Richard Russo

 4.2 Sterne bei 102 Bewertungen
Autor von Diese gottverdammten Träume, Ein Mann der Tat und weiteren Büchern.
Autorenbild von Richard Russo (©Elena Seibert / Quelle: Dumont)

Lebenslauf von Richard Russo

Kauzige Kleinstädter und Pechvögel: Es ist der Alltag in US-amerikanischen Kleinstädten, der es Richard Russo angetan hat. Dabei schreibt kaum jemand so brillant darüber wie der 1949 in Johnstown, New York, geborene Autor. Zunächst studierte Russo jedoch an der University of Arizona Literaturwissenschaften und Creative Writing und promovierte in Philosophie. Danach lehrte er an Universitäten. Dem Schreiben widmete er sich zu dieser zeit nur nebenbei. Erst nach der erfolgreichen Verfilmung seines Romans „Nobody's Fool“ (1993; deutsch: „Ein grundzufriedener Mann“, 2017) mit Paul Newman und Bruce Willis in den Hauptrollen ließ er sich als freier Schriftsteller nieder. Für „Empire Falls“ (2002; deutsch: „Diese gottverdammten Träume“, 2016) erhielt er den Pulitzer-Preis. Eine Emmy-Nominierung gab es für das gleichnamige Fernsehdrehbuch. Es folgten der Indie Champion Award der American Booksellers Association sowie der französische Grand Prix de Littérature Américaine. In den USA ein großer Erfolg, wurden Russos Romane erst später ins Deutsche übersetzt. Mit seinen detailreichen und humorvollen Porträts kauziger Kleinstadtbewohner an der amerikanischen Ostküste begeistert er nun auch hierzulande mehr und mehr Leser. Richard Russo lebt seit 1999 mit seiner Familie in dem Küstenstädtchen Camden in Maine.

Neue Bücher

Sh*tshow

 (14)
Erscheint am 21.07.2020 als Hardcover bei DuMont Buchverlag.

Diese gottverdammten Träume

 (26)
Neu erschienen am 11.05.2020 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Jenseits der Erwartungen

 (1)
Neu erschienen am 19.05.2020 als Hörbuch bei Audible Studios.

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Cover des Buches Diese gottverdammten Träume (ISBN: 9783832164355)

Diese gottverdammten Träume

 (26)
Erschienen am 11.05.2020
Cover des Buches Ein Mann der Tat (ISBN: 9783832164492)

Ein Mann der Tat

 (22)
Erschienen am 18.06.2018
Cover des Buches Diese alte Sehnsucht (ISBN: 9783832161842)

Diese alte Sehnsucht

 (17)
Erschienen am 07.08.2017
Cover des Buches Sh*tshow (ISBN: 9783832181444)

Sh*tshow

 (14)
Erscheint am 21.07.2020
Cover des Buches Ein grundzufriedener Mann (ISBN: 9783832164058)

Ein grundzufriedener Mann

 (10)
Erschienen am 19.06.2017
Cover des Buches Immergleiche Wege (ISBN: 9783832198855)

Immergleiche Wege

 (2)
Erschienen am 22.05.2018
Cover des Buches Diese gottverdammten Träume (ISBN: B07N6DR88B)

Diese gottverdammten Träume

 (6)
Erschienen am 07.02.2019
Cover des Buches Jenseits der Erwartungen (ISBN: B088NVRSRT)

Jenseits der Erwartungen

 (1)
Erschienen am 19.05.2020

Neue Rezensionen zu Richard Russo

Neu

Rezension zu "Jenseits der Erwartungen" von Richard Russo

Chances are...
Buecherschmausvor 15 Tagen

Die Drei Musketiere – gleich im ersten Satz seines Romans Jenseits der Erwartungen stellt sie uns Richard Russo vor:

„Die drei alten Freunde kamen in umgekehrter Reihenfolge auf der Insel an – der, der am weitesten weg wohnte, zuerst, der am nächsten Wohnende zuletzt: Lincoln ein Immobilienmakler, aus Las Vegas, war also praktisch einmal quer durchs ganze Land gereist; Teddy, ein Kleinverleger aus Syracuse; Mickey, ein Musiker und Toningenieur , aus dem nahe gelegenen Cape Cod.“

Damit ist das Personal schon grob umrissen, das sich für ein Wochenende im September auf Martha´s Vineyard trifft. Die Insel vor der Küste Massachusetts gilt mit seinen Ferienvillen als Urlaubsort der Betuchten. Lincoln besitzt hier ein Haus aus dem Erbe seiner Mutter. Nun denkt er über den Verkauf nach, denn die Finanz- und Immobilienkrise von 2008 ist an ihm zwar recht glimpflich, aber doch nicht spurlos vorbeigegangen.

Mit seinen alten Studienkollegen Teddy und Mickey hat er vor mehr als 40 Jahren hier so manchen Sommer verbracht, den letzten 1971. So eine Rückkehr bringt natürlich die Erinnerungen in Gang. An ihre Zeit am College in Connecticut und vor allem an die große Leerstelle ihrer Vergangenheit, an Jacy.

Jacy, die junge Theta-Studentin aus begütertem Haus, die die Vierte im Bunde war und in die alle Drei mehr oder weniger heimlich verliebt waren. Die so ganz anders als die aus Mittelklassefamilien stammenden Jungen war, so strahlend und unbekümmert. Auch wenn Jacy bereits verlobt und auch Lincoln bereits mit seiner jetzigen Frau Anita liiert war, schwang zwischen den Vieren immer etwas Erwartungsvolles mit. Bis dann im letzten Sommer 1971 Jacy ohne Abschied von der Insel verschwand und auch nicht mehr auftauchte. Die Collegejahre waren für sie alle vorbei, Jacy sollte heiraten, Lincoln zurück in den Westen gehen und Mickey drohte die Einberufung in den Vietnamkrieg. Mit einem Abend im Jahr 1969, vor einem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher, in dem die Einberufungslotterie lief, beginnen die Rückblenden in den Erinnerungen der nun 66 Jahre alten Männer. Mickeys Geburtstag wurde damals als neunter gezogen, ein sicheres Ticket Richtung Südostasien. Lincoln war mit Nummer 189 noch nicht ganz in Sicherheit, aber Teddys „Startnummer“ 322 verhieß, dass er vom Kriegseinsatz verschont werden würde. Aller Voraussicht nach.

Mickey ging nach dem Sommer wie viele Amerikaner nach Kanada, um dem Kriegseinsatz und dem Gefängnis zu entgehen. Erst nach der Amnestie 1977 kam er in die USA zurück. Die Freunde verloren sich nie ganz aus den Augen, aber jeder lebte sein Leben. Und fragte sich, was wohl aus Jacy geworden ist. Ist ihr etwas zugestoßen? Wurde sie gar Opfer eines Verbrechens?

Um diese Fragen kreisen die Gedanken der Freunde und natürlich auch die der Leser*in. Dadurch verleiht Richard Russo Jenseits der Erwartungen einen Krimiplot und eine stete Spannung. Besonders nachdem Lincoln durch den Kontakt zum Ex-Polizist Coffin erneut Verdacht schöpft. Hat der unsympathische Nachbar etwas mit dem Verschwinden Jacys zu tun? Oder vielleicht sogar Teddy oder Mickey?

Viel wichtiger als dieser Handlungsstrang sind aber die Fragen, die Richard Russo über das Leben im Allgemeinen stellt. „Chances are…“ heißt das Buch im Original nach einem etwas rührseligen Song von Johnny Mathis aus dem Jahr 1957. Welche Chancen bietet uns das Leben? Wieviel Zufall steckt zum Beispiel darin, dass sich die drei jungen Männer aus ganz unterschiedlichen Ecken des Landes im College getroffen und angefreundet haben? Was bestimmt, welche Chancen wir ergreifen? Und rückblickend, was haben wir aus unserem Leben gemacht?

Zufall, soziale Herkunft, eigene Entscheidungen. Richard Russo entfaltet daraus in Jenseits der Erwartungen ein melancholisches, aber auch heiteres Tableau von ergriffenen und vertanen Chancen, voller Empathie und Menschenfreundlichkeit, souverän geschrieben und perfekt gebaut. In stets wechselnden Perspektiven und geschickten Zeit- und Szenewechseln entwickelt er tiefgehende, glaubwürdige Charaktere, denen man gern über mehr als 400 Seiten folgt. Ihm gelingt nebenbei, die Darstellung der USA als ein Land, das schon 1969 tief zerrissen war. Und das es heute immer noch/wieder/ umso mehr ist.

Die Gegenwartsebene spielt im Vorwahlkampf 2016. Donald Trump erscheint noch als nahezu unmögliche Option. Lincoln, erklärter Republikaner, kann zwar Hillary Clinton auf keinen Fall wählen, verachtet aber auch Trump zutiefst. Der unsympathische Nachbar hat einen Trump-Aufkleber an seinem Wagen.

„Lincoln deutete auf das Schild mit Trumps Konterfei. „Aber den würden Sie trotzdem nicht wählen, oder?“ Troyer schnaubte abfällig. „Ne, das ist nur dazu da, um die Leute aus Chilmark zu ärgern.“ Doch dann hob er die Schultern. „Andererseits, wenn er nominiert wird, warum nicht?“ Lincoln spürte einen Schauder, aber er riss sich zusammen. „Der Preis für ihr Durchfahrtsrecht hat sich gerade verdoppelt.“

Ein wiederum sehr gelungener Roman aus der Feder von Richard Russo.

 

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Rezension zu "Jenseits der Erwartungen" von Richard Russo

Als Justine für immer verschwand
Buecherfreundinimnordenvor 15 Tagen

Das Buch hat mich positiv überrascht, Richard Russo kannte ich bisher nur vom Namen. Für mich persönlich gehört er ab jetzt zu den bemerkend- und beachtenswerten amerikanischen Autoren der Gegenwart. In „Jenseits der Erwartungen“ erzählt er die Geschichte einer Männerfreundschaft im Rückblick. Und obwohl in der Gegenwart der drei Männer, inzwischen sind alle drei über sechzig- sich so ungeheuer viel nicht mehr zu verändern scheint, war ich zunehmend fasziniert von den fein ausgearbeiteten Charakteren. Zumindest zwei der drei Freunde treibt noch heute, vierzig Jahre später, das Verschwinden einer höchst attraktiven, ehemaligen Kommilitonin um. Sie können Justine nicht vergessen, deren Verschwinden von der Polizei nie aufgeklärt wurde. Doch wenn nur zwei der drei Männer in Gedanken bei Justine verweilen und sie vermissen, was ist dann mit Mickey, dem Dritten in ihrer Runde? Wenn die schöne Justine getötet wurde... ist dann Mickey ihr Mörder? 

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Rezension zu "Jenseits der Erwartungen" von Richard Russo

Ein kühler distanzierter Stil, der zu dieser Geschichte mit den 3 Männern passt
Buchraettinvor 24 Tagen

Im Mittelpunkt stehen die 3 Männer. Sie treffen sich mit 66 Jahren wieder. Damals waren sie zusammen auf dem College.  Anfang bekommt jeder der drei zu Wort. Es wird die Vorgeschichte erzählt, jedes Einzelnen. Wie kamen sie zum Kolleg. Wie lebt ihre Familie. Wer sind sie. 

Es ist dabei die distanzierte Sicht von außen auf die Figuren. Keine Ich- Erzählung. Die Erzählung wirkt lebendig auf mich. Dennoch empfand ich den Stil des Buches als etwas distanziert. Mir fehlte ein wenig das Gefühl. Der Autor schafft es mit seiner Erzählweise durchaus immer wieder mich in den Bann zu ziehen. Die Figuren lebendig wirken zu lassen. Aber dennoch konnte ich mich nicht richtig einfühlen in die Figuren.

Die junge Frau, die damals verschwindet. Deren Verschwinden die drei Männer auch in der Gegenwart der Geschichte noch beschäftigt, das ist Thema des Buches Was passierte damals?

Es war mein erstes Buch dieses Autors. Ich empfand es als einen eigenen Stil, der dem Erzählen inne war.

Liest sich gut, aber mir waren die Figuren zu kantig und kühl. Die Geschichte ist klar strukturiert, aber mir fehlt ein wenig mehr Wärme und Gefühl dabei. Eine schöne Kleinigkeit des Buches war noch das Lesebändchen. 

Dennoch, dieser Stil passt zur Story und den drei Hauptfiguren. 

Rezension zu " Jenseits der Erwartungen"

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Richard Russo wurde am 15. Juli 1949 in Johnstown, New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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