Richard Rohr Vom wilden Mann zum weisen Mann

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Inhaltsangabe zu „Vom wilden Mann zum weisen Mann“ von Richard Rohr

Das Standardwerk über männliche Spiritualität in kompletter Neufassung Quintessenz aus den 20 Jahren seit Erscheinen von „Der wilde Mann“ 85.000 verkaufte Exemplare von „Der wilde Mann“ In den USA bereits erschienen, vom deutschen Publikum erwartet Das Erscheinen des Buches „Der wilde Mann“ im Claudius Verlag revolutionierte die Sicht männlicher Spiritualität. Nach 20 Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Thema Männerspiritualität stellt Richard Rohr nun seine reichhaltigen Erfahrungen vor. Er zeigt, wie der „wilde Mann“ Zugang zu seiner Weisheit gewinnt und sich deren Kraft zunutze machen kann.

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  • Rezension zu "Vom wilden Mann zum weisen Mann" von Richard Rohr

    Vom wilden Mann zum weisen Mann

    WinfriedStanzick

    22. June 2011 um 16:26

    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich 1986, gerade mal 32 Jahre alt geworden und als junger Pfarrer in einer politischen Konfliktsituation in Biblis die ersten Erfahrungen mit wirklichem Widerstand gegen mein Person sammelnd, das Buch des damals noch unbekannten Franziskaners Richard Rohr in die Hände bekam. „Der wilde Mann“ setzte mir ein Licht nach dem anderen auf. Ich begann damals in der Zusammenarbeit mit vielen Frauen (und auch wenigen Männern) in der Kirche zu begreifen, dass die rein männlich geprägte Auslegung der biblischen Traditionen und die von maskulinen Gottesbildern und einer durch und durch herrschaftlich durchtränkte liturgische Sprache nicht nur die Frauen unsichtbar machte und ihre Lebensgeschichte und Spiritualität, sondern dass sie auch für die Männer wie eine Barriere war für die Entwicklung einer eigenen Spiritualität. Ich saugte das Buch damals regelrecht in mich auf, doch ich war einfach zu jung, um es wirklich zu begreifen mit Hand und Herz. Es brauchte noch viele Niederlagen und tiefe Täler in meinem Leben, bis ich mehr davon hineinlassen konnte. In einem seiner letzten Bücher, das unter dem Titel „Pure Präsenz“ bei Claudius erschienen ist, habe ich das, was da mit mir passiert war, sehr gut so beschrieben gelesen: „Alles Reden muss durch Schweigen ausbalanciert werden. Alles Wissen muss durch Nichtwissen relativiert werden. Ohne diesen Ausgleich wird Religion unweigerlich arrogant, ausgrenzend und sogar gewalttätig. Alles Licht muss austariert werden durch Finsternis und jeder Erfolg durch Leiden. Der Heilige Johannes von Kreuz nannte dies die ‚leuchtenden Dunkelheit’, der Heilige Augustinus das ‚österliche Geheimnis’ oder das ‚notwendige Pessach’ und Katholiken proklamieren es bei jeder Eucharistiefeier ausdrücklich als das Geheimnis des Glaubens: Tod und Auferstehung gehören zusammen. Aber dieses Axiom ist nur selten der reale Kern unserer Existenz“. Nun habe ich die von Richard Rohr völlig überarbeitete (auch er hat sich weiter entwickelt) Fassung seines damaligen Buches vom wilden Mann gelesen, das, wie ich weiß, schon damals viele Männer verändert hat. Ging das damals eher still vor sich, lag die Betonung noch auf der Entwicklung einer „wilden“ männlichen Identität, mit der sich die Männer mit den sich immer weiter emanzipierenden Frauen innerhalb und außerhalb der Kirchen ernsthaft und auf Augenhöhe auseinandersetzen konnten, beschreibt Richard Rohr, einige alte Kapitel weglassend und neue hinzufügend, den ( und eben auch seinen eigenen) Weg „vom wilden Mann zum weisen Mann.“ Es geht darum, dass die Männer sich endlich befreien von all dem, was sie unfrei hält und ihre Beziehungen zu Frauen überschattet und unglücklich macht. Doch dazu brauchen sie Hilfe: „Es gibt zwei Arten von Propheten. Die einen erklären den Geknechteten, dass sie frei sei können. Das ist der schwierige Weg des Mose. Die anderen erklären denen, die sich für frei halten dass sie in Wahrheit geknechtet sind. Das ist der noch schwierigere Weg Jesu.“ Die sich für frei halten, wohlgemerkt. Viele Männer tun das fraglos, obwohl sie in ihrer Arbeit keineswegs frei sind, obwohl sie keine wirklich freie Beziehung haben zu ihrer eigenen Sexualität und erst recht nicht zu der Sexualität und der Würde von Frauen, auch und gerade denen, mit denen sie zusammenleben. Herbert Grönemeyer hat das vor vielen Jahren in seinem Lied „Männer“ populär gemacht, und viel später, als er nach dem schmerzlichen Tod seiner Frau in ein Loch gefallen war, das in den Texten seiner bisher besten und einzigartigen CD „Mensch“, besonders in „Der Weg“ auf wahrhaft spirituelle Weise verarbeitet. Vielleicht braucht es nicht immer unbedingt eine schwere Krise, einen plötzlichen Tod oder eine schmerzhafte Trennung, die einen Mann dazu bringen, sich zu verändern, in sich hineinzuhören, endlich sein „Recht, ein anderer zu werden“ einzuklagen, wie das die Theologin und Mystikerin Dorothee Sölle 1981 in einem ihrer Bücher genannt hat. Vielleicht geht es auch ohne Krise zu Anfang so, wie es Richard Rohr einladend beschreibt: „Für den Anfang wird eine männliche Spiritualität Bewegung gegen Stille setzen, Aktion gegen Theorie, Dienst an der Welt gegen frommen Gespräche, das Aussprechen der Wahrheit gegen Hinwendung und das Eintreten für Gerechtigkeit gegen jede Form von selbstverliebtem Dienst. Ohne das männliche Gegenstück wird die Spiritualität übermäßig weiblich (und das ist in Wahrheit eine falsche Weiblichkeit!) sie wird zu sehr von Innerlichkeit, Beziehungsarbeit und einem Morast unklarer Gefühle bestimmt, die Religion verkommt zur Schmusedecke. So kann kein Aufbruch zu neuen Ufern gelingen, das Alte wird immer weiter gehegt und gepflegt. Eine solche Religion bleibt ohne Risiko, sie ist genau das Gegenteil dessen, was Abraham, Mose, Paulus und Jesus vorgelebt haben.“ Mit einer Fülle von auch biblischen Beispielen erzählt Richard Rohr davon, wie eine Transformation des wilden Mannes zum weisen Mann gelingen kann. Dass zu einem weisen Mann Spiritualität dazugehört, dass es seine Aufgabe ist, diese seinen Söhnen weiter zu geben (endlich habe ich verstanden, warum in der Bibel Väter ihre Söhne segnen) und dass er selbst seine Spiritualität in der Befreiungsbotschaft der Bibel verortet und gründet, das verschweigt Rohr auf keiner einzigen Seite eines wunderbaren Buches, das ich allen ernsthaft suchenden und auch allen schon lange an sich leidenden Männern nur empfehlen kann. Doch Vorsicht: was ich in meiner Rezension zu „Pure Präsenz“ schon am Ende geschrieben habe, gilt auch hier: „Wie auch immer: wenn Sie so bleiben wollen, wie Sie sind, wenn Sie genau wissen, was richtig und was falsch ist, und auch dabei bleiben wollen, kaufen Sie dieses wunderbare Buch nicht. Allen anderen sei gesagt: bleiben Sie geduldig. Bücher wie das vorliegende wollen immer wieder gelesen, erarbeitet, erlitten und mit dem Herzen begriffen werden.“

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