nach einiger Zeit ist es vergessen, beginnt
    von neuem und die Welt bleibt wie sie ist. Wahrlich ein Trauerspiel. Und wer
    auch immer angesichts von Millionen durch pharaonische Genitalverstümmelung ein
    Leben lang traumatisierte und leidende Frauen, Millionen durch gezielte
    Abtreibung erste gar nicht geborene Frauen, Milliarden unterdrückter und als
    weniger wert als Männer definierte Frauen, Millionen durch die Weigerung der
    Verteilung von Verhütungsmittel mit Aids und anderen Geschlechtskrankheiten
    infizierten Menschen und Genozid, Krieg und Vertreibung noch auf dem Standpunkt
    beharrt, sein Seelenheil, religiöses Empfinden und der persönliche Wertgewinn
    aus religiöser Betätigung wären es wert, dass all dies passiert, dem ist
    einfach nicht zu helfen. Wie lässt sich die Borniertheit, Ignoranz und vor
    allem Unlogik besser veranschaulichen als durch jemanden, der für sein eigenes,
    nicht zwingend lebensnotwendiges inneres Gleichgewicht und psychischen
    Ausgleich all die Widerwärtigkeiten im Namen seiner Religionsgemeinschaft in
    Kauf nimmt, Kritik und Negatives von vornherein ausblendet und sich als zur
    Krönung vielleicht auch noch selbst und seine Religion als nächstenlieb und
    großherzig halluziniert. Mit rationalem Denken ist dem nicht beizukommen.

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 5 Jahren
    Always look on the bright side of life...

    Ursprünglich bin ich mit der Haltung an das Buch gegangen, "know your enemy". Leider ist es ja so, dass man oft erst die negativen Meinungen mitbekommt. Doch - im Laufe der Seiten schmunzelte ich zuerst. Dann war es schon ein handfestes Grinsen. Gegen Ende hin kann ich nur sagen, dass ich schlichtweg begeistert bin!

    Man muss einfach den Mut haben, dieses Buch "als Buch" zu sehen, als "gemachtes Werk". Und als solches ist es schlichtweg brillant. Der Autor hat eine völlig stringente Argumentation aufgebaut, die er, mit einem roten Erzählfaden versehen, von Kapitel zu Kapitel verfolgt. Sein Ton ist sicher ungewohnt locker angesichts des Themas, aber dafür umso eindringlicher. Seine Beispiele sind zahlreich, und aus vielen Wissensgebieten gewählt. Und - er vertritt seine Thesen mit Leidenschaft. Was will man mehr von einem Sachbuch, das es ja schließlich ist?

    Dieses Buch hat mich viele Dinge gelehrt. Erstens, dass sich Skeptizismus letzten Endes immer auszahlt. Zweitens, dass man Menschen misstrauen sollte, die von sich behaupten, "die Wahrheit" gepachtet zu haben. Drittens, dass Wissenschaft angreifbar sein MUSS, um glaubwürdig zu bleiben. Viertens, dass "Atheist" nicht gleichbedeutend ist mit "zügel- und moralloser Hedonist". Und fünftens, dass man über ernste Inhalte mit Witz und Verve sprechen kann.

    Wohlgemerkt, ich sage immer noch nicht, dass ich dem Autor in allen Punkten zustimme! Sein einziges Manko ist, dass er die guten Seiten, welche die Religion schließlich auch hat, gegen Ende zu kurz abhandelt. Die Rolle von Imagination, Trost und Halt definiert er meiner Ansicht nach ein wenig zu kurz - bzw. er sagt uns Lesern nicht, was denn nun bei ihm diesen Platz einnimmt.

    Vielfach wird ihm auch "Unversöhnlichkeit" vorgeworfen. Halt, hier erhebe ich Einspruch! Man muss bedenken, welche Zielsetzung dieses Buch verfolgt. Sein Autor sieht sich umzingelt von einer Kultur, die fanatisch der Religion einen Sonderstatus einräumt, an den sie schon lange nicht mehr selber glaubt. Wie soll man auf eine solche Paradoxie anders reagieren als mit drastischen Mitteln? Für mich völlig verständlich. Zumal er ja an keiner Stelle im Buch behauptet, nun seinerseits "die Antwort" zu wissen. Aber er will uns vor Augen führen, dass "Wahrheit" eben nicht so leicht zu haben ist. "Ich weiß, dass ich nichts weiß" - um mit Sokrates zu sprechen.

    Sicherlich sollte man bei der Lektüre seinen Verstand ein- und nicht ausschalten. Auch würde ich das Buch keinem eingefleischten Theologen zu lesen geben. Oder vielleicht doch...? Eines weiß ich aber sicher: Richard Dawkins ist mir ungeheuer sympathisch, und hat mir Mut gemacht, selber zu denken.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

    Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?

    Dawkins, Evolutionsbiologe und Inhaber des Lehrstuhls für Public Understanding of Science in Oxford hat in seiner Widmung den Gotteswahn dem viel zu früh verstorbenen Douglas Adams gedacht und ihn zitiert.

    Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen. Weshalb ein Buch kaufen, dessen Überzeugung man sowieso teilt ?
    Zunehmendes Unwohlsein mit dem Respekt den man auch als Ungläubige angeblich den Religionen zu erweisen hat, machte den Kauf dann notwendig.
    Amüsant, äußerst unterhaltsam, humorvoll und bewußtseinserweiternd belegt Richard Dawkins dieses Unwohlsein sei es in Bezug auf frühkindliche religiöse Indoktrination , die Macht der Kirchen in säkularen Staaten die ebenfalls nicht hinterfragt wird (aktuelles Beispiel: Die Ausnahmeregelung des in Deutschland geltenden Arbeitsrechts welches zugunsten christlicher Kirchen ausgehebelt wird und die horrende staatliche Unterstützung derselben)
    Auch hierzu zitiert Dawkins sehr einprägsam Douglas Adams: Im Kern (der Religion) gibt es gewisse Ideen die wir heilig, göttlich oder wie auch immer nennen. (....) Im Grunde heißt das Folgendes: „ Wir haben hier eine Idee oder Vorstellung, über die man nichts abträgliches äußern darf; das darf man einfach nicht. Warum nicht ? Darum !“
    Daran halten sich „brave“ Atheisten und schweigen . Dawkins nicht. Er läutet die Glocken der Freiheit, denkt laut und pointiert. Beleuchtet die Bibel und ihre fragwürdige Botschaft. Danke dafür und für dieses sehr umfassende, beeindruckende Werk mit Einführung in evolutionäre Wahrscheinlichkeit, Einblick in erschreckende fanatisch Religiöser und mustergültige Zerpflückung der perfiden Behauptung Ethik und Moral können nur durch Religion erwachsen.

    In Kapitel 5 Die Wurzeln der Religion erläutert er die Cargo - Kulte . Faszinierend. Wer sie nicht kennt, für den lohnt sich das Buch allein ihretwegen. Aufschlussreich auch Kapitel 8 Was ist so schlimm an der Religion? Warum diese Feindseligkeit ? Für religiösen Extremismus ist die Religion selbst verantwortlich zu machen, denn solange wir das Prinzip anerkennen, dass religiöser Glaube respektiert werden muss, einfach weil es religiöser Glaube ist kann man auch den Respekt gegenüber einem religiös motiviertem Selbstmordattentäter kaum ablegen. Auch dieser ist fest überzeugt und glaubt.

    Dawkins polemisiert nicht, er regt zum Denken an, hinterfragt kulturelle Traditionen, beleuchtet sie und wendet sich speziell an die Menschen, die diesen nicht aus Glauben sondern aus Gewohnheit, Tradition und Geselligkeit folgen.
    Ein befreiendes Werk, dass man sich, wenn nicht schon zur Erweiterung des eigenen Weltbilds und der besseren Argumentation, als grandioses Beispiel für ein gelungenes Sachbuch unbedingt gönnen sollte, denn der Autor erheitert, erhellt, berührt, schockiert (erschreckend und entlarvend sind u. a. die an ihn gerichteten hasserfüllten Zuschriften von christlichen Gläubigen, die konträr zu all ihren Glaubensbestandteilen sind) und vermittelt spielerisch einfach wissenschaftliche Fakten auf 534, wohlrecherchierten spannenden, polarisierenden Seiten.
    Für mich, wenn auch mit Verzug, das Sachbuch des Jahres.

    Kommentare: 1
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    awogflis avatar
    awogflivor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins

    erklärt sehr gut schlüssig das Konzept des Atheismus aus mehreren Sichten. Argumente wiederholen sich aber leider ein bisschen in den Kapiteln. Das beste Argument für die Existenz des Buches ist aber: Da im Intelligent Design Theologen über Biologie reden, ist der Nichtangriffspakt der Diziplinen hinfällig und deshalb schreibt ein Biologe ein Buch über Gott!"

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