Richard H. Thaler

 3.9 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Nudge, Advances In Behavioral Finance und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Richard H. Thaler

Nudge

Nudge

 (12)
Erschienen am 07.12.2010
Advances In Behavioral Finance

Advances In Behavioral Finance

 (0)
Erschienen am 15.08.2005
Quasi Rational Economics

Quasi Rational Economics

 (0)
Erschienen am 01.01.1994
The Winner's Curse

The Winner's Curse

 (0)
Erschienen am 10.01.1994

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Rezension zu "Nudge" von Richard H. Thaler

Rezension zu "Nudge" von Richard H. Thaler
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Klingt auf den ersten Blick sehr interessant. Besprechung und Bewertung folgen.

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vielleichtsagerins avatar

Rezension zu "Nudge" von Richard H. Thaler

Rezension zu "Nudge" von Richard H. Thaler
vielleichtsagerinvor 8 Jahren

Was tun, wenn Menschen gewissermaßen mit offenen Augen in ihr Unglück rennen? Sie zu richtigen Entscheidungen bewegen. So genannte Nudges, zu Deutsch:Stupser, sind die Basis libertären Paternalismus, einer von Thaler und Sunstein entwickelten und geförderten Denkrichtung, die zu besseren Entscheidungen im privaten, privatwirtschaftlichen und politischen Sektor beitragen soll.

Dem Kerngedanken des libertären Paternalismus geht man am besten auf den Grund, indem man die Bedeutung der Begriffskomponenten zunächst einzeln analysiert:

Das Adjektiv libertär bedeutet freiheitlich. In Thalers und Sunsteins Modell sollen Menschen nach wie vor die volle Entscheidungsfreiheit besitzen und ihren eigenen Weg gehen können.

Paternalismus bezeichnet die Bestrebung (des Staates), den Bürger zu bevormunden. Die Anschnallpflicht in Deutschland ist ein gutes Beispiel für paternalistische Handlung: Sie ist möglicherweise gegen den Willen, aber auf das Wohl des Einzelnen gerichtet. Die Autoren sprechen so genannten Entscheidunsgarchitekten das Recht zu, das Verhalten der Menschen zu beeinflussen, „um ihr Leben länger, gesünder und besser zu machen.“ Als Entscheidungsarchitekt gestaltet man das Umfeld, in dem Entscheidungen getroffen werden. Ein Arzt etwa, der seinem Patienten verschiedene Therapiemöglichkeiten vorstellt, ist ein Entscheidungsarchitekt. Ebenso die Person, die Stimmzettel gestaltet oder für die Anordnung des Essens in der Cafeteria verantwortlich ist.

Zusammen genommen bedeutet also libertärer Paternalismus, dass „private Institutionen, Behörden und Regierungen bewusst versuchen [dürfen], die Entscheidungen der Menschen so zu lenken, dass sie hinterher besser dastehen – gemessen an ihren eigenen Maßstäben.“ Sie tun das mit einem kleinen Stups in die richtige Richtung – einem Nudge. Darunter verstehen die Autoren alle Maßnahmen, mit denen Entscheidungsarchitekten das Verhalten der Menschen in vorhersagbarer Weise verändern können, ohne Optionen auszuschließen oder wirtschaftliche Anreize stark zu verändern.

Die von Thaler und Sunstein vertretenen Idee besitzen hohe praktische Relevanz für eine Vielzahl von Gruppen. Arbeitgeber als Entscheidungsarchitekten können mit sanften Stupsern die Gesundheitsversorgung und die Altersvorsorge der Arbeitnehmer optimieren. Aber auch im privaten Bereich lässt sich der Gedanke des libertären Paternalismus fruchtbar einbringen.

Fazit: Ein interessantes Buch, leichtfüssig geschrieben und übersichtlich aufbereitet. Für Fans von Verhaltensökonomie und alternativer Philosophien bestens geeignet.

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