Richard Montanari

 4,1 Sterne bei 941 Bewertungen
Autor von Crucifix, Mefisto und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Richard Montanari wurde 1952 in Cleveland, Ohio geboren. Bevor er das Schreiben für sich entdeckte, versuchte er sich mit Hilfe verschiedener Jobs seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In seiner ersten Zeit als freier Schriftsteller schrieb er hauptsächlich für diverse Zeitungen. Im Alter von 44 Jahren gelang es ihm schließlich, sein Debüt zu veröffentlichen, das unter dem Titel "Cruzifix" auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Dieses Buch war der erste Band aus der Reihe rund um die Ermittlungen der beiden Detectives Balzano und Byrne, von der mittlerweile der 6. Band in deutscher Sprache erschienen ist.

Alle Bücher von Richard Montanari

Cover des Buches Crucifix (ISBN: 9783751743549)

Crucifix

(214)
Erschienen am 30.05.2023
Cover des Buches Lunatic (ISBN: 9783751743624)

Lunatic

(161)
Erschienen am 30.05.2023
Cover des Buches Mefisto (ISBN: 9783751743556)

Mefisto

(166)
Erschienen am 30.05.2023
Cover des Buches Septagon (ISBN: 9783751743617)

Septagon

(109)
Erschienen am 30.05.2023
Cover des Buches Echo des Blutes (ISBN: 9783732548958)

Echo des Blutes

(41)
Erschienen am 31.05.2017
Cover des Buches Der Teufel in dir (ISBN: 9783404169313)

Der Teufel in dir

(39)
Erschienen am 17.01.2014
Cover des Buches Shutter Man (ISBN: 9783404175659)

Shutter Man

(44)
Erschienen am 28.06.2017
Cover des Buches Tanz der Toten (ISBN: 9783404173730)

Tanz der Toten

(32)
Erschienen am 14.07.2016

Neue Rezensionen zu Richard Montanari

Cover des Buches Violett ist die Nacht (ISBN: 9783453195455)
Buchsucht_des avatar

Rezension zu "Violett ist die Nacht" von Richard Montanari

Buchsucht_de
Eine alte Schuld, ein Skalpell und T.S. Eliot

Vor zwanzig Jahren feierten sieben Studenten eine wilde Halloween-Party. Julia stürzte unter ungeklärten Umständen aus dem Fenster, berauscht, betrogen, allein. Was als tragischer Unfall in den Akten der Polizei landete, war für einen Mann nie abgeschlossen. Heute, zwei Jahrzehnte später, kehrt er zurück. Mit einer Liste. Mit einem Skalpell. Mit einer Mission. Die sechs Teilnehmer der damaligen Party werden einer nach dem anderen ermordet, aufwendig inszeniert, mit Heroin im Blut, mit Narzissen in den leeren Augenhöhlen. Der Mörder selbst stellt die Verbindung zu einem Gedicht von T.S. Eliot her, indem er den Opfern vorab E-Mails schickt. Als Amelia Saintsbury, die Ehefrau eines der Zielpersonen, eine dieser Nachrichten entdeckt, beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, während der Mörder bereits sein nächstes Opfer im Visier hat.

Richard Montanari schreibt zugänglich und ohne literarischen Schnörkel. Sein Stil ist klar amerikanisch geprägt – kurze Sätze, schnelle Schnitte, direkte Sprache. Das funktioniert grundsätzlich, gerade in den Action-Passagen. Wer Patricia Cornwell oder Tess Gerritsen mag, wird sich hier wiederfinden. Die deutsche Übersetzung von Nina Bader ist solide, allerdings merkt man dem Buch sein Alter sprachlich an. Manche Formulierungen, manche Beschreibungen wirken nach 25 Jahren leicht angestaubt, besonders dort, wo Mode, Technologie (E-Mails als Plot-Trick!) oder Lifestyle ins Spiel kommen. Wer in den späten 90ern aufgewachsen ist, wird das nostalgisch finden. Jüngere Leser:innen könnten manche Stellen als „aus der Zeit gefallen“ empfinden.

Die Grundidee ist stark. Eine alte Schuld, ein verzweifelter Rächer, ein Wettlauf gegen die Zeit – das hat alle Zutaten für einen erstklassigen Psychothriller. Besonders die T.S.-Eliot-Anspielungen verleihen dem Buch eine literarische Tiefe, die im Thriller-Genre selten ist. Das Gedicht „The Waste Land“ als Strukturmoment der Morde ist ein cleverer, ungewöhnlicher Kniff und macht aus dem Buch mehr als nur einen Standard-Serienkiller-Thriller. Was mir besonders gefallen hat: die Symbolik. Narzissen in den Augenhöhlen, das reine Heroin, die violette Stunde aus Eliots Vers – Montanari setzt diese Bilder mit Bedacht ein, ohne sie zu überstrapazieren. Das hebt das Buch atmosphärisch deutlich über vergleichbare Thriller hinaus.

Hier liegt für mich der größte Schwachpunkt: die Spannung. Das Buch entscheidet sich früh dafür, den Mörder offen zu zeigen. Wir wissen also schon nach wenigen Kapiteln, wer es ist und warum er es tut. Das kann funktionieren (siehe „Columbo“-Prinzip), führt hier aber dazu, dass die Spannung über weite Strecken merkwürdig flach bleibt. Während die Polizei im Dunkeln tappt und wir aus der Mörder-Perspektive jeden weiteren Schritt mitbekommen, fehlt mir das klassische Whodunit-Gefühl. Auch ein echtes Wettrennen gegen die Zeit baut sich erst im letzten Drittel auf. Das Finale ist dann allerdings richtig stark: dichte Spannung, plötzliche Wendungen, ein bedrückendes Endspiel. Wer durchhält, wird belohnt, aber bis dahin ist es zäh.

Die Figuren bleiben durchwachsen. Amelia Saintsbury als zentrale weibliche Hauptfigur funktioniert gut – sie ist klug, mutig und glaubwürdig in ihrer Verzweiflung. Auch der Mörder bekommt mehr Tiefe als üblich, weil Montanari sich Zeit nimmt, seine Motive und seine Psyche auszuleuchten. Was mir fehlt: Die Nebenfiguren bleiben oft blass. Die anderen Mordopfer sind eher Schachfiguren als Menschen, wir lernen sie kaum kennen, bevor sie sterben, und dadurch fehlt der emotionale Schock bei den einzelnen Morden. Wer im Genre echte Charakterzeichnung gewohnt ist (Karin Slaughter, Tana French), wird hier weniger mitnehmen.

Was das Buch klar nach oben hebt: die T.S.-Eliot-Referenzen und die Campus-Atmosphäre. Montanari schafft es, eine düster-melancholische Stimmung aufzubauen, die zur Geschichte passt. Die „violette Stunde“, jene Dämmerung zwischen Tag und Nacht, die Eliot in „The Waste Land“ beschreibt, ist als atmosphärischer roter Faden gut gewählt. Wer auf intellektuell angehauchte Thriller mit literarischen Bezügen steht, ähnlich wie Caleb Carrs „The Alienist“ oder John Connollys Bücher, wird hier eine spürbare Wertschätzung des Genres finden. Genau das hebt „Violett ist die Nacht“ über reine Stangenware hinaus.

Mein Fazit: „Violett ist die Nacht“ ist ein Thriller mit guten Ansätzen, aber inkonstanter Umsetzung. Die Premise ist stark, die literarische Tiefe durch die T.S.-Eliot-Bezüge ungewöhnlich, und das Finale liefert echte Spannung. Aber im Mittelteil zieht sich das Buch, und die Entscheidung, den Mörder so früh offenzulegen, kostet zu viel Spannung. Wer einen schnellen, gnadenlos packenden Pageturner sucht, ist hier falsch. Wer einen ruhigeren, atmosphärisch dichten Thriller mit literarischem Anspruch und einem starken Showdown mag, kann zugreifen. Schade, dass Montanari aus dieser Premise nicht mehr gemacht hat – mit anderem Pacing wäre das ein 5-Sterne-Thriller geworden.

Empfehlenswert für Fans atmosphärisch-literarischer Thriller im Stil von Caleb Carr, John Connolly oder ruhigeren Patricia-Cornwell-Romanen. Für alle, die Spannung gepaart mit kulturellen Referenzen mögen und kein Problem mit einem etwas älteren Buch haben. Eher nichts für Leser:innen, die auf modernste, schnell getaktete Thriller wie Freida McFadden oder Lisa Jewell stehen, einen klassischen Whodunit suchen oder beim langsamen Tempo im Mittelteil schnell ermüden.

Cover des Buches Mord am Heiligen Abend (ISBN: 9783838784069)
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Rezension zu "Mord am Heiligen Abend" von Richard Montanari

Francesca_M
Sherlock-Vibes

Die Kurzgeschichte Mord am Heiligen Abend hat mir insgesamt gut gefallen und vor allem als Hörfassung überzeugt. Ein ganz großer Pluspunkt ist der Sprecher Peter Lontzek: Seine unglaublich angenehme, markante Stimme zieht einen sofort in die Geschichte hinein und sorgt für eine dichte, stimmungsvolle Atmosphäre.


Inhaltlich hatte das Ganze für mich leichte Sherlock-Vibes, was unter anderem daran liegt, dass immer wieder Straßennamen und konkrete Orte genannt werden. Dieses Detail schafft ein klares Setting und verleiht der Geschichte einen besonderen Charme. Auch das Befragen von möglichen Zeugen und Tatverdächtigen fand ich spannend und gut umgesetzt, das Ermittlungsgefühl kommt definitiv auf.


Der Schreibstil lädt zum Zuhören ein, und das schrittweise Aufklären des Falls ist interessant gestaltet. Einziger Kritikpunkt: Mit einer Laufzeit von nur 36 Minuten bleibt die Geschichte etwas zu kurz. Ich hätte mir gewünscht, dass sie auf etwa eine Stunde oder etwas mehr ausgedehnt worden wäre, um Figuren und Handlung noch mehr Raum zu geben.


 

Cover des Buches Tanz der Toten (ISBN: 9783404173730)
admits avatar

Rezension zu "Tanz der Toten" von Richard Montanari

admit
Spannung garantiert

Die Detectives Kevin Francis Byrne und Jessica Balzano des Philadelphia Police Departments haben es wieder mal mit einem Mord zu tun. Nicole Solomon wird erdrosselt auf einer Bahnhofsbank gefunden. Unter der Bank klebt ein Kuvert mit einer Einladung: Wir sehen uns bei unsrem The Dansant am 23. November. Das Ermittlerduo sucht den Vater des Mädchens auf und zeigt ihm die hinterlassene Botschaft. David Solomon scheint verwirrt, geht nach einem aktuellen Foto seiner Tochter suchen und erschießt sich in der Badewanne. Byrne und Balzano sind schockiert. Was hat den Vater des toten Mädchens zu dieser Tat getrieben? Vor seinem Selbstmord führte er noch ein kurzes Telefonat mit Mary Gillen. Er sprach auf den Anrufbeantworter. Mary Gillen jedoch gibt vor, David Solomon nicht zu kennen. Eine Woche später werden die beiden Söhne von Mary Gillen ermordet aufgefunden. Dieselbe Vorgehensweise wie bei Nicole Solomon, wieder eine Einladung zum The Dansant… Die Auflösung möchte ich nicht spoilern, mir gefiel sie, bis auf die Tatsache, dass das Duo zu lang dafür brauchte.

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Zusätzliche Informationen

Richard Montanari wurde am 06. Dezember 1952 in Cleveland (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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