Takeshi Kovacs wird in einen fremden Körper geladen, um einen Mord aufzuklären, an den sich das Opfer nicht erinnern will. Schon diese Prämisse enthält alles, was Noir ausmacht: Niemand sagt die Wahrheit, Identität ist käuflich, und der Ermittler traut nicht mal sich selbst. Morgan fragt: Was passiert mit Noir, wenn man den Tod abschafft? Die Antwort ist brachial und traurig zugleich. Es ändert sich nichts. Die Mächtigen stapeln Körper wie Garderobe, die Armen leben und sterben in geliehenen Hüllen, und dazwischen ermittelt Kovacs mit der Wut eines Mannes, der schon zu oft gestorben ist, um Angst davor zu haben. Was mich an dem Buch nicht loslässt: Morgan hat begriffen, dass die Unsterblichkeit der Reichen die brutalste Noir-Prämisse überhaupt ist. Nicht weil sie sterben könnten, sondern weil sie es nicht müssen. Chandler hätte das geliebt. Hammett hätte genickt.
Richard Morgan
Lebenslauf
Alle Bücher von Richard Morgan
Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm
Gefallene Engel
Heiliger Zorn
Profit
Das Zeitalter der Helden 1 - Erwachen
Skorpion
Das Zeitalter der Helden 2 – Imperium
Mars Override
Neue Rezensionen zu Richard Morgan
Habe das Buch gelesen nach dem ich die Serie gesehen habe. Hätte ich die Serie nicht gesehen, hätte ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen. Immer wieder verlor ich beim Lesen den Faden und musste mich konzentrieren, dass ich die Handlung beisammen habe. Die Geschichte ist gut, auch die Dialoge waren interessant. Aber bei Altered Carbon würde ich jederzeit die Serie dem Buch vorziehen. Band 2 wird von mir nicht mehr gelesen.
Richard Morgan entführt uns mit seinem Buch in einen turbulenten Krimi um einen Mordfall. Doch die Ermittlungen in dieser technologieträchtigen Zukunft sind ungewöhnlich, denn der Auftraggeber ist das Opfer. In einer Zeit, wo man sein Bewusstsein abspeichern und sich nach einem allabendlichen backup jederzeit frisch reloaden kann, falls man sein Leben verliert, wird Takeshi Kovacs Bewusstsein in einen neuen Körper geholt und mit den Ermittlungen beauftragt. Hierbei stellt sich die Frage, wer das unverschämt reiche und gleichsam unerhört alte Opfer so dumm umbringen wollte, wo töten nicht gleich den Tod bedeutet. Kovacs stolpert durch weitreichende Intrigen und Machenschaften.
Der Schreibstil liest sich flüssig, Kovacs selbst ist ein markanter, cooler Typ mit dunkler Vergangenheit, der auf interessante Weise löst, wofür er geholt wurde. Doch über die einzelnen Verwicklungen und Verstrickungen möchte ich hier nichts verraten. Die Charaktere, denen er begegnet sind interessant und oft verdächtig. Dabei wirft Morgan nicht einfach nur leere Handlungsstränge auf. Früher oder später trifft man fast jeden wieder.
Indes gestaltet Morgan diese Zunkunftswelt facettenreich aus. Dabei gewinnt man manche Eigenheiten schnell gern. Ich persönlich mochte z.B. auch das ältliche Hotel, in dem Kovacs absteigt. Kleinigkeiten wie solche machen das Buch plastisch und lassen einen schnell in Morgans Zukunfsversion eintauchen.
Der Sci-Fi-Thriller ist unterhaltsam, spannend und trotz Länge durchaus streckenweise rasant. Es sollte aber klar sein, dass einen auf 600 Seiten nicht durchweg High-Speed erwarten. Das Buch ist unterschiedlich getaktet, was jedoch gut ist, denn nur Tumult wäre gleichsam monoton.
Wer also Thriller mag, sich einer interessant ausgetüftelten Zukunftsversion nicht verschließt und nicht verblüfft ist, dass sich 600 Seiten eben nicht wie 250 lesen, wird seine Freude haben.
Der Titel Das Unsterblichkeitsprogramm ist angesichts des Auftraggebers, der nach seiner Ermordung wieder quietschfidel rumturnt durchaus in Ordnung.
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