Richard Sennett

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Lebenslauf von Richard Sennett

Richard Sennett lehrt Soziologie und Geschichte an der London School of Economics und an der New York University. Er ist der Autor von u. a. "Der flexible Mensch". "Die offene Stadt" ist nach "Zusammenarbeit" (2012) und "Handwerk" (2008) der dritte Teil seiner Homo-Faber-Trilogie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Richard Sennett

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Cover des Buches Verfall und Ende des öffentlichen Lebens (ISBN: 9783833305948)

Verfall und Ende des öffentlichen Lebens

 (6)
Erschienen am 12.11.2008
Cover des Buches Respekt im Zeitalter der Ungleichheit (ISBN: 9783833300745)

Respekt im Zeitalter der Ungleichheit

 (5)
Erschienen am 01.03.2004
Cover des Buches Zusammenarbeit (ISBN: 9783446264694)

Zusammenarbeit

 (3)
Erschienen am 01.07.2019
Cover des Buches Fleisch und Stein (ISBN: 9783518391693)

Fleisch und Stein

 (2)
Erschienen am 27.05.2011
Cover des Buches Autorität (ISBN: 9783833305931)

Autorität

 (1)
Erschienen am 15.11.2008
Cover des Buches Handwerk (ISBN: 9783833306327)

Handwerk

 (1)
Erschienen am 14.11.2009

Neue Rezensionen zu Richard Sennett

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Rezension zu "Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens" von Richard Sennett

Die Stadt als ein funktionierender Körper
WinfriedStanzickvor 2 Jahren


 

Der Zug von Millionen Menschen weltweit vom Land in die immer größer werdenden Städte ist ein seit langer Zeit zu beobachtendes Phänomen, mit dem sich auch Stadtplaner und Politiker hierzulande herumschlagen. Denn dieser Sog hat Folgen, nicht nur für die Stadt selbst mit steigenden Mieten und drohendem Verkehrskollaps, sondern auch für die absterbenden ländlichen Regionen im Vorfeld der Stadt. Hier gegenzusteuern, indem man die ländlichen Regionen unterstützt und fördert, wie das Christian Lindner etwa gestern bei einer Wahlveranstaltung in Darmstadt im Rahmen des hessischen Wahlkampfs forderte, schein ebenso richtig wie wirkungslos.

 

Richard Sennett hat sich als weltbekannter Soziologe sein Leben lang schon Gedanken gemacht über die Stadt und eine angemessene Stadtpolitik. Nun legt er mit „Die offene Stadt“ eine „Ethik des Bauens und Bewohnens“ vor, ein Buch, indem er seine lebenslangen Arbeiten über Stadtpolitik resümiert.

 

Wie kann eine offene Stadt aussehen, die geprägt ist von Vielfalt und Veränderung – und in der Bewohner Fähigkeiten zum Umgang mit Unsicherheiten entwickeln? Richard Sennett zeigt, warum wir eine Urbanistik brauchen, die eine enge Zusammenarbeit von Planern und Bewohnern einschließt und voraussetzt – und dass eine Stadt voller Widersprüche urbanes Erleben nicht einengt, sondern bereichert.

Sennett bietet viele Beispiele für offene Räume in einer Stadt. Der beschreibt etwa Plätze, die unterschiedlichen sozialen Gruppen Raum bieten, wie es sie überall auf der Welt gibt. Der Autor denkt darüber nach, wie Städte im Sinne der Bewohner jenseits von Immobilienspekulation und Gentrifizierung funktionieren können.

 

Die Stadt als ein funktionierender Körper, so stellt sich Sennett eine neue Stadtpolitik vor. Für alle, die sich mit Stadtpolitik beschäftigen oder sich dafür interessieren ist sein neues Buch eine unterhaltsame und sehr lehrreiche Lektüre.

 

Wie man aber dem ungebrochenen Trieb der Menschen vom Land in die Stadt und dem dort drohenden Kollaps einerseits und der Ausdünnung aller sozialen Einrichtungen auf dem Land entgegenwirken könnte, darüber habe ich nichts gefunden in diesem Buch. Aber das war ja auch nicht sein Thema. Ein Thema aber, das bleiben wird, das wurde gestern Abend bei der erwähnten Wahlveranstaltung mehr als deutlich.

 

 

 

 

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Rezension zu "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett

Rezension zu "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett
Sokratesvor 8 Jahren

Ausgehend von der Kultur des 19. Jhs., stellt Richard Sennett den Wandel von Öffentlichkeitsvorstellungen und Privatheit. Klar wird, wie sehr sich die (Selbst-)Darstellungsweise während des 19. Jhs. wandelte, wie sehr Privatheit zelebriert wurde als Gegenpol zu der immer mehr an Einfluss gewinnenden Notwendigkeit, ein "öffentliches Bild" zu haben. Sitzordnung, Kleiderordnung, Habitus, Titel, Ämter - alles gewann zusehends an Bedeutung und ist für die heutige Gesellschaft zu einer Art Paralleluniversum geworden, das neben der privaten Welt von erheblicher Bedeutung ist. Sennett zieht für seine Studie insbesondere die Philosophie und Literatur des 19. Jhs. heran, die gleichsam als Sittengemälde den Zeitgeist und die Handlungsformen widergibt (bspw. Thackeray, Dickens, Balzac).

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Rezension zu "Respekt im Zeitalter der Ungleichheit" von Richard Sennett

Rezension zu "Respekt im Zeitalter der Ungleichheit" von Richard Sennett
Sokratesvor 8 Jahren

Richard Sennett, einer der bekanntesten amerikanischen Soziologen der Gegenwart, widmet sich in diesem Buch dem Phänomen des Respekts gegenüber sozial benachteiligten Gruppen in einer Gesellschaft. Ausgehend von eigenen Kindheitserfahrungen - er ist selbst in einer Armensiedlung in den USA aufgewachsen - widmet er sich dem Phänomen sozialer Minderwertigkeit und der damit häufig verbundenen Verweigerung von Respekt durch den Rest der Gesellschaft. Zum Ausdruck kommt diese gesamtgesellschaftliche EInstellung nicht nur in der Art und Weise, wie ein Sozialsystem funktioniert, sondern auch in gepflegten Ressentiments und Stereotypen, die auch in unserer Gesellschaft gefunden werden können. Sennett zeigt, wie unsere kapitalistische Gesellschaft Respekt an eigene Leistungsfähigkeit knüpft; fehlt die infolge von Migration, Arbeitslosigkeit oder mangelnden Fähigkeiten, wird dem betreffenden Individuum schnell der gesellschaftliche Respekt verweigert. Das dem System zugrundeliegende Problem ist hierbei jedoch die Tatsache, dass die Achtung gegenüber einem Menschen an Leistungswerten festgemacht werden, die u.U. aus vielerlei Gründen, die der Einzelne nicht aktiv zu steuern in der Lage ist. Dies birgt das Potential der Ungleichbehandlung und Chancenlosigkeit in sich; natürlich auch die Gefahr, dass ganze Bevölkerungsteile nicht den Respekt und die gesellschaftliche Mitsprachemöglichkeit erhalten, die ihnen faktisch zustünde. Ihre Wertigkeit wird vielmehr allein an ihrem 'Kapital' bemessen. -- Sennett ruft eindringlich zu einer Umkehr in diesem Denken auf. Die Würde des Einzelnen - und der daraus resultierende Respekt vor ihm - wurzelt in anderen Dingen als in sozialer Herkunft und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.

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