Richard Paul Evans Grace

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  • Rezension zu "Grace" von Richard Paul Evans

    Grace

    Sky

    02. January 2012 um 10:40

    Meine Meinung Eric Welchs Vater leidet am Gullian-Barré-Syndrom, welches die Nerven befällt und zu Lähmungserscheinungen führt und kann damit die Familie nicht mehr finanziell unterstützen. Aufgrund dessen müssen sie vom sonnigen Kalifornien nach Utah ziehen und sich mit dem ärmlichen Leben und der stetig problematischen Geldsituation herumschlagen. In Utah arbeitet Eric in einem Fast-Food-Restaurant unter schlechten Bedingungen und trifft auf die Ausreiserin Grace. Als er Grace begegnet endet sich sein Leben schlagartig und versteckt sie im Clubhaus, dass er mit seinen Bruder Joel im Sommer als Baumhaus gebaut und so sehr geliebt hat, versorgt sie mit Essen und verliebt sich. Er tut alles für Grace, damit es ihr gut geht und erfährt warum sie von Zuhause abgehauen ist. Richard Paul Evans ist bekannt für seine Weihnachtsromane, die jährlich erscheinen. So auch gehört „Grace“ zu dieser Reihe und ist als Roman für die Weihnachtszeit geschrieben worden. Doch „Grace“ ist weitaus mehr als nur ein Buch zu Weihnachten. Es ist eine emotionale und berührende Geschichte über die erste Liebe, familiären Missbrauch und die Angst, ein Opfer in der Familie zu sein bis man den Mut findet und abhaut. „Grace“ zeigt wie die Welt die Augen vor Missbrauch verschließt ohne nur einmal den Zeigefinger tadelnd zu heben. Gleichzeitig macht er deutlich wie Verloren sich Betroffene fühlen und wie es ist vom vertrauten Heim zu fliehen um dem Horror zu entgehen. Die Beziehung zwischen Grace und Eric ist herzergreifend geschildert und lässt einen warm ums Herz werden. Dem Autor gelingt es trotz dieser fröhlichen Szenerie, einen Schatten über diese junge Liebe werfen zu lassen und suggeriert von Beginn an, den Leser ein eintretendes Unheil. Die Charaktere sind so lebensecht und greifbar gezeichnet, dass man sofort Zugang zu ihnen findet und sich von der Geschichte rund um Grace und Eric in dem Bahn ziehen lässt. Es herrschte beim Lesen eine starke Sympathie und man baut leicht eine Beziehung und Nähe zu den Hauptfiguren des Romans auf. Aus der Ich-Perspektive von Eric Welch als Ende 50jährigen Mann als Rückblende erzählt, landen wir im Jahr 1962, in der Zeit der Kuba-Krise und wo Missbrauch ein Thema war, über das nicht gesprochen wurde. Dabei gibt es vor jedem Kapitel Passagen aus dem Tagebuch von Grace, die die Gefühle des Mädchens spürbar machen und darstellen wie schlecht sich Grace wirklich fühlt, obwohl sie es Eric nicht offen zeigt. Der Schreibstil ist emotional und plaudernd, so dass die Geschichte daherkommt wie eine Erzählung von einem geliebten Menschen. Es kommt einen vor, als würde Eric einen gegenübersitzen und, in der Vergangenheit sinnierend, von seiner Zeit mit Grace erzählen und dabei immer wieder mit den Tränen kämpfen. Oft kämpft man auch als Leser selbst mit den Tränen, egal ob aus Freude oder Trauer und fühlt sich Eric und Grace emotional verbunden bis zum Ende, das vor allem durch seinen Realismus erstaunt und seine Art, kein typisches weihnachtliches Happy-End zu sein. Fazit Mit „Grace“ ist Richard Paul Evans ein herzergreifender und zu Tränen rührender Roman über familiären Missbrauch, erste Liebe wie die Verlorenheit von Ausreisern, gelungen. Erzählt wie von einem alten Bekannten und nachdenklich stimmend. Ein Roman zu Weihnachten ohne Klischees und herausstechender Authentizität. Prädikat besonders wertvoll und eine Leseempfehlung, auch abseits der Weihnachtszeit.

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