Richard Stark

 3,8 Sterne bei 192 Bewertungen
Autor von Das Geld war schmutzig, Fragen Sie den Papagei und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Richard Stark

Richard Stark ist ein Pseudonym des amerikanischen Autors Donald Edwin Westlake, der am 12.07.1933 in Brooklyn, New York geboren wurden und am 31.12.2008 in San Tancho, Mexiko verstarb. Der Sohn irischstämmiger Eltern wuchs in Yonkers und Albany am Hudson River auf und besuchte später drei verschiedene Colleges im Staat New York. Von 1954 bis 1956 diente er in der United States Air Force. Bereits 1953 begann er, erste Kurzgeschichten zu verfassen, die er an Science-Fiction- und Mysterymagazine verkaufte. 1958 zog er nach New York. Zwei Jahre später veröffentlichte Westlake seinen ersten Roman "The Mercenaries" (dt. Das Gangstersyndikat). Bereits 1962 verfasste er erstmals einen Roman mit dem finsteren Heden Parker, dem beinharten Berufskriminellen, der Auftakt einer Reihe, die Westlake unter dem Pseudonym Richard (wegen Richard Widmark) Stark (wegen »stark«) veröffentlichte. 1967 kam eine Filmadaption von "The Hunter" vom Meisterregisseur John Boorman unter dem Titel "Point Blank" in die Kinos mit der Starbesetzung Lee Marvin und Angie Dickinson. Jahrzehnte später erschien ein Remake mit Mel Gibson als Bösewicht Parker unter dem Titel "Payback". Neben den berühmten Parker-Romanen verfasste Westlake unter eigenem Namen eine Serie skurriler Krimis mit dem erfolglosen Ganoven John Archibald Dortmunder und kombinierte knallharte Action mit Slapstick. Darüber hinaus schrieb er Western, phantastische Geschichten, Science-Fiction, zahlreiche weitere Krimis unter anderen Pseudonymen und sogar eine Biographie Elizabeth Taylors. Westlake wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dreimal dem berühmten "Edgar Award", und wurde von den Mystery Writers of America zum "Grand Master" ernannt. Für sein Drehbuch zum Film "The Grifters" von Stephen Frears (nach Jim Thompson) erhielt er eine Oscarnominierung. Viele seiner Krimis wurden verfilmt, u.a. von Costa-Gavras. 2008 verstarb Westlake im Alter von 75 Jahren in Mexiko. Weitere Pseudonyme: John B. Allen, Curt Clark, Tucker Coe, Timothy J. Culver, Morgan J. Cunningham, Samuel Holt, Sheldon Lord (mit Lawrence Block), Allan Marshall, Richard Stark, Edwin West

Alle Bücher von Richard Stark

Cover des Buches Das Geld war schmutzig (ISBN: 9783552058347)

Das Geld war schmutzig

 (49)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Fragen Sie den Papagei (ISBN: 9783552054677)

Fragen Sie den Papagei

 (39)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Keiner rennt für immer (ISBN: 9783552058378)

Keiner rennt für immer

 (23)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Das große Gold (ISBN: 9783552058354)

Das große Gold

 (12)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Sein letzter Trumpf (ISBN: 9783423214681)

Sein letzter Trumpf

 (10)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Der Gewinner geht leer aus (ISBN: 9783423213820)

Der Gewinner geht leer aus

 (11)
Erschienen am 01.07.2012
Cover des Buches Verbrechen ist Vertrauenssache (ISBN: 9783423215022)

Verbrechen ist Vertrauenssache

 (9)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Irgendwann gibt jeder auf (ISBN: 9783552058361)

Irgendwann gibt jeder auf

 (6)
Erschienen am 17.02.2017

Neue Rezensionen zu Richard Stark

Cover des Buches Keiner rennt für immer (ISBN: 9783552054639)Gulans avatar

Rezension zu "Keiner rennt für immer" von Richard Stark

Parker gegen alle Widrigkeiten.
Gulanvor 2 Jahren

Parker plant mit einem Bekannten namens Dalesia einen Bankraub in Massachusetts. Eine kleine Bank auf dem Land wird von einer größeren geschluckt. Am einem bestimmten Tag sollen sämtliche Aktiva in die neue Zentrale transportiert werden. Der Tipp für den Coup kommt von einem Typen namens Beckham, dessen Geliebte die Tochter des Bankgründers ist und die nun zusehen muss, wie ihr Ehemann die Bank des Vaters abwickelt. Ganz schön viele Verwicklungen und potenzielle Ansatzpunkte für die Polizei, doch der Job klingt zu verlockend, also macht sich Parker an die Planung.

„Er hatte keine Ahnung, was los war.“
„Keine“, pflichtete McWhitney ein.
„Dann hat er also einen großen Fehler gemacht.“
„Ja, das hat er.“
Dalesia grinste. „Ich wette, er hat was draus gelernt.“
„Ja.“ McWhitney nickte. „Das Harfespielen.“ (Seite 154)

Der Roman beginnt mit einem Mord, was für Parker eher ungewöhnlich ist, ruft doch ein Mord unnötige Aufmerksamkeit der Polizei hervor. Doch wenn Parker in einer Pokerrunde lauter Gangster einen Polizeispitzel entdeckt, fackelt er nicht lange. Die Abgeklärtheit, mit der der Rest der Runde reagiert und mit der die Leiche entsorgt wird, setzt den Ton für den Rest des Romans: cool, lakonisch, schnörkellos.

Wer einen Parker liest, sollte wissen, worauf er sich einlässt: So ist auch Keiner rennt für immer ein harter Gangsterroman mit geradlinigem Plot, Spannung und wenig Schnickschnack drumherum. Genau wie der vornamenlose Protagonist, der wenig von sich preisgibt, aber eine gnadenlose Professionalität ausstrahlt. Wer sich wie ein Profi verhält, kann mit seiner Loyalität rechnen, aber wehe wenn nicht. Empathie ist ihm völlig fremd, aber das heißt nicht, dass er wahllos Gewalt anwendet. Er weiß, wann es reicht, mit Gewalt zu drohen, ist aber auch jederzeit bereit, sie anzuwenden.

In diesem Band ist es für den Leser fast etwas überraschend, dass Parker an diesem Job festhält, denn die Vorzeichen sind alles andere als günstig. So taucht ein Kopfgeldjäger auf, Komplizen erweisen sich als unzuverlässig, der Tippgeber beschwört die Neugier der Polizei herauf. Was schiefgehen kann, geht schief. Parker hat alle Hände voll zu tun, damit die Sache nicht schon im Vorfeld scheitert. Aber letztlich meint er, das Risiko kalkulieren zu können, und so wird der Job auch dieses Mal durchgezogen. Keiner rennt für immer ist der drittletzte der 24 Romane der Reihe und Autor Richard Stark a.k.a. Donald E. Westlake liefert auch hier einen sehr unterhaltsamen, präzise erzählten Gangsterroman.

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Cover des Buches Parkers Rache (ISBN: 9783847905264)annlus avatar

Rezension zu "Parkers Rache" von Darwyn Cooke

Rache!
annluvor 3 Jahren

*Er wusste, dass er hart war, dass er sich weniger um Gefühle scherte als andere. Aber er hatte nie Spaß gehabt an der Vorstellung zu töten.*


1962: Von der eigenen Frau angeschossen, vom Partner verraten und um viel Geld betrogen hat der Kriminelle Parker nur noch eins im Sinn – Rache. Sein Plan führt ihn nach New York, wo er sich rücksichtslos zu Mal vorkämpft, um diesen zu töten.



Der Comic ist in düsteren, dunklen Tönen gehalten, die Farbpalette besteht nur aus Schwarz, Blau und Grau. Die drückende Stimmung kam zu Beginn auch dadurch zu Stande, dass die Bilder ohne Text daherkamen. Sie zeigten Parkers Weg in die Stadt, bei dem er sich bereits als harter Kerl erweist. Mit dem Beginn seiner Nachforschungen die dem Ziel dienen, Mal zu finden kommen auch Konversationen mit ins Spiel – wobei Parker ein wortkarger Mann bleibt, der nur das anspricht, was er wissen und haben will. Seine Vorgeschichte ist eine der ersten Szenen, die nicht nur durch Bilder und den dazugehörigen Sprechblasen, sondern auch durch recht ausführlichen Text erzählt werden.


Parker ist eine sehr düstere Graohic Novel, die in die Welt der Gangster entführt – inklusive gewalttätiger Szenen und einem knallharten, wenn auch wenig sympathischen, Hauptcharakter.

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Cover des Buches The Hunter (ISBN: 9783423217378)Gulans avatar

Rezension zu "The Hunter" von Richard Stark

Keine Kompromisse.
Gulanvor 3 Jahren

Er wollte nicht, dass Mal wusste, dass er am Leben war. Er wollte nicht, dass Mal Schiss kriegte und abhaute. Er wollte ihn entspannt und zufrieden, wie einen fetten Kater. Er wollte, dass er einfach nur dasaß, grinste und auf Parkers Hände wartete. (Auszug Seite 56)

Parker ist ein Spezialist für Brüche und Raubüberfälle, ein absoluter Profi, der mit wechselnden Partnern zusammenarbeitet. Bei seinem letzten Coup wurde er allerdings von seiner Frau Lynn und seinem Partner Mal Resnick getäuscht. Parker wird niedergeschossen und zurückgelassen in der Annahme, er sei tot. Doch er überlebt, bricht aus dem Gefängnis aus und schlägt sich bis nach New York durch – die Zeit der Abrechnung ist gekommen.

1962 erschien The Hunter und Autor Donald E. Westlake (unter dem Pseudonym Richard Stark) kreierte damit eine der bemerkenswertesten Gangsterfiguren. Parker ist kein smarter Räuber oder ein sonstiger Gangster, mit dem man sympathisieren kann. Im Gegenteil: Parker ist ein knallharter Schuft, ein Profiverbrecher, der auch vor Mord nicht zurückschreckt (dies in der Regel aber vermeidet). Parker ist ein Einzelgänger, der eiskalt seine Pläne durchzieht, ohne Kompromisse und ohne Gewissensbisse. Er ist wortkarg, sucht keinen Anschluss, arbeitet nur bei irgendwelchen Coups mit anderen zusammen. In der Zusammenarbeit verhält er sich dann loyal, wird er allerdings hintergangen (was häufig vorkommt), wird er unbarmherzig.

Das interessante an der Figur Parker ist aber, dass der Autor ihn nicht als Psychopathen beschreibt, sondern Parkers Empathie- und Gnadenlosigkeit irgendwie konsequent in der ihn umgebenden Welt wirkt. Parkers Vorname wird übrigens in der ganzen Serie nie erwähnt, Westlake selbst wird zitiert: „I don’t know what the hell it would be, maybe Frank.“

Anders als in weiteren Romanen beginnt der erste Auftritt von Parker nicht mit einem Coup. Der raffinierte Überfall ist schon erledigt, doch endet für Parker anders als geplant. Der Leser erfährt in Rückblenden von den Einzelheiten. Der Verrat nagt an Parker, er bricht sogar aus der kurzen Haft (wegen Landstreicherei) aus und tötet dabei einen Wärter, um sich auf den Weg machen zu können. Er trifft zunächst auf Lynn, seine Frau, die sich aus Angst und Resignation mit Schlaftabletten umbringt. Dann ist Mal Resnick sein nächstes Ziel, von ihm will er sich nicht nur seinen Anteil holen, diesen Mann will er töten. Doch Resnick gehört zum Syndikat, der mafiösen Verbrecherorganisation. Ein Angriff auf ihn fordert gleichzeitig das Syndikat heraus. Doch Parker ist zu allem entschlossen.

The Hunter ist ein hartgesottener Gangsterroman, der einen radikalen Rachefeldzug beschreibt. Der Plot ist also nicht allzu komplex und die Figuren bleiben zugegeben eher etwas oberflächlich, selbst Parker gibt nicht viel von sich preis. Doch dieser Roman hat einen Sound, dem man sich auch heute noch kaum entziehen kann. Eine stetige, knisternde Spannung liegt in der Luft, der Stil ist knapp und lakonisch, die Dialoge aufs Nötigste beschränkt. Einfach wie aus einem Guss geschrieben, ein wahrlich zeitloser Klassiker.

Richard Stark alias Donald E. Westlake war ein richtiger Vielschreiber, auch unter verschiedenen Pseudonymen. Sehr bekannt sind sicherlich auch seine Romane mit dem Meisterdieb John Archibald Dortmunder. Westlake schrieb insgesamt 24 Parker-Romane. Zunächst 16 zwischen 1962 und 1974. Mehr als zwanzig Jahre später meldete sich Parker 1997 passenderweise mit dem Titel „Comeback“ zurück, weitere sieben Romane folgten bis zum Tod Westlakes 2009. Während die Romane der letzten Phase noch verfügbar sind, sind die anderen Romane schon lange vergriffen. Sie erschienen Ende der 1960er und in den 1970ern überwiegend im Ullstein Verlag in teilweise gekürzter oder veränderter Übersetzung. 2015 erschien dann dieser erste Roman in neuer vollständiger Übersetzung von Nikolaus Stingl im Zsolnay Verlag. Leider war dies nicht der Auftakt zu einer vollständigen Wiederveröffentlichung der Reihe. Aber die Hoffnung bleibt, dass sich vielleicht nochmal einer den älteren Bände annimmt.

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Richard Stark wurde am 12. Juli 1933 in Brooklyn, New York City (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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