Richard Rorty

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Kontingenz, Ironie und Solidarität

Kontingenz, Ironie und Solidarität

 (5)
Erschienen am 24.04.2009
Die Zukunft der Religion

Die Zukunft der Religion

 (2)
Erschienen am 14.05.2009
Solidarität oder Objektivität?

Solidarität oder Objektivität?

 (1)
Erschienen am 01.01.1988
Philosophie als Kulturpolitik

Philosophie als Kulturpolitik

 (1)
Erschienen am 14.03.2008
Stolz auf unser Land

Stolz auf unser Land

 (1)
Erschienen am 28.04.1999
Philosophie und die Zukunft (AT)

Philosophie und die Zukunft (AT)

 (0)
Erschienen am 01.01.2001
Wahrheit und Fortschritt

Wahrheit und Fortschritt

 (0)
Erschienen am 05.03.2012

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Rezension zu "Die Zukunft der Religion" von Richard Rorty

Rezension zu "Die Zukunft der Religion" von Richard Rorty
K-to-the-Nutvor 6 Jahren

"Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." - In drei übersichtlichen Essays und einem Trialog gehen die zwei italienischen Philosophen Santiago Zabale und Gianni Vattimo sowie der amerikanische Philosoph Richard Rorty der Idee einer postmetaphysischen Religion nach. Für den gläubigen Vattimo steht dabei die Hermeneutik im Focus, ermögliche sie schließlich das geistesgeschichtliche Zeitalter der Interpretation, in denen vor allem die Autorität gebietenden, metaphysischen Tatsachen als Aussagen unter anderen Aussagen aufgefasst werden, alle versammelt in dem Gespräch der Menschheit. Den den Pragmatisten Rorty besteht die Zukunft der Religion vor allem in ihrer Aufgabe des Klerikalismus, verhindere dieser doch dass der dem Christentum eigentlich inhärente Wandel des Focus von einem herrschsüchtigen Gott hin zu dem leidenden Menschen am Kreuze und die durch die Gestalt des Jesus Christus propagierte Botschaft der Nächstenliebe noch immer vor den Machtinteressen der Kirche zurückbleibt. Zabala als Herausgeber und Mediator führt Vattimos Hermeneutik mit Rortys Pragmatismus zusammen, wenngleich auch beide ohnehin nah beineinander liegen. Sie zeichnen mit ihrem Historismus eine Lesart des Chistentums nach, dass es als geistigen Vorgänger der Demokratie ausweißt, sei der Mythos schließlich so am besten zu lesen, dass Gott bei der Inkarnation in Jesus Christus das Menschenschicksal in die Hände der Menschen gegeben habe. So erscheint Gott als Synonym für Wahrheit und Liebe als ebenfalls oder vor allem als Synonym für ein tolerantes Denken, dass den Mythos von Jesus Christus als beispielhafte Geschichte der Zuneigung der Menschen untereinander versteht. "Gott ist tot" in gewisser Weise bejahend und verneinend stellen die Autoren dieses Buches einen elektrisierenden Versuch dar, philosophiegeschichtlich und philosophietherapeutisch, an die Bedeutung einer sanften Religion der Solidarität, Nächstenliebe und Ironie in Vergangenheit und Zukunft zu appellieren.

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Rezension zu "Solidarität oder Objektivität?" von Richard Rorty

Rezension zu "Solidarität oder Objektivität?" von Richard Rorty
K-to-the-Nutvor 7 Jahren

Bei "Solidarität oder Objektivität" handelt es sich um eine Sammlung von 3 Essays von Richard Rorty. Das erste Essay mit gleichnamigen Titel behandelt die Perspektive von Solidarität vs. Objektivität, d.h. wie Philosophie aussehen kann, wenn man jeweils das eine oder andere zur Grundlage der Philosophie macht. In "Freud und die moralische Reflexion" behandelt Sigmund Freuds Konzeption von Personalität und die darin enthaltene Perspektive, unsere teilweise konkurrierenden moralischen Vorstellungen wie verschiedene Persönlichkeiten zu betrachten, die es kennenzulernen und zu verstehen gilt. In "Der Vorrang der Demokratie vor der Philosophie" behandelt Rorty das Konzept eines tatsächlich säkularen, pluralistischen Staates und John Deweys Gedanken, dass jemand, der eine Theorie der sicheren Einsicht oder Wahrheit braucht, kein echter Demokrat sein kann.
Pointiert, zielsicher und umstürzlerisch revolutionär serviert Rorty in dieser kleinen Essaysammlung Perspektiven auf ein als marode aufgewiesenes Philosophieverständnis, dass wenngleich heutzutage fest etabliert, hinterfragt werden muss.

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Rezension zu "Kontingenz, Ironie und Solidarität" von Richard Rorty

Rezension zu "Kontingenz, Ironie und Solidarität" von Richard Rorty
K-to-the-Nutvor 7 Jahren

"Kontingenz, Ironie und Solidarität" (KIS) kann zurecht als Richard Rortys Hauptwerk bezeichnet werden. Während "Der Spiegel der Natur" eher eine Abrechnung mit der obsoleten Repräsentationsphilosophie und Objektivitätsphilosohie darstellt und nur den Weg in Rortys eigene Philosophie anreißt, wird sie in KIS tatsächlich entfaltet. Das Hauptanliegen von ‚Kontingenz, Ironie und Solidarität’ ist zwar die gleichwertige Nebeneinanderstellung des Drangs nach Selbsterschaffung und des Wunsches nach Solidarität, die von Rorty als inkommensurabel erkannt wurden. Gleichzeitig behandelt es aber auch, oder gerade deshalb, das Loslösen von den Dogmen der Metaphysik. Seine liberale Ironie sieht er von ihnen befreit:

[Dieses Buch] zeichnet eine Gestalt, die ich liberale Ironikerin nenne. […] Liberale seien die Menschen, die meinen, daß [sic] Grausamkeit das schlimmste [sic] ist, was wir tun. Iro-nikerin nenne ich eine Person, die der Tatsache ins Gesicht sieht, daß ihre zentralen Über-zeugungen und Bedürfnisse kontingent sind – nenne ich jemanden, der so nominalistisch und historistisch ist, dass er die Vorstellung aufgegeben hat, jene zentralen Überzeugungen und Bedürfnisse bezögen sich zurück auf eine Instanz jenseits des raum-zeitlichen Berei-ches [sic].

Rortys liberale Ironie kann insofern als der Kern seines Pragmatismus verstanden werden, wenn man davon ausgeht, dass die Gestalt der liberalen Ironikerin dem Pragmatisten nach Rortys Vorstellung entspricht, d.h. dass ein solcher Pragmatist die Eigenschaften der liberalen Ironikerin besitzt.

Mit einer - für philosophische Verhältnisse - erfrischend leichten und gewandten Sprache beschreibt Rorty den Weg seiner pragmatistischen Philosophie, die nicht mehr auf Objektivität abzieht, sondern auf Solidarität. Dafür versucht er nicht zu beweisen, dass sein Weg der wahre ist - den Kategorien wie diese hält er für Teil des Problems - sondern versucht seine Perspektive reizvoll zu machen. Mit Hilfe seiner Ironie ermöglicht er die philosophische Hinwendung zu Selbsterschaffung und Bildung durch die Literatur, die ebenso an die Stelle von allgemeiner Moraltheorie treten kann, um unsere Moralität zu schulen und uns solidarischer zu machen. Ein mutiger Weg, der innerhalb der verknöcherten Disziplin seines Faches Seinesgleichen sucht.

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