Richard Pfadenhauer , Dominik Auricht Trading mit Hebelprodukten

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Inhaltsangabe zu „Trading mit Hebelprodukten“ von Richard Pfadenhauer

Hebelprodukte können auch für Sie als Privatanleger sinnvoll sein, um an der Börse zu profitieren. Richard Pfadenhauer und Dominik Auricht wollen Sie dabei unterstützen, Hebelprodukte richtig und optimal einzusetzen und dabei nicht nur die Chancen maximal zu nutzen, sondern auch die mit dem Trading von Hebelprodukten verbundenen Risiken zu kennen, zu beherrschen und auf ein Minimum zu reduzieren.

Trading-Einsteiger lernen nicht nur Ein- und Ausstiegsszenarien sowie ein sinnvolles Risiko- und Money-Management kennen, sondern auch den Aufbau und die Vorteile von Hebelprodukten. Zudem geben die Autoren Hilfestellung bei den wichtigsten Kennzahlen und vermitteln Grundkenntnisse in der Fundamental- und in der Chartanalyse.

Ein kompakter Einstieg in die Welt der Börse und erste Schritte mit Hebelprodukten, übersichtlich und praktisch erklärt.

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    Trading mit Hebelprodukten

    R_Manthey

    16. December 2015 um 14:04

    Unter Hebelprodukten verstehen die Autoren dieses Börsen-Erklärungsbuches für absolute Anfänger ausschließlich Knock-out-Produkte, also Scheine, die beim Berühren eines bestimmten Kursniveaus des Basiswertes wertlos verfallen. Das sollte man zunächst einmal wissen, wenn man sich dieses Buch zulegen möchte. Nicht unerwähnt lassen sollte man weiter, dass es sich bei diesem Buch um eines der Sorte handelt, das viele erfolglose Trader mit ziemlicher Sicherheit zu Beginn ihrer Börsenkarriere gelesen haben. Bestimmt fanden sie es damals auch "praxisnah" oder belegten es mit anderen euphorischen Adjektiven. Das Buch verspricht seinen Lesern, sie in fünf Schritten zum erfolgreichen Trader zu machen. Merkwürdigerweise gibt es nicht wirklich viele erfolgreiche Trader. Dass immer wieder Anfänger auf solche Verheißungen hereinfallen, liegt sicher an der Arbeitsweise unseres Gehirns, das uns gerne einredet, schlimme Sachen würden nur anderen passieren, aber niemals uns selbst. Aufmerksame Leser dieses Buches könnten bemerken, dass beide Autoren bei der HypoVereinsbank arbeiten, also einem Emittenten jener Scheine, deren Trading sie ihr Buch gewidmet haben. Sie stehen also auf der Verkaufsseite, die Leser auf der Käuferseite. Tatsächlich spielen diese Scheine in ihrem Text jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Sie werden lediglich dazu benutzt, um den Kapitaleinsatz beim Börsenhandel zu reduzieren. In der Natur dieser Scheine liegt es jedoch, dass es egal ist, ob man (ein entsprechendes Bezugsverhältnis vorausgesetzt) im Gewinnfall sie oder den Basiswert handelt. Der Gewinn ist identisch, der Einsatz jedoch wesentlich geringer. Genau darin besteht ihre Hebelwirkung. Bei einem Verlust sieht die Sache etwas anders aus. Kommt es nämlich zum Totalverlust, dann verliert man in der Regel etwas mehr, weil die Scheine ein gewisses Aufgeld besitzen. Handelt man Aktien oder Indizes wie den MDax oder TDax damit, dann bekommt man es außerdem mit oft recht ungünstigen Geld-Brief-Verhältnissen zu tun, die sich im Verlustfall ebenso verlustvergrößernd auswirken. Nicht nur, dass der Hebel auch beim Verlust wirkt - es kommen also auch noch zusätzliche Verluste ins Spiel. Trading ist eine Art Hochleistungssport, den man nicht mal so nebenbei ausüben kann, wie das dem Leser in diesem Buch an verschiedenen Stellen eingeredet wird. Man lernt ihn auch nicht aus einem Buch, schon gar nicht aus einem wie diesem, obwohl gerade hier genau das Gegenteil propagiert wird. Das Verwirrende an solchen Büchern ist jedoch, dass sie fast nie etwas Falsches enthalten, dass aber andererseits dieser Inhalt nicht wirklich hilfreich, sondern bestenfalls informativ ist. Sie haben jedoch eine gewisse Berechtigung, weil sie Wissen vermitteln, das man benötigt, um die ersten Schritte beim Handeln mit Wertpapieren zu tun, bei denen man dann allerdings schnell merken wird, dass die Sache nicht ganz so einfach ist, wie geglaubt. Man wird sich deshalb einreden, es liegt daran, dass man etwas in diesen Büchern nicht verstanden hätte und/oder die eigene Psyche nicht im Griff hat. Das mag vielleicht sogar stimmen, doch die Wahrheit liegt viel tiefer: Bevor man kein schlüssiges Konzept besitzt, das zu eigenen Persönlichkeit passt und das man diszipliniert umzusetzen versteht, wird man immer wieder scheitern. Und ein solches Konzept wird in diesem Buch nicht vermittelt. Das geht erstens nicht und zweitens liegt es wahrscheinlich auch nicht im Interesse seiner Autoren. Die fünf Schritte, die jedermann zum erfolgreichen Trader machen sollen, sehen nach Ansicht der Autoren so aus: 1. Trading Konto eröffnen (5.000 - 25.000 €), 2. Risiken begrenzen und Chancen wahrnehmen, 3. Den richtigen Weg wählen - So bilden Sie sich eine Meinung und setzen sie professionell um, 4. Von der Marktbeobachtung zur Trading-Idee, 5. Das richtige Produkt zur richtigen Zeit - Was sind Hebelprodukte und wie können Sie diese beim Trading einsetzen? Dann folgen noch ein paar der üblichen Verhaltenstipps wie Abstand wahren und diszipliniert bleiben, Buch führen und Geduld haben. Und schon ruft die goldene Zukunft. Oder doch nicht? Es würde leider den Rahmen einer Rezension sprengen, wenn ich dazu detaillierte Ausführungen machen würde. Vielleicht nur so viel: Unter den Tipps nach den fünf Schritten findet man auch ein Kapitel mit der Überschrift "Verhaltensanomalien" und darunter einen Abschnitt "Selektive Wahrnehmung und Expertengläubigkeit". Chartbetrachtungen, wie sie in diesem und den meisten anderen Börsenbüchern behandelt werden, gehen immer von der Gegenwart in die Vergangenheit. Alles steht somit fest. Das suggeriert oft Zusammenhänge, die es so gar nicht gibt, weil man an dem gezeigten Chart immer sieht, wie aus einem Ereignis X später das Ereignis Y wurde. Tatsächliches Trading verläuft aber aus der Gegenwart in die Zukunft. Das ist eine völlig andere Situation. Plötzlich liegt das Ereignis X vor, aber der Markt macht kein Y, obwohl er doch eigentlich müsste. Und das passiert viel zu oft. Der Versuch, einen Chart zu interpretieren, führt bei Anfängern mit hoher Sicherheit immer zu schiefen Wahrnehmungen, weil sie die Entstehung einer solchen Grafik nicht verstehen und an Gesetzmäßigkeiten glauben, die es so nicht gibt. Was uns nämlich unter anderem bei einer Chartbetrachtung in Büchern verschwiegen wird, ist die dahinter stehende Statistik. Wie oft passiert das, was uns da gerade erklärt wurde, tatsächlich so? Und was bedeutet es, wenn es nicht passiert? Schiefe Wahrnehmungen beginnen also bereits beim Lesen von Börsenbüchern. Man sieht nur das, was man sehen soll. Erfolgreiches Trading hingegen beruht auf eigenen Erfahrungen. Und die kann kein Buch vermitteln. In meinen Augen haben die Autoren ein Buch geschrieben, das zur Sorte der üblichen allgemeinen Anfänger-Texte gehört und ein solches Wissen mehr oder weniger gut vermittelt. Ihr eigentliches Thema haben sie leider ziemlich verfehlt, vermutlich nicht ganz unabsichtlich. Als Anfängerbuch ist dieses Werk nicht schlecht, als ein Buch, das ein Trading mit Hebelprodukten erklären will, ist es hingegen dürftig, weil es erstens nur ein minimales Wissen vermittelt und dazu eine Allgemeinheit suggeriert, die es überhaupt nicht besitzt. Ich weiß nicht, wie man ein solches Buch bewerten soll. Es steht nichts Falsches drin, aber es hilft vermutlich nicht so wie es selbst vorgibt helfen zu wollen.

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