Richard Ford Frank

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Inhaltsangabe zu „Frank“ von Richard Ford

»Ford ist Erzählweltmeister.«Elke Heidenreich Frank Bascombe, eloquenter Chronist amerikanischer Zustände. Inzwischen ist er achtundsechzig Jahre alt und pensioniert. Mit seiner zweiten Ehefrau Sally lebt er in New Jersey: wohlständige Beschaulichkeit nach einem wechselvollen und auch tragischen Leben (Tod des Sohnes, Scheidung, berufliche Veränderungen und Prostatakrebs). Als im Dezember 2012 Wirbelsturm Sandy über die Ostküste fegt, zwingt der Anruf eines Freundes Frank, sich vor Ort mit der Naturkatastrophe auseinanderzusetzen. Frank wird vor der Kulisse zerstörter Häuser und ruinierter Existenzen von den großen Themen des Lebens erfasst – eindringlich und faszinierend unaufgeregt.

Kann man lesen, muss man aber nicht.

— SamiraBubble
SamiraBubble

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  • Frank

    Frank
    SamiraBubble

    SamiraBubble

    05. June 2017 um 13:47

    Frank, ein durchschnittlicher Amerikaner und pensionierter Immobilienmakler, kehrt mit dem Leser zurück in seine Heimat an die Küste New Jerseys, die gerade (erzählte Zeit im Jahre 2013) durch den Hurrikan Sandy völlig verwüstet wurde. Der Autor Richard Ford hatte in einem Interview erzählt, dass er in seinem Buch einen anderen Blick auf die Folgen der Naturkatastrophe werfen wollte und dabei Schicksale und Geschichten entwerfen wollte, die nicht durch die herkömmlichen Berichterstattungen eingefangen wurden. Ford liegt aber nicht daran, eine besondere Dramatik zu erzielen und auf die Tränendrüse zu drücken, die Grundstimmung ist vielmehr und überraschenderweise eher heiter und ausgelassen, zuweilen aber auch distanziert und ironisch durch den Ich-Erzähler vorgetragen, was trotz aller Leichtigkeit auch dazu geführt hat, dass ich mich kaum emotional angesprochen und abgeholt gefühlt habe. LIEBLINGSSATZ: Letzten Endes ist die Liebe nicht bloß ein Ding, sondern eine endlose Reihe einzelner Handlungen. EMPFEHLUNG: Nein.

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  • Mit Frank Bascombe durchs Leben

    Frank
    Duffy

    Duffy

    16. May 2017 um 17:42

    Der mittlerweile vierte Band mit dem Frank, den seine Leser schon längst in ihr Herz geschlossen und adoptiert haben, vielleicht als den genauen Chronisten seiner Zeit, als jungen Mann, als Vater und Midlife-Durchquerer, als scheinbar geläuteten Mann, obwohl es wohl es wohl selten einen so gradlinigen Charakter wie eben diesen Frank Bascombe gegeben hat. Nun also mit 68 jahren findet sich Frank als Pensionär und Entdecker des letzten Lebensviertels, und er hat sie noch, seine Stärken, nämlich sich mit dem Leben auseinanderzusetzen, eine politische Meinung zu haben, in einigen Beziehungen quer zu denken, aber immer bestrebt, nicht bewusst zu verletzen, keinen Mitmenschen in Verlegenheit zu bringen und abzuwägen, welche Dinge er tun kann, damit er sich und seine Auffassungen nicht aufgeben muss. Ob das nun seiner ersten Frau gegenüber oder einem alten Freund aus Jugendtagen so ist, oder ob er in seinem gegenwärtigen Leben einfach versucht, sich die Fragen zu stellen, die er sich auch ehrlich beantworten kann. Frank ist ein Mann der klaren Gedanken, nur das macht es ihm möglich, geradeaus zu leben, ohne Opportunist zu sein. Das Alter ist für ihn keine Belastung, er empfindet es als erleichternd, das alles weniger wird und schließt dabei nichts aus, was ihm als überflüssig erscheint. Auch unter Freunden beginnt er mit deren "Abschaffung", soweit sie ihm einfach nicht mehr nah genug sind.Richard Ford hat sich mit seiner Figur des Frank unsterblich gemacht. In diesem vierten Band zentriert er das Geschehen direkt nach dem Wirbelsturm Sandy und nimmt das zum Anlass, sich über Existenzielles und Substanzielles zu äußern. Das Gute an Frank ist seine Zufriedenheit. Er wird von einem Frieden beherrscht, der vielen von uns in diesen Zeiten abhanden gekommen ist. Aus dieser Zufriedenheit speist sich so etwas, das man gemeinhin Glück zu nennen pflegt. Wahrscheinlich ist Frank deshalb so beliebt, weil er die einfachsten und trotzdem so schwer umzusetzenden Wünsche der Leser wiederspiegelt.MIt seiner Figur altert  auch der Schriftseller und man bemerkt den milden (nein, keinen altersweisen) Schreibstil des Autors, der auch beim Schreiben dieser vier Episoden einen Ton anschlägt, der weich und versöhnlich anmutet. Dass Ford sein Hauptaugenmerk nicht auf den handwerklichen Aspekt legt (der ohnehin nur meisterlich zu nennen ist), sondern scheinbar mit Leichtigkeit eine Wärme und unaufdringliche Emotionalität erzeugen kann, zeigt einmal mehr, dass dieser Mann ein Schriftsteller von allerhöchster Güte ist.Vielleicht denkt man nun doch noch einmal über den Nobelpreis nach, denn wenn ihn dieser Autor noch zu Lebzeiten erhalten würde, dann wäre es auch ein Gewinn für das Image dieser ziemlich beliebig gewordenen Auszeichnung.Aber auch ohne diese Plakette am Revers hat sich Ford mit dem Gesamtwerk von Frank schon ein Denkmal gesetzt. Als Leser kann man nur hoffen, dass uns Frank noch etwas erhalten bleibt. Bücher wie diese helfen, das Leben, so verrückt es auch in diesen Zeiten sein mag, besser zu verstehen. Und auszuhalten.

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  • Frank von Richard Ford

    Frank
    marcelsarman

    marcelsarman

    03. March 2017 um 18:40

    Let Me Be Frank With You, so lautet der Titel der amerikanischen Originalausgabe dieses Buches. Und das stimmt tatsächlich, der Ich-Erzähler Frank Bascombe ist gnadenlos offen und ehrlich zu sich selbst und seiner Umgebung und beschreibt seine Erlebnisse in einer erfrischend klaren Sprache. Der Hurrikan Sandy hat gerade die Ostküste der USA heimgesucht und viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren. Bascombe, ein pensionierter Immobilienmakler, begegnet einem ehemaligen Kunden, dem er ein jetzt durch den Hurrikan vollständig zerstörtes Haus verkauft hat. Diese Begegnung mit dem kumpelhaften und etwas aufdringlichen ehemaligen Klienten ist eine wahre Pein für Bascombe. Doch mit einer gewissen Nonchalance und einigen aufmunternden Allgemeinplätzen übersteht Bascombe dieses für ihn so unangenehme Gespräch. Zu Hause angekommen erwartet ihn sogleich die nächste Überraschung. Eine ältere Afro-Amerikanerin, die früher in seinem Haus gewohnt hat, möchte ihr ehemaliges Wohnhaus besichtigen. Bascombe willigt ein, wird aber dann zum Ohrenzeugen einer grausamen Beichte. Er erfährt, dass in seinem Haus einstmals zwei Menschen ermordet wurden. Durch rhetorisches Geschick und seinen stoischen Gleichmut, meistert Bascombe auch diese brenzlige Situation. Doch es kommt noch dicker, seine kranke Ex-Frau, die wieder in seine Nähe gezogen ist, möchte sich mit ihm treffen.  Frank trifft sich mit ihr, und wird dadurch abermals mit den persönlichen Dramen seines Lebens konfrontiert. Er muss sich bittere Vorwürfe wegen seines vermeintlich schlechten Charakters anhören, kann sich aber auch aus dieser Situation befreien. Schließlich gibt es jedoch kein Entkommen mehr. Ein todkranker ehemaliger Freund meldet sich und auf dem Sterbebett macht er Bascombe ein Geständnis, was seine Sicht auf seine Familie für immer verändern wird. Bewertung: Richard Ford schreibt präzise, schnörkellos und humorvoll. Schwere Themen werden von ihm mit einer bewundernswerten Leichtigkeit beschrieben. Ihm gelingt das Kunststück, dem bei näherem Hinsehen nichts besonders netten, weil eher egoistischen und oberflächlichen Frank Bascombe sympathisch darzustellen. Sein wunderbar unaufgeregter und ironischer Schreibstil und die Verknüpfung von persönlichen Schicksalen mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen: 5 Sterne.       

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  • Wiederbegegnung mit Frank Bascombe

    Frank
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    19. January 2016 um 18:00

    Auf fast 1800 Seiten hat der treue Richard Ford Leser dessen "Helden" Frank Bascombe bisher begleitet. Ca. alle zehn Jahre folgte ein neuer Roman. Wie schön, dass es wider alle Erwartungen nun noch einmal ein Wiedersehen gibt. Frank geht nun stark auf die 70 zu, hat sich von seinem Job als Immobilienmakler zurückgezogen und versucht, seine Tage halbwegs sinnvoll zu verbringen. Einmal in der Woche gehört er einem Empfangskommitee für Kriegsrückkehrer an, verfasst dafür eine Art Willkommenszeitung und liest regelmäßig im Radio für Blinde Literatur vor. Die Ehe mit seiner zweiten Frau Sally läuft, wie so viele dieser altgedienten Ehen, so nebenher. Sally glänzt darum in den vier Erzählungen, aus denen "Frank" besteht, durch nahezu vollkommene Abwesenheit. Sie ist sehr engagiert in einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich um die Opfer des Wirbelsturms Sandy, der die Ostküste der USA verheerend getroffen hat, kümmert. Damit sind wir auch bei der Zeit, in der die vier Episoden spielen. Es ist der Dezember 2012, die Wochen vor Weihnachten. Damit bleibt Richard Ford einer Tradition treu, spielten doch die bisherigen Bascombe-Romane auch um die Feiertage Ostern, Unabhängigkeitstag und Thanksgiving. Frank Bascombe wird oft als der typische amerikanische Jedermann gesehen, den repräsentativen Mittelständler. Dabei ist er in seiner Beobachtung viel zu genau, ebenso in seiner Selbstanalyse, seiner Selbstironie und in der Beurteilung gesellschaftlicher Vorgänge. Schon lange hat er der Suche nach einem irgendwie übergeordneten Sinn eine Absage erteilt, ohne durch die Schärfe seiner Betrachtung zum Zyniker geworden zu sein. Pragmatismus ist vielleicht das passendste Wort für seine Lebenseinstellung. So sind es, bis auf den tragischen Tod seines Sohnes Ralph, auch eher die sanften Katastrophen, mit denen er sich, wie wir alle, herumschlagen muss. Es ist das Scheitern mancher Lebensträume, wie sein Scheitern als Autor und als Sportreporter, das Zerbrechen seiner ersten Ehe mit Ann, das problematische Verhältnis zu seinem Sohn Paul, eine überstandene Prostatakrebserkrankung. "Ich bin da", "Könnte alles schlimmer sein", "Das neue Normal" und "Die Tode Anderer" sind nun die vier Erzählungen in "Frank" betitelt. Diese Titel geben auf wunderbare Weise die Essenz des Buches wieder. "Ich bin da" riefen im 19. Jahrhundert zum Tode verurteilte Indianer kurz vor ihrer Hinrichtung, um sich ihres Hierseins zu versichern. Auch Frank ist im Gegensatz zu vielen seiner Wegbegleiter - siehe Titel der letzten Geschichte - und trotz Krebserkrankung noch da. Und er ist unverwandt auch für Andere da. In der ersten Geschichte für einen Bekannten, dem er vor Jahren sein altes Strandhaus verkauft hat und von dem nun nach den Verheerungen von Hurrrikan Sandy nichts mehr übrig geblieben ist. Er ist da für die farbige Frau, die eines Tages vor seiner Haustür steht und noch einmal ihr altes Elternhaus besuchen möchte, wo sich, man erfährt es allmählich, eine schreckliche Familientragödie abgespielt hat. Auch hier bietet ein Haus, wie es für Frank früher als Immobilienmakler die Existenz begründet hat, keine Sicherheit mehr. In der dritten Geschichte ist Frank für seine Ex-Frau Ann da, besucht sie in ihrer betreuten Wohneinrichtung, in die sie nach einer Parkinsondiagnose gezogen ist. "Das neue Normal", dieser Zustand zunehmender Einschränkung, die das Alter bedeutet, die Frank aber als bewussten "Rückbau", Verzicht auf Überflüssiges nicht nur als negativ empfindet. Schließlich: "Könnte Alles schlimmer sein." So ist dieses Buch trotz aller Melancholie, ja Traurigkeit, alles andere als trostlos. Dafür sorgt Fords wunderbare Sprache, die nur auf den ersten Blick einfach und alltäglich, in Wahrheit aber präzise gearbeitet und genau ist, ebenso wie die immer leicht selbstironische, ja amüsante Sicht Franks. Und natürlich sein Pragmatismus. Als er am Ende der letzten Geschichte, in der er trotz großen Widerwillens an das Sterbebett eines an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten alten Freundes eilt, nur um von diesem zu erfahren, dass seine Ex-Frau Ann während ihrer Ehe eine Affäre mit ihm hatte, trifft er auf einen flüchtig Bekannten. Man wechselt ein paar Worte. Auch dieser sagt "So viel kann ich nicht tun. Aber ich bin da." Und Frank denkt: "Die Zeit heilt vieles, aber sie ist auch kurz und wertvoll". Und das Buch endet: "Das ist alles, was wir einander am Weihnachtsabend sagen können: ein paar gute Worte. Dann geht er. Und ich gehe. Der Tag, der uns kurz zusammengebracht hat, ist gerettet." Das ist fast philosophisch. Und dass man bei Richard Ford nebenbei auch noch viel über die "Lage des Landes" - so ein anderes der Bascombe-Bücher - erfährt, macht ihn zum großartigen, vielleicht dem großartigsten US-amerikanischen Schriftsteller unserer Zeit.

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  • Frank

    Frank
    Boris

    Boris

    Frank ist wieder da. Seit fast 30 Jahren taucht er immer wieder auf und erzählt mir aus seinem Leben. Früher war er Sportreporter, obwohl er mal Schriftsteller werden wollte, dann würde er Makler, er heiratete, ließ sich scheiden. Kinder wurden erwachsen...ein Sohn starb. Er heiratete wieder, jetzt ist er in Rente und lebt mit seiner Frau wieder in Haddam, in der Provinz. Und wo lernt man Amerika am besten kennen...natürlich aus der Perspektive von unten...oder von der Seite. Diesmal vier Begegnungen. Mit dem Nachbesitzer seines Hauses am Meer das vom Hurrikan Sandy "versetzt" wurde. Mit einer Schwarzen, die in den 60igern in seinem jetzigen Haus in Haddam wohnte. Mit seiner Ex im Luxus-Pflegeheim in Haddam...die komischste Geschichte... Mit einem im Sterben liegendem Bekannten. Eigentlich ist es völlig egal was Frank erzählt, er könnte mir wahrscheinlich auch aus dem Telefonbuch von Haddam vorlesen... er liest im örtlichen Radiosender wöchentlich eine halbe Stunde aus einem Buch von V.S.Naipaul....immer erfahre ich viel über "Die Lage des Landes". Bitte Frank: erzähle mir weiter aus deinem Leben! Du bist mein Freund geworden. Entschuldigung...jetzt bin ich dir wahrscheinlich zu Nahe getreten....

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  • Abgeklärter Blick aufs Leben

    Frank
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    08. October 2015 um 14:49

    Abgeklärter Blick aufs Leben 68 ist Frank inzwischen. Und alles geht, naturgemäß, ein wenig langsamer. Am neuen Wohnort. Ruhig und still, im Hinterland gelegen. Vom letzten Hurrikan blieb er eindeutig verschont, auch wenn sein noch scharfes Auge natürlich den Betrieb im Home Depot Markt wahrnimmt. „Alles ist unterwegs zu irgendeinem Domizil, dass nach dem Hurrikan noch steht – aber mit Schlagseite……. Das allgemeine Motto lautet: Wir kommen zurück“. Und ist das nicht ein Motto fast der Zeit selbst, in Amerika? Nicht nur, was Hurrikane und schiefe Häuser angeht (das alte Haus von Frank selbst liegt gar auf der Seite). Schon hier, zu Beginn, in diesen lakonischen, durchaus hier und da ins Zynische übergleitenden, staubtrockenen Kommentaren dieses Frank (der dennoch das Herz auf dem rechten Fleck hat, wie er noch mehrfach zeigen wird) wird deutlich, wie sehr Richard Ford konkrete Ereignisse, Dinge des Alltages, Verhaltensweisen der Menschen zielgenau und treffend beschreibt und dennoch vieles Grundsätzliche im Hintergrund mitschwingen lässt. Wenn er seine „Persönliche Liste von Wörtern“ anlegt, weil ihm der exzessive Gebrauch der Sprache mit ihren vielfachen „Assoziationen“ (was alles gemeint sein könnte, wenn einer „Kein Thema“ sagt und was eigentlich dem Wortsinne nach gemeint wäre und wie liederlich die Alltagssprache verkommt). Und dann noch dieses unangenehme Gespräch mit Arnie, dem Frank vor Jahren sein Haus am Meer verkauft hat (jenes, dass nun auf der Seite liegt). Und der, vordergründig, eine kleine Maklerberatung anfragt. Aber hintergründig vielleicht doch ein Publikum nur braucht? Nicht nur für das Haus, auch für diesen „modernen“ Lebensstil, sich mittels der Schönheitschirurgie zumindest äußerlich 30 Jahre jünger gemacht zu haben (was innerlich gar nicht und äußerlich eigentlich auch nicht funktioniert hat, wie Frank feststellt, aber, als höflicher Mensch, natürlich nicht aussprechen würde). Und wie Arni trifft Frank auf einige andere Personen und kommt in Gespräche und Situationen, in denen das grundlegende des modernen, menschlichen Seins weiterhin und anregend erzählt mitschwingt. Der Wert der Erinnerungen alleine schon, was so ein Leben letztlich ausmacht. Und auch hier bewährt sich Franks lakonische Sicht der Dinge, die trotzt ihrer knappen Sprache das grundsätzliche Nachdenken widerspiegeln. Ob er es schwer gefunden hatte, den Wohnort zu wechseln? „Nein. Es war das Einfachste der Welt. Die meisten, die ich von früher kannte, sind entweder weg oder tot. Ich hinterlasse kaum noch Spuren – was ich befriedigend finde. Unsere Möglichkeiten, Spuren zu hinterlassen, sind begrenzt“. Und doch geht es vielfach und vielen genau darum. Spuren zu ziehen, auf sich aufmerksam zu machen, zu bewahren, zu kontrollieren, selbst in der Immobilienkrise, die auch Franks Nachbarn betrifft, zu versuchen, kontrollierend und souverän zu wirken. Wobei doch alles nicht nur gerade durch Naturgewalt, sondern auch sprichwörtlich „am Boden liegt“. Vergeht, zerstört ist, die „Felle wegschwimmen“. Auch das mag ein Bild für den Eindruck sein, den Richard Ford von der Moderne mehr und mehr gewinnt. Dass die Fassaden auf Teufel komm raus bewahrt werden. Lieber wind schief als loslassen müssen. Was in diesem Roman weder in eine Persiflage abgleitet, noch rein zynisch dargestellt vorliegt. In munterem Plauderton lässt Ford durch seinen „Frank“ jederzeit Empathie mit schwingen, zeigt die rührenden, sympathischen, auch verdrehten Seiten der Begegnungen, der Menschen und deren Lebensstationen, von banal bis schwerstwiegend (wenn ein Mord das eigene Leben erschüttert hat). Ein sehr flüssig verfasstes, tiefgehendes Buch, lebendig in jeder Zeile und dem Leben. Mit der nötigen kritischen Distanz des Alters die Dinge betrachtend, nicht aber völlig abgeklärt dem Leben entgegen tretend, sondern auch mit den vielen warmen Gefühlen, Erinnerungen versehen und mit dem Bedauern, dass alles einfach endlich ist. Eine lebenskluge, teils wunderbar komische, immer aber berührende Lektüre.

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