Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

von Richard Morgan 
4,0 Sterne bei84 Bewertungen
Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm
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Positiv (67):
dragazuls avatar

Spitzen SF!

Kritisch (7):
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Zu detailliertes World-Building, konfuse Handlung und nicht nachvollziehbare Charaktere.

Alle 84 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm"

Welche Bedeutung hat der Tod in einer Welt der Unsterblichen?
Im fünfundzwanzigsten Jahrhundert ist die Wirklichkeit längst digital, und der menschliche Geist kann wie ein Programm in einen neuen Körper heruntergeladen werden. Als der ehemalige Elitesoldat Takeshi Kovacs nach fünfhundert Jahren wieder aufwacht, ist sein schlimmster Albtraum wahr geworden. Und jetzt muss er in einer Welt, in der Sterben eigentlich unmöglich ist, einen Mord aufklären…
Jetzt als Netflix-Serie groß verfilmt!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453318656
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:606 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:14.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    dragazuls avatar
    dragazulvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Spitzen SF!
    Kein Wunder, das Netflix den verflimt hat ...

    ... sehr gute SF-Ideen, konsequent zu Ende gedacht. Knallharte Thrilleraktion, ein bisschen Sex und eine komplexe, unvorhersehbare Story bieten alles was eine gute Netflixserie braucht.

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    dominonas avatar
    dominonavor 7 Monaten
    Unsterblichkeit hat seinen Preis

    Das Buch geht in Richtung Science Fiction-Thriller und enthält eine Menge Action sowie eine straffe Handlung rund um das was uns als Erdenbewohner mit ausmacht - die Sterblichkeit.
    Obwohl ich nicht so der Action-Fan bin, kam ich hier sehr gut mit, konnte nur manchmal den Verwicklungen um die einzelnen Personen nicht ganz folgen, aber dem großen und ganzen schadet das nicht unbedingt. Ich mochte die doch eher düster gehaltene Atmosphäre, allerdings hätte man sich die eine oder andere Sexszene auch sparen können. 
    Insgesamt ein schnelles, rundes Buch mit kleinen Schwächen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten
    rasanter Cyberpunk

    Der Klappentext ist etwas verwirrend, denn irgendwie findet man nichts darüber im Buch, dass Kovacs fünfhundert Jahre lang eingelagert war. Aber davon abgesehen ist die Geschichte, die Morgan hier gesponnen hat, Cyberpunk vom Feinsten. Erzählt wird die Geschichte aus der ICH-Perspektive von Takeshi Kovacs, mit dem ich selbst nur langsam warm wurde. Trotzdem war ich von der ersten Seite an gefesselt.
    Kovacs wurde von Laurens Bancroft angeheuert und aus der Einlagerung rausgeholt, um Bancrofts Mord aufzuklären, der sich nicht damit abfinden will, dass die Polizei behauptet, er habe sich selbst umgebracht. Bancroft ist über 300 Jahre alt, steinreich und hat mehrere Klone von sich, die er nutzen kann. Die Idee des digitalen Downloads ist im Science-Fictionbereich nicht neu, allerdings hat Morgan das hier geschickt umgesetzt.
    Unterstützt wird Kovacs von der Polizistin Lieutenant Ortega, wenn auch anfangs eher widerwillig, da sie absolut nichts für Leute wie Bancroft übrig hat, die allgemein hin als Methusalems bzw. abfällig Meths bezeichnet werden.

    Man wird von Morgan auf eine verrückte Reise durch die Welt mitgenommen und mit vielen Dingen konfrontiert, die nachdenklich stimmen. Auch hier wieder die Thematik, wie sich Menschen verändern, wenn sie unendlich lange leben können und der Tod kein Ende für die eigene Existenz darstellt. Schön fand ich dabei, dass der Kontrast zwischen reich und arm verdeutlicht wurde. Während die Reichen ihre eigenen Sleeves (also Körper, in die sie heruntergeladen werden) haben, kann sich der Normalbürger in der Regel nur fremde Sleeves leisten und meistens auch nur ein oder zwei weitere Resleeving-Vorgänge, was bedeutet, dass die Normalbürger immer eine volle Lebenszeit durchmachen bevor sie einen neuen Sleeve bekommen, während die Reichen eher dauerhaft „jung“ bleiben. Trotzdem verändert auch die Reichen die Aussicht, ewig und jung leben zu können und sie müssen sich mit ihren eigenen Dämonen zwangsläufig auseinandersetzen.
    Den Leser konfrontiert Morgan mit Folter in virtueller Realität, Drogen und Prostitution. Leider hat das Buch dadurch einige Längen, die zwar helfen, die Welt zu vertiefen, in der man sich befindet, was aber auch hätten wegfallen können, ohne der Geschichte zu schaden. Gerade die Folterszenen hätte man getrost verkürzen können.
    FazitAlles in allem hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen und Kovacs ist mir nach anfänglichen Schwierigkeiten im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich denke, Teil 2 werde ich auch irgendwann lesen müssen. Klare Lese-Empfehlung für alle Fans von gutem Cyberpunk und jene SF-Fans, die sich bisher noch nicht an dieses Genre rangewagt haben. Wem Bladerunner gefallen hat, der ist auch hier gut aufgehoben. „Altered Carbon: Das Unsterblichkeitsprogramm“ war das erste Werk von Autor Richard Morgan und für einen Erstlingsroman ist er sehr gut gelungen.

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    ForeverAngels avatar
    ForeverAngelvor einem Jahr
    Großartige Science Fiction

    Mein Problem mit SciFi ist, dass es mir oft zu viel auf einmal ist. Aliens, Raumschiffe, intergalaktische Kriege, dutzende bewohnte Planeten, ... Wenn ich Sci-Fi lesen möchte, dann denke ich eher an Bücher wie Michael Crichtons Timeline, Black Crouchs Dark Matter oder H.G. Wells Die Zeitmaschine. Und in diese Schiene passt auch Richard Morgans Altered Carbonn, das übrigens bald auf Netflix zu sehen sein wird.


    Die Grundidee der Geschichte ist genial. Wir befinden uns in einer Zukunft, in der Menschen eigentlich nicht mehr sterben können. Ihre Körper können es schon, aber ihre 'Seelen' nicht, denn alle 48 Stunden wird ein Backup von ihrem Bewusstsein gemacht, dasss im Notfall in einem anderen Köroer hochgeladen werden kann. Und in genau dieser Zukunft muss Privatdetektiv Takeshi Kovacs einen Mord aufklären, denn Millionär Laurens Bancroft wurde kurz vor Ablauf dieser 48 Stunden umgebracht und kann sich nicht mehr erinnern, wer ihm nach dem Leben trachtet.


    Was mir an Altered Carbon so gut gefällt ist, dass wir es eigentlich mit einem Kriminalfall zu tun haben, der die Basis dieser Sci-Fi Geschichte bildet. Die innovativen fiktiven Ideen wurden darum herumgesponnen und schaffen so ein atemberaubendes Setting für einen kniffligen Mordfall. Perfekt abgerundet wird die Geschichte durch die vielen kleinen Nebenhandlungen. Trotz des Umfangs von über 600 habe ich Altered Carbon regelrecht verschlungen und freue mich jetzt - und das sage ich nicht oft - auf die Netflix Verfilmung. Ob sie an das Buch heranreichen wird?


    (c) Books and Biscuit

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Reise in die Zukunft, in der der Tod keine Rolle mehr spielt – spannendes Konzept, leider komplett ohne Immersion.
    Rezension: Altered Carbon (Did not finish)

    Mit “Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm”erzählt Richard Morgan die spannende Geschichte von Takeshi Kovacs, Agent (wenn man es denn so nennen kann) einer speziell ausgebildeten Einheit, dem Envoy Corps. Dieser wird zu Beginn der Handlung getötet, nicht jedoch sein Stack – der Teil, in dem sein Geist gespeichert wird. Dieser wird bei jedem Menschen auf Harlans Weltund auch auf der Erde in den Nacken eingesetzt und sichert die Unsterblichkeit. Durch regelmäßige Backups wird weiterhin gesichert, dass im Falle eines Mordes der Ermordete gerichtlich aussagen kann. Die von Morgan gezeichnete Welt ist skurril und von technischem Fortschritt geprägt, aber auch ziemlich furchteinflößend. So muss Kovacs nach seinem Resleeving (das Dekantieren des Geistes in einen neuen Körper) direkt im einem Mordfall auf der Erde ermitteln. Was zunächst wie ein klarer Fall aussieht, entpuppt sich bald als Wirrwarr aus miteinander verstrickten Geschehnissen und Kovacs ist sich bald nicht mehr sicher, welchem Sleeve man noch trauen kann – steckt vielleicht jemand anders in dem Körper?

    Männer und Frauen waren nicht mehr als Handelsobjekte, genauso wie alles andere. Man konnte sie einlagern, transferieren oder dekantieren. Unterschreiben Sie bitte hier unten.

    In einer reißenden Geschwindigkeit erzählt Richard Morgan diese futuristische Geschichte. Doch leider wurde mir ab Seite 2 bereits klar, dass mir der Erzählstil überhaupt nicht zusagt. Es gibt spannungsgeladene Szenen, Leute werden gefoltert, aber irgendwie bin ich als Leser nicht ganz dabei. Die Immersion fehlt, der Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten. Zwar wird der Leser mit Kovacs existenzieller Krise konfrontiert, nimmt aber wenig daran teil. Der Gedanke, dass man nach dem Dekantieren des Geistes in einen neuen Körper “Startschwierigkeiten” hat oder gar psychische Probleme entwickelt, die den Sleeve als Fremdkörper erscheinen lassen, ist superspannend und auch authentisch. Die ganze Welt, auf der Kovacs umherwandelt, erscheint dem Leser fremd und zugleich bekannt. Die technologische Hochburg, die aber in umso dubiosere Gefilde ausartet, je tiefer man in bestimmte Stadtbezirke eindringt, regt zum Nachdenken über die Vor- und Nachteile dieser Entwicklungen an. Die Beschreibungen von Harlans Welt, auf der Kovacs aufgewachsen ist und gelebt hat, sind interessant und man möchte eigentlich viel mehr darüber erfahren. Die Situation der Raumfahrt ist auch weit nach 2200 noch nicht so weit fortgeschritten, als dass man innerhalb von einem kurzen Zeitraum auf einen anderen kolonisierten Planeten reisen könnte; die Reise zu Harlans Welt dauert beispielsweise gut 100 Jahre. Deshalb reisen auch seltenst Sleeves über diese Distanz, sondern schicken lieber ihren Stack bei Instant-Reise digital auf andere Planeten und nutzen einen Sleeve, der dort vorhanden ist. Ein hochinteressantes und vor allem sehr realistisches Konzept! Ich muss sagen, die Zukunft, die Morgan beschreibt, nutzt unglaublich spannende Konzepte, ohne diese jedoch groß zu erklären. Beispielsweise erfährt man bis zum Ende nicht, was genau ein Neurachem ist und was dieser exakt bewirkt. Klar erfährt der Leser die grundlegenden Funktionen, aber so vieles bleibt verborgen.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 5 Jahren
    Das Unsterblichkeitprogramm - Richard Morgan


    Unsterblichkeit ist die Grundidee dieses fesselnden Thriller – SciFis von Richard Morgan dessen Aufbau nie eine Spannugslücke lässt.
    Der Protagonist, Kämpfer einer Eliteeinheit mit weitreichender Einsatzfähigkeit erinnert an Bruce Willis. Er schleppt sich genauso zerschlagen und kaputt durch dasBuch wie Willis durch seine diversen Filme. Man meint sogar das schiefe, zynische Grinsen beim Lesen vor sich zu sehen.

    Einige sehr gute SciFi Elemente sind eingebaut. Leider verkommen sie nur zu Randhandlung.

    Getragen wird die Handlung von Bruce Willis alias Takeshi Kovaks, der von seinem Heimatplaneten Harlan augrund seiner Ausbildung „resleevt“, und „geneedelstackt" wird,um für Erdbewohner mit äußerst üppig ausgestattetem Portemonnaie Privatdetektivdrecksarbeit zu erledigen.

    Morgan hat meiner Ansicht nach zuviel SciFi Potential verschenkt, das Unsterblichkeitsprogramm ist so schlicht ein Thriller mit SciFi Background geblieben.

    Ein verwickelter, spannender Pageturner, der besonders von den auflösenden Erinnerungen des Protagonisten lebt, die stückchenweise Einblick in  seine Vergangenheit, als Envoy Elitekämpfer und das Prinzip dieser fiktionalen Gesellschaft geben, welche sich leider wenig von der heutigen unterscheidet.

    Getragen von der zerrissenen sympathischen Hauptfigur, die nach Gerechtigkeit strebt und politische Machenschaften, sowie deren „Kollateralschäden“ sehr persönlich nimmt.

     

     

    Fazit:

    Rasante , hochklassige Action Unterhaltung, mit verschwindend geringem Philosophiepotential, das genauso wie die SciFi Elemente ausbaufähig gewesen wäre,gerne auch zulasten der unnötigen machogeprägten Sexszenen Füllsel.

    So bleibt das Unsterblichkeitsprogramm 4 sternig, der Autor hat sich mit diesem Debüt aber in den geneigten SciFi Aufmerksamkeitsfokus geschrieben.

     

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    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Unsterblichkeitsprogramm" von Richard Morgan

    Wir sind im 27.Jahrhundert, der Tod hat seinen Stachel verloren, jeder kann sich in einen neuen Körper "resleeven" lassen. Je nach Reichtum sind diese Sleeves besser ausgestattet oder eher mechanisch.
    Das Bewusstsein kann in kurzen Abständen übertragen werden, oder man muss hoffen, dass der Bewusstseinsspeicher nicht zerstört wird.
    Es gibt Menschen die über 300 Jahre alt sind, sogenannte Meths. Einer dieser bringt sich um, beauftragt aber einen Privatdetektiv, da er an diese Version nicht glaubt.
    Dieser ist Takeshi Kovacs ein zynsicher ehemaliger Envoy Söldner, der sich durch die ihn unbekannte Welt der Erde kämpft.
    Morgan wirft hier ein Bild der Zukunft auf, was eine logische und stimmige Fortsetzung der heutigen Zeit ist. Die alten Machtstrukturen sind noch vorhanden, wer Geld und Macht besitzt kann sich "fast" alles erlauben. Die Möglichkeiten sind anders aber der heutigen Welt ähnlich.
    Vieles hat sich geändert - der Mensch nicht.
    Sein Held ist eine Mischung aus moralischem, blutrünstigem Privatsöldner - ein brachialer Anti 007. Die Handlung ist verwirrend und eher ein Thriller als ein Kriminalfall.
    Sehr direkt geschrieben und mitleidslos in den Darstellungen. Trotzdem kommt auch die Philosophie nicht zu kurz, sehr schön sind die Aspekte des Doppelsleeven und des Geistes in verschiedenen Körpern.
    Morgan gelingt eine packende, spannende Story die nichts für zarte Gemüter ist, aber auch viel Raum zum Nachdenken beinhaltet - knapp an den 5 Sternen vorbei.

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    Rios avatar
    Riovor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Unsterblichkeitsprogramm" von Richard Morgan

    hmmm...davon hätt ich gerne mehr gelesen!

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    dykes avatar
    dykevor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Unsterblichkeitsprogramm" von Richard Morgan

    Es ist gelungen, das menschliche Bewusstsein digital zu speichern. Damit hat das „Wesen mit der Sense“ schlechte Karten. Taugt der alte Körper nicht mehr, wird das Bewusstsein einfach in einen anderen transferiert.
    Statt x Jahre Gefängnisstrafe wird das Bewusstsein einfach für die Zeit in einer Datenbank eingelagert.
    So geschehen mit dem ehemaligen UN-Gesandten Takeshi Kovacs.
    Als einer einflussreiche Persönlichkeit auf der Erde der Kopf weggeblasen wird, fordert diese Kovacs’ Bewusstsein an, um diese Tat aufzuklären, denn sie ließ ihr Bewusstsein alle 48 Stundne speichern und hat bereits einen neuen Körper. Allerdings fehlen natürlich die Erinnerungen an die letzten 48 Stunden.
    Kovacs lässt sich darauf ein und versucht die einzelnen Teile eines komplexen Puzzles in einer düsteren Welt, die von Macht, Habgier, Intrigen und immer neuen Kicks, um der Langeweile zu entgehen, regiert wird.

    Zuerst eine Warnung: Wer Probleme mit Gewalt und Sex hat – Finger weg, denn
    Richard Morgan ist mit seinem Erstling eine schnelle, harte, raue, dreckige, dunkle Mischung aus SF und Thriller gelungen.
    Obwohl wir uns. nach meinen Berechnungen ca. im Jahre 2600 befinden, haben sich die Menschen nicht verändert. Wer Geld und Macht hat, kann sich alles erlauben. Er lässt sein Bewusstsein regelmäßig speichern und wechselt bei Bedarf in einen neuen Klon. Obwohl das Leben mehr als 300 Jahre dauert, trägt man immer einen Körper, dessen Alter in seiner besten Phase ist. Und für das notwendige „Volk“ gibt es Versicherungen, um nach dem Tod einen anderen Körper zu erhalten. Auch das Gesundheitswesen hat sich geändert. Es darf kein Bewusstsein „ausgelöscht“ werden. Wer sich keinen neuen Körper leisten kann, dessen Bewusstsein wird eingelagert.
    Obwohl er auf technische Details verzichtet, spricht Morgan die ganze Problematik, die damit einhergeht, in diesem Roman an. Insbesondere das geänderte Verhältnis zu Gewalt, denn was bedeutet noch körperlicher Schmerz, wenn jederzeit ein neues Leben zur Verfügung steht.
    Obwohl Kovacs Dinge getan und erlebt hat, die gegen alles denkbare verstößt, bleibt er, dank einer Spezialkonditionierungen ein Idealist. Er leidet unter dem, was er tun muss, um sich selbst zu schützen, denn da ist in dieser Welt das wichtigste: das eigene Bewusstsein, die eigene Psyche zu schützen.
    Trotz allem, artet es nie in eine sinnlose Gewaltorgie oder Pornographie aus, sondern sie sind zum Verständnis der dieser Welt notwendig.
    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass in dieser zukünftig möglichen Welt noch zu viel althergebrachtes auftaucht: Es wird immer noch geraucht, es wird auch mit normalen Autos gefahren. Hier wäre ein bisschen mehr Innovation angebracht gewesen.
    Ob allerdings die Vergleiche mit Philip K. Dick und William Gibson angebracht sind, bezweifle ich. Auch die Werbung „Der neue Superstar der SF“ ist übertrieben und wenn der Roman aus den Neuveröffentlichung der letzten Monate herausragt. Aber das ist meiner Meinung derzeit nicht sehr schwer.
    Für alle, für die SF nicht nur aus Raumfahrt und Raumschlachten besteht, wer Romane der härteren Art mag, dem kann ich das Unsterblichkeitsprogramm nur empfehlen.
    Geschrieben am 27.09.2004

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    winnephews avatar
    winnephewvor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Unsterblichkeitsprogramm" von Richard Morgan

    Eine packende Mischung aus Science-Fiction, Krimi und einem guten Schuss Western-Mentalität erwartet uns in Richard Morgans "Das Unsterblichkeitsprogramm". Der Revolverheld, Takeshi Kovacs, ist Ex-Mitglied einer im ganzen Universum berühmtberüchtigten Militärischen Einsatzgruppe - Spezialausbildung inbegriffen. Er soll im Auftrag eines Industriemagnaten die Todesumstände des Selbigen klären.
    Wie bitte? Von vorne: In Richard Morgans Sci-Fi-Universum ermöglichen neue Technologien das Bewusstsein/Gehirn/die Seele eines Menschen auf einem Chip zu speichern. Auf diese Weise können sich die Menschen durch Klone oder synthetische Körper in gewissem Maße unsterblich machen. Nur wenn der Chip, der sogenannte "stack", zerstört wird stirbt der Mensch tatsächlich. Dennoch leben scheinbar nur die Reichen und Mächtigen über längere Zeitspannen.

    Neben der Unsterblichkeit ermöglicht es der wissenschaftliche Fortschritt auch, den menschlichen Körper biologisch, mechanisch und chemisch zu "verbessern" beispielsweise durch ein im Körper befindliches Kommunikationssystem oder durch Chemische Systeme, die die Reaktionszeit beschleunigen und die Wahrnehmung verstärken.
    Auch virtuelle Realitäten werden in allen Lebensbereichen angewendet, ob nun für Werbung, Psychotherapie oder Folter.

    Diese Science-Fiction-Elemente des Buches wissen zu überzeugen. Morgan denkt die Folgen "seiner" Technologie konsequent zu Ende - auf dieser Ebene vermag das Buch durchaus auch nachdenklich zu machen.

    Vor allem aufgrund der von Morgan dargestellten Zukunftsgesellschaft - und des durch markige Sprüche und seine geistig überlegene Elitekämpferausbildung auffälligen Protagonisten - gelingt es ihm den Leser an den Stoff zu fesseln.

    Ziemlich Enttäuschend ist jedoch das Ende des Buches. Hier bleiben nicht nur viele Fragen unbeantwortet. Nein, es wird auch das über hunderte Seiten entwickelte, bedeutungsschwangere Ende und die Motivation des Protagonisten zugunsten einer schlecht inszenierten "Plotwendung" einfach über den Haufen geworfen. Von einem Kapitel zum anderen, sozusagen wortwörtlich zwischen den Zeilen, ändert der Autor die komplette Sachlage ohne den Leser auf diese Reise mitzunehmen - dieser wird vor vollendete Tatsachen gestellt.

    Dieses "traurige", weil gerade zu banal bedeutungslose und linienuntreue Ende, kostet das bis dahin sehr unterhaltsame Buch den vierten Stern und meine persönliche Empfehlung.

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