Richard Flanagan

 3.9 Sterne bei 75 Bewertungen

Lebenslauf von Richard Flanagan

Richard Flanagan wurde 1961 in Tasmanien geboren. Er wuchs in einer irisch-katholischen Familie auf und begann mit 16 Jahren, im australischen Busch zu arbeiten. Er schloss die Schule ab und ging als Rhodes-Stipendiat nach Oxford, um Geschichte zu studieren. Mit seinem Bestseller Goulds Buch der Fische, für den er 2002 den Commonwealth Writers’ Prize gewann, gelang ihm der internationale Durchbruch. Flanagan ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Hobart, Tasmanien.

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Der Erzähler: Roman
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Der Erzähler
Neu erschienen am 15.10.2018 als Hardcover bei Piper.
Begehren
 (5)
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Richard FlanaganDer schmale Pfad durchs Hinterland
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Der schmale Pfad durchs Hinterland
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 (19)
Erschienen am 12.01.2017
Richard FlanaganDie unbekannte Terroristin
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Die unbekannte Terroristin
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 (17)
Erschienen am 02.11.2017
Richard FlanaganGoulds Buch der Fische
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Goulds Buch der Fische
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 (10)
Erschienen am 01.06.2004
Richard FlanaganMathinna
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Mathinna
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 (7)
Erschienen am 01.08.2009
Richard FlanaganTod auf dem Fluss
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Tod auf dem Fluss
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 (4)
Erschienen am 01.06.2016
Richard FlanaganBegehren
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Begehren
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 (5)
Erschienen am 01.08.2018
Richard FlanaganGoulds Buch der Fische
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Goulds Buch der Fische
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 (2)
Erschienen am 07.12.2015
Richard FlanaganDer Erzähler
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Der Erzähler
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 (0)
Erschienen am 15.10.2018

Neue Rezensionen zu Richard Flanagan

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yellowdogs avatar

Rezension zu "Begehren" von Richard Flanagan

Mathinna
yellowdogvor 2 Monaten

Booker-Award-Preisträger Richard Flanagan geht in seinem Roman Begehren in das 19 Jahrhundert zurück und stellt es in zwei Handlungssträngen sehr intensiv und streckenweise düster-atmosphärisch dar.


Eine der Hauptfiguren ist erstaunlicherweise der englische Schriftsteller Charles Dickens, berühmt durch seine Romane David Copperfield und Oliver Twist. Er ist in London.

In der anderen Handlungsebene sind in Tasmanien Sir John Franklin und Lady Jane, die ein Kind adoptieren. Das Waisenkind Mathinna wollen sie nach ihren Vorstellungen formen und beachten nicht ihre kulturelle Herkunft als Aborigine.

Eine schlimme Nebenerscheinung des Kolonialismus.


Weder der britische Konteradmiral und Polarforscher John Franklin noch Charles Dickens sind in diesem Buch besonders sympathsiche Figuren, im Gegenteil.

Das macht das Lesen des Buches nicht immer einfach, zumal die Handlung auch in den Zeiten oft wechselt.

Auch Mathinna war eine realistische Figur. Ihr Schicksal tut mir sehr leid, leider wird fast nie aus ihrer Sicht geschrieben. Das Lesen ist daher nicht unbedingt ein Genuß, aber die Form funktioniert und das Thema ist wichtig genug, dass darüber geschrieben wird.


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Sven_Ss avatar

Rezension zu "Goulds Buch der Fische" von Richard Flanagan

William Buelow Gould hat einen Auftrag
Sven_Svor 3 Monaten

Eine Strafkolonie am äußersten Ende der Welt vor der tasmanischen Küste im 19. Jahrhundert. Fälscher und Dieb William Buelow Gould wartet in einer Zelle auf seine Hinrichtung. Er klaubt alles zusammen, was er als Tinte verwenden kann - Blut, Spucke, gemahlene Seeigelstachel – und schreibt auf gehortetem Papier seine Erinnerungen auf.

 

Er erzählt von der Gründung und dem Niedergang der Strafkolonie Sarah Island, von Folter, Massenmord und Vergewaltigung, von Demütigung und Exekution, Zivilisation, Wahn, Sinnlichkeit, Kunst und dem ganzen Etcetera. Das, obwohl sein Auftrag lautete, alle Fischarten Tasmaniens zu malen. Doch seine Fische verwandeln sich zu Geschichte.

 

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SalanderLisbeths avatar

Rezension zu "Die unbekannte Terroristin" von Richard Flanagan

Moderne Hexenjagd
SalanderLisbethvor 10 Monaten

Sie hatte gerade ein Schuhgeschäft verlassen und stand wieder in der Mall, als sie eine riesige Videowand vor einem Elektronik-Großmarkt bemerkte. Eine Menschenmenge verließ das Stadion in Homebush, es musste sich um den Bombenfund vom Vortag handeln. Dann kam ein geöffneter Kinderrucksack ins Bild, in der Nahaufnahme war der Sprengsatz deutlich zu erkennen. Aber erst, als bewaffnete Polizisten vor Tariqs Wohngebäude in Deckung gingen, schenkte die Puppe der Videowand ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Auszug Seite 99



Geplanter Anschlag im Stadion

Die Bevölkerung von Sidney leidet unter einer Hitzewelle als im Olympiastadion drei nicht gezündete Bomben gefunden werden. Gina Davies, die als Stripteasetänzerin in einem Club ihr Geld verdient und von allen nur „Die Puppe“ genannt wird, stürzt sich in die Feierlichkeiten des Mardi Gras, des Faschingsdienstags. Hier lernt sie den gutaussehenden, arabisch-stämmigen Tariq kennen und verbringt die Nacht mit ihm in seiner Wohnung. Am anderen Morgen ist Tariq verschwunden und in den Fernsehnachrichten werden neue Erkenntnisse über die Bomben im Olympiastadion gesendet. Auf den veröffentlichen Bildern einer Überwachungskamera von dem mutmaßlichen Attentäter mit weiblicher Begleitung erkennt die schockierte Gina sich und Tariq. Aufgebracht und verunsichert vertraut sie sich ihrer besten Freundin Wilder an und die rät ihr, die Sache bei der Polizei aufzuklären, die die unbekannte Frau bisher nur als Zeugin sucht. Inzwischen hat sie jedoch der abgehalfterte Journalist Richard Cody, der im Club unlängst von Gina abgewiesen wurde, auf dem Foto erkannt und wittert die Story seines Lebens.



Die Treibjagd beginnt

Der schmierige, ehemalige Starmoderator zerrt immer neue Details aus Ginas Leben an die Öffentlichkeit, während er Ungereimtheiten einfach unter den Tisch fallen lässt. Die Puppe, inzwischen identifiziert und im Visier der Ermittler und der Geheimdienste begegnet sich selbst ständig auf allen Fernsehkanälen und Anzeigentafeln in der Stadt. Sie gerät, nachdem sie Tariq nicht erreichen kann, langsam in Panik. Dabei verpasst sie den Moment, sich zu stellen und begibt sich kopflos auf die Flucht. Presse und Fernsehen stehen unter Druck, immer spektakulärere Nachrichten für die sensationslüsterne, panische Öffentlichkeit zu liefern. In dieser nicht mehr aufzuhaltenden Dynamik wird die Puppe in die Enge getrieben und man ahnt, dass das nicht gut ausgehen kann und auf eine Katastrophe zuläuft.



Die australische Katharina Blum

Als ich den Klappentext las, musste ich sofort an „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll denken. Seine große Erzählung von 1974, in der die Hauptfigur, eine junge hübsche Frau, auch „ein einfaches Mädchen“ durch Zufall und völlig unschuldig in die Mühlen der Sensationsmache einer Boulevardzeitung gerät, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Auch bei Richard Flanagan geht es um unlautere Formen journalistischer Berichterstattung und ihre Folgen. Sein Roman „Die unbekannte Terroristin“ ist im Original schon vor 10 Jahren in Australien erschienen, als man den Begriff „Fake News“ noch nicht kannte. Auch bei Böll kommen keine Terroristen vor, sondern nur des Terrorismus verdächtige.


„Vielleicht ist das Ganze ja“ sagte er, „nur so eine blöde Verwechslung.“ Richard Cody dachte nach und zerriss dabei einen Briefumschlag zu kleinen Fetzen. „Ich meine, sie geht mit einem Typen mit“, fuhr Todd Birchall fort, „und soll dann an allem schuld sein, vom Einsturz des World Trade Center bis zu Kylie Minogues Krebs. Das ist doch komisch, ich meine, warum sollte eine wie sie zur Massenmörderin werden?“ Auzug Seite 190



Über die Protagonistin Gina

Gina wird fast in der ganzen Romanhandlung nur Die Puppe genannt. Das fand ich gewöhnungsbedürftig und verstärkt zumindest anfänglich die Distanz, die man zu der 26-jährigen Frau empfindet. Auch wirkt sie erst mal etwas oberflächlich und nur auf ihre Außenwirkung fixiert. Mit ihrer Vorliebe für teure Designerklamotten und Luxushandtaschen will sie sich von den anderen Mädchen abgrenzen. Ihre Kolleginnen wissen nicht viel von ihrem Privatleben. Gina ist ein sehr realistischer Mensch, der ohne große Illusionen lebt. Die bis dato unbescholtene Stripperin stammt aus einfachen, lieblosen Verhältnissen und träumt von einem besseren Leben. Deshalb spart sie ganz pragmatisch auf eine Eigentumswohnung und die 50.000 Dollar dafür hat sie schon fast zusammen. Jeder Tag nach der Arbeit beginnt mit einem Ritual. Sie bedeckt ihren nackten Körper mit den gesparten Dollarscheinen, die sie in ihrer kleinen Wohnung versteckt hält.



„Die Vorstellung, eine Australierin – eine von uns – könnte zu so etwas fähig sein, ist zu schockierend, Richard.“ „In der Tat, Larry. Und wenn die Zuschauer heute Abend unsere Sondersendung Die unbekannte Terroristin einschalten, werden sie erst recht schockiert sein. So, wie ich es war. Es ist traurig, es ist verstörend, und es läuft auf Six, heute Abend um halb sieben.“ Auszug Seite 282



Der einzige, der ihr helfen will, ist der Ex-Geliebte ihrer besten Freundin Wilder. Der Drogenfahnder Nick zweifelt an der Schuld der Puppe, doch seine Bemühungen um Schadensbegrenzungen verlaufen ins Leere, da er über nicht genug Einfluss verfügt und die Wahrheit nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Die Polizei muss Erfolge vorweisen und die Politiker stehen unter einem enormen Druck, da ist Gina einfach das Bauernopfer, die Personifizierung der Angst für die Öffentlichkeit.



Fazit

Wie es Richard Flanagan gelingt, auf hohem sprachlichem Niveau zu beschreiben, wie die aufgeputschte, verunsicherte Bevölkerung Sidneys in eine kollektive, von skrupellosen Journalisten geschürten Hysterie gerät, hat mich beeindruckt. Der Autor bedient sich eines Zynismus, schreibt dann wieder fast philosophisch über die Liebe und dann wieder recht derb. Wenn Ginas Situation immer auswegloser wird und sich die Schlinge immer mehr zuzieht, ist das sehr fesselnd und intensiv geschildert. Dabei bewegt sich Flanagan mit schlafwandlerischer Sicherheit in den unterschiedlichen Milieus. So entsteht zum Beispiel ein stimmiges Bild von der Großstadt Sidney.



Richard Flanagan ist ein australischer Schriftsteller, der 1961 in Tasmanien geboren wurde und hier mit seiner Frau und den drei Kindern lebt. Er studierte Geschichte an der University von Oxford. Für seinen Roman „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ erhielt er 2014 den Man-Booker-Preis.

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