Richard Flanagan Mathinna

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Inhaltsangabe zu „Mathinna“ von Richard Flanagan

Mathinna von Richard Flanagan ist eine Wucht von Roman. Herzzerreißend das Ende, das ganze Buch eine schwere Wahrheit, aber ich las wie ein Rasender, fast süchtig nach Wahrheit und Traurigkeit. Sten Nadolny Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwei Schauplätze: London, die größte Stadt der Erde und Tasmanien, eine Insel am Rand der Welt. Das Aborigine-Mädchen Mathinna ist sieben Jahre alt, als sie unfreiwillig in das Haus des Gouverneurs von Tasmanien und berühmten Polarforschers Sir John Franklin und seiner Frau Lady Jane kommt. Bald jedoch ist Lady Jane Mathinnas überdrüssig, das Mädchen fügt sich nicht. Als Sir John von seinem Posten abberufen wird, kommt Mathinna in ein berüchtigtes Waisenhaus und wird sich selbst überlassen. Jahre später ist Lady Jane wieder in London, Sir John inzwischen auf der Suche nach der Nordwest-Passage im Eis verschollen. Lady Jane wendet sich um Hilfe an Charles Dickens, den berühmtesten Engländer seiner Zeit. Ungeheuerliche Gerüchte sind im Umlauf, die Sir John und seiner Mannschaft Kannibalismus im Überlebenskampf vorwerfen. Undenkbar für den menschlichen Gipfel der Zivilisation. Charles Dickens soll seinen Einfluss geltend machen und den Gerüchten entgegentreten. Und Mathinna? Sie ist nun 17 Jahre alt, nirgends zu Hause und versucht doch die Balance zu halten am äußersten Rand der Welt. Flanagan erzählt nicht nur von der Katastrophe der Kolonialisierung, sondern von verleugnetem Begehren, über seine zentrale Bedeutung und Macht im menschlichen Leben. Ein zeitloses Epos von ungeheurer poetischer Kraft und Sprachmächtigkeit, das seinesgleichen sucht.

Eine ziemlich harte und traurige Geschichte über die Folgen des Kolonialismus auf Tasmanien.

— BluevanMeer
BluevanMeer

Erwürgen möchte man dieses Buch, damit es endlich aufhört!

— YvonneLaros
YvonneLaros

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  • Erwürgen möchte man dieses Buch, damit es endlich aufhört!

    Mathinna
    YvonneLaros

    YvonneLaros

    07. December 2014 um 20:27

    Ich lege meine Hände um diesen historischen Roman ... Noch holt er Luft, um wieder zu beteuern: "Aber ich erzähle dir doch was über Charles Dickens, den rätselhaften Tod eines farbigen Mädchens und überhaupt: über die crazy Gesellschaft im 19. Jahrhundert!" Genug von dieser unsympathischen Stimme - sie muss sterben!!! Also suchen meine Daumen nach verwirrenden Zeitsprüngen, den noch verwirrenderen Perspektiv-Wechsel und drücke zu. Dem Knacks vertraue ich nicht - schon einmal hat dieses Buch ein Versprechen nicht einhalten können! "Verknüpft die Schicksale zweier verschiedener Menschen, die mehr miteinander gemeinsam haben, als sie denken ..." 'Nen Scheiß hat es getan! Das einzige was ich im Moment seines Todes einfangen und bewahren möchte, sind die interessanten Theater-Momente ... Vielleicht noch der ein oder andere Fakt über Charles Dickens selbst, den ich nach dieser Geschichte allerdings nicht mehr lesen können werde ... Meine Gravur in den Grabstein: 3,5 Sterne.

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  • Rezension zu "Mathinna" von Richard Flanagan

    Mathinna
    anushka

    anushka

    19. June 2010 um 11:23

    Die tragische Geschichte der tasmanischen Aborigines Sir John Franklin, ein berühmter Kapitän, der später auf der Suche nach der Ost-West-Passage im ewigen Eis verschwindet, tritt in Tasmanien den Posten als Gouverneur an. Sie besuchen dabei auch eine Missionsstation, deren Missionar die Aborigines in Australien "einsammelt", nach Tasmanien umsiedelt und versucht, sie zu Christen zu machen. Lady Jane Grey fällt ein Aborigine-Mädchen auf, das sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Sie möchte sie bei sich aufnehmen und deklariert dies als ethnologisches Experiment. Doch als Franklin nach England zurückbeordert wird, lassen sie das Mädchen Mathinna orientierungslos in einem Waisenhaus zurück. Der zweite Handlungsstrang setzt Jahre später ein, als Jane Franklin sich an Charles Dickens um Unterstützung wendet, den Namen ihres verschollenen Mannes reinzuwaschen. Dickens kämpft mit sich selbst und dem Erwartungsdruck als Erfolgsautor. Dieser Handlungsstrang handelt mehr von Dickens und seinen Eheproblemen sowie seinen Konflikten mit der Schriftstellerei. Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen und bin doch leider enttäuscht worden. Als ich im Nachhinein dann etwas recherchiert und mir die Website des Autors angesehen habe, bin ich trotzdem zu der Meinung gelangt, dass dieses Buch einen wichtigen Beitrag leistet. Leider schafft es der Autor nicht, dass das Buch aus sich allein heraus die Stellung einnehmen kann, sondern nur im Zusammenspiel mit Flanagans Biographie und der tasmanischen Geschichte. Denn Mathinna existierte wirklich und Flanagan lebt selbst in Tasmanien und hilft diesem Land, sowie Australien, mit seinem Buch die Geschichte der Kolonialisierung aufzuarbeiten. Die Aborigines werden zwangsumgesiedelt, missioniert und sterben an unbekannten Krankheiten, weil sie die Lebensweise der Briten annehmen und ihr "unzivilisiertes" Leben aufgeben sollen. Nach Auf- und Widerständen treibt die Orientierungslosigkeit viele später in den Alkoholismus. Mathinnas Geschichte erinnert an die sogenannte verlorene Generation der australischen Aborigines: Kinder wurden ihren Eltern weggenommen und "zivilisiert", was sie für den Rest ihres Lebens von ihren Verwandten und ihrer eigenen Kultur entfremdete. Leider wird die Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen nicht deutlich, außer dass Jane Franklin an Charles Dickens herantritt. Allerdings verdeutlichen die Szenen in England doch, wie die Einstellung gegenüber den Kolonien und deren Einwohnern aussieht und wie schnell das Drama im ewigen Eis romantisiert wird. Dabei war es interessant, einer bekannten Figur wiederzubegegnen: Sir John Franklin, den Entdecker, dessen Geschichte und die der Schiffe Terror und Erebus Gegenstand des Buches "Terror" von Dan Simmons sind. Fazit: Besonders berührt hat mich im Nachhinein, dass Mathinna wirklich existiert hat und dass Flanagan eine Geschichte aus dem wenigen, was bekannt ist, gestrickt hat. Mehr Hintergrund zu Mathinnas Leben finden sich auf der Website des Autors: http://www.richardflanaganwanting.com.au/notes.aspx#mathinna Flanagan lebt selbst in Tasmanien und arbeitet die Geschichte der Aborigines auf. Daraus ensteht der eigentliche Wert des Buches, der sich sonst weder auf Spannung noch Großartigkeit des Werkes begründen kann.

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  • Rezension zu "Mathinna" von Richard Flanagan

    Mathinna
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    08. October 2009 um 12:47

    In dem historischen Roman „Mathinna“ prallen zwei Schauplätze des 19. Jahrhunderts aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: London, die urbane Zivilisationsstätte, größte Stadt der Erde und Metropole eines Weltreiches. Politik, Macht, Forschungen und Eroberungen, aber auch Kultur und Theater sorgen für wachsenden Wohlstand. Hier lebt auch Charles Dickens, erfolgreichster und beliebtester Literat Englands. Und Tasmanien, eine Insel am Rande der Welt, mit Sträflingskolonie und zwangsmissionierten Aborigines: Elend und Not sind an der Tagesordnung. Hier lebt das siebenjährige Eingeborenenmädchen Mathinna, die von einer Welt in die andere verschleppt wird. Sir Franklin, der später als Polarforscher von sich reden macht, ist Gouverneuer von Tasmanien, das damals noch Van-Diemens-Land hieß. Der englische Imperialismus will das Christentum verbreiten und so adoptieren John Franklin und seine Frau, sie ist selbst kinderlos, die kleine Mathinna. Doch im Laufe der Zeit zeigt sich, dass Mathinna, die in Tasmanien kindlich von Vögeln und der Weite des Himmels träumte, in London aufbegehrt. Bald ist Lady Jane Franklin der kleinen Mathinna überdrüssig und befördert sie in ein Waisenhaus, wo sie sich selbst überlassen ist und im Laufe der Zeit jämmerlich zu Grunde geht. Jahre später nimmt Lady Jane Kontakt mit dem großen Schriftsteller Charles Dickens auf und bittet ihn um Hilfe, das Erbe ihres vermissten Mannes zu retten. Auf einer gescheiterten Polarexpedition soll Sir Franklin dem Kannibalismus anheim gefallen sein, um sein eigenes Leben zu retten. Charles Dickens schreibt ein Theaterstück darüber, spielt selbst die Rolle des Entdeckers und versucht so die Gerüchte zu bereinigen. Dabei werden auch Einzelheiten aus dem Leben des Schriftstellers Dickens beschrieben, er entwarf in nächtlichen Spaziergängen in den Gassen Londons viele seiner berühmten Romanfiguren. Geschickt blendet Flanagan zwischen Ort und Zeit, zwischen den Jahren 1839 bis 1854, zwischen London und Tasmanien hin und her. Der Autor beschreibt schonungslos die Tragödie der Kolonisation, die Brutalität der Christianisierung und die verlogene Welt der angeblichen Zivilisation. In einer geschliffenen und teilweise poetischen Sprache erzählt er vom Zerfall der kleinen Mathinna, dem korrupten Machthunger der Obrigkeiten und von der Ungerechtigkeit und Habgier der Menschen. Er zeigt auf, wie aus guten Absichten die größten Katastrophen werden und berichtet von den Abgründen der Zivilisation, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. „Mathinna“ ist ein wuchtiger Roman, der einen unglaublichen Sog entwickelt, dem man sich als Leser kaum entziehen kann. Besonders gelungen erscheinen mir die Schilderungen aus dem Leben Charles Dickens. Leider wirkt dieser Ideenroman an manchen Stellen zu überfrachtet, die Zusammenhänge etwas konstruiert und die Verkettungen von Personen, Orten und Begebenheiten lassen den Leser manchmal etwas „erschlagen“ zurück. Bei allen herzzerreißenden und tragischen Stellen die dieser Roman zweifelsohne besitzt, wäre an manchen Stellen vielleicht weniger mehr gewesen.

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