„Licht aus!“, begann, wie für Laymon üblich, direkt spannungsgeladen im Geschehen und konnte mit sympathischen, mitunter flapsigen Charakteren punkten. Es gab mehrere Handlungsstränge, welche sukzessive zusammengeführt wurden, obgleich im Mittelpunkt klar die gehörlose Autorin Connie stand (Brit aus dem Klappentext hatte nämlich kein besonders langes Leben).
(SPOILER) Connies Freund Dal betrog sie heimlich mit der deutlich älteren Elizabeth, welche wiederum von ihm verlangte, Connie zu heiraten, damit die beiden an das Geld aus dem Erfolg von deren Romanen gelangen konnten. Ihren eigenen Mann hatte sie bereits ausgenommen sowie aufgrund seiner Gewalttätigkeit körperlich verstümmelt, sodass er nur noch im Rollstuhl sitzen und sie beim Sex mit ihren Affären beobachten konnte. Weil Connie aber Dals Lügen entlarvt und sich infolgedessen mit ihrer neuen Bekanntschaft Pete eingelassen hatte, musste Dal ein falsches Spiel in beide Richtungen spielen. (SPOILER ENDE) Man merkt also: Ein ziemlicher Wirrwarr.
Die Idee, beim Kinobesuch plötzlich mit einem echten Mord konfrontiert zu sein und in dem Opfer einen Bekannten wiederzuerkennen, war grandios, allerdings kam sie in diesem Chaos zu kurz – das Potenzial hätte man stärker ausschöpfen können, finde ich: Statt fleischlicher sowie brutaler Extase wären ausgefeiltere Ermittlungsszenen angemessen gewesen.
Auf Seite der Produzenten der Snuff-Filme darf man sich keine tiefergreifenden Beweggründe erhoffen, dafür fand ich die Art und Weise genial, wie Connie ihnen auf die Schliche kam: (SPOILER) Sie musste sich aufgrund ihrer Taubheit beim Schauen des Films auf das Lippenlesen beschränken, wodurch sie nicht die darübergelegte Synchronisation, sondern die echten, entlarvenden Dialoge zwischen Tätern und Opfern mitbekam. (SPOILER ENDE)
Anschließend geriet sie selbstverständlich in Gefahr. Mir war das Ende zu gehetzt, auch die Laymon-typische Selbstjustiz anstelle vom klassischen Polizeirufen der Kriminalromane gefiel mir hier weniger.
Fazit: „Licht aus!“ verfügte über einige fantastische Ideen, wies indes ebenso einige Mängel auf und war mir persönlich zu kurz – ich liebe die langen Laymons. Vier Sterne.
Noch eine Anmerkung: Auf Seite 152 ist mir, sofern ich richtigliege, ein kleiner Logikfehler aufgefallen, denn erst sagt Freya „Die gute alte Brit“ und wenige Zeilen später „Wie jene – wie immer ihr Name gewesen sein mochte – aus dem Inquisitor-Streifen“.























