Richard Price Clockers

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Inhaltsangabe zu „Clockers“ von Richard Price

Clockers sind Dealer, die ihre Junkies Tag und Nacht mit Stoff versorgen. Auch hier im Slum, wo die Welt rauer ist als irgendwo. Hilflos steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung in einer Explosion entlädt.Richard Price hat dieses Szenarium in seinem grandiosen Meisterwerk ›Clockers‹ umgesetzt. Es entstand ein handlungsgetriebener und vor Spannung berstender Großstadtroman, den Spike Lee mit Harvey Keitel verfilmt hat und der die Blaupause für die gefeierte Fernsehserie ›The Wire‹ schuf.

War für mich anfangs schwer zu verstehen mit diesen ganzen "Fachbegriffen". Aber am Ende war es dann doch recht interessant.

— zimtzicke902
zimtzicke902

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    Clockers
    CabotCove

    CabotCove

    21. September 2015 um 12:32

    Richard Price schreibt in „Clockers“ über jene schwarzen Dealer, die die weiße Klientel rund um die Uhr beliefern. Er zeichnet ein sehr raues Bild der Slums, gleichzeitig zeigt er die Hilflosigkeit der Menschen auf und beleuchtet die Brutalität der Polizeibehörden. Richard Price, 1949 in der Bronx geboren, weiß eindeutig, über was er schreibt. Das Werk wirkt gut recherchiert und düster beobachtet. „Clockers“ war aber leider trotz der guten Recherche so gar nichts für mich... Ich habe nur wenig lesen können, weil mich der Schreibstil schon nach kurzer Zeit genervt hat: zuviel Slang, zuviel Klischeebehaftetes. Spannung kam bei mir leider auch absolut keine auf. Das lag aber vielleicht auch mit am Thema, das mich einfach nicht so recht interessiert hat. Ich kann den Hype um seine Romane jedenfalls nicht nachvollziehen...

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  • Der Kreislauf der Scheiße

    Clockers
    Stefan83

    Stefan83

    “Rocco, wolltest du der Lady die Birne einschlagen? Vor zwanzig Jahren, als sie ein kleines Mädchen war, hab ich ihren Vater verhaftet, weil der ihren kleinen Bruder zu Tode geprügelt hat. Der Vater war ein echtes Stück Scheiße. Und jetzt ist sie erwachsen und ebenfalls ein echtes Stück Scheiße. Das Kind, das du heute Abend gerettet hast. Wenn es lange genug lebt, wird es genauso ein echtes Stück Scheiße sein. Rocco, das ist der Kreislauf der Scheiße und du kannst nichts dagegen unternehmen. Also nimm die Sache nicht so schwer und mach deine Arbeit.” Treffender als mit diesem Zitat lässt sich Richard Price' episches Werk „Clockers“, das im Jahr 1992 bereits unter dem wenig passenden Titel „Söhne der Nacht“ relativ unbeachtet auf Deutsch erstveröffentlicht wurde, kaum beschreiben bzw. wiedergeben. Und hoffentlich macht es gleichzeitig auch Appetit auf dieses große Stück Literatur, welches, von Peter Torberg hervorragend übersetzt, die üblichen Genre-Grenzen hinter sich lässt und irgendwo zwischen Gangsterroman und Milieustudie anzusiedeln ist. Fakt ist jedenfalls: Schon lange nicht mehr hat ein Autor derart eindringlich und authentisch das Leben auf der Straße zu Papier gebracht, die Hoffnungs- und Ausweglosigkeit der Verlierer der Gesellschaft so präzise in Worte gefasst. Schauplatz der 798 Seiten umfassenden Handlung ist dabei Dempsey, ein fiktiver Ort am Rande des Molochs New York Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre, in dem zwischen heruntergekommenen Sozialbausiedlungen die „Clockers“ ihrer Arbeit nachgehen – vorwiegend schwarze Dealer, die rund um die Uhr, ihre Kunden mit Stoff versorgen. Stets beobachtet von der „Fury“, einer Gruppe Cops, benannt nach ihrem Dienstwagen, welche nur darauf warten, dass jemand den Fehler macht sich mit Drogen erwischen zu lassen. Kurzum: Das klang von vorneherein nach einem Roman, der mir nur liegen konnte. Umso überraschter war ich dann darüber, dass ich anfangs so gar nicht in die Story und den Rhythmus hineinfand. Letztlich war dies aber weder ersterem noch letzterem geschuldet, sondern vielmehr der Tatsache, dass in „Clockers“, besonders zu Beginn, unheimlich viel „The Wire“ steckt. Kein Wunder, hat doch Price die preisgekrönte TV-Serie von HBO maßgeblich geprägt und mitgestaltet, wobei dieser Roman, vor allem was die Zeichnung der Barksdale-Brüder betrifft, schon fast als erster Drehbuchentwurf zu verstehen ist. Das alles stand meinem Lesevergnügen etwas im Weg, zumal „The Wire“ zum Besten gehört, was ich bisher auf der heimischen Mattscheibe bewundern dürfte und die Parallelen oftmals in solchem Maße augenscheinlich sind, dass sich ein gewisses „Kenn-ich-doch-schon-alles“-Gefühl nicht gänzlich verdrängen lässt. Zu meinem Glück nimmt „Clockers“ aber alsbald eine ganz andere Richtung, ohne dabei auf den „Wire“-typischen Realismus zu verzichten. Price, der seine Jugend selbst in der Bronx verbracht hat, greift mit einem präzisen Ohr für Dialoge auf eigene Erinnerungen zurück, weckt den Puls der damaligen Zeit perfekt getimt zum Leben. „Damalig“ muss hierbei hervorgehoben werden, merkt man den Roman doch aufgrund einiger Schilderungen (u.a. die Benutzung von Piepern zur Verständigung unter den Dealern) das Alter deutlich an. Aber auch wenn sich einiges geändert hat, hat die grundsätzlich beschriebene Situation nichts von seiner Aktualität verloren. Das Leben auf den Straßen ist genauso hart, der Drogenfluss derselbe, die Hilflosigkeit der Justiz die Gleiche geblieben. Das Wort Hilflosigkeit ist im Zusammenhang mit dem von Price erfahrenen New York jedoch mit Vorsicht zu genießen, da nur wenige Justizbeamte das Problem des Drogenhandels unter diesem Aspekt angehen. Die meisten haben die Illusion vom Freund und Helfer längst hinter sich gelassen, sind mehr oder weniger selbst korrupt oder haben sich zumindest so mit der Situation arrangiert, das sie nachts beruhigt die Decke über den Kopf ziehen können. Das gilt auch für Detective Rocco Klein, einem der zwei Hauptprotagonisten in diesem Roman, der mit Mitte 40 schon von der Pension träumt und, stets auf der Suche nach einer Spur Anerkennung, dem Sinn seiner Arbeit oder einem mit Glück verbundenen Erfolgserlebnis, seinen Job gleichermaßen hasst und liebt. Frei nach dem Pippi-Langstrumpf-Motto macht er sich die Welt wie sie ihm gefällt, biegt er die Moral, um die eigene Besessenheit zu legitimieren, seine „Mission“ zum Abschluss zu bringen. Und diese heißt in Clockers: Ronald „Strike“ Dunham hinter Gitter bringen. Der ist einer dieser schwarzen Clocker, welcher, von der Lehne einer Bank aus, die Verteilung des Stoffs überwacht und als „Offizier“ seines Bosses Rodney Little gleichzeitig für Botengänge jeglicher Art oder das Verschneiden der jeweiligen Ware zuständig ist. Doch der sensible, stotternde und gerade mal 19-jährige Junge hadert mit seinem Schicksal. Fortwährende Razzien der Cops denen oftmals die Demütigung einer ausgiebigen Leibesvisitation folgt, zerren an den Nerven von Strike, der zudem ein schlimmer werdendes Magengeschwür mit süßen Yoo-Hoos zu kurieren versucht. Immer wieder verliert er sich in Tagträumen, hofft auf eine bessere Zukunft, für die er spart, obwohl ihm tief in seinem Inneren klar ist, dass es kein Entkommen gibt, dass er der Gewalt des Drogenmilieus irgendwann zum Opfer fallen wird. Als ihn Rodney auffordert den konkurrierenden Dealer Darryl aus dem Spiel zu nehmen, muss sich Strike dennoch fügen. Widerwillig setzt er sich in Bewegung, nur um zu erfahren, dass sein Ziel bereits von jemanden anderem ausgeschaltet wurde. Und einen geständigen Täter gibt es bereits ebenfalls: Sein Bruder Victor. Dessen Geständnis will Rocco aber nicht glauben. Vollkommen darauf fixiert, den seiner Ansicht nach Unschuldigen Victor vor der Verurteilung zu bewahren, etwas Nachhaltiges zu bewirken, setzt er alles daran, um Strike mit dem Verbrechen in Verbindung zu bringen. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn auch Rodney Little fängt an am Wert seines „Offiziers“ zu zweifeln... Geschmierte, selbstherrliche Cops. Verzweifelte, erbärmliche Drogensüchtige. Gleichgültige Sozialarbeiter. Desillusionierte Mütter und Väter. Richard Price' Bild von den Vororten New Yorks ist ein äußerst düsteres. Es zeigt einen Ort, wo die Sonnenstrahlen der Hoffnung niemals den Boden berühren, wo sich die Kreaturen von Hauswand zu Hauswand schleichen, jeder nur darauf bedacht, zu überleben. Price nimmt sich für seine Darstellung viel Zeit, gönnt der Handlung einige Pausen, um den Leser schlucken und verdauen zu lassen, denn gerade die Alltäglichkeit, die Beiläufigkeit des Beschriebenen ist es, die uns ans Herz geht und letztendlich auch in den Magen fährt. In „Clockers“ ist man stets mittendrin, Beteiligter anstatt Beobachter, wenngleich Price immer einen gewissen Abstand hält, um die Grenzen von Schwarz und Weiß nicht zu eindeutig zu ziehen. Und gerade dies ist ihm hervorragend gelungen. Selten waren die Konturen derart verschwommen, greifen Gut und Böse so ineinander über wie hier. Keine der Figuren taugt wirklich als Identifikationsfigur. Stellenweise war mir der dealende Strike, der unter anderem die Zukunft Tyrones nachhaltig beeinflusst, sogar sympathischer, als der Detective Rocco Klein. Beide sind sie auf ihre Art schwache Charaktere, jagen sie einer Fata Morgana hinterher, welche sich immer wieder verflüchtigt. Beide sind sie auf ihre Weise Opfer des Kreislaufs der Scheiße. Für den Leser ist das mitunter schwer zu ertragen. Der Roman hat zweifelsfrei einige Längen, die es zu überwinden gilt. Gerade das letzte Drittel entschädigt aber für vieles, wenn nicht gar alles. Stück für Stück setzen sich nun die Puzzleteilchen zusammen, eröffnet sich uns der Sinn der vielen Nebenhandlungen und -figuren. Am Ende bleibt wenig Platz für Hoffnung – nur die Erkenntnis, das es, egal wie der ein oder andere handelt, wohl immer so weitergehen wird in Dempsey. „Clockers“ ist die Sprache der Straße und auch ihr Sprachrohr. Hart, brutal, kantig, schonungslos erzählt es von denen, für die der „American Dream“ auch stets das bleibt: ein Traum. Unbedingte Empfehlung für alle Freunde, für die Literatur mehr ist als nur Unterhaltung und die gerade an komplexen Handlungen ihr Vergnügen finden.

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    Arun

    Arun

    21. June 2014 um 15:41
  • Lohnende Neuauflage

    Clockers
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Dempsey, ein fiktiver Ort vor den Toren New Yorks, heruntergekommene Sozialbausiedlungen-Ende der 80er/Anfang der 90er/eine Gruppe Dealer, vorwiegend schwarzer Hautfarbe und unterschiedlicher Rangstufe und mehr oder weniger korrupte Cops,vorwiegend weißer Hautfarbe. Das sind Personal, Zeit und Ort der Handlung von Richard Price´neu aufgelegtem, ursprünglich 1992 erschienenen und von Spike Lee 1995 verfilmten Roman Clockers. Auch auf Deutsch ist der Roman damals erschienen, mit mäßigem Erfolg. Das verwundert, denn selten hat man so eindrücklich und packend das Milieu der sogenannten Straße, ihre Hoffnungs- und Ausweglosigkeit geschildert bekommen. Sicher sind einige Schilderungen nicht mehr ganz aktuell, aber von der Grundsituation und zeitgeschichtlich hoch interessant. Immer wieder stellt man sich die Frage, wie ein Land wie die USA eine solche Parallelwelt in ihrer Mitte zulassen konnte bzw. kann. Da ist zum einen Strike, einer der schwarzen Clockers, die rund um die Uhr auf der Straße Stoff verkaufen. Er entstammt selbst einer solchen Sozialsiedlung, illusionslos versucht er einzig viel Geld zu machen, um der ganzen Situation irgendwann zu entfliehen. Er hasst seinen Job, verachtet sowohl die anderen Dealer als auch seine Kunden, erinnert in seiner Arbeitshaltung öfter an einen kleinlichen Beamten, hat aber weder Empathie noch Skrupel. Dann ist da Rocco Klein, der, obwohl erst Mitte 40, von seiner Pensionierung träumt, seinen Job und irgendwie auch sich selbst hasst, ständig auf der Suche nach Anerkennung und einem Sinn seiner Existenz. "...wenn er nur dieses kurzzeitige Gefühl wiedererlebte, dass sein Leben irgendwie von Bedeutung war." Diese Bedeutung kann er weder im Beruf, noch als Ehemann oder Vater einer kleinen Tochter wirklich spüren. Die Story wird nun kapitelweise mit jeweils Schwerpunkt auf eine dieser beiden Figuren erzählt. Darum ranken sich eine große Zahl von Nebenfiguren und -handlungen, die aber wegen der großartigen Handlungsführung (zumindest mich) nie verwirrten, sondern immer eine Bereicherung darstellten. Strike und Rocco verrichten also relativ lustlos ihre Jobs, als ein Mord geschieht. Ein Mord, den eigentlich Strike im Auftrag seines Chefs verüben sollte. Nun gesteht aber Victor, Strikes Bruder, ein bisher unbescholtener Familienvater. Weder Strike, noch Rocco Klein schenken diesem Geständnis Glauben. Während Strike einen berüchtigten Killer verdächtigt, nimmt Klein zunehmend Strike selbst ins Visier, beißt sich daran fest und will ihn partout überführen. Richtig liegt allerdings keiner von beiden. Richard Price nimmt sich erfreulicherweise sehr viel Zeit für seine Personen. Niemand ist hier so eindeutig gut oder böse, selbst mit Strike, dem sein "harter Job" ein Magengeschwür verpasst, entwickelt man so langsam ein gewisses Mitgefühl, so unsympathisch und abstoßend er auch in manchen Bereichen auftritt. Besonders erschreckend, wenn auch nicht gänzlich neu, ist die Rolle der "Cops". Korrupt, selbstherrlich und brutal treten sie auf. Einer sagt einmal, seine Aufgabe sei es, "die niederen Lebensformen in seinem Revier zu belästigen, zu jagen und zu quälen, damit sie zusammenpacken und weiterziehen". Da ist keine Rede von Gerechtigkeit, Sicherheit und Verbrechensvorbeugung. Man hat sich arrangiert, jede Seite weiß, was die andere Seite tut. Es herrscht Willkür, es werden Spielchen gespielt, erniedrigt und gerne auch einmal abkassiert. Man erfährt, dass fast alle Polizisten einen oder mehrere Nebenjobs haben (Schnapsladenbesitzer, Kellner,Sicherheitsdienst usw.) und wundert sich ein bißchen weniger, fragt sich aber wie es sein kann, dass ein Staat eine solche, relativ rechtlose Parallelwelt zulassen kann. Hoffentlich funktioniert unser deutsches System da besser. Es ist ein illusions- und trostloser, wenn auch zum Schluss nicht ganz hoffnungsloser Blick in eine Welt, mehr oder weniger am Rande der Gesellschaft, die aber dennoch, wegen der Bedrohung für ihre eigene Stabilität die davon ausgeht, nicht die Augen davor verschließen darf. Packend und oftmals hart in der Sprache der Straße geschrieben, sorgfältig entwickelt und mit genauem Blick auf die Charaktere, ist Richard Price damit eine Milieustudie geglückt, die trotz der 800 Seiten nie langweilt. Eine empfehlenswerte Lektüre und lohnenswerte Neuauflage.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    walli007

    walli007

    30. March 2012 um 19:05

    Schwarze Tage Am Rande New Yorks verticken die Clockers den Stoff. Strike will in der Hierarchie aufsteigen. Er selbst nimmt nicht, kühl und berechnend plant er, wie viel er verkaufen muss, um genug Geld zusammen zu haben, damit er abhauen kann. Doch so leicht funktioniert der Plan nicht, zunächst muss er beweisen, dass er seinem Boss ergeben ist. Deshalb meint Strike, er soll einen Rivalen umbringen. Das erzählt er seinem Bruder und plötzlich ist der Rivale tot. So kühl und berechnend wie Strike kommt auch das gesamte Buch herüber. Ein ganz schwarzer Krimi, man stellt sich dunkle Straßenschluchten vor, feuchtkalte Luft, Schritte hinter einem, bedrohliche Stille. Dazwischen Cops, die ihre eigenen Ziele verfolgen. Die zwar auch in Verbrechen ermitteln, aber daneben auch allerlei Nebentätigkeiten haben. Zunächst gefiel mir dieses Buch überhaupt nicht, zu distanziert die Art der Beschreibung, zu trocken. Doch nach und nach wurde ich doch neugierig, wie sich die Hintergründe des Mordes erschließen. Zwar gestehe ich, dass mir eine andere Art von Crime-Literatur lieber ist, doch insgesamt war dieses Buch doch lesenswert, auch wenn es so eine typische Loser-Geschichte zu sein scheint, die letztlich für keinen ein so wunderbares Ende bereithält.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Nazena

    Nazena

    30. October 2011 um 14:09

    Die Clockers, das sind die Jungs, die Drogen verticken. Strike ist einer davon: er sitzt auf der Parkbank und überwacht die Abwicklung des Verkaufs von Ampullen. Aus Sicherheitsgründen werden immer nur die herumgetragen, die auch bezahlt wurden; leerstehende Wohnungen werden als Versteck benutzt. Dies ist auch nötig, denn die Polizei kontrolliert ständig. Besonders Big Chief und seine Jungs, die Besatzung eines Fury, haben Strike auf dem Kieker. Der träumt vom Ausstieg, aber erst, wenn er die ganz dicke Kohle gemacht hat. Dann gibt ihm sein Boss Rodney eine Aufgabe, die ihn weiter aufsteigen lassen könnte, oder ganz aus dem Geschäft verdrängen: er soll einen Verräter aus dem Weg räumen... Ehrlich gesagt konnte ich mit dem Buch nicht viel anfangen. Die Atmosphäre ist zwar ziemlich gut eingefangen, konnte mich aber trotzdem nicht fesseln. Im Grunde genommen sind alle Charaktere gescheiterte Existenzen, Drogendealer genauso wie Cops. Jeder ist käuflich und hat seinen Preis, der ganz unterschiedlich sein kann: Geld, Macht, Drogen, ein Sportwagen- oder auch nur ein freundliches Wort. Der gesamte Polizeiapparat ist ein korrupter Pfuhl, und die "brüderlichen" Dealer stechen sich gegenseitig ab, sobald einer den Rücken zudreht. Der Roman verfolgt verschiedene Personen, aber hauptsächlich Strike. Wenn man die Schilderungen so liest, kommt ein gewisses Gefühl von Unvermeidbarkeit auf: sie hatten keine Wahl, und der Drogenhandel ist die einzige Möglichkeit, überhaupt so etwas wie ein Leben zu führen. Mir hat das Buch nichts gegeben, ich habe mich beim Lesen nur ziemlich mies gefühlt. Für eine gut beschriebene Atmosphäre vergebe ich aber noch 3 von 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    hundertwasser

    hundertwasser

    12. September 2011 um 21:26

    Furios, aber sehr speziell! Mit 'Clockers' hat Richard Price ein episches Meisterwerk abgeliefert, das in den USA seinen Ruhm begründete, in Deutschland aber trotz der Verfilmung mit Harvey Keitel und der auf dem Buch basierenden Serie 'The Wire' nie so richtig Beachtung fand. Der Fischer-Verlag will dieser Tatsache nun Abhilfe schaffen, da dieses Buch nun, nach Price erstem vom Fischer-Verlag editierten 'Cash', in der gewohnt guten Übersetzung von Peter Torberg im Hardcover erscheint und auch beworben wird. Um dies gleich einmal vorneweg zu nehmen: Leicht verdauliche Lektüre ist dies nicht und wohl auch eher für einen kleinen Kreis von Krimi-Connaisseuren denn für die breite Masse. Viel zu speziell ist die Dialogkunst und die harte Milieuschilderung, als dass sie den Nerv der allgemeinen Leserschaft treffen würde; dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen! Richard Price entführt den willigen Leser in eine Welt voller Schmutzigkeit, Korruption und Verrat ' nämlich ins Ghetto von New York City. Dort verdingt sich der 19-jährige stotternde Strike als Zwischenhändler und Mittelsmann zwischen Rodney, dem gefürchteten Chef, und denen ihm unterstellten Clockers, die Drogendealer also, die Kleinstmengen des geldbringenden Suchtstoffes verkaufen. Diesen Clockers gegenüber stehen die Polizisten New Yorks, stellvertretend charakterisiert durch das Cop-Gespann Rocco und Mazilli, die desillusioniert ihren Dienst auf Streife versehen und sich nebenbei noch etwas mit einem Schnapsladen für die Clockers dazuverdienen. Beide Seiten haben sich miteinander arrangiert und man lebt in seiner Stumpfheit vor sich hin, bis sich eine Katastrophe ereignet, nach der nichts mehr so ist, wie es einst im Slum war ' Man muss sich auf die Geschichte einlassen und sich erst in den Stil Price, der an andere Krimigrößen wie James Ellroy oder David Peace geschult ist, hineintasten. Auf den ersten Seiten, in denen der Leser in die schmutzige Welt der Clockers eingeführt wird, verstand zumindest ich das allerwenigste und war von den zahlreichen Drogendealern und deren Spitznamen, Aussehen, etc. überfordert, bis man dann allmählich in den Lesefluss hineinfindet. Price nimmt sich sehr viel Zeit, um von den Protagonisten zu berichten und deren tägliches teilweise schon völlig abgestumpftes Leben zu beschreiben. Jeweils abwechselnd schildert er seine Geschichte, und das auf hochliterarische Weise: Lange Sätze, bestimmte Slangausdrücke, stilistische Figuren und grandios durchkomponierte Dialoge bestimmen das Leseerlebnis der 'Clockers'. Dies dürfte so manchen Leser, der auf der Suche nach entspannender, einfacher Lektüre ist, abschrecken, insofern es nicht bereits die knapp 800 Seiten Umfang bereits getan haben. Ich kann für Richard Price 'Clockers' lediglich konstatieren: Die Geschichte und die Sprachmacht des Drehbuchautors sind grandios, allerdings wohl nicht für die breite Masse, und so muss man schon Geduld aufbringen, um sich auf die packende Schilderung des Lebens in der Dealerszene im Slum New Yorks einzulassen. Wer dies tut, wird mit einer verzweifelnd machenden, aber brillanten Erzählung belohnt!

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Smaz

    Smaz

    26. August 2011 um 21:47

    "Etwas" länger habe ich an diesem Buch gelesen - das liegt jedoch nicht nur an der größtenteils fehlenden Spannung in diesem Buch. An vielen Stellen plätschert die Handlung vor sich hin, durch die langsame Erzählweise geht zudem die meiste Spannung verloren. Viele Handlungen und Gespräche sind so ausführlich beschrieben, dass man zwischendurch sogar fast vergessen kann, was denn zuletzt passiert ist. Die Story ist nicht uninteressant, auch die Charaktere sind gut gewählt und besonders gut beschrieben. Handlungen und Gespräche wirken sehr realistisch. Ein wenig unglaubwürdig sind allerdings die Probleme der Personen, denn keiner der Charaktere scheint ein halbwegs normales Leben zu führen. Darüber ließe sich jedoch noch hinwegsehen, denn die Betrachtung von zwei Seiten (Dealer & Polizei) ist durchaus interessant. Der Schreibstil ist zwar angenehm, allerdings wird er durch die langsam fortschreitende Erzählung ebenso schnell ermüdend und verliert den Reiz. Zu viele Informationen und Nebenhandlungen, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, lenken ab und verzögern die Erzählung noch mehr. Ohne zu viel verraten zu wollen, hat mich auch insbesondere das Ende enttäuscht bzw. nicht zufrieden gestellt, denn es bleibt einfach zu vieles offen. Abschließend lässt sich sagen, dass dieser dicke Schinken (mit fast 1000 Seiten auch keine Lektüre mehr für zwischendurch) auch auf die Hälfte der Seiten gepasst hätte, ohne dass das Buch schlechter wäre oder weniger Inhalt hätte. In meinen Augen hätten einige Kürzungen dem Buch nur gut tun können.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Leela

    Leela

    04. August 2011 um 01:03

    New York in den 90ern: "Strike", 19 Jahre alt, arbeitet als Clocker für einen Drogenhändler. Clocker sind Dealer, die Drogen auf der Straße verkaufen und das 24 Stunden am Tag - und dabei immer wieder versuchen müssen, Polizei und Ärger aus dem Weg zu gehen, so wie Strike, der eigentlich versucht, langsam aus der Szene auszusteigen. Rocco ist dagegen Polizist und wird eines Tages mit einem Fall konfrontiert, der ihn stutzig macht: Strikes Bruder, ein eigentlich unbescholtener Bürger, soll einen Mord begangen haben, von dem Rocco vermutet, dass Strike ihn begangen hat. Nun versucht er, dies auch zu beweisen. "Clockers" ist keiner von Richard Price' neueren Romanen, denn das Buch erschien bereits 1992 in deutscher Übersetzung, damals mit dem Titel "Söhne der Nacht". Mit dieser Neuauflage versucht der Fischer-Verlag nun anscheinend, das Buch anders vermarktet an den Mann zu bringen, denn die alte Ausgabe verkaufte sich damals nicht besonders gut und zudem erschien einige Jahre danach auch noch eine Verfilmung zum Buch. Auf den ersten Blick macht die Neuauflage auch einen guten Eindruck; wer jedoch einen spannenden Thriller erwartet, könnte enttäuscht werden. Dass dieses Buch kein Thriller oder etwas Artverwandtes ist, fällt beim Lesen relativ schnell auf: Ein Großteil des Buches besteht aus Dialogen und Charakterbeschreibungen, actionreiche Szenen sind eher rar gesäht. Zudem bedient sich der Autor einer ganz bestimmten Sprache, die es dem uninformierten Leser anfangs auch nicht gerade leichter macht: Slangbegriffe sind an der Tagesordnung, es wird gedroht und geflucht und zudem werden auch noch zahlreiche Begriffe aus dem Drogenmilieu genutzt. Auch die Handlung schreitet eher langsam voran, denn der Autor nimmt sich viel Zeit, seine Figuren und deren Handlungsweisen zu beleuchten. Vor allem letzteres sorgt jedoch auch für erzählerische Dichte und lässt die beiden Protagonisten überzeugend und authentisch wirken. Es macht Spaß, zu beobachten, wie Price' Charaktere sich entwickeln, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben usw. Letztendlich, wegen dieser erzählerischen Dichte, der Dialoglastigkeit und der teils fehlenden Action, ist es eher angebracht, dieses Buch als Milieustudie zu bezeichnen, statt als einen Thriller oder Krimi. Über das Drogenmilieu lernt man ohnehin einiges - Price scheint für dieses Buch ausgiebig recherchiert zu haben. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die Wert auf eine spannende Handlung, gut ausgearbeitete Charaktere und tolle Dialoge legen und denen es nichts ausmacht, ein längeres Buch zu lesen, dessen Handlung nicht von einer actionreichen Szene zur nächsten springt. Alle anderen, vor allem jene, die leichtere Literatur suchen, halten sich besser an andere Autoren.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    sabrina89

    sabrina89

    03. July 2011 um 17:06

    Clockers – das sind schwarze Dealer, die weiße Klientel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche beliefern. Hier im Slum, wo die Welt rau ist, steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung wieder in einer Explosion entlädt. (Klappentext): Es handelt sich hier um eine sehr spannende und fesselnde Story. Sie spielt sich im Drogenmillieu der Bronx ab. Das ganze passiert außerdem in den 90er Jahren. Hier werden die Kindheitserfahrungen eines jüngeren schwarzen Dealers geschildert. Dieser muss sich durch den Alltag im Drogenmillieu kämpfen. Diese Kindheitserfahrungen die dort beschrieben werden, sind die des Autors. Das Buch ist nicht sehr einfach zu lesen, allerdings ist es sehr spannend und gut dargestellt. Außerdem hat mir das Buch gut gefallen, weil es über viele Seiten geht und trotzdem nie an Spannung verliert. Ich kann auf jedenfall Clockers weiter empfehlen.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Mina - Das Irrlicht

    Mina - Das Irrlicht

    20. June 2011 um 23:37

    "Clockers" war eine meiner diesjährigen Überraschungen. Der Klappentext und das Cover überzeugten mich zunächs wenig, doch dennoch las ich die ersten Seiten...und war sogleich abgetaucht in eine Welt aus Drogen und Polizei. Was erst als Klischee anmutet - Drogenbezirk, Schwarze Dealer, Polizisten, die in einem Mordfall ermitteln - entpuppt sich als Charakter- und Lebensstudie der beiden Protagonisten Rocco (Detective) und Strike (Dealer - sogn. Clocker). Ich fand das Buch so lebendig! Man konnte riechen und schmecken, was man las. Als sei man mitten drin! Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Xirxe

    Xirxe

    22. May 2011 um 14:41

    Obwohl dieser 800-Seiten-Wälzer ausschließlich im Drogenmilieu spielt, ist es kein Krimi oder Thriller im klassischen Sinn. Die beiden Hauptfiguren sind Rocco, Detective, und Strike, ein 'leitender' Clocker, einer der schwarzer Dealer die rund um die Uhr ihren Stoff verkaufen. Als sich in Strikes Umfeld ein Mord ereignet, gerät er in Roccos Visier. Um einen solchen Plot herum einen 800-Seiten-Roman aufzubauen, würde sicherlich etwas langatmig ausfallen. Doch der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt bei der Darstellung der beiden Protagonisten. Strike, gerade 19 Jahre alt, ist nicht glücklich mit dem was er tut. Immer wieder macht er sich vor, dass er sofort aufhören würde, hätte er genügend Geld beisammen. Doch wann ist genug? Es ist die Furcht vor dem was danach kommt, die Unsicherheit wie er nach dem Drogenjob sein Geld verdienen soll, die ihn daran hindert eine entgültige Entscheidung zu treffen. Und die Angst vor seinem Boss Rodney, der offenbar völlig skrupellos ist. Rocco, Anfang/Mitte 40, seit 20 Jahren im Dienst, plant ebenfalls auszusteigen, jedoch aus völlig anderen Gründen. Verheiratet mit einer vermögenden Frau und seit kurzem Vater, will er diesen 'Drecksjob' an den Nagel hängen. Doch immer wieder wird ihm klar, dass dieser Job sein Leben ist: das Aufklären von Morden, das Kämpfen für eine bessere Gesellschaft, die gemeinsamen Zeiten mit seinen Kollegen. Und als ein offensichtlich Unschuldiger des Mordes verdächtigt wird, setzt er alles daran, den wahren Täter herauszufinden. Auch die weiteren Personen in diesem Roman sind überzeugend dargestellt: Strikes Bruder, der unter allen Umständen versucht, in dieser kriminellen Umgebung anständig zu bleiben und beinahe daran zugrunde geht; ihre Mutter, die mit ihren Möglichkeiten versucht, ihre Jungen zu anständigen Bürgern zu erziehen; die Kollegen Roccos, die an (fast) nichts mehr Gutes glauben. Nichtzuletzt ist es der rauhen, teils eher schlichten Sprache zu verdanken, die dem Ganzen einen unglaublich realistischen Klang gibt. Price gelingt es zum einen, das Bild eines Teils der Gesellschaft zu vermitteln, in der es einem dort Hineingeboren fast unmöglich gemacht wird, zu einem anständigen Bürger zu werden. Und zum andern den alltäglichen Kampf der Polizei gegen diese Kriminalität darzustellen, wie auch deren immer wiederkehrendes Scheitern. Obwohl dieses Buch bereits 20 Jahre alt ist, ist ihm dies zu keiner Zeit anzumerken. Eine noch immer aktuelle und überaus spannende sowie vermutlich realistische Abbildung eines Teils unserer Gesellschaft, den die meisten von uns glücklicherweise wohl nicht kennen.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    buecherwurmolli

    buecherwurmolli

    12. May 2011 um 19:37

    Sex, Drugs and Yoo Hoo Strike ist ein Clocker. Das heißt er verdient sein Geld auf der Straße, indem er Drogen an seine größtenteils weißen Kunden verkauft. Es herrscht eine bombenfeste Hierarchie, was die Rollenverteilung im Drogenmilieu angeht. Strike ist ein nur ein kleiner Fisch im Vergleich zu Rodney, welcher schon zu einer Art König der Straße geworden ist. Als Strike eines Tages weg von seinem Herrschaftsgebiet, den Bänken, muss und den Auftrag erhällt, einen ehemaligen,,Kollegen'' umzubringen gerät Strikes Bild von Haus, Garten und Familie ins wanken. Als Rocco, ein Polizist, welcher bei der Mordkommission sein Geld verdient, mit seinem Partner Mazzilli zu einen Einsatz gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass ihn dieser Mordfall nicht mehr loslassen wird. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Es ist Strikes Bruder. Als Strike immer mehr in das Visier der Ermittlungen gerät und sich scheinbar alle gegen ihn verschwören beginnt ein Wettrennen mit der Zeit aus Rätseln, falschen Verdächtigungen und Mord. Endlich bin ich durch und ich muss sagen, die 800 Seiten haben es echt in sich. Es wundert mich nicht, dass schon ein paar Romane vom Autor Richard Price verfilmt wurden, denn Seine Bücher bestehen wirklich zum Großteil nur aus Handlung und Action. Das hat das Lesen wirklich sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet, da dem Leser nie langweilig werden konnte. Außerdem hat es mir gefallen, dass der Autor die Geschichte aus gleich zwei Perspektiven erzählt hat, denn so konnte man die teils sehr komplexen Handlungsstränge besser nachvollziehen und verstehen. Die Gestaltung der Charaktere hat mir außerordentlich gut gefallen, da jeder Charakter sein eigenes Ego hatte und sehr charismatisch dargestellt wurde. Seine beiden ,,Schmuckstücke'' aber, waren die beiden Protagonisten Strike Und Rocco, welche nicht besser auf ihre Rollen hätten zugeschnitten werden können. Das Buch ist äußerst gut gelungen, von der Idee bis zur Umsetzung. Es lässt sich wirklich als ,,handlungsgetrieben'' bezeichnen, da sich der Leser selbst vorkommt wie auf einer spannenden Verfolgungsjagt. Das Buch ist wirklich jedem zu empfehlen, der es nicht auf ,,Eintagsfliegen'' abgesehen hat und gute, zeitaufwendige Literatur zu schätzen weiß. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch, dass sich die Spannung nicht wie versprochen im Mittelteil in einer Explosion entlädt, sondern damit bis zu den letzten 100 Seiten wartet. Dies ist aber nicht so schlimm, da der vorherige Teil auch nicht gerade unspannend war.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. April 2011 um 14:06

    Inhalt Clockers sind Drogendealer, die jeden Tag, rundum die Uhr, weiße Junkies mit dem benötigten Stoff versorgen. Für sie gibt es viele Gefahren: Polizei, Mädchen und Freunde, die einen verraten. Strike ist einer von ihnen. Seine Aufgabe ist es für einen Mann namens Rodney, jedeWoche einen Kilo umzusetzen. Dafür hat er eine Handvoll Unterdealer, denen er vertrauen muss. Beklaut oder belügt einer ihn, ist er draußen. Strikes Devise ist es, sich immer den Rücken frei zu halten. Und dies gelingt ihm. Doch als Rodney von ihm verlangt, einen anderen Clocker umzubringen, kommt er in Bedrängnis und spricht zum ersten Mal nach Jahren wieder mit seinem Bruder Victor. Er erzählt ihm von dem anderen Clocker und verleumdet ihn. Kurz darauf ist der Clocker tot und Victor gesteht die Tat. Doch Rocco, der nach 20 Jahren Polizeidienst auf seine Pension wartet, glaubt nicht an Victors Schuld, war dieser bis dahin doch ein anständiger und arbeitsame Bürger. Somit hängt er sich hartnäckig an Strikes Fersen, von dessen Schuld er überzeugt ist… Meinung Es ist sehr schwer in dieses Buch rein zu kommen. Vor allem verwirren einen die vielen verschiedenen Namen, mit denen man gleich am Anfang konfrontiert wird. Auch der Schreibstil ist, aufgrund vieler Slang-Begriffe, ein wenig gewöhnungsbedürftig, spiegelt jedoch den Inhalt sehr gut dar. Doch trotz der anspruchsvolleren Sprache lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen und wird auf ca. 800 Seiten nie langweilig. Man erfährt in dem Buch viel über das Drogengeschäft und das Leben in den Bronx. Vor allem Strikes Streben einen Ausweg aus dem „Kreislauf der Scheiße“ zu finden ist äußerst realistisch beschrieben und für den Leser nachvollziehbar. Ähnlich ist es auch mit dem Polizisten Rocco, der einfach nicht glauben kann, dass der „gute“ der beiden Brüder einen Mord begangen haben soll und deswegen fieberhaft versucht Strike des Mordes zu überführen. Somit verhält er sich aber auch nicht wie seine Kollegen, denen Victors Geständnis Beweis genug ist. Insgesamt kann man sagen, dass Richard Price eine Reihe von miteinander agierenden, sehr interessanten und gut durchdachten Protagonisten erschaffen hat, die dieses Meisterwerk ungemein spannend und damit auch lesenswert machen.

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    03. April 2011 um 22:44

    Richtig gut gelingt Richard Price es hier den Leser mit zunehmen auf eine Reise in die menschlichen Abgründe, in die Hochhaussiedlungen und Ghettos, wo ein Menschenleben nicht mehr zählt als ein paar Dollar oder den nächsten Trip. Wo jeder sich seine Wahrheit und Gerechtigkeit so zurecht biegt, wie sie ihm gerade in den Kram paßt, wo Dealer und Cops sich auf verwirrende Spielchen einlassen und sich gegenseitig das Leben schwer machen. Überraschend authentisch und von der Situation auf unseren Straßen leider nicht so wirklich weit entfernt. In unseren Großstädten gibt es sie jetzt schon die Viertel, in denen es ähnlich zu geht, die Brutalität unterschwellig bereits vorhanden ist und nur zum Ausbruch gelangen muß. Hingerissen war ich von Sprache, Dramaturgie und Wendungen in dieser Geschichte. Nirgendwo erzählt er zu viel, immer kann der Leser erahnen, aber nie wirklich greifen, was genau denn da jetzt mit dem Dealer auf dem Imbißparkplatz passiert ist. Die Emotionen schaukeln sich hoch, die Seiten knistern vor Spannung, Gesellschaftskritik und einfach nur einer richtig guten Geschichte. Dies war mein erstes Buch von Richard Price, aber es hat mich so sehr beeindruckt, daß es mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von ihm gewesen ist. Einen kleinen Punktabzug erhält es lediglich, weil er sich hier und da an in Details verrent und den Leser unnötig auf die Folter spannt. Ein sehr kritisches Buch, über den "Kreislauf der Scheiße" und der Schwierigkeit aus dem Dreck herauszukommen, wenn man einmal drin steckt. Sich frei zustrampeln und eigene Wege zu gehen, obwohl die Umgebung, Freunde, Chefs, Nachbarn und hin und wieder auch einfach nur unglückliche Umstände einen immer wieder reinreißen. Ich bin beeindruckt, ein richtig gutes Buch!

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  • Rezension zu "Clockers" von Richard Price

    Clockers
    catangeleyez

    catangeleyez

    01. April 2011 um 16:13

    In Clockers beschreibt Richard Price auf 800 Seiten das Leben und "Werken" von schwarzen Dealern, die ihren Klienten rund um die Uhr zur Verfügung stehen, die Polizisten, die täglich hier vorbeikommen, kennen und wissen, wann die Schichten wechseln, wer sich wie verhält und wo man aufpassen muss. Der RundumdieUhr Dienst muss gesichert werden, hierzu erleben wir in dem Buch den Protagonisten Strike. Strike ist in der Rangfolge der Dealer schon aufgestiegen, jedoch erfährt man in dem Buch, dass er eigentlich keine Zukunft haben wird, da er sich eine Zukunft ohne Drogengeschäfte und das Geld, das er hieraus bekommt, nicht vorstellen kann. Deutlich wird, dass sowohl die Dealer als auch ein Teil der Polizisten an einer erschreckenden Hoffnungslosigkeit leiden und sich ihre Zukunft nicht vorstellen können. Polizeibrutalität ist der Alltag, Schikane und Desinteresse treten deutlich hervor. Durch die Verwendung von Slangs und auch detaillierter Darstellung der Geschehnisse, rau und hart, wird deutlich, wie hoffnungslos ein Leben in der Vorstadtsiedlung ist. Die Recherche ist einwandfrei, wer sich schon mehrfach in den USA aufgehalten hat, wird einzelne Szenen sicher bildlich vor sich sehen können. Dieses Buch, das bereits vor 20 Jahre erstmalig veröffentlich wird, ist kein Buch für zwischendurch, vielmehr muss man sich die Zeit nehmen, sich mit dem Buch intensiv beschäftigen und die Darstellung einzelner Charactere macht diese Buch außergewöhnlich. Man muss sich einlesen, das dauert eine Weile und man muss auch einiges lesen, was bedrückend und schrecklich ist. Tatsächlich ist es jedoch so, dass dieses Buch exakt die Wirklichkeit widerspiegelt und daher ist es empfehlenswert. Die untersichtlichen Sichtweisen von Strike und dem Polizisten Rocco, eingebettet in das Geschehen eröffnen neue Blickwinkel. Glaubwürdige und gelungene Darstellung eines Milieus. Das Cover entspricht der teilweise düsteren und trostlosen Stimmung des Buches. Insgesamt vier von fünf Sternen.

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