Mein Winter mit Grace

von Richard Paul Evans 
4,5 Sterne bei67 Bewertungen
Mein Winter mit Grace
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Ein sehr sensibles Thema, aber einfühlsam und berührend umgesetzt

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Emotional packendes Buch eines meiner Lieblingsautoren, das sicher keinen unberührt lässt.

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Inhaltsangabe zu "Mein Winter mit Grace"

Salt Lake City, 1962. Eric ist erst vor Kurzem mit seinen Eltern in die Stadt gezogen. Zufällig trifft er an einem eiskalten Herbsttag auf die Ausreißerin Grace und gewährt ihr Unterschlupf im Gartenhaus der Familie. Aus Zuneigung wird bald Freundschaft – und schließlich sogar Liebe. Doch je länger Grace’ Aufenthalt dauert, desto deutlicher wird es, dass das Mädchen ein dunkles Geheimnis in sich trägt – ein Geheimnis, das Erics und Grace’ Liebe zu zerstören droht …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404165179
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:01.11.2010

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    Aleshanees avatar
    Aleshaneevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr sensibles Thema, aber einfühlsam und berührend umgesetzt
    Sehr sensibles Thema, das einfühlsam und berührend umgesetzt wurde

    Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch Tanja auf ihrem Blog "Der Duft von Büchern und Kaffee". Weder das Cover noch der Klappentext hätten mich angesprochen, aber ich probiere immer gerne auch mal etwas anderes aus. Nach dem kurzen Vorwort war ich allerdings fast schon am überlegen, ob ich es wirklich lesen möchte. Das Thema ist hier Kindesmissbrauch - und obwohl ich nicht dafür bin, davor die Augen zu verschließen, gehe ich diesen Themen in Büchern aus dem Weg, da sie mir einfach zu nahe gehen.

    Trotzdem wollte ich der Geschichte eine Chance geben und der Autor hat es tatsächlich geschafft, eine Atmosphäre zu schaffen, die eine gewisse Art von Leichtigkeit und Unschuld behält und trotzdem berührende Momente zu schaffen, die sehr tief gehen; eine schwierige Gratwanderung, die gerade gegen Ende des Buches immer dramatischere Züge annimmt.

    Es beginnt mit einem Märchen, einem, wie ich finde, zutiefst traurigen Märchen über das Mädchen mit den Schwefelhölzern, das der Großvater Eric seinen Enkeln zu Weihnachten vorliest.
    Dabei erinnert er sich an einen Winter im Jahr 1962, als er selbst gerade 14 Jahre alt war und mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Salt Lake City umgezogen ist. Sein Vater war zu dieser Zeit sehr krank und das Geld knapp - es war nicht einfach für ihn, aber er hat versucht, das beste draus zu machen.

    Wie Eric auf Grace trifft und wie die beiden füreinander da sind wird kurzweilig aber sehr einfühlsam beschrieben. Eric hat lange keine Ahnung, warum Grace von zu Hause ausgerissen ist - er ist ein guter Junge, naiv und zum ersten Mal verliebt. Er tut alles für sie, auch wenn er mit der Situation total überfordert ist und sich zu Entscheidungen hinreißen lässt, vor denen er eigentlich Angst hat.
    Die Beschreibung der damaligen Zeit ist dem Autor gut gelungen, ich konnte mich in die Situation der beiden sehr gut hineinversetzen, auch wenn alles aus Erics Perspektive erzählt wurde. Anfangs liest es sich noch "einfach", aber man erkennt recht schnell, welches Leid hinter all dem steckt und weiß trotz der fiktiven Idee, dass es vielen anderen Kindern und Jugendlichen gerade in diesem Moment genauso ergeht. Kleine Anspielungen und vor allem die kurzen Auszüge aus Grace´s Tagebuch, die an den Kapitelanfängen stehen, berühren sehr und zeigen wie hilflos und verzweifelt sie tatsächlich ist.

    Es gab ein, zwei Ereignisse, die der Autor angeschnitten hat, die ich etwas unpassend fand, wo es um Krieg und Atombomben geht, warum er die Handlung gerade in der Zeit der Kuba Krise gelegt hat konnte ich nicht so recht nachvollziehen und hat mich etwas irritiert. Aber das war nur ein kurzer Moment, dem ich nicht wirklich Beachtung geschenkt habe. Auf was er genau damit anspielen wollte hab ich vielleicht auch einfach nicht verstanden.

    Verstanden hab ich aber sehr deutlich, wie sehr ihm am Herzen liegt, dass diese Probleme und das Leid dieser Kinder gesehen und verstanden wird und wie wichtig es sein kann, dass jemand, auch ein einzelner Mensch, so viel gutes tun und helfen kann.
    Eine tiefgehende und ergreifende Geschichte, die mir sehr zu Herzen gegangen ist.

    © Aleshanee
    Weltenwanderer

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    Nelings avatar
    Nelingvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Emotional packendes Buch eines meiner Lieblingsautoren, das sicher keinen unberührt lässt.
    Nichts für Leser, die nur seichte Unterhaltung mit Happy end suchen

    Emotional packendes Buch eines meiner Lieblingsautoren


    Nichts für Leser, die nur seichte Unterhaltung mit Happy end suchen

    Die Geschichte beginnt Weihnachten2006, als die Enkel ihren Großvater bitten ihnen das Märchen  "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen" vorzulesen. Sie sind ganz betroffen, als ihr Großvater beim Vorlesen beginnt zu weinen und trösten ihren Opa damit, dass es ja nur eine ausgedachte Geschichte sei. Doch für ihn ist es mehr und er nimmt uns mit auf eine spannende Reise zurück in den Herbst 1962 nach Salt Lake City.

    Er überschreibt diese Reise mit einem Zitat aus seinem Tagebuch. Einträge aus einem Tagebuch stehen in vielen Erzählungen R. Paul Evans über den jeweiligen Kapiteln, das ist etwas, was mich an seinem Schreibstil sehr anspricht. Die anderen Zitate sind dann aus dem Tagebuch von Grace. 

    Grace war eine Ausreißerin, in der Geschichte wird aber mehr und mehr deutlich, dass der Ausdruck "Fliehende" es besser trifft. Der 14 jährige Eric trifft die fast 16 jährige Grace an den Abfallkübeln eines Restaurants und geht mit der "Streunerin" eine Freundschaft ein. Er versteckt sie im heimischen Garten in einer Bude, die er mit seinem 10 jährigem Bruder Joel gebaut hat.   Ihr schlimmes Geheimnis bleibt erst mal im Dunkeln... aus der Freundschaft entwickelt sich eine vorsichtige erste Liebe.

    Der Schriftsteller R. Paul Evans nimmt die Leser mit seinem unnachahmlich packenden Erzählstil mit auf diese emotionale Reise und lässt keinen unberührt, regt zum Nachdenken an. 

    Die Geschichte wird ja vom  damals 14 Jährigen Jungen erzählt und dadurch ist der Stil etwas knapp eher sachlich geschildert, was aber dem Roman keinen Abbruch tut, die Zitate von Grace gleichen das auch aus.

    Diese Geschichte bekommt von mir verdiente 5 Sterne und ist ein sehr gelungenes Werk von einem meiner Lieblingsautoren.  


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    Nikkeniks avatar
    Nikkenikvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wahnsinnig bewegendes Buch zum nachdenken
    Einfach nur WOW


    Mir fehlen echt die Worte.
    Richard Paul Evans hat es geschafft aus einem sehr traurigem Thema ein Buch zu schreiben was einen nicht nur zum nachdenken anregt sondern auch gefühlsmäßig an Grenzen bringt.


    Die Einleitung wurde vom dem Autor sehr gut gewählt.
    Mit dem "Mädchen mit den Schwefelhölzchen" hat mich das Buch gleich in seinen Bann gezogen.


    Die Story von Grace lässt einmal den Atem stocken und erstmal wieder begreifen, wie selten Kinder wirklich was "wert" sind.


    Aus Angst verlässt Grace ihr Zuhause, wo sie mehrfach misshandelt wurde. Sie trifft auf den Jungen Eric der Ihr ein Dach über den Kopf, Sicherheit, Kleidung und essen gegeben hat. Er stand bis zum Ende immer an Ihrer Seite, auch wenn es manchmal schwierig wurde oder er sich als junger Teenie noch oft unbeholfen und unsicher fühlte.


    Aus Freundschaft wurde Liebe.
    Zwei junge Menschen die versucht haben in einer Welt zu leben die frei ist von Gewalt und "Erwachsenen" die Ihnen nie glauben würden das in ihrem Leben etwas schief läuft, weil sie zu "jung und dumm" waren.


    Bis zum Ende ist das Buch sehr emotional und zu tiefst berührend.


    Mir als Mutter ging das Ende sehr ans Herz mit kleinen Tränen in den Augen und aber auch mit Wut auf das System.


    Ich kann es nur weiterempfehlen, weil es einfach mitreißend ist.

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    MellisBuchlebens avatar
    MellisBuchlebenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Authentische Darstellung
    Authentische Darstellung

    Manches war in diesem Buch lustig, aber vor einem ernsten Hintergrund. Das Geheimnis von Grace ist gut in die Handlung verpackt und wird erst nach und nach Eric - und damit auch dem Leser klar. 
    So ganz nebenbei erfährt man sehr viel über die 60er Jahre, was ich sehr informativ fand, da diese Dinge in die Geschichte eingestreut sind und mich somit nicht überfordert haben. 
    Grace' Geheimnis wird so aufgearbeitet (ohne jetzt verraten zu wollen, worum es genau geht), dass es auch für schwache Gemüter leicht zu lesen sein dürfte. Es geht darum, was mit Grace geschah und nun aus ihr wird. Das Buch setzt also da ein, wo das Geschehene bereits passiert ist. Ich spreche mit Absicht in Rätseln, um nicht zu viel preiszugeben. 
    Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, weil sowohl Grace' Geheimnis als auch die Zeit, in der es spielt, authentisch dargestellt werden.

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    Angela2011s avatar
    Angela2011vor 3 Jahren
    Mein Winter mit Grace

    Eric arbeitet nach der Schule im Fastfood-Restaurant "Queens", wo er sich ein wenig Taschengeld verdient. Eines Tages trifft er dort Grace, und sie erzählt ihm, dass sie von Zuhause abgehauen ist. Eric nimmt sie mit zu sich nach Hause, und versteckt sie in der Gartenhütte. Die beiden werden schnell Freunde, und Eric hilft Grace wo er nur kann, und versucht viel Zeit mit ihr zu verbringen. Als er irgendwann erfährt warum Grace von Zuhause abgehauen ist, trifft er die Entscheidung sie unbedingt weiter verstecken zu müssen ...

    Wow, das war ein Roman der es wirklich in sich hatte. "Mein Winter mit Grace" hat mich durch den Schreibstil des Autors Richard Paul Evans so gefesselt, das ich es kaum zur Seite gelegt habe - nur wenn ich wirklich musste. Themen wie Liebe, Freundschaft und Mitgefühl, springen förmlich nur so aus dem Buch heraus. Der Autor hat alles reingepackt, was den Leser einfach nur fesseln kann, und mir ging es dabei ja auch nicht anders.

    Eric, Grace und Joel, sind liebenswerte Charaktere, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. So oft wollte ich in die Geschichte hineinspringen und den beiden Brüdern mit Grace helfen. 

    Richard Paul Evans spricht schwierigere Themen in seinen Büchern an, und die Geschichten sind jedoch niemals übertrieben wirkend. Sie berühren den Leser, und lassen einen nach dem lesen des Buches auch nicht so schnell los. Ich habe mir auch noch viele Gedanken gemacht über die Geschichte gemacht, das ich es wirklich diesmal schwer hatte, in ein anderes Buch hineinzufinden.

    Eine gefühlvolle, traurige Geschichte, die jedem Leser die Augen öffnen wird und signalisiert, dass man immer mit offenen Augen durchs Leben gehen soll.  Ein Buch, bei dem bestimmt auch bei euch das ein oder andere Tränchen fließt.

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    Amalias avatar
    Amaliavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tolles durchaus zum Nachdenken anregendes Buch welches auch ausserhalb der kalten Jahreszeit lesenswert ist.
    Gut gemachtes Buch über eine besondere erste Liebe

    "Mein Winter mit Grace" hinterlässt mich ein bisschen zwiegespalten. Erwartet habe ich durch die Einleitung des Buches einen Roman der sich stark um die immer noch oft verschwiegenen Misshandlungen an Kindern dreht.
    Ich persönlich hatte allerdings das Gefühl, dass sich das Buch vor allem um die erste Liebe von Eric zu Grace dreht. Die Geschichte von Eric und Grace ist dabei sehr schön erzählt, bitte versteht das nicht falsch und liest sich auch mal sehr gut mit Pausen in  Abschnitten, aber für mich wurde das Thema, um das es gehen sollte irgendwie nicht gut genug herübergebracht. Das finde ich ein bisschen Schade, wer aber eine etwas traurige trotzdem schöne Liebesgeschichte lesen will, ist mit "Mein Winter mit Grace" gut beraten.

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    romanasylvias avatar
    romanasylviavor 5 Jahren
    Wunderschönes Buch

    Dies war mein erstes Buch von Richard Paul Evans, aber bestimmt nicht mein letzes. Wunderschöne Geschichte, passend für die Weihnachtszeit. Das Ende war allerdings sehr traurig.

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    Eternitys avatar
    Eternityvor 6 Jahren
    Rezension zu "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans

    Ich habe mir die Augen aus dem Kopf geweint, als ich das Buch gelesen habe. Besonders das Ende hat mich einige Taschentücher gekostet und mein Herz bluten lassen.
    Die Geschichte ist aus der Sicht von Eric geschrieben, einem 14jährigen Jungen, der in ärmlichen Verhältnissen zusammen mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder lebt. Es beginnt die Pubertät bei ihm und er fühlt sich häßlich und als Außenseiter. Doch dann trifft er bei seiner Arbeit in einem Fast-Food-Restaurant auf Grace, eine Mitschülerin von ihm. Sie ist hübsch und aufgeweckt und von Zuhaus fortgelaufen. Es ist bitterkalt und schneit. Eric hat MItleid mit ihr und nimmt sie mit zu sich, versteckt sie im Garten in einer Hütte, die er mit seinem Bruder im Sommer gebaut hatte. Eine zarte Liebesgeschichte entwickelt sich. Doch dann nimmt das Schicksal seinen Lauf und Eric merkt, dass er viel zu naiv war.
    Da das Buch aus Erics Sicht geschrieben ist, ist die Wortwahl und der Stil nicht so romantisch und poetisch, wie ich es mir erhofft hatte, sondern recht nüchtern und beschreibend, wie Männer nun mal so sind. Trotzdem zieht die Geschichte den Leser in ihren Bann!

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    Sarah_Os avatar
    Sarah_Ovor 6 Jahren
    Rezension zu "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans

    "Wer war sie? Sie war meine erste Liebe. Diejenige, die ich als Erste küsste. Sie war ein kleines Zündholzmädchen, das die Zukunft in der Flamme einer Kerze sehen konnte. Sie war eine Ausreißerin, die mit mehr über das Leben beigebracht hat als irgendjemand zuvor oder danach, mir ihr verlor ich meine Naivität." (S. 16)

    Mit diesen Worten aus dem Prolog leitet der mittlerweile erwachsene Eric, der Ich-Erzählerin in "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans, 44 Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit seine Erzählung über Grace ein, die so rührend und schön geschrieben ist, dass sie auf Anhieb zu einem meiner Lieblingsbücher geworden ist.

    Inhalt: 1962 zog der 14-jährige Eric mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder Joel aus Karlifonien wegen einer Erkrankung seines Vaters und finanzieller Nöte der Familie nach Salt Lake City. Bei seiner Arbeit dort in einem Burger-Restaurant erwischt er seine Mitschülerin Grace dabei, wie sie die Mülltonnen durchsucht und erfährt, dass sie von zu Hause fortgelaufen ist. Da es kalt ist und schon der erste Schnee fällt, lädt er sie ein sich in der Hütte zu verstecken, die er mit seinem Bruder gebaut hat. In den Wochen, in denen sie dort bleibt, verliebt sich Eric in sie, erfährt aber auch Dinge von ihr, die seine bisherige kindliche Sicht auf die Welt zerstören...

    Der Ich-Erzähler Eric ist noch sehr kindlich. Trotz der Krankheit seines Vaters und der Geldsorgen der Familie führt er ein behütetes Leben und versteht daher zuerst gar nicht, warum Grace von zu Hause weggelaufen ist und auf keinen Fall zurück möchte. Als Leser weiß man dank Vorwort schon, welches ernste Thema sich hinter dieser rührenden Liebesgeschichte verbirgt und der Autor setzt dieses Ende von Erics unbeschwerter Kindheit wirklich sehr ergreifend um. Eric macht im Laufe des Romans eine glaubhafte, überzeugende Wandlung vom naiven Kind zum desillusionierten Erwachsenen durch und erzählt, wie seine Erfahrungen mit Grace ihn für den Rest seines Lebens beeinflussen.

    Grace, deren Tagebucheinträge jedes Kapitel eröffnen, ist ein ernsterer Charakter, der in diesem Winter mit den Brüdern Eric und Joel seit langer Zeit wieder lernt glücklich zu sein und an das Gute im Menschen zu glauben. Die Liebesgeschichte zwischen der für ihre Alter sehr reif aber auch hilflos wirkenden Grace und dem unbeholfenen Eric, der zum ersten Mal mit einem Mädchen, noch dazu einem, das er im Gartenhaus vor den Eltern versteckt, zusammen ist, ist einfach nur wunderschön und doch auch sehr traurig, wozu auch der sehr einfühlsame Schreibstil beiträgt. Am Ende hatte ich Tränen in den Augen.

    Fazit: Eine rundum wunderschöne, traurige Geschichte über die erste, unbeholfene Liebe und das Ende einer behütetet Kindheit. Ein tolles Buch. 5 Sterne

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    Moenas avatar
    Moenavor 7 Jahren
    Rezension zu "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans

    Salt Lake City, 1962: Eric ist erst vor Kurzem mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder in die Stadt gezogen, nachdem sein Vater aufgrund einer Krankheit seinen Job aufgeben musste. Zufällig trifft Eric an einem eiskalten Herbsttag auf die Ausreißerin Grace und gewährt ihr Unterschlupf in einer selbstgebauten Hütte im Garten. Aus Zuneigung wird bald Freundschaft - und schließlich sogar Liebe. Doch je länger Grace' Aufenthalt dauert, desto deutlicher wird, dass das Mädchen ein dunkles Geheimnis in sich trägt - ein Geheimnis, das nicht nur Erics und Grace' Liebe zu zerstören droht, sondern Grace' ganzes Leben.

    "Mein Winter mit Grace" fiel mir durch eine Rezension auf einem anderen Blog auf und da das Buch gerade gut in die Jahreszeit passte, habe ich es sofort gekauft.

    Der Roman ist nicht nur ein Jugendbuch, auch wenn der Klappentext danach klingt. Zumindest sollte man Jugendliche damit nicht allein lassen, denn das Thema des Buches ist kein leichtes.
    Das Cover hat mich hierbei auch ziemlich in die Irre geführt. Man erwartet eine schöne Liebesgeschichte, passend zur ruhigen Jahreszeit. Aber das ist eine glatte Lüge, denn die Geschichte um Grace ist ernst und ziemlich bitter.

    Bevor man allerdings in den Roman einsteigen darf, muss man sich zunächst durch eine mehrseitige Widmung sowie ein ebenso langes Vorwort blättern. Etwas, das ich gar nicht mag. Danach folgt ein Abdruck des Märchens "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen", was mich widerum besänftigt hat. Denn das ist seit Kindertagen immer schon mein Lieblingsmärchen gewesen, sodass ich nun umso gespannter war, was es mit dem Roman auf sich hat und was das Märchen damit zu tun hat.

    Anfangs konnte mich das Buch dann nicht außergewöhnlich begeistern. Es beginnt 2006 mit einem kurzen Einstieg des älteren Eric, der auf seine Vergangenheit zurückblickt und sich an die Geschehnisse jenes Winters 1962 erinnert. So beginnt die Erzählung mit dem Umzug der Familie, als Eric gerade vierzehn Jahre alt ist. Man erfährt die Hintergründe um die Hütte im Garten und bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt von Eric selbst.

    Die kurzen Kapitel lassen sich dabei leicht und flüssig lesen, obwohl ich den Satzbau hin und wieder etwas merkwürdig fand - was aber durchaus auch an der Übersetzung liegen kann.
    Die Geschichte ist für Eric viele Jahre her und diese Distanz ist auch für den Leser spürbar. Da Eric auf recht nüchterne Weise von seinen Erinnerungen an den Winter mit Grace erzählt, berührte mich die Geschichte deshalb am Anfang auch nur wenig.
    Man ahnt schnell, was Grace' großes Geheimnis ist - besonders, wenn man das Vorwort gelesen hat - sodass ich nicht wirklich überrascht war, als es im Buch zur Sprache kam. Dennoch war ich erschüttert, gerade wegen der nüchternen Erzählweise Erics, die den Leser mit den Fakten und mit der Verzweiflung und Hilflosigkeit eines vierzehnjährigen Jungen allein lässt.

    Am Anfang jeden Kapitels steht ein kurzer Tagebucheintrag. Der erste stammt von Eric selbst, die anderen von Grace, was mich anfangs ein wenig verwirrte. Schließlich ist Eric der Ich-Erzähler des Romans und Grace Tagebucheinträge wirkten da auf mich zunächst fehl am Platz. Allerdings fand ich diese Art der Kapiteleinleitung immer besser, je weiter ich las, da man so auch einen kleinen Einblick in Grace' Gedanken bekommt. So handelt es sich bei den Einträgen entweder um kleine Zusammenfassungen des Tages oder um weise Sätze, die allerdings mehr nach Bibelzitaten klingen als nach den Gedanken eines sechzehnjährigen Mädchens.
    Allerdings nehmen die Tagebucheinträge teilweise bereits die Handlung des Kapitels vorweg, was ich an manchen Stellen schade fand. Da das Buch aber mehr von Emotionen lebt als von Spannung, tut das dem Lesevergnügen kaum Abbruch.

    Gegen Ende nimmt die Geschichte an Fahrt auf und die Spannung nimmt zu, sodass ich das Buch endgültig nicht mehr zur Seite legen konnte und die letzten Kapitel bis weit in die Nacht verschlang - was ein Fehler war, denn das Ende ist nach der bis dahin eher ruhigen Geschichte ziemlich heftig. Der Ausgang erschüttert, reißt den Leser in ein tiefes Loch, ohne dabei ein großes Drama zu inszenieren. Alles geht ziemlich schnell, es passiert einfach und am liebsten möchte man den Autor schütteln und schreien "Das kannst du nicht machen!".

    Der Epilog beschreibt schließlich die Jahre nach der Geschichte. Man erfährt, wie Erics Leben weitergegangen ist und wie die Geschehnisse um Grace ihn beeinflusst haben. Auf mich wirkte dieser Teil wie ein "Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute" und meiner Meinung nach hätte man ihn lieber weglassen sollen. An eine Geschichte, die kein Happy End hat, sollte man nicht zwanghaft versuchen, eines anzusetzen.

    Fazit:
    Ein bewegender Roman, der den Leser trotz - oder gerade wegen - des nüchternen Erzählstils am Ende mit Gänsehaut und einem Kopf voller Gedanken zurücklässt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Hallo, ich habe vor ein paar Tagen "Mein Winter mit Grace" ausgelesen. Es ist eine teils traurige, aber doch hoffnungsvolle Winter-/Weihnachtsgeschichte. Könnt ihr mir (Weihnachts-)bücher empfehlen, die ebenfalls ein wenig in diese nachdenkliche Stimmung versetzen, aber trotzdem auch fröhliche Abschnitte beinhalten? Dankeschön und liebe Grüße Dani
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