Richard Powers Der Klang der Zeit

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Inhaltsangabe zu „Der Klang der Zeit“ von Richard Powers

In einem Roman mit großen Figuren, farbigen Dialogen und vor dem Tableau der Rassenunruhen der letzten Jahrzehnte Amerikas erzählt Richard Powers die Geschichte einer Familie mit zwei Hautfarben – die eines vor den Nazis geflüchteten jüdischen Wissenschaftlers und einer Afroamerikanerin. Ihre Ehe wäre in vielen Staaten der USA noch ein Verbrechen, doch in New York fühlen sie sich sicher. Sie vertrauen ganz auf den amerikanischen Traum, dass sich jeder selbst neu erfinden kann. Mithilfe der Musik bauen sie ein Nest, das alle Dissonanzen der Welt fernhalten soll. Und es scheint zu gelingen: Der älteste Sohn wird ein gefeierter Tenor und Liedsänger, der mittlere begleitet ihn am Klavier, und einzig die Tochter durchschaut, dass sich nur Weiße leisten können, über die Hautfarbe hinwegzusehen, und schließt sich den Black Panthers an.<br><br> Denn wie eine Melodie sich nur in der Zeit der Musik entfaltet, entgeht keiner der Geschichte seiner Gegenwart: die Musik mag Zuflucht sein vor der Frage nach der Hautfarbe, doch schließlich droht die Familie an ihr zu zerbrechen ...

Dieser Familien-, Zeitgeschichts- und Musikroman ist einer der besten Romane, den ich die letzten Jahre erlebt habe, sehr glaubhaft.

— Dajana
Dajana

Grossartiges Portrait der Rassenunruhen in den 60er Jahren.

— InkeHamkens
InkeHamkens

Leider bin ich nicht über 150 Seiten hinausgekommen. Zu langatmig, leider.

— alyeska
alyeska

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Leider ist es etwas zu lang geraten, was die Geschichte oft ins Stocken bringt und beim Lesen ermüdend wirkt. Aber ich bereue nicht mich durchgekämpft zu haben. Neben den Ausflügen in die amerikanische Geschichte entwickelt das Buch auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte. Bis zuletzt habe ich mit Joey mitgefiebert und gehofft, dass aus ihm doch noch mehr wird als der aufopferungsvolle "Sklave" seiner Familie.

— LizBenet
LizBenet

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  • Physik trifft Musik

    Der Klang der Zeit
    InkeHamkens

    InkeHamkens

    12. October 2016 um 20:18

    Eine wunderbare mit Musik verwobene Familiengeschichte, die von herausragender sprachlicher Qualität ist. Das Buch hat mich nachhaltig beeindruckt. Es schafft die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, schwarz und weiss, Musik und Physik, Vater und Mutter auf vielen Ebenen und ist Powers' bestes Werk in meinen Augen.

  • musikalische Reise durch die Zeit

    Der Klang der Zeit
    andrea_strickliesel

    andrea_strickliesel

    23. April 2016 um 13:58

    Ich wollte dich nach New York entführen und dir ein Stück schöne Literatur vorstellen.Mein Buchdealer hat mir “Der Klang der Zeit” empfohlen und so habe ich mich an die 768 Seiten gewagt.Ich habe ein klangvolles Buch voller Musik gefunden. Einem Buch, randvoll mit bezaubernden Worten, melodiösen Sätzen. Ich habe Abhandlungen über die Zeit gelesen, die mich mehr verwirrt haben, als mir die Zeit zu erklären. Physikalische Belehrungen, die mich ermüdeten. Ich habe von New York gelesen. Von den Kämpfen zwischen Schwarz und Weiß, den Rassenunruhen in den Sechziger Jahren. Habe über die Geschichte zweier Jungen gelesen, deren Eltern nicht unterschiedlicher sein konnten. Die Mutter aus einer gebildeten schwarzen Familie und der Vater ein jüdischer Physiker, der aus dem Nazideutschland geflohen ist. Gegen allen Verstand heiraten die Beiden und bekommen drei sehr musikalische Kinder. Die Kinder Milchkaffeebraun / -weiß, mit so viel Musik in den Adern, dass der Ältere ein Stipendium an einer Musikschule bekam, wo seine Stimme Engelsgleich ausgebildet wurde. Obwohl es für schwarze Kinder ganz und gar nicht üblich war, eine solche Ausbildung zu bekommen. Geschweige denn, auf eine solche Schule zu gehen. Auch der Mittlere wurde auf diese Schule geschickt und erhielt eine Klavierausbildung. Stets im Schatten des Älteren, dazu verdammt immer nur der Diener, Schlichter und Kindermädchen für die Familie zu sein. Die viel jüngere Schwester, noch musikalischer als die Brüder, entschied sich, nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter, für einen ganz anderen Weg. Einen Weg, der mit Musik nichts zu tun hatte, aber auch den Klang der Zeit verdeutlichte. Einen Weg durch die Unruhen ...Die Kinder wachsen in einer Scheinwelt der so verschiedenen Eltern auf. Sie bekommen den Krieg zwischen den Hautfarben, der überall in Amerika brodelt, nur am Rande mit. Die Eltern unterrichten die Jungen zu Hause in New York, am Rande von Harlem, wo sich Schwarz und Weiß vorsichtig vermischen. Die Tochter wird später auf eine “normale” Schule gehen, nicht so weltfremd wie die Brüder. Die Kinder spielen lieber im Haus, als auf der Straße, wo die anderen Kinder schon darauf warten, die Mischlinge zu quälen. Als die Jungen in ein Internat umziehen, werden sie von fast allen Kindern akzeptiert, es sind wieder die weißen Eltern, die es zu verhindern wissen, dass engere Kontakte entstehen. Die Story wird größtenteils von Joseph, dem mittleren der Kinder erzählt. Nur wenn es in die Vergangenheit geht, als der Junge noch nicht geboren war, übernimmt ein Erzähler das Wort. Wo kommt bloß dieser Titel her? Ja, es handelt von Musik. Von den Schwierigkeiten der Schwarzen in einem Land, in das sie nicht freiwillig eingewandert sind. Es handelt von dem Niemandsland der Kinder von gemischten Partnerschaften. Aber der eigentliche Titel entstammt einem Abschnitt von Seite 191, wo der Vater seinen Jungen Noten aus einer Zeit zeigt, als es noch keine Notenschlüssel und Tonarten gab. Er erklärt ihnen das Geheimnis der Töne in der Zeit, als die Welt noch in einem anderen Rhythmus schlug. In einem Kloster an der Nordspitze von Manhatten, auf einem Hügel oberhalb des Hudson River. “The Cloisters” einer Zweigstelle des Metropolitan Museum of Art. (Einem Kloster, das aus verschiedenen Klöstern zusammengetragen wurde. Niemals in der Vergangenheit einen echten Sinn gehabt hatte.)Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen, nur manchmal war ich von den vielen Eindrücken, physikalischen und zeitlichen Ergüssen, den vielen Musikstücken und Komponisten und Sängern erschlagen. Ich war froh, auf den letzten Seiten des Buches eine Zeittafel der Geschichte und die für dieses Buch relevanten Momente zu finden. Einige Sänger und Komponisten habe ich mir im Internet zusammengesucht und auch da wieder einiges dazugelernt. Ich habe mir die Musik angehört, die auf den Seiten erwähnt wurde.Die Grundgeschichte hat mich gefesselt, hat mir ein Lesevergnügen bereitet, das mich die trägen Momente in dem Buch meist vergessen ließ.

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  • Leserunde zu "Heiß" von Gerd Schilddorfer

    Heiß
    Hoffmann_und_Campe_Verlag

    Hoffmann_und_Campe_Verlag

    Eine mörderische Jagd nach dem größten Geheimnis der Antike Ein alter, weiser Künstler im Hindukusch, grausam ermordet. Eine schöne Archäologin, niedergestochen in Alexandria. Ein Berliner Nachtwächter mit durchgeschnittener Kehle. Die Spuren führen zu einem sagenumwobenen, von Skorpionen bewachten Grab in der Sahara, dessen Geheimnis so kostbar ist, dass Menschenleben wenig zählen ... (Leseprobe)  Wir vergeben wir 20 Ebooks (Epub) dieses spannenden Thrillers. Hast Du Lust mit uns zusammen den Roman "Heiß" von Gerd Schilddorfer noch vor dem offiziellen Erscheinungsdatum am 16. August 2013 zu lesen, es mit dem Autor und den anderen Lesern zu diskutieren und zu rezensieren? Dann bewirb Dich bis einschliesslich 21. Juli 2013 im Unterthema "Bewerbung" - wir freuen uns auf Deinen Kommentar! Der Autor Gerd Schilddorfer wird uns bei dieser Leserunde begleiten und uns auf alle Fragen antworten sowie Hintergrundinformationen zum Buch geben können. Wer mag, der kann auch schon ein bisschen auf seiner Website stöbern - dort bloggt er nämlich regelmässig über seine Schriftstellertätigkeit und natürlich über die Entstehung des aktuellen Romans! Falsch, sein erster Thriller um den Abenteurer und Piloten John Finch erschien 2012 und wurde begeistert aufgenommen.Der Autor ist in Wien geboren und aufgewachsen. Er ist Journalist, Fotograf, Weltenbummler und begeisterter Motorradfahrer. Er lebt und arbeitet in Wien, aktuell in Berlin und wo immer es ihn gerade hinverschlägt. Er schreibt seit einigen Jahren Kriminalromane sowie Thriller. Weitere Informationen zum Buch auf der offiziellen Website Schilddorfer.de

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    • 5098
  • "Alle Macht dem Milchkaffee!"

    Der Klang der Zeit
    lippunermarc

    lippunermarc

    11. December 2014 um 13:19

    In seinem breit angelegten Roman erzählt Richard Powers vom Zerbrechen einer amerikanischen Familie an den Grenzen von Schwarz und Weiß. Ich habe das Buch direkt nach seinem Erscheinen 2004 gelesen und damals auf NEON.de eine ausführliche Rezension dazu geschrieben.Meine Eindrücke hier noch einmal in gekürzter Form wiederzugeben, hat mit den derzeitigen Ereignissen in Ferguson zu tun. Denn Powers' weit angelegter Familienroman, der einen Vergleich mit Thomas Manns Buddenbrooks durchaus zulässt, ist auch zehn Jahre nach seinem Erscheinen von brisanter Aktualität. Wie Thomas Mann beobachtet Powers den langsamen, drei Generationen umfassenden Verfall einer Familie. Während Mann jedoch die Dekadenz eines etablierten Bürgertums beschreibt, kämpfen die Figuren in Powers’ Roman erst einmal um die Anerkennung ihrer Bürgerrechte: Ein jüdischer Exilant und eine Afroamerikanerin verlieben sich auf dem Konzert der farbigen Sängerin Marian Anderson, welche, nachdem ihr Auftritt in der Constitution Hall aufgrund von rasseideologischen Bedenken verhindert worden ist, am Ostersonntag 1939 - unterstützt von einem Protestkomitee der amerikanischen First Lady - vor Zehntausenden von Menschen am Fuße des Washingtoner Lincoln-Denkmals singt und über die weiße Welt triumphiert. Berauscht von diesem Ereignis und beseelt von der Hoffnung, dem amerikanischen Traum jenseits der Rassentrennung ein Stück näher gekommen zu sein, heiraten Delia und David in vollem Bewusstsein, dass ihre Ehe in einem Großteil der Vereinigten Staaten noch immer ein Verbrechen ist und in den übrigen Anlass genug bietet für Diskriminierung und Hass. Mithilfe der Musik, die Grenzen wie Rasse und Klasse mühelos überschreitet, beschließen sie, die Realität vor ihrer Haustür zu ignorieren und setzen ihre drei Kinder im Niemandsland zwischen den Rassen aus. Sie sollen Kinder eines kommenden Zeitalters sein, wo die Kategorie Rasse nicht mehr existiert, wo alles vermischt ist und wie in einem Akkord harmonisch zusammenklingt. Der Roman ist streng komponiert und zeugt von einer beeindruckenden sprachlichen Musikalität: „Rhythmus, das ist eine geschlossene zeitartige Schleife“, eine Schleife, die sich in der Erzählstruktur des Romans wiederfindet, dessen letztes Kapitel die Nichtigkeit der Zeit offenbart. Powers durchbricht bewusst die lineare Struktur seiner Geschichte, er arbeitet mit Wiederholungen und wechselnden Erzählsituationen, füllt Seiten mit einer Vielzahl von musikalischen Metaphern und Bildern. Vielleicht ist es gerade diese Virtuosität, die den Eindruck erweckt, der Roman ist an einigen Stellen zu lang geraten, zu ausufernd und extensiv. Andererseits unternimmt Powers den gewaltigen Versuch, die Geschichte des schwarz-weißen Amerikas zu beschreiben, ein Unternehmen für das 750 Seiten kaum ausreichen können: „Ich habe oft überlegt, wie Amerika aussähe, wenn die Regel umgekehrt gewesen wäre. Wenn ein Tropfen weißes Blut genügt hätte, um einen Amerikaner weiß zu machen.“ Powers fügt die Familiengeschichte nahtlos in die Zeitläufe der amerikanischen Geschichte ein; er spannt einen Bogen vom Bürgerkrieg bis zu den Straßenkämpfen in Los Angeles, bei denen vor 22 Jahren nach dem Freispruch von vier weißen Polizisten, die den Schwarzen Rodney King beinahe zu Tode geprügelt hätten, 54 Menschen starben, über 2300 verletzt wurden und mehr als 700 Häuser brannten. Die Berichterstattung um Ferguson liest sich wie ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte von 150 Jahren Sklavenbefreiung, „bei der niemand befreit wurde“. Der Roman ist das Lehrbild einer unendlichen Geschichte der Intoleranz, egal ob es Antisemitismus, Rassenhass oder Glaubenskriege betrifft. Die Antwort auf die Frage, ob sich in den Köpfen der Menschen etwas ändern wird, liefert die Welt täglich selbst:"Irgendwann in der Zukunft. Oder kurz danach."

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  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. August 2012 um 11:25

    Der Erzähler Joseph (auch Joey genannt und von seinem älteren Bruder mit dem Spitznamen Muli belegt) ist wie seine zwei Geschwister Mulatte. Sein älterer Bruder Jonah ist heller als er geraten, seine um einiges jüngere Schwester Ruth so dunkel wie die Mutter. Der Vater David Strom ist ein in die USA emigrierter, anscheinend nicht einmal semitisch eingedunkelter, nicht bekennender deutscher Jude, die Mutter Delia Daley eine unverkennbare Schwarze. Beide Elternteile weisen außerordentliche Begabungen auf. Der etwas lebensfremde Vater befasst sich als in die USA ausgewanderter Physiker u. a. mit Theorien, die mit der Entwicklung der Atombombe zu tun haben. Die Mutter, Tochter eines beliebten schwarzen Arztes, ist Sängerin in einem namhaften afroamerikanischen Chor. Durch ein mehr oder minder zufälliges, für den Fortgang des Romans aber möglicherweise bedeutsames Ereignis haben sich David und Delia ineinander verliebt und letztlich sogar mit Einwilligung der Eltern mütterlicherseits geheiratet. Ihre Kinder wachsen trotz der in den USA immer noch zu beachtenden Rassentrennung so auf, als gäbe es diese gar nicht. Der Roman, dem eine nicht nur für seine handelnden Gestalten, sondern für das Schicksal aller nicht der weißen Rasse angehörenden US-Amerikaner bedeutungsvolle Zeittafel beigefügt ist, befasst sich mit den Problemen der drei Kinder Jonah, Joey und Ruth. Während Joey zunächst als Pianist und zeitweise auch als Sänger ganz für die Karriere seines der Musik der Weißen und damit letztlich auch den Weißen verschriebenen Bruders da ist, geht die Schwester Ruth mit ihrem Mann den Weg zu den Schwarzen Panthern. Dem sich in seinem musikalischen Talent bescheiden gebenden Joey kommt die Rolle eines Grenzgängers und Vermittlers zu. Grenzgänger, wie seine Geschwister, zwischen den Rassen, und Vermittler innerhalb der Familie, die an ihren Problemen zerbricht. Die Mutter Delia kommt bei einem Brand ums Leben; der Vater David schafft es danach nicht, den Zusammenhalt mit seinen Kindern aufrechtzuerhalten, er stirbt an Krebs; Ruth verliert ihren Mann nach einer Verletzung durch Streifenpolizisten; Joey geht eine Verbindung ein, die er aufgibt, obwohl er sich dafür Vorwürfe macht; Jonah stirbt als international renommierter Gesangsstar nach seiner Versöhnung mit Ruth und nach einem Wechsel seiner inneren Einstellung hin zu seinen schwarzen Genen aufgrund einer Verletzung, die er sich bei einer Beteiligung an einer Straßenschlacht in LA zugezogen hatte. Alles Weitere findet ein Ende, das die Zukunft nicht ganz so hoffnungslos erscheinen lässt wie die Zeit zuvor. Ein Plädoyer für die Gleichheit aller Rassen und für eine alle Menschen vereinende Menschlichkeit. Der im Nationalsozialismus ins Verbrecherische getriebene und vorher schon in Ländern des britischen Kolonialreichs genährte Mythos von der Überlegenheit der arischen Rasse hat sich in den USA leider lange gehalten. Bei den Republikanern schwelt er trotz oder gerade bei einem Präsidenten Obama nach wie vor. Nach wie vor muss man sich deshalb mit dem Autor wohl fragen: „Der Fisch und der Vogel können sich verlieben. Doch wo bauen sie ihr Nest?“ - Ein Buch für die Gleichwertigkeit aller Musikrichtungen, wenngleich die verbindende Kraft der Musik darin nicht anerkannt wird. Hier hätte ich mir freilich doch ein wenig mehr Differenzierung gewünscht. Elektronisch verstärkte Popmusik und etwa Vokalgesang aus der Renaissance dürfen meines Erachtens einfach nicht gleich überschwänglich gelobt werden. Davon abgesehen dürfte das Buch in seinen die Musik behandelnden Teilen für manchen Leser vermutlich etwas esoterisch wirken, wird manchmal doch ein musikalisches Grundwissen vorausgesetzt, das nicht bei jedem Leser anzutreffen sein wird. Jedenfalls hat der Autor Einblick in die Musikszene. Das beweist er z.B. mit Sätzen wie: „Die Musik des Abendlandes ist in guten Händen. Bei Millionen von Koreanern und Japanern.“- Ein Roman, der auch die Verletzlichkeit der Mitglieder einer engen und weiteren Familie vor Augen führt. Er demonstriert, wie das Einvernehmen zwischen Eltern und Kindern und zwischen Geschwistern unter egoistischen Ansichten leiden kann. - Mit Elke Heidenreich darf man wohl sagen: Ein wunderbares Buch. Dieses Urteil soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch auch Schwächen hat. So wirkte auf mich die ständig wiederholte Verherrlichung des Talents von Jonah und die gelegentlich übersteigerte Begeisterung für diesen oder jenen Komponisten oder für dieses oder jenes Musikstück, insbesondere aber für die jeweils von Jonah oder auch Joey bevorzugte Musikrichtung, nicht immer überzeugend. Und was einen Romanleser am meisten irritiert: Er muss sich durch das Buch richtig durchkämpfen, so ging es zumindest mir, denn es ist nicht nur unterhaltend, sondern bedeutet über viele Passagen hinweg Arbeit. Trotzdem habe ich mich für fünf Sterne entschieden. Wenn man das Buch gelesen hat, weiß man, dass man sich mit Gedanken beschäftigt hat, die es wert sind.

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  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. July 2012 um 16:27

    wundervolles buch!ergreifend und z.t. so berührend, dass ich es weglegen musste, um das gelesene zu verarbeiten.
    insgesamt habe ich über 8 monate an dem buch gelesen, weil es mich persönlich auch (aufgrund eigener geschichte) sehr getroffen hat.
    lesenswert und sehr wichtig!

  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    Cosifan

    Cosifan

    27. June 2012 um 14:00

    Das Buch behandelt eine außergewöhnliche Familiengeschichte in den USA in den 30er und 40er Jahren. Ein weißer, aus Deutschland geflohener Jude verliebt sich in eine schwarze Amerikanerin aus gutem Hause, sie heiraten und bekommen drei Kinder. Das Familienleben wird beeinträchtigt durch den in den USA zu der Zeit herrschenden Rassismus. Trost findet die Familie in der Musik. Alle sind sehr begabt, einer der Jungen wird zu einem der größten Sänger der USA und eine große Berühmtheit. Das Buch hat viele sehr anrührende Stellen. Besonders ist mir die Beschreibung der Beerdigung der Mutter im Gedächtnis geblieben, wo auf schätzungsweise 2 Seiten die verschiedenen Brauntöne der Hautfarben der Beerdiungsbesucher beschrieben werden. Fazit: ein unbedingt lohnendes, sehr zu Herzen gehendes Buch.

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  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    Ritja

    Ritja

    29. April 2012 um 21:57

    Ich habe mich bemüht und zweimal das Buch begonnen, aber beide Male konnte es mich nicht fesseln. Nach gut 340 Seiten wollte ich nicht mehr weiterlesen. Zu langatmig und zäh ist diese Geschichte. Schade!

  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    LittleMugwump

    LittleMugwump

    Der Klang der Zeit ist ein Roman, der sich nicht auf ein Thema festlegen lässt. Es geht um den Zauber der Musik, die Rassenproblematik in Amerika, Familienzusammenhalt, physikalische Fragen, jedoch besonders um die Schönheit und Traurigkeit eines Lebens. - Inhalt: David Strom - ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland - und Delia Daley - eine Sängerin aus einer stolzen farbigen Familie - versuchen das Unmögliche und gründen eine Familie. Sie bieten allen Regeln die Stirn und bekommen drei äußerst musikalische Kinder, die allein ihrer Herkunft wegen zu absoluten Außenseitern verdammt sind. Jonah, Joseph und Ruth müssen nun mit den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen einen Platz in einer Welt, in der sich alles um Hautfarbe dreht, finden. Obwohl die beiden Jungen eine erfolgreiche Karriere als klassische Musiker beginnen, kristallisisert sich immer mehr das Scheitern des unerreichbaren Traums heraus, ein Leben außerhalb von Kategorien und Anfeindungen zu führen. Ruth hingegen, die nie versucht hat diesen Traum zu leben, wendet sich von den verfallenden Familienbanden ab. - Stil/Sprache/Eigene Meinung: Zu sagen, Richard Powers schreibe mit viel Gefühl, wäre eine schamlose Untertreibung. Er bringt es fertig, Dinge zu formulieren, die ich selbst jetzt, da ich von ihnen gelesen habe, mit Worten nicht fassen könnte. Es ist nicht nötig, alle Gedanken zu verstehen, die Powers in seinem Buch festgehalten hat, er schafft mit ihnen - vielleicht gerade deshalb - eine einzigartige Atmoshpäre. Seine Figuren sind so klar gezeichnet, dass man es nicht nur denkt, man weiß, dass man sie kennt. Er beschwört Bilder, die einen noch lange Zeit begleiten. Sein Schreibstil ist weder zu pathetisch noch zu trocken, sondern passt sich der Stimmung der Situation mühelos an, nicht umgekehrt. Es fällt mir sichtlich schwer, die Vollendung (nein, keine Übertreibung) dieses Romans zu beschreiben, doch ich kann nur jedem empfehlen, der sich gern in Geschichten verliert, sich dieser einmal anzunehmen.

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    • 2
  • Leserunde zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Daniliesing

    Daniliesing

    "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk ist ein ganz besonderer Roman im Rowohlt Verlag, für den wir 25 Testleser suchen. Es ist ein Buch, das selbst ein wenig wie ein Musikstück ist, mal ruhig und angenehm, mal dramatisch und laut - vor allem aber mit viel Gefühl. Rachel Cusk hat einen emotionalen Roman aus dem Leben eines Musikers geschrieben, der zwar völlig in der Musik lebt, sich dafür aber schwer mit dem Alltäglichen tut: Seitdem Thomas Bradshaw aus dem Arbeitsleben ausgestiegen ist, um sich um seine achtjährige Tochter zu kümmern, lernt er Klavierspielen, was ihm in den schwierigen mittleren Jahren über die Runden hilft. Seine Frau Tonie hat indessen eine überaus fordernde Vollzeitstelle an der Universität angenommen – ein Rollentausch, der, vom Rest der Familie misstrauisch beäugt, bald zu komischen und auch zu tragischen Verwicklungen führt. Denn Thomas besorgt zwar regelmäßig frische Blumen fürs «Musikzimmer», teure italienische Schuhe für die Tochter, vertieft sich in die Goldberg-Variationen. Aber in Fragen der Haushaltsführung ist er eher Ach als Bach. Tonie hat dagegen mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen: mit einem Vorgesetzten, der sie auf sehr subtile Weise klein hält, mit den Annäherungsversuchen eines jüngeren Kollegen – und, nicht zuletzt, den missbilligenden Blicken der ultrakonservativen Eltern. Wenn ihr Lust aufs Versinken in dieser kleinen Musikwelt rund um die Familie Bradshaw in Buchform habt, bewerbt euch jetzt als Testleser unter "Bewerbung & Bekanntgabe" der Gewinner. Die 25 Testleser und jeder, der noch Lust hat, können sich dann später hier intensiv über das Buch austauschen und eine Rezension schreiben. Ihr könnt euch bis einschließlich 31. Juli 2011 als Testleser bewerben und mit etwas Glück das Buch gewinnen. Erzählt uns hierfür, welche Leidenschaft ihr habt - ist es vielleicht wie bei Thomas Bradshaw im Buch die Musik oder etwas ganz anderes? Wir sind gespannt! Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier: http://www.rowohlt.de/fm/131/Cusk_Bradshaw.pdf

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    • 279
    Bri

    Bri

    20. August 2011 um 20:39
    mabuerele schreibt Musik spielt ja hier nur eine untergeordnete Rolle. Ich habe mal ein Buch angehängt, wo die Musik wesentlich mehr im Mittelpunkt steht. Nebenbei ist es noch ein klasse Krimi.

    Das finde ich auch ... ich bin zwar erst so ca. in der Mitte, aber wenn da nicht noch ein bißchen mehr kommt ,dann weiß ich nicht so recht, was die Frage bwz. der Thread hier soll. Ich machs mal ...

  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    ninchen1809

    ninchen1809

    04. January 2011 um 17:50

    David ist jüdischer Physiker, der aus Deutschland vor den Nazis geflüchtet ist. Delia ist dunkelhäutig und träumt davon eine berühmte Sängerin zu werden. Beide lernen sich am Ostersonntag 1939 zum legendären Freiluftkonzert am Lincoln-Denkmal der schwarzen Altistin Marian Anderson, der aufgrund ihrer Hautfarbe ein Auftritt in der Constitution Hall verwehrt blieb. David fragt an diesem Tag Delia mehrfach nach einem Wiedersehen, welches sie für absolut unmöglich hält. Doch David gibt nicht auf, beide treffen sich wieder und „wagen“ es zu heiraten. David gibt ihrer zukünftigen Zweisamkeit trotz der Rassenproblematik mit folgenden Sprichwort eine Chance: „Der Fisch und der Vogel können sich verlieben“. Aus dieser Ehe werden drei Kinder geboren: Jonah, Joseph, der Ich-Erzähler in diesem Buch, und Ruth. Diese drei Kinder fragen den Vater, welcher Rasse sie denn angehören und David antwortet darauf: „Ihr macht Eure eigene Rasse auf“. Die Kinder versuchen jenseits aller Rassenideologie sich selbst zu finden und scheitern. In ihrer Kindheit fliehen die Kinder noch in die Musik, aber als sie ihr zu Hause verlassen, schafft es keiner der drei „eine eigene Rasse aufzumachen“. Der älteste der Kinder, Jonah, schlägt eine erfolgreiche Karriere als Tenor ein und ignoriert seine Hautfarbe. Joseph, der mittlere der Kinder, begleitet seine Geschwister ausschließlich und lebt kein eigenes Leben. Die Jüngste, Ruth, verlässt als Erste den gemeinsamen Zufluchtsort Musik, bricht mit ihrem weißen Vater und schließt sich den tendenziell radikalen Black Panthers an. Powers ist es aus meiner Sicht hervorragend gelungen, persönliche Geschichten mit den historischen Ereignissen zu vereinen. Sein literarischer Stil, die Nähe, die er zu seinen Charakteren aufbaut, und seine inhaltliche Tiefe haben mich schon beeindruckt. Dieser Roman ist keine besonders leichte Lektüre und zum „Runterlesen“ nicht geeignet. Allerdings waren einige Passagen ein bisschen langatmig, was unter Umständen auch an mir liegen kann, weil ich mich nicht für klassische Musik interessiere.

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  • Frage zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    GraceKelly

    GraceKelly

    Der Klang der Zeit von R. Powers ist eine total schöne Liebeserklärung an die Musik. Welche wetieren Romane kennt ihr, bei denen Musik eine Rolle spielt? Mein Onkel ist Musiker und ich würde ihm gerne eines eurer Vorschläge schenken! Danke

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  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    Clari

    Clari

    17. June 2010 um 23:19

    Der Klang der Zeit ist ein überdimensioniertes Werk, daß die amerikanische Geschichte der Rassendiskriminierung von den frühen vierziger Jahren bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Worte fasst. Am Beispiel einer schwarzen Familie, deren Tochter sich mit einem aus Deutschland geflohenen Juden verbindet, entsteht ein gewaltiges Familienepos, das Rassenhaß, Ausgeschlossensein, Verzweiflung und Identitätssuche in sich vereint. Verbindendes Glied zwischen den Beteiligten ist die Musik, insbesondere die alte Musik vom Barock bis hin zur Klassik und später noch zum Jazz. Delia, die farbige Mutter, und David, der jüdische Vater, bestimmen ihren Kindern Jonah, Joseph und Ruth ein Leben in Freiheit, die die Musik ihnen gewährleisten soll. Joseph, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, bleibt der Bruder, der allen anderen hilft, nie aber zu einem eigenen Stil und Leben für sich findet. Von Verfolgung, Wut, Auflehnung und Hass handelt die Geschichte, von Familienzerwürfnissen um der Ideale willen, von Hoffnung und Vergeblichkeit. Daß die Musik eine so große Rolle spielt, gibt dem Ganzen einen hintergründig -tiefsinnigen Gehalt: Bachs Motetten, Kantaten und Passionen spiegeln sinnbildlich die Leiden der Schwarzen in einer sie diskriminierenden Welt. Der Gesang von Jonah, der sich zu immer höheren Sphären versteigt, läßt die Hoffnung auf ein besseres Leben erahnen. Für die kenntnisreichen Liebhaber der Musik gibt es Finessen zu erfahren, die den gewöhnlichen Musikliebhaber ein wenig irritieren könnten. Nie aber habe ich in vergleichbarer Weise Ausdruck dafür gefunden, wie Musik wahrgenommen werden kann, wie sie uns Menschen zu Höhenflügen und zu einem Glück verleiten kann , das uns in schwerster Zeit in einer Gemeinschaft von Gleichen Trost zu spenden vermag. Daß am Ende die Utopie einer ersehnten Freiheit scheitert, weil sie an die Grenzen der menschlichen Realität stößt, die diese Freiheit nicht jedem gewähren will, das ist die Tragik in dieser Geschichte. Es ist ein wunderbar geschriebenes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann geschlagen hat.

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  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    suedlichderelbe

    suedlichderelbe

    17. May 2010 um 00:23

    Ich lege selten ein Buch nach 100 Seiten weg, aber das konnte ich nicht ertragen. War mir viel zu langatmig und ich kam irgendwie nicht "rein". Einer Freundin von mir ging es genauso. Uns war die Zeit zu schade zum weiterlesen. Schade, klang sehr vielversprechend.

  • Rezension zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    BlancheNeige

    BlancheNeige

    30. April 2010 um 23:39

    Der Klang der Langweile? Teilweise furchtbar langamtig, endlose Beschreibung von Nebensächlichkeiten, zähe Passagen. Gegen Ende des Buches überschlagen sich die Ereignisse, während der ersten 600 Seiten passiert fast nichts - nie wieder.

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