Richard L. Brandt Googles kleines Weissbuch

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Inhaltsangabe zu „Googles kleines Weissbuch“ von Richard L. Brandt

Larry Page und Sergey Brin haben eine der größten Innovationen der letzten 50 Jahre ins Rollen gebracht: Google - ein Unternehmen, dessen Namen inzwischen ein Synonym für Suchmaschinen ist. Wie haben es die beiden ehemaligen Studienkollegen geschafft, ihre Idee zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit zu machen? Richard Brandt hat durch Interviews mit Angestellten, Wegbegleitern und ehemaligen Professoren ein detailliertes Bild der beiden Visionäre gezeichnet, das auch die Seele des Unternehmens Google auf spannende Weise einfängt.

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    Googles kleines Weissbuch

    R_Manthey

    26. June 2015 um 14:55

    In letzter Zeit haben viele Leute Googles Mantra "Don't be evil" angezweifelt. Zu ihnen gehören nicht nur Menschen, denen Googles "Street View" auf die Nerven geht, sondern auch Steve Jobs von Apple, der Googles Wahlspruch für Schwachsinn hält. In Brandts Buch findet man genügend Gründe für berechtigte Zweifel an Google, auch wenn sich sein Werk in fast schon verklärender Weise mit "Larry's" und "Sergey's" Lebenswerk auseinandersetzt. Trotz seiner manchmal nervigen Lobeshymnen auf die beiden Google-Gründer ist dieses Buch bestens geeignet, um die Philosophie und die Gefahren von Google zu verstehen. Mit Larry Page und Sergey Brin trafen sich einst in Stanford zwei ungewöhnliche und sehr eigenwillige Typen, die sich offenbar wunderbar ergänzen. Beide haben das typische Weltverbesserer-Syndrom mit samt dem entsprechenden Sendungsbewusstsein, das sie ziemlich kompromisslos ausleben. Am Anfang stand die Idee, einen möglichst schnellen Zugriff auf Informationen im damals noch jungfräulichen Internet zu erreichen. Die von Page entwickelte Suchmaschine arbeitet nach demselben Prinzip wie man wissenschaftliche Arbeiten bewertet. Wer oft von anderen zitiert wird, muss gut sein. Entsprechend bewertet die Google-Suchmaschine vereinfacht gesagt die Zahl der Verlinkungen von Internetseiten und sortiert so die Suchergebnisse. Da niemand das Potential dieser Maschine begreifen wollte, bauten die beiden eine eigene Firma auf. Dabei verhielten sie sich sehr geschickt. Insbesondere ließen sie sich nicht von ihren Kapitalgebern diktieren, was sie zu tun und zu lassen haben. Googles "Don't be evil" bedeutete dabei vor allem, dass die Suchmaschine den Nutzer nicht auf Seiten der meistbietenden Interessenten lenkt. Vielmehr sind Anzeigen klar als solche erkennbar und in ihrer Aggressivität beschränkt. Dies ist Google hoch anzurechnen und stellt die Grundlage des Erfolges dieser Suchmaschine dar. Dahinter steht die gemeinsame Unternehmens-Philosophie von Brin und Page, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellt und das Ziel verfolgt, jedwede in diesem Universum verfügbare Information zu speichern und zu sortieren, um sie allen zugänglich zu machen. Alles, was machbar ist, wird auch gemacht. Wer diese Philosophie verfolgt, stößt jedoch bei aller Gutwilligkeit schnell an ethische Grenzen. Denn wenn man nur ein wenig über Googles Ziel nachdenkt, dann entsteht sofort die Frage, ob denn alles, was machbar auch sinnvoll und wünschenswert ist. Der Autor schildert die Geschichte von Google und charakterisiert die handelnden Personen. Dabei geht er recht ausführlich auf alle mit Google verbundenen Probleme ein. Seiner Einschätzung nach ist Google nicht böse, weil es bisher keinen einzigen Beweis dafür gegeben hat. Vielmehr erscheine den Google-Kritikern allein die Sammel- und Speicherwut des Unternehmens unheimlich. Das dürfte eine durchaus richtige Einschätzung sein. Allerdings gibt es in der Geschichte genügend Beispiele dafür, dass eine ursprünglich nützliche Sache teilweise oder gar vollständig in ihr Gegenteil verkehrt werden kann. Da Google inzwischen börsennotiert ist und einen schier unglaublichen Wert besitzt, darf man den daraus entstehenden Wachstumszwang nicht unterschätzen. Mit der Suchmaschine allein kann jedoch kaum noch Gewinnwachstum erzielt werden. Aus diesem Grund bemühen sich die Firmengründer schon lange um immer neuen Informations-Inhalt für ihre Seite. Doch dabei stoßen sie immer mehr an Grenzen und auf Gegner wie Telefongesellschaften oder Giganten wie Microsoft. Googles expansive und aggressive Vorgehensweise zu beobachten, ist sicher eine spannende Geschichte. Fazit. Obwohl sich dieses Buch recht unkritisch mit Googles Geschichte und Strategien beschäftigt, kann man aus ihm viel lernen. Es schildert sehr ausführlich die Unternehmens-Philosophie und fast alle damit zusammenhängenden Probleme. Meine Bewertung bezieht sich vor allem auf den Informationsgehalt des Buches.

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