Richard Schwartz

 4,5 Sterne bei 2.399 Bewertungen
Autor von Das Erste Horn, Die Zweite Legion und weiteren Büchern.
Autorenbild von Richard Schwartz (© privat)

Lebenslauf

Ein Mann, viele Namen, fantastische Geschichten: Richard Schwartz – ein Tausendsassa mit vielen Interessen und beinahe ebenso vielen Namen. Der Autor, 1958 in Frankfurt/Main geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker sowie ein Studium der Informatik und Elektrotechnik. In den darauffolgenden Jahren arbeitete er unter anderem als Tankwart, Postkurier und Programmierer. Außerdem restaurierte er Autos und Motorräder und war als Rollenspiel-Spielleiter aktiv. Dies beeinflusste wohl auch seine fantastischen Welten, in die er seine Leser eintauchen lässt. Unter verschiedensten Pseudonymen veröffentlichte Schwartz schon zahlreiche Werke: Carl A. deWitt, Helmut Wolkenland, Andras, David Winter und eben Richard Schwartz – dahinter steckt der Frankfurter Fantasy-Guru. Die erfolgreiche Bücherreihe um „Das Geheimnis von Askir“ war bereits mehrmals für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Der Startschuss zu dieser Reihe, „Das erste Horn“, fiel 2006. Zu seinen aktuelleren Erscheinungen gehören die Sagas „Die Götterkriege“ und „Die Lytar-Chronik“.

Alle Bücher von Richard Schwartz

Cover des Buches Das Erste Horn (ISBN: 9783492268172)

Das Erste Horn

(278)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Die Zweite Legion (ISBN: 9783492268189)

Die Zweite Legion

(179)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Das Auge der Wüste (ISBN: 9783492268196)

Das Auge der Wüste

(165)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Der Herr der Puppen (ISBN: 9783492268202)

Der Herr der Puppen

(151)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Die Feuerinseln (ISBN: 9783492268219)

Die Feuerinseln

(143)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Der Kronrat (ISBN: 9783492268226)

Der Kronrat

(136)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Askir - Die komplette Saga 1 (ISBN: 9783492703338)

Askir - Die komplette Saga 1

(116)
Erschienen am 08.12.2014
Cover des Buches Die Eule von Askir (ISBN: 9783492280884)

Die Eule von Askir

(116)
Erschienen am 01.12.2016

Neue Rezensionen zu Richard Schwartz

Cover des Buches Das Erste Horn (ISBN: 9783492268172)
Ravendaras avatar

Rezension zu "Das Erste Horn" von Richard Schwartz

Ravendara
🏰 Ein Gasthaus voller 🏰 Ein Gasthaus voller Geheimnisse, Bannschwerter und zwiespältiger Figuren

Mein Gesamteindruck 😊

Das erste Horn fühlt sich an wie eine Zeitreise zurück zu meinen Rollenspielabenden der 90er und 2000er – und das meine ich größtenteils als Kompliment. Richard Schwartz erzählt klassische Fantasy mit geheimnisvollen Kriegern, mächtigen Magiern, alten Legenden, einem eingeschneiten Gasthaus und einem Mordfall, der sich Stück für Stück entfaltet. Dieses gemütliche “Alle sitzen fest und irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht”-Gefühl hat mich sofort abgeholt. Gleichzeitig merkt man dem Roman sein Alter leider deutlich an. Besonders der Umgang mit Sexualität, Frauen und sexueller Gewalt wirkt aus heutiger Sicht oft unangenehm, unnötig sexualisiert und stellenweise regelrecht befremdlich. Schade, denn die eigentliche Geschichte hätte diese Elemente überhaupt nicht gebraucht. Davon abgesehen steckt hier aber richtig gute klassische Fantasy mit sympathischen Figuren, spannenden Geheimnissen und einem Ende, das mich neugierig auf Band zwei gemacht hat. ⚔️❄️📚


Stärken

  •  Klassische Fantasy mit starkem Rollenspielgefühl
  •  Großartige eingeschneite Gasthaus-Atmosphäre
  •  Mehrere spannende Handlungsstränge greifen ineinander
  • Interessante Hintergrundgeschichte um Askir und die Bannschwerter
  •  Magiesystem macht grundsätzlich Spaß
  •  Zokora ist ein absolutes Highlight
  •  Schöne Dynamik zwischen Harvald und Lea
  •  Viele kleine Geschichten ergeben ein großes Ganzes
  • Der Autor scheut sich nicht vor Konsequenzen für seine Figuren
  •  Gelungener Übergang zum zweiten Band


❌ Schwächen


  • Sehr problematischer Umgang mit sexueller Gewalt
  •  Frauen werden häufig unnötig sexualisiert
  • Manche Dialoge wirken heute unfreiwillig peinlich
  •  Mehrere Liebesgeschichten entwickeln sich viel zu schnell
  • Viele Figuren werden ständig noch mächtiger statt tiefgründiger
  • Der eigentliche Täter wird kaum vorbereitet
  •  Gefühle werden häufiger erzählt als wirklich erlebbar gemacht
  • Das Frauen- und teilweise auch Männerbild wirkt überholt


Meine Eindrücke beim Lesen 

Schon nach wenigen Kapiteln hatte ich das Gefühl, wieder an einem alten Pen-&-Paper-Tisch zu sitzen. Geheimnisvolle Gestalten mit Kapuzen, Bannschwerter, schöne und mächtige Magierinnen, alte Legenden, Söldner, Räuber und ein eingeschneites Gasthaus – genau diese Mischung liebe ich. Dass vieles etwas größer, mystischer und heldenhafter wirkt als nötig, passte für mich sogar erstaunlich gut zum Rollenspielcharakter der Geschichte.

Besonders gefallen hat mir, dass eigentlich mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt werden. Da ist der Mord im Gasthaus, die Geschichte der Bannschwerter, die Vergangenheit Askirs, die Legion der Bullen, die Schatzsuche der Söldner und viele kleine Nebengeschichten, die nach und nach ineinandergreifen. Am Ende laufen die Fäden schön zusammen und machen Lust auf den nächsten Band.

Die Ich-Perspektive von Harvald funktioniert dabei besser, als ich zunächst dachte. Gerade weil er am Anfang innerlich ziemlich kaputt ist, wirkt er distanziert. Dadurch bleiben einem viele Gefühle der anderen Figuren verborgen. Normalerweise stört mich so etwas, hier passte es aber überraschend gut, weil die Geschichte ohnehin stärker von Geheimnissen als von großen Emotionen lebt.

Auch die etwas gestelzten Dialoge zwischen Harvald und Leandra empfand ich eher als charmant. Genau so klangen früher Rollenspielrunden häufig: Jeder hält sich zunächst bedeckt, stapelt tief und streut dann doch immer wieder kleine Hinweise darauf ein, wie außergewöhnlich und mächtig er eigentlich ist. Das hatte für mich fast schon nostalgischen Charme.

Mein absolutes Highlight war allerdings Zokora. Sie ist gleichzeitig grausam, ehrenvoll, unberechenbar und überraschend mitfühlend. Besonders ihre Gespräche über Sklaverei, Unterdrückung und Verantwortung haben der Geschichte zusätzliche Tiefe verliehen.

Leider gibt es aber einen Aspekt, der sich durch einen großen Teil des Romans zieht und meinen Lesespaß immer wieder ausgebremst hat: der Umgang mit Frauen und Sexualität.

Gerade im ersten Drittel hatte ich zeitweise das Gefühl, dass jede Frau zunächst über ihr Aussehen beschrieben wird. Immer wieder schweifen Blicke über Körper, ständig spielt unterschwellige oder offene Sexualität eine Rolle. Am schwierigsten fand ich jedoch die Handlung rund um die Wirtstöchter. Dass ernsthaft darüber diskutiert wird, eine Tochter solle sich den Söldnern “opfern”, damit die Situation entschärft wird, empfand ich als ausgesprochen unangenehm. Noch befremdlicher wurde es, als dem älteren Mann plötzlich die Rolle zukommt, jungen Frauen zu erklären, wie sie sich Männern gegenüber verhalten sollten. Herrje, das bequatschen wir Mädels seit der Pubertät schon untereinander! 

Natürlich entwickelt sich diese Handlung später weiter und manche Figuren erhalten mehr Tiefe. Auch die Entwicklung der Wirtstochter Sieglinde mochte ich letztlich deutlich mehr, als ich zunächst erwartet hatte. Trotzdem bleibt für mich der Eindruck, dass diese komplette Nebenhandlung weder notwendig noch besonders gelungen war. Die eigentliche Fantasygeschichte hätte wunderbar ohne diesen Schwerpunkt funktioniert.

Hinzu kommt, dass sowohl Frauen- als auch Männerbilder teilweise sehr klischeehaft wirken. Männer erscheinen häufig als triebgesteuert, Frauen dagegen oft als Objekte männlicher Begierde. Das wirkt aus heutiger Sicht einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenn man sich schon eine Fantasywelt ausdenkt, kann man sich das doch wirklich schenken. Da kann ich als Frau auch jeden Real-Krimi lesen.

Davon abgesehen hatte ich aber wirklich Freude an der Geschichte. Die Kämpfe sind spannend, die Welt macht neugierig und besonders die Hintergrundgeschichte um Askir entwickelt einen schönen Sog. Auch wenn der eigentliche Täter am Ende etwas aus dem Nichts auftaucht und ich mir mehr Hinweise im Vorfeld gewünscht hätte, bleibt für mich vor allem eines hängen: Ich möchte wissen, wie es weitergeht.


Fazit & Empfehlung

Das erste Horn ist klassische deutsche High Fantasy mit ganz viel Rollenspiel-Flair. Wer geheimnisvolle Helden, alte Legenden, Magie, eingeschneite Gasthäuser und langsam aufgebaute Geschichten liebt, bekommt hier einen starken Reihenauftakt. ⚔️❄️

Man muss allerdings bereit sein, über einige deutlich gealterte Ansichten hinwegzusehen. Gerade der Umgang mit Frauen, Sexualität und sexueller Gewalt ist aus heutiger Sicht schwer verdaulich und für mich die mit Abstand größte Schwäche des Romans.

Trotzdem überwogen am Ende für mich die positiven Eindrücke. Die Welt macht neugierig, einige Figuren wachsen einem ans Herz – allen voran Zokora – und das Finale macht richtig Lust auf den nächsten Band.
3, 5 ⭐️

Cover des Buches Schwarze Wacht (ISBN: B0FH29SZDY)
Paul_Jonass avatar

Rezension zu "Schwarze Wacht" von Richard Schwartz

Paul_Jonas
Routinierte Geschichte um Vampire, Werwölfe und Magier, vor dem historischen Hintergrund des 30 jährigen Krieg.

Vor dem Hintergrund der Machtspiele während des 30 jährigen Krieges spielt diese Geschichte mit Magiern, Werwölfen und Vampiren.


Die Familie der weibliche Protagonistin gehört dem spanischen Hochadel an und hat magische Fähigkeiten. Nach einem Attentat auf ihre Familie in Mähren überlebt sie nur Dank einer glücklichen Fügung und dem Herzblut eines alten Vampirs. Nero, ihr Retter und Mitglied der Schwarzen Wacht, einer Geheimorganisation des Königs von Mährens, nimmt das Mädchen unter seine Fittiche. Um ihre Rache gegen die Attentäter umzusetzen läßt sie sich von der Schwarzen Wacht ausbilden.


Die Ausbildung und die Ränke während dieser Zeit ist das Hauptgerüst dieser Geschichte. Eva, die weibliche Protagonistin, sammelt Freunde und Getreue um sich, die das eine oder andere Mal ihr helfen. Ansonsten ist die Protagonistin nahezu unbesiegbar, ihre überwältigenden Fähigkeiten werden nach und nach enthült. Alle anderen Akteure bleiben dagegen etwas blass und erscheinen wenig ausgearbeitet. 


Die ganze Geschichte ist routiniert erzählt und falls man dieses Fantasysetting mag, auch gut unterhalten.


Da die anfängliche Triebfeder, Rache, kommt nicht zum Zuge, sind wahrscheinlich weitere Geschichten in diesem Setting zu erwarten, erhoffen?

Cover des Buches Schwarze Wacht (ISBN: 9783492703635)
Frank1s avatar

Rezension zu "Schwarze Wacht" von Richard Schwartz

Frank1
Das Herzblut eines Sanguinikers

Klappentext:

Das einzigartige historische Fantasy-Epos vom Bestsellerautor der »Askir«-Reihe!

1632: Zwischen den herrschenden Häusern in Europa brodelt es. Doch nicht nur Men­schen, son­dern auch Vam­pire und Wer­wölfe lenken das po­litische Ge­schehen. Als ein Teil der spa­nischen Königs­familie einem heim­tückischen Mord­anschlag zum Opfer fällt, gibt es nur eine Über­lebende: die junge spa­nische In­fantin. In den kargen Ge­mäuern der Schwarzen Wacht, einer mys­teriösen Assas­sinen-Gilde, lässt sie sich zur Krie­gerin aus­bilden. Unter dem Deck­namen Eva ver­folgt sie eisern ein ein­ziges Ziel: den Mörder ihrer Fa­milie zu finden und die Toten zu rächen …

Gekonnt verwebt Richard Schwartz historische Fakten aus dem Dreißig­jährigen Krieg mit phan­tas­tischen Ele­menten wie Vam­piren und Wer­wölfen – fesselnd, episch und düster!


Rezension:

Der spanische König Phillipe ist mit Frau und Kindern unterwegs, als ihre Kutsche über­fallen wird. Das Königs­paar und ein Groß­teil des Ge­folges stirbt, nur die Kinder über­leben schwer­ver­letzt und können ge­rettet werden. Die erst 7-jährige Tochter Antasia ist fest ent­schlossen, ihre Eltern zu rächen. Sie lässt sich von der Schwarzen Wacht, einer Ge­heim­ge­sellschaft, aus­bilden. Jahre später ist sie zu einer mys­teriösen Atten­täterin ge­worden.

Richard Schwartz führt seine Leser ins Böhmen der Zeit des 30-jährigen Krieges. Dabei ver­flicht er die Fan­tasy-Hand­lung mit den Ge­geben­heiten des Europa der da­maligen Zeit. Seine Prota­gonis­tin ist die spa­nische Königs­tochter Antasia, die sich nach der Er­mordung ihrer Eltern zur Kämpferin aus­bilden lässt. Der Ver­bleib ihres Bruders, der nach dem An­griff auf die Eltern eben­falls ge­rettet wird, wird später nicht mehr the­matisiert. Auch was die spa­nische Königs­familie über­haupt in Böhmen wollte, bleibt offen. Am An­fang wirkt die Dar­stellung des noch ziemlich jungen Mäd­chens nicht wirklich glaub­haft, doch bessert sich das mit dem Älter­werden deutlich. Die eigent­lich re­levante Hand­lung be­ginnt so­wieso erst, als Eva, wie sie sich jetzt nennt, zur älteren Jugend­lichen be­ziehungs­weise jungen Frau ge­worden ist. Ma­gische Ele­mente, Vam­pire und Wer­wölfe spielen in der Hand­lung eine er­hebliche Rolle. Es fällt auf, dass der Autor im Text mehr­mals von Tschechien redet, obwohl diese Be­zeichnung eine Er­findung der 1990er ist. Selbst Tschechei wäre zur Hand­lungs­zeit falsch, denn auch der Begriff wurde erst nach dem 1. Welt­krieg ein­ge­führt. Zur da­maligen Zeit müsste es schlicht Böhmen heißen. Trotz solcher Kritiken im De­tail konnte mich das Buch der­maßen über­zeugen, dass ich 5 Sterne für voll­auf ge­recht­fertigt an­sehe. Ob eine Fort­setzung zu er­warten ist, wird am Ende nicht klar. Zu wünschen wäre es.

Der Autor erzählt aus auktorialer Perspektive, folgt dabei aber überwiegend seiner Prota­gonis­tin.


Fazit:

Mit ihrer zeitlichen Einordnung und außergewöhnlichen Handlungsidee sticht diese Fan­tasy-Story aus dem Ge­wohnten heraus.


Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog

Dem Eisenacher Rezi-Center kann man auch auf Facebook folgen.

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Zusätzliche Informationen

Richard Schwartz wurde am 01. Januar 1958 in Frankfurt (Deutschland) geboren.

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