Richard Flanagan Die unbekannte Terroristin

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Inhaltsangabe zu „Die unbekannte Terroristin“ von Richard Flanagan

In einem Fußballstadion werden drei Bomben entdeckt, und Gina Davis verbringt eine Nacht mit einem Fremden. Als sie aufwacht, ist der Mann verschwunden und sie eine mutmaßliche Terroristin. Noch bevor sie alles aufklären kann, entgleitet ihr die Kontrolle über ihr Leben. Wer soll ihr noch glauben? Sogar sie selbst kann sich der endlosen Schleife der Fernsehbilder kaum entziehen. Gina wird klar, dass die politische und mediale Maschinerie nicht mehr zu stoppen ist: Sie ist nun der Feind. Sie ist die Angst vor der Bedrohung durch das Unbekannte, das unsere Welt in Angst und Schrecken versetzt.

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  • Die unbekannte Terroristin

    Die unbekannte Terroristin

    Kleine8310

    27. February 2017 um 23:25

    Buchidee:  Die Thematik des Buches hat mich auf die Geschichte neugierig gemacht. Das Thema Terror ist ja leider in den letzten Jahren immer präsenter geworden und ich war sehr gespannt, wie der Autor das umsetzen würde.   Handlung:  In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Gina Davis. Gina verbringt eine Nacht mit einem Fremden und als sie aufwacht, ist der Mann verschwunden und Gina ist eine mutmaßliche Terroristin. Letzteres kam durch den Fund von drei Bomben in einem Fussballstadion. Gina möchte sich stellen und alles aufklären, doch soweit soll es nicht mehr kommen, denn Gina's gesamtes Leben gerät aus den Fugen. Besonders die Bilder, auf denen sie mit Tariq zu sehen ist, sprechen eine extreme und eindeutige Sprache. Wie soll Gina sich gegen diese politische und mediale Maschinerie noch wehren? Und würde ihr überhaupt noch jemand glauben?    Schreibstil:  Der Schreibstil von Richard Flanagan ist einfach gehalten und auf den Punkt. Die Sätze sind klar und eher knapper gehalten. Die Geschichte lässt sich flüssig und problemlos lesen! Charaktere:  Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Die Charaktere hatten ihre Eigenarten und das fand ich wichtig. Leider habe ich zur Protagonistin nicht den Zugang gefunden, den ich mir gewünscht hätte!   Emotionen:  Die Emotionen kamen, für mich, besonders durch die Thematik. Der Autor schneidet Themen an, die einem immer wieder begegnen und regt dadurch auch zum Nachdenken an. Mit bestimmt Dingen ging er mir auch unter die Haut. Ich fand die Mischung sehr gelungen!   Spannung:    Den Spannungsbogen hat Richard Flanagan die meiste Zeit über ziemlich gut gehalten. Ich habe die Entwicklungen gespannt verfolgt, auch wenn einiges ziemlich leicht vorherzusehen war.    "Die unbekannte Terroristin" ist ein Buch mit aktuellem Inhalt. Ich mochte den Aufbau der Geschichte und bin in einigen Momenten stark ins Nachdenken gekommen!

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  • Ein Roman, der bei seinem Erscheinen seiner Zeit 10 Jahre voraus war

    Die unbekannte Terroristin

    WinfriedStanzick

    06. February 2017 um 12:42

    Nach dem mit dem Man Booker Pricer ausgezeichneten Roman „Der schmale Pfad durchs Hinterland“, der auch in Deutschland großen Erfolg hatte und von der Kritik begeistert aufgenommen wurde, legt der Piper Verlag nun einen Roman des Australiers Richard Flanagan vor, der dort schon im Jahr 2006 erschienen ist. „Die unbekannte Terroristin“ ist ein Roman, der schon vor über 10 Jahren zum Thema gemacht hat, wie leicht und schnell die Angst vor dem Terrorismus und die vermeintlichen Schutzmaßnahmen davor umschlagen können in eine die Demokratie in ihren Grundfesten erschütternde Hysterie. Sein mutmaßlicher Terrorist, sagt Flanagan, „musste jemand sein, der keine besondere Geschichte oder starke Überzeugungen hat. Ich wollte, dass die Menschen, die das Buch lesen, denken: Ich könnte der nächste sein. Und was würde ich tun, wenn das passiert?“ Dieser Vorsatz ist ihm gelungen. Wenn man die Geschichte der einfachen Nachtclub-Tänzerin  Gina Davies liest, die durch einen Zufall und eine sich anschließende Kette von Missverständnissen in den Verdacht gerät, eine Terroristin zu sein, dann hält man das für ein aktuelles Geschehen. Tatsächlich aber war die Stimmung in der australischen Gesellschaft schon vor über 10 Jahren derart aufgeheizt, dass sie den engagierten Schriftsteller Richard Flanagan zu diesem kritischen Roman inspirierte. Durch Zufall lernt Gina den attraktiven Tariq kennen und verbringt eine Nacht mit ihm.  Tariq wird als islamistischer Terrorist verdächtigt, tatsächlich ist er aber ein Drogendealer. Ein Foto zeigt die beiden gemeinsam, wie sie eine Wohnung gehen. Von diesem Moment an befindet sich Gina im Fadenkreuz eines skrupellosen Journalisten namens Richard Cody, der Polizei, die nach einem Bombenfund in einem Stadion Erfolge vorweisen muss, und von Politikern, die unter einem extremen innenpolitischen Druck stehen und leichtfertig und verantwortungslos alle demokratischen Regeln außer Kraft setzen. Man fühlt sich wirklich in die diversen Ausnahmezustände in Frankreich und anderswo im letzten Jahr versetzt durch diesen fast prophetischen Roman. Fassungslos liest man, wie eine einfache Frau binnen Tagen zu einem Feind wird, zu einem Spielball von Mächten, von denen sie bisher nichts wusste.  In ihr personifiziert eine Öffentlichkeit ihre Angst. Mit ihr treiben skrupellose Männer ihr eigenes Machtspiel, aufgebaut auf Lügen und Intrigen. Und man fragt sich, ob Gina, genannt die Puppe, auch nur den Hauch einer Chance hat, sich aus dieser Geschichte zu befreien. Diese Frage bleibt in einem gesellschaftskritischen und überaus spannenden Roman bis kurz vor dem Ende offen. Ein sehr gutes Buch, das zeigt, wie Terroristen, Medien und Politiker mit der Angst der Menschen spielen. Ein Roman, der zeigt, wie Gerüchte und falsche Informationen zu Fakten werden, mit denen Politik gemacht wird. Ein Roman, der bei seinem Erscheinen seiner Zeit 10 Jahre voraus war und dennoch in Zeiten von Trump, fakenews und sogenannten alternativen Fakten unsere Zeit beschreibt.

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  • Die unbekannte Terroristin

    Die unbekannte Terroristin

    Alexandra_Luchs

    17. January 2017 um 11:46

    Im Moment genießt kaum etwas so große mediale Aufmerksamkeit, wie die Verfolgung von Terroristen nach Anschlägen. Neben der Wut, die aus Trauer und Verzweiflung entsteht, macht sich da auch eine gewisse Sensationsgier bemerkbar. Aber was passiert, wenn ein Mensch irrtümlich in diese Maschinerie gerät? In “Die unbekannte Terorristin” wird die junge und recht naive Stripperin Gina Davies völlig unversehens in diese Situation hineingezogen. Nach einem One Night Stand mit einem attraktiven Fremden erkennt sie sich auf Bildern einer Überwachungskamera wieder, mit denen nach vermeintlichen Terroristen gefahndet wird. Der attraktive Fremde war ein gesuchter Terrorist und sie ist plötzlich die unbekannte Terroristin.  Schnell wird auch ihre Identität aufgeklärt und eine regelrechte Hetzjagd entbrennt. Die Thematik des Buches ist so aktuell wie beklemmend und hat mich gerade nach den neuesten Geschehnissen interessiert. Welche Rolle spielen Medien und öffentliche Meinung in einer solchen Situation? Schön gezeigt wird der Kontrast zwischen der Berichterstattung über Gina und ihren eigentlichen Hintergründen. Ihr Leben war nicht mehr das, was sie daraus machte, sondern das, was die anderen darüber sagten. Leider kann das, wenn man möchte in eine ganz bestimmte Richtung gelesen werden, die mir nicht behagt. Die eigentliche Botschaft kommt nämlich viel mehr in den inneren Monologen der Protagonistin zum Ausdruck: wir machen es uns zu leicht, wir urteilen zu schnell. Diese Tatsache verkörpert die Protagonistin perfekt, war sie einmal Teil der “urteilenden Masse” und nun Opfer eben dieser Anschuldigungen. Gegen sie, die immer der Meinung gewesen war, dass jeder, der als böse dargestellt wurde, auch tatsächlich böse war! Gegen sie, die nie in Zweifel gezogen hatte, dass die selbst ernannten Richter das Recht zu urteilen hatten. Diese Aussage wird immer wieder deutlich, wenn im Verlauf der Handlung immer neue Fakten über Gina gefunden werden und ihre gesamte Vergangenheit umgedeutet wird. Das hat nicht (nur) etwas mit bewusster Falschmeldung zu tun, sondern auch mit der gefärbten Wahrnehmung von Fakten im Hinblick auf eine bestimmte Erwartung. Die Spannung der Geschichte zieht sich vor allem aus der überstürzten Flucht unserer Protagonistin und der Jagd durch die Medien. Leider wirkt vieles für meinen Geschmack etwas zu konstruiert, um eine allgemeingültige Botschaft zu überbringen. Einige Aspekte der Handlung scheinen einfach nicht ganz rund zu harmonieren. So ist zum Beispiel Gina und ihre Lebenssituation, aber auch ihre Handlungen sehr speziell. Ihre teils unlogischen Reaktionen auf das Geschehen könnten entweder ziemlich authentisch wirken oder auch die daraus folgende Handlung fragwürdig erscheinen lassen. Die Erzählweise von Richard Flanagan hat mich hingegen wirklich überzeugt. Zwar wird Gina im Buch recht penetrant immer wieder als “die Puppe” benannt, der raue Erzählton passt jedoch wunderbar zu dieser Geschichte. Die inneren Monologe der Protagonistin, ihre doch recht gefühlvollen Überlegungen bilden dazu dann einen schönen Kontrast. Für mich war “Die unbekannte Terroristin” nicht ganz wie erwartet, aber doch eine spannende Lektüre. Ein Buch über Selbst- und Fremdwahrnehmung und das einfache Vorverurteilen anhand “offensichtlicher” Fakten.

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  • So aktuell und nah am Zeitgeschehen wie wohl noch nie zuvor

    Die unbekannte Terroristin

    MissGoldblatt

    10. November 2016 um 19:04

    Dir kann nichts passieren. Du bist sicher. Du lebst in einem demokratischen Staat, der die Freiheit und Grenzenlosigkeit zelebriert. Und dann machst du einen Fehler. Du bist zur falschen Zeit, am falschen Ort. Und alles was danach kommt, ist nur noch Lüge. Dir selbst gegenüber. Anderen gegenüber. Von anderen dir gegenüber. Dir kann alles passieren. Du bist nicht mehr sicher.MeinungEs bedarf mehr als ein bisschen Blabla, um das Buch Die unbekannte Terroristin von Richard Flanagan zu begreifen. Es so wiedergeben zu können, damit auch andere Menschen dieses Buch in Betracht ziehen. Und das ist nicht so einfach.Dieses Buch ist zehn Jahre alt. Seine Erstveröffentlichung fand 2006 unter dem Namen „The Unknown Terrorist“ statt. Ist es nicht bemerkenswert erschreckend und faszinierend zugleich, dass die Thematik, die Handlung dieser Geschichte noch immer so präsent ist? So präsent, dass der Piper Verlag der Meinung ist, dass dieses Buch auch noch heute den Nerv einer Leserschaft trifft?Ich war mir vor dem Lesen des Buches ein wenig bewusst, was mich erwartet. Dem Klappentext sei Dank. Doch er verrät nur das Nötigste. Was sich dem Leser innerhalb der 336 Seiten eröffnet ist eine Gesellschaft, die sich kaum von den alten Römern und ihren brutalen, mitunter tödlichen Gladiatorenkämpfen in der Arena unterscheidet. Nur das eine junge Frau nicht körperlich ausblutet, sondern seelisch. Ihr Leben entgleitet ihr und sie hat nicht den Hauch einer Chance, die Kontrolle darüber wiederzuerlangen. Nicht den Hauch einer Chance sich zu verteidigen. Und das alles durch das Medium, welchem wir uns alle nicht entziehen können. Dem Fernsehen, dem Internet. Der Berichterstattung von Menschen, die genauso fehlbar sind wie du und ich. Aber ebenso grausam sein können, wie Attentäter selbst. Durch und durch korrumpierbar. Fast schon inquisitorisch wird hier eine moderne Hexenjagd betrieben, auf den kleinen Menschen, weil es sonst keinen Dummen gibt, dem man die Schuld, ein Gesicht des Schreckens, zuschieben kann.Es wird deutlich wie schnell sich die Medienlandschaft verselbstständigt; sie aus den kleinsten Brotkrumen eine Story inkl. großem Verschwörungsnetz dahinter konstruiert. Alles was on air oder online geht, kann niemals wirklich zurückgenommen werden. Und das verdeutlicht nur, was für eine Macht die Medien über unser Leben haben. Wie sehr sich der einzelne von der Berichterstattung beeinflussen und abhängig macht. Und dass sich die Personen hinter der Maske des Journalismus verstecken können und sich bewusst sind, was sie mit ihrer Berichterstattung erreichen können. Positiv wie negativ.Richard Flanagan hat etwas Besonderes mit dieser Geschichte geschaffen. Nicht nur, dass es wie bereits erwähnt, hervorragend und den aktuellen Zeitgeist, die Angst der Gesellschaft, in Worte einfasst. Nein. Die Art, wie er das tut, ist bemerkenswert. Denn in so vielen Abschnitten habe ich tatsächlich so etwas ähnliches wie Poesie gefunden. Eine Kunst und Fingerfertigkeit mit Worten und deren Wirkung zu spielen. Den Leser nach Belieben in die Geschichte zu saugen und wieder mit voller Wucht herauszustoßen. Eine Kritik an die Gesellschaft so hart und doch seicht in dieses Buch einzuflechten. Denn obwohl ich all das in der Sprache des Buches gefunden habe, war da nie ein Gefühl der Schwere. Der wirklichen anspruchsvollen Literatur. Es lässt sich tatsächlich sehr leicht und schnell lesen. Was ein wundervoller Spagat ist, der so ein Buch auch für den Durchschnitts-Hobby-Leser zugänglich macht.Ich habe viele eindrucksvolle Schreibstile kennenlernen dürfen. Aber Flanagans hat einen besonderen Flair. Auch nicht immer einen einfachen. Denn eben dieses Herausstoßen hat mich oftmals mit der Figur um Gina Davies, auch genannt „Puppe“, die Protagonistin, fremdeln lassen. Und doch war da in jeder Sekunde, trotz ihrer merkwürdigen Eigenheiten und auch Fehlern, die sie begeht, eine Empathie. Es hat sich oftmals einfach so angefühlt, als wäre man der einzige Mensch auf Erden, der noch an ihre Unschuld glaubt.Denn schnell wird auch deutlich, dass sich sehr bald niemand mehr für die Wahrheit, für sie als Person interessiert. Es macht keinen Unterschied mehr, ob sie noch lebt oder nicht. Ihre Person wird in der Öffentlichkeit zerrissen. Bis aufs kleinste Detail analysiert und seziert. Anhand von kleinen Eigenheiten werden ihr stereotype, gar kranke Verhaltensweisen angedichtet, um die Sensationsgier der Meute zu befriedigen.Es ist ganz klar. Wenn man zwischen den Zeilen liest. Man das Buch mit einem arbeiten lässt. Die unbekannte Terroristin bietet viel. Viel Handlung, viele Geschehnisse, viel Literarisches Handwerk. Dennoch empfand ich das Buch nicht als spaßige Achterbahnfahrt, wie so manch andere einfache Romane. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Handlung so ein wenig plätschert. Ja, sogar recht unspektakulär ist. Aber es hat mich interessiert. Ja. Es hat mich sogar sehr gebannt, trotz anfänglicher Schwierigkeiten. Es hat viel mit meinen Gedanken während und nach dem Lesen gemacht. Und das fand ich am Ende wesentlich besser, als eine Action-Berg-und-Talfahrt zu erleben. Trotz oder sogar wegen der offensichtlichen Vorhersehbarkeit der Geschichte.FazitDie unbekannte Terroristin von Richard Flanagan ist ein beeindruckendes Werk an schriftstellerischer Kunst und zugleich ein scharfes Schwert, welches seinen Wunde in den Köpfen der Leser hinterlässt. In diesem Buch wirft der Autor einen Spiegel auf die Gesellschaft, so hart und unnachgiebig, dass man manchmal über sein eigenes Denken erschrocken ist. Es ist zweifelslos ein Buch, welches den Nerv der Zeit trifft. Und welches man vielleicht gerade deswegen auch gelesen haben sollte. So berechenbar das auch scheinen mag.

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  • Verdrehte Tatsachen

    Die unbekannte Terroristin

    buecherwurm1310

    14. October 2016 um 15:53

    Gina Davies hat es bisher nicht besonders leicht gehabt. Sie verdient ihren Unterhalt als Tänzerin in einem Nachtclub und kann sich die Männer gut vom Hals halten. Doch bei dem geheimnisvollen Tariq wird sie schwach. Nach der gemeinsamen Nacht ist er morgens verschwunden. Die Polizei fahndet nach ihm, denn er soll ein Terrorist sein. In einem Fußballstadion werden Bomben gefunden. Da Gina von der Überwachungskamera vor Tariqs Haus erfasst wurde, gerät auch sie unter Verdacht. Die Medien präsentieren ununterbrochen ihre Informationen. Ein Fernsehjournalist auf dem absteigenden Ast kennt Gina aus dem Club und hofft, noch einmal wieder richtig mit dabei zu sein. Ginas sieht sich durch diese Öffentlichkeit in die Enge getrieben und hat Angst, dass man ihr bei der Polizei nicht glauben wird. Sie taucht unter. Der Schreibstil ist schnörkellos und gut zu lesen. Die Geschichte ist spannend wie ein Thriller. Ginas Traum ist eine Eigentumswohnung und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie sich ihren Wunsch erfüllen kann. Das gibt ihr das Gefühl, dass das Leben für sie doch noch etwas Besseres bereithält. Aber ihr Traum wird schnell zerstört. Bevor sie überhaupt mit der Polizei reden kann, ist sie durch die Medienpräsenz schon als Komplizin verurteilt. Ginas Geschichte wird ziemlich distanziert erzählt. Dadurch konnte ich auch nicht wirklich mit ihr fühlen. Auf mich wirkt sie ein wenig kalt und abweisend. Aber vielleicht musste sie so werden, da das Leben ihr schon einiges abverlangt hat. Aber nun hat die Öffentlichkeit durch die Berichterstattung ihren Täter und da ist es ganz egal, ob alles wirklich so ist oder nicht. Aber auch Politik und Polizei sorgen mit für diese Jagd, Hauptsache sie stehen in der Öffentlichkeit gut da. Was interessiert da schon die Realität? Die Ängste in der Bevölkerung werden aufgegriffen und verstärkt. Wenn man sich ansieht, was in letzter Zeit alles geschehen ist, dann sieht man das dieses Buch ein brandaktuelles Thema aufgreift. Das Buch zeigt, wie die Medien eine Geschichte immer wieder und wieder bringen; Hauptsache präsent sein. Aber auch uns wird ein Spiegel vorgehalten. Wollen wir nicht alle immer neue Sensationen, die das Leben interessant machen. Abenteuer vom Fernsehsessel aus erleben quasi. Menschlichkeit bleibt da häufig auf der Strecke. Die Geschichte ist spannend und lässt einen nachdenklich zurück.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Richard Flanagan - Die unbekannte Terroristin

    Die unbekannte Terroristin

    miss_mesmerized

    08. October 2016 um 11:17

    Gina Davis, genannt Puppe, hat Träume, mit dem Geld, das sie sich als Tänzerin in einer Nachtbar verdient, will sie irgendwann ein neues Leben anfangen. Bald schon wird sie genug zusammen haben, um eine eigene Wohnung anzuzahlen. Als Puppe nach den Mardi Gras Feiern mit einem Mann eine Nacht verbringt, ahnt sie schon, dass dies vielleicht ihrem Leben eine neue Wendung gibt, immerhin haben sie Nummern ausgetauscht. Und tatsächlich wird ihr Leben nicht mehr so sein wie zuvor: der Unbekannte war ein vermeintlicher Terrorist und sie die letzte, die mit ihm gesehen wurde. Auf pixeligen Bildern einer Überwachungskamera ist zu sehen, was die Polizei und die Medien sehen wollen: ein Terroristenpaar, das Australien in Angst und Schrecken versetzen will. Die Terrorfahndung läuft und Puppe versucht davonzulaufen.Richard Flanagan bringt die vermutlich schlimmsten Ängste der „einfachen“ Bevölkerung auf den Punkt: einerseits der Terrorist, der wie ein guter Bürger unbekannt und unbehelligt neben einem wohnt und seine perfiden Pläne schmieden kann; andererseits das Opfer einer unheimlichen Verschwörung zu werden und keinen Ausweg mehr zu finden. Das Setting seines Romans bietet genau dies: auf der Polizei, Geheimdiensten und Politikern lastet ein enormer Druck, dem Volk Schuldige zu präsentieren, zu zeigen, dass man die Lage im Griff hat und schnellstmöglich Verbrecher ausschalten kann. Dass dieser Druck bisweilen zu voreiligen oder gar falschen Ergebnissen führt, ist offenkundig. Auf der anderen Seite steht die Protagonistin, die ihre Lage lange Zeit gar nicht erfassen kann und dann wie ein verschüchtertes Tier getrieben wird von den Medien und den Ordnungsorganen bis sie sich selbst zu einer reinen Verzweiflungstat genötigt sieht. Innerhalb weniger Tage wird aus einer Zeugin eine schwarze Witwe, die meistgesuchte Täterin Australiens, eine Frau, deren Leben in die Öffentlichkeit gezerrt wird. Wie sich aus einer einzigen Information ein ganzes, verzerrtes Bild entwickeln kann und wie sich diese Dynamik nicht mehr aufhalten lässt, zeigt Flanagan auf beeindruckende Art und Weise.Der Roman kann vor allem überzeugen durch die gelungene Kombination einer spannenden, fast krimihaften Story, die mit recht hohem Tempo voranschreitet und von einer glaubwürdigen, facettenreichen Protagonistin getragen wird. Zum anderen von Flanagans kritischen Darstellung des Lebens in einer verängstigten Gesellschaft. Die Menschen sind bereit zu glauben, was die Medien ihnen vorsetzen. Die Medien stehen unter dem permanenten Druck neue und vor allem sensationelle Nachrichten zu produzieren, um ihre Stelle am Markt zu behaupten. Die Politiker müssen liefern, Stärke zeigen und können lange Ermittlungen nicht dulden. Ein Teufelskreis indem alle sich gegenseitig antreiben und dabei völlig den Blick für die Realität verlieren, nicht mehr hinterfragen und bereit sind, die absurdesten Szenarien für möglich zu halten. Wer hier zwischen die Räder der Maschinerie gerät, kann nicht mehr heile rauskommen. „Die unbekannte Terroristin“ – ein literarischer Beitrag zu aktuellen Entwicklungen, der uns vor Augen führt, dass wir gelegentlich innehalten und fragen sollten, ob wirklich alles so ist, wie es scheint und wer gerade bestimmt, was wir sehen und glauben sollen.

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  • Ausnahmezustand

    Die unbekannte Terroristin

    serendipity3012

    18. September 2016 um 09:40

    Ausnahmezustand Gina Davies, Mitte 20, kommt aus armen Verhältnissen, hatte keine behütete Kindheit und ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Sie arbeitet als Tänzerin in einem Nachtclub, verdient dort gut und hat gelernt, die Blicke und Sprüche der Männer an sich abprallen zu lassen. Stets denkt sie nur an das Geld, mit dem sie eine Eigentumswohnung anzahlen möchte. 300 Dollar fehlen ihr noch, dann hat sie die 50.000 Dollar zusammen, die sie dafür benötigt. Doch es kommt anders: Sie lernt den gutaussehenden und geheimnisvollen Fremden Tariq kennen und verbringt die Nacht mit ihm. Als sie morgens in seiner Wohnung aufwacht, ist er verschwunden und bald wird klar: Nach ihm wird gefahndet, er soll ein Terrorist sein. Auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera vor seinem Haus ist auch sie zu sehen. Gina wird nun als Komplizin gesucht. Bevor sie sich dazu durchringen kann, zur Polizei zu gehen und alles zu erklären, scheint es zu spät. Ein Fernsehjournalist, der sie im Club hat tanzen sehen, kennt ihre Identität und hat vor, diese in einer groß angekündigten Fernsehsendung preiszugeben. Gina ist überzeugt, egal, was sie sagt, man wird ihr kein Wort glauben, man wird sie verantwortlich machen für Dinge, die sie nicht getan hat. Sie ist sicher, es gibt keinen Ausweg.Die Geschichte, die Richard Flanagan in „Die unbekannte Terroristin“ erzählt, liest sich fast wie das Drehbuch zu einem Actionfilm. Tatsächlich kann ich mir den Roman sehr gut verfilmt vorstellen. Die große Stadt Sydney und ihre Schnelllebigkeit, das pulsierende Nachtleben, die Bedrohung durch den Terrorismus, die Geschichte scheint sehr zeitgemäß. Vielleicht hätte mir der Film sogar besser gefallen als der Roman.Gina wird fast nie bei ihrem Namen genannt. Irgendwann hat jemand ihr den Spitznamen „Puppe“ verpasst, und genau so heißt Flanagans Hauptfigur 330 Seiten lang: „Die Puppe“. Geschmackssache, ganz sicher, aber ich konnte mich nicht daran gewöhnen. Die Assoziation verhilft der Figur zur Charakterisierung: Gina wirkt stets so, als wäre sie ein wenig gefühlskalt, als seien ihr andere egal, egoistisch, arrogant, so wird sie gezeichnet. Ohne emotionale Tiefe: wie eine Puppe, nur eine Hülle. Und obwohl der Leser im Laufe der Geschichte einige Aspekte mehr an die Hand bekommt und erkennt, was Gina durchgemacht hat, dass sie – so soll der Leser wohl glauben – einfach zu viel Schlimmes erlebt hat und deshalb auf tough macht, es innen drin aber anders aussieht, so bleibt der Eindruck bestehen. Keine Figur mit viel Identifikationspotential. Das muss auch nicht sein, aber da der Roman einige Schwächen aufweist, hätte eine sympathischere Hauptfigur vielleicht das Gesamtbild etwas verschieben können.Es sind nicht nur die Offenbarungen, die die Puppe und ihre Vergangenheit betreffen, die immer ein wenig unvermittelt kommen, auch darüber hinaus erfährt man als Leser einige Male plötzlich Neues, ohne dass etwas darauf hingewiesen hätte. Dann werden diese Neuigkeiten schnell wieder fallengelassen. Es gibt einige Nebenschauplätze, die mehr Raum verdient hätten, die auch das Potential dazu gehabt hätten, zum Beispiel die Geschichte um Wilder, Ginas beste Freundin, die einzige Vertrauensperson, die diese überhaupt in Sydney hat.Obwohl es im Mittelteil des Romans immer wieder Redundanzen gibt, Gina immer die gleichen Gedanken denkt, plant, fast in die Tat umsetzt, es sich anders überlegt, was beim Lesen irgendwann etwas ermüdet (auch wenn es wohl nicht unrealistisch ist), ist „Die unbekannte Terroristin“ ein spannender Roman. Flanagans Stil kommt ohne Schnörkel aus, die Sprache ist einfach, geradeaus, manchmal recht derb. Zu dieser thrillerartigen Geschichte sicher nicht unpassend. Flanagans Bild einer Welt nach dem 11. September ist durchaus stimmig. Darüber hinaus gelingt dem Autor eine treffende Kritik an den Massenmedien in der heutigen Zeit, an denen, die alles dafür tun, nur um eine gute Geschichte zu bekommen, genauso wie an den Menschen, die die Nachrichten nicht hinterfragen, selbst wenn sie ganz offenbar nur aus Spekulationen bestehen.Wie glaubwürdig das Erzählte ist, bleibt am Ende wohl Spekulation. Flanagans Roman konnte nur teilweise überzeugen. Für „Der schmale Pfad ins Hinterland“ erhielt er 2014 den Man Booker Prize. „Die unbekannte Terroristin“, gerade neu bei uns erschienen, stammt aus dem Jahr 2006.

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    • 2
  • Hexenjagd

    Die unbekannte Terroristin

    robbylesegern

    07. September 2016 um 12:22

    Richard Flanagan, der für sein Buch " Der schmale Pfad durchs Hinterland " mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet wurde, legt jetzt seinen neuen Roman " Die unbekannte Terroristin vor. Sprache und Inhalt des Buches haben mich begeistert.Hauptthema dieses Buches ist die Jagd auf eine bisher unbescholtene Bewohnerin Syndney`s, die ihr Geld zwar als Nachtclubtänzerin verdient, sich aber sonst noch nichts hat zu Schulden kommen lassen. Ihr Wunsch einmal auf die richtige Seite der Stadt zu ziehen und ihrer einfachen Herkunft zu entfliehen , versucht sie mit dem Geld, dass sie in dem Nachtclub verdient , zu verwirklichen. Jeden Tag deckt sie sich nach der Arbeit mit den 100 Dollarscheinen, die sie in ihrem Zimmer versteckt zu. Dies gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit es bald geschafft zu haben.Doch ihr Leben gerät von einer Minute zur anderen aus den Fugen, als sie die Nacht mit einem mutmaßlichen Terroristen verbringt und dabei von der Sicherheitskamera aufgenommen wird. Als " mutmaßliche Komplizin " des " mutmaßlichen Terroristen " wird sie gejagt.Medien, Politiker und Polizei inszenieren eine moderne Hexenjagd , um ihrer Profilierungssucht Genüge zu tun und ihre Arbeit zu rechtfertigen. Die Wahrheit spielt dabei nur eine nebensächliche Rolle. Ängste werden geschürt und bedient und die vom Autor als " Puppe " bezeichnete Hauptperson, gleicht wirklich einer Marionette, deren Fäden von anderen geführt werden.Doch dieses Buch ist nicht nur die Geschichte einer modernen Hexenjagd, die man beliebig in andere Ländern übertragen kann und die ein hochaktuelles Thema behandelt, sondern auch ein Buch das die Gesellschaft kritisiert. Da werden Personen beschrieben, die Menschenhandel betreiben, mit Drogen handeln und dies ohne große Konsequenz. Da sucht man sich lieber ein Bauernopfer und stellt sich bei einem aktuellem Thema als Wohltäter und Beschützer in den Fokus. Denn das ist das Thema der Stunde und berührt die Menschen im Moment wie kein anderes. Aber auch die fehlende Mitmenschlichkeit , die Suche nach Liebe in einer Welt in der nur Geld und das was man dafür kaufen kann, eine Rolle spielt, sind Themen die der Autor streift.Ich finde dem Autor ist es sehr gut gelungen beschriebenes Szenario darzustellen, aber er versteht es auch, die Hand in die Wunde zu legen und die Medien und Machtapparate da zu kritisieren , wo es am meisten weh tut, nämlich in ihrer Ignoranz dem Wichtigen und Machtlosigkeit der Realität gegenüber und der Fähigkeit vom Wesentlichen abzulenken.Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, denn es hat bei mir eine Gedankenspirale in Gang gesetzt, was für mich immer der Beweis dafür ist ,ein gutes Buch gelesen zu haben.

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