Richard Overy

 4,3 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor*in von Die letzten zehn Tage, Warum Krieg? und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Richard Overy, geboren 1947, ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität von Exeter. Er hat zahlreiche Bücher zum Zweiten Weltkrieg und Nationalsozialismus veröffentlicht. Bei DVA erschienen »Die Wurzeln des Sieges. Warum die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen« (2000) und »Die Diktatoren. Hitlers Deutschland, Stalins Russland« (2006), für das Richard Overy mit dem Wolfson-Preis für Geschichte ausgezeichnet wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Richard Overy

Cover des Buches Die letzten zehn Tage (ISBN: 9783570550885)

Die letzten zehn Tage

(7)
Erschienen am 20.07.2009
Cover des Buches Warum Krieg? (ISBN: 9783737102087)

Warum Krieg?

(2)
Erschienen am 15.10.2024
Cover des Buches Verhöre (ISBN: 9783548367811)

Verhöre

(2)
Erschienen am 01.05.2005
Cover des Buches Der Bombenkrieg (ISBN: 9783871347825)

Der Bombenkrieg

(1)
Erschienen am 26.09.2014
Cover des Buches Der Erste Weltkrieg (ISBN: 9783831048748)

Der Erste Weltkrieg

(1)
Erschienen am 27.05.2024
Cover des Buches Die Wurzeln des Sieges (ISBN: 9783499613142)

Die Wurzeln des Sieges

(1)
Erschienen am 02.04.2002
Cover des Buches Weltenbrand (ISBN: 9783737101455)

Weltenbrand

(1)
Erschienen am 17.10.2023
Cover des Buches Die Diktatoren (ISBN: 9783421054661)

Die Diktatoren

(0)
Erschienen am 11.08.2005

Neue Rezensionen zu Richard Overy

Cover des Buches Warum Krieg? (ISBN: 9783737102087)
S

Rezension zu "Warum Krieg?" von Richard Overy

StefanSchweizer
Schuster, bleib bei deinen Leisten

Ich schätze den britischen Historiker Richard Overy, dessen historischer Forschungsschwerpunkt eigentlich auf dem Forschungsgebiet des Nationalsozialismus/2. Weltkrieg liegt. Mit seinem Werk "Warum Krieg?" widmet er sich humanbiologisch-anthropologischen Fragestellungen, wieso es seit Menschengedenken Konflikte und Kriege gibt. Dafür geht er trans- und interdisziplinär vor, allerdings recht eklektisch und mit Forschungsliteratur, die nicht nur veraltet ist, sondern z.T. schon zur Disziplin der Wissenschaftsgeschichte gehört. Dennoch ist das Buch lesenswert.

Zum Inhalt: Warum führen Menschen Krieg? Die Antworten auf diese Frage sind so vielfältig wie die Formen kriegerischer Konflikte selbst. Gehört Krieg zur menschlichen Natur, ist er Ausdruck eines aggressiven menschlichen Triebs? Wie hängt Krieg mit dem Wettbewerb um ökonomische Vorteile zusammen, wie verhält er sich zur Frage staatlicher Sicherheit? Was hat Krieg mit Religion und Ideologie zu tun, was mit dem Streben nach Macht oder mit den Veränderungen des Klimas?

Auf fesselnde Weise erkundet Richard Overy die Jahrtausende, von den Anfängen der Menschheit bis heute. Er rekonstruiert längst vergangene Konflikte zwischen Jägern und Sammlern, blickt zurück auf das Römische Imperium und seinen unersättlichen Hunger nach Ressourcen, führt uns mit Alexander dem Großen, Napoleon und Hitler die Auswirkungen politischen Machtwillens vor Augen und zeigt etwa anhand der aktuellen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, wie sich verschiedene Ursachen für Krieg überlagern und gegenseitig befeuern. Warum Krieg? Einer der bedeutendsten Historiker unserer Tage geht einer der wichtigsten Fragen überhaupt nach.

Leider geriert Overy keine neuen Forschungsergebnisse und "Warum Krieg?" liest sich wie ein Kompendium für eine Vorlesungsreihe. Es wäre wichtig gewesen, neuere Forschungsergebnisse der unterschiedlichen Disziplinen einzubeziehen. Zudem sind sie gezogenen Schlussfolgerungen häufig Allgemeinplätze, die den Interessierten bereits lange bekannt sind. Insofern würde ich dem von mir durchaus geschätzten Overy raten, demnächst wieder über seine Spezialdisziplin des 20. Jahrhunderts zu forschen und schreiben. Dennoch ein interessantes Werk für Einsteiger in die Materie und ein kompakter Überblick.

Cover des Buches Der Erste Weltkrieg (ISBN: 9783831048748)
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Rezension zu "Der Erste Weltkrieg" von Reg G. Grant

Claudias-Buecherregal
Überzeugender visueller Bildband als Chronik des 1. Weltkrieges

Zum 110-jährigen Kriegsbeginn ist dieser umfangreiche Bildband erschienen, welcher chronologisch alle kriegsrelevanten Aspekte der Jahre 1870-1923 umfasst.

 

Er bietet eine Gesamtdarstellung des Kriegsgeschehens nebst den Hintergründen, aber auch viele persönliche Eindrücke, wie z.B. in den Alltag der Soldaten in den Schützengräben sowie Zitate von Befehlshabern, Krankenschwestern und anderen Beteiligten.

 

Dieses Nachschlagewerk ist extrem umfangreich und bietet so viel Wissen zu diesem Thema an. Man kann sich dabei einfach anhand der Zeitachse durch das Geschehen lesen oder mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses gewünschte Inhalte erhalten oder auch Dank des ausführlichen Stichwortverzeichnisses gezielt nach speziellen Informationen suchen.

 

Mich hat das Buch nicht nur durch diesen unglaublichen Wissensschatz beeindruckt, sondern auch durch seine auf Aufmachung, Es gibt über 700 Bilder in diesem Sachbuch. Davon viele Schwarzweiß-Fotos von „vor Ort“, die das Geschehen sehr eindrucksvoll vermitteln. Dazu gibt es Farbfotos u.a. von Waffen, Flugzeugen etc. und Zeichnungen. Außerdem findet man viele Karten, historische Dokumente und Zeitzeugenberichte. Jede Seite ist ansprechend designt. Im Gesamtbild erzeugt das ein visuelles Nachschlagewerk, das nichts von einem „langweiligen Sachbuch“ hat. 

 

Fazit: Dieses Nachschlagewerk über den ersten Weltkrieg überzeugt nicht nur durch das geballte Wissen, sondern zusätzlich durch die anschauliche und visuelle Darstellung der Fakten und das Untermauern dieser mit zahlreichen Fotos, Karten etc. Der Bildband ist eine visuelle Chronik des 1. Weltkrieges und hat mich komplett überzeugen können. Wer Informationen zu diesem Thema sucht oder generell sein Wissen darüber vertiefen möchte, sollte sich dieses Buch zulegen.

Cover des Buches Weltenbrand (ISBN: 9783737101455)
S

Rezension zu "Weltenbrand" von Richard Overy

StefanSchweizer
Opus Magnus zum 2. Weltkrieg

Overys "Weltenbrand" ist für mich das neue Narrativ über den 2. Weltkrieg, und ich versuche beinahe alle vorhandene Literatur dazu aufzuarbeiten. Overy gelingt es im Gegensatz zu vielen seiner europäischen Historikerkollegen den Gegenstand aus einer neutralen Übersichtsperspektive höherer Ordnung zu schildern. Mit "Weltenbrand" ist ihm sein Opus Magnus gelungen, erzählerisch, aber auch vom methodischen Ansatz her. Es gab zwar bereits mit Beevor Ansätze den 2. Weltkrieg zu Beginn der 1930er Jahre aus asiatischer Sicht aufzurollen, was letztlich aber defizitär blieb. Overys Aufhänger für die Erklärung des 2. Weltkriegs lautet: Imperialismus.

Zum Inhalt: Richard Overy zeichnet ein umfassendes, neues Bild des Zweiten Weltkriegs – als das letzte Aufbäumen des Imperialismus. Er zeigt ihn als den alles Vorangegangene übertreffenden imperialistischen Krieg – in dem Achsenmächte ebenso wie Alliierte danach strebten, Imperien zu festigen, zu verteidigen, zu erweitern oder auch erst zu schaffen. Ein weltumspannendes, zeitlich weit ausgreifendes Geschehen und eine Perspektive, in der etwa der Krieg im Pazifik stärker als bisher üblich in den Blick gerät; beginnend bereits 1931 mit dem Einfall des Japanischen Kaiserreichs in die Mandschurei, der die Richtung vorgab für das exzessive Expansionsstreben Italiens und Nazideutschlands. Overy schildert die Ereignisse, die in die Katastrophe führten, ebenso wie die Folgen für die neue Weltordnung nach 1945; er zeigt die geopolitisch-strategische wie die menschliche Dimension dieses Krieges, mit dem das imperialistische Zeitalter sein Ende finden sollte.
Das Opus magnum eines der bedeutendsten Historiker des Zweiten Weltkriegs, das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung – und eine Neubewertung dieses zerstörerischsten aller Kriege, die uns auch unsere Gegenwart mit anderen Augen sehen lässt.

Overys innovative Leistung besteht darin, dass er den 2. Weltkrieg als Anfang vom Ende des Imperialismus sieht. Dabei gibt es letztlich drei Parteien. Die alten Imperialisten wie England und Frankreich, die neuen Imperialisten wie Deutschland, Italien und Japan und die USA, die jeglichen Imperialismus verurteilten. Letztlich endete der 2. Weltkrieg mit der Niederlage aller Imperialisten, denn nach 1945 befreiten sich die noch vorhandenen Kolonien von den Herkunftsländern, auch wenn dies ein schmerzhafter Prozess der Loslösung bis in die 1960er Jahre war. Jeder, der sich für den 2. Weltkrieg interessiert, sollte dieses Buch gelesen haben.

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