Richard W Sonnenfeldt

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Rezension zu "Mehr als ein Leben" von Richard W Sonnenfeldt

interessante, aber nur bedingt lesenswerte Biografie
cho-icevor 9 Monaten

Der Untertitel versprach sehr viel: „Vom jüdischen Flüchtlingsjungen zum Chefdolmetscher der Anklage bei den Nürnberger Prozessen“ – wow, das wird interessant, dachte ich. Schon seit der Schulzeit lese ich gern Biografien, die sich mit dem Holocaust auseinandersetzen, aber über die Aufarbeitung bei den Nürnberger Prozesse hatte ich leider bisher noch kaum etwas gelesen. Also wünschte ich mir diese Biografie von Richard W. Sonnenfeldt, die 2005 erschienen und inzwischen nur noch antiquarisch erhältlich ist.

Leider wurde sie meinen Erwartungen nicht gerecht.

Zweifellos hatte der Autor ein spannendes, teilweise geradezu aberwitziges Leben, das sich besonders bis zu seinem 25. Lebensjahr wie eine Verkettung unglaublicher Umstände liest. Dass er als deutscher Jude, 1923 geboren in Gardelegen (Sachsen-Anhalt), 1938 noch nach England ausreisen kann, wird der Schlüssel zu seinem Überleben, auch wenn er dabei einige Umwege über Australien, Indien und Südafrika in Kauf nehmen muss, bis er sein eigentliches Ziel erreicht – die USA. Als amerikanischer Soldat kehrt er nach Europa zurück und wird dank seiner Sprachkenntnisse zum Chefdolmetscher für die USA bei den Nürnberger Prozessen.

Ich hatte erwartet, dass die Beschreibung dieser Prozesse mehr Raum einnimmt, doch der Autor setzt sehr viele Vorkenntnisse voraus. Natürlich sind seine Erinnerungen und subjektiven Eindrücke der Angeklagten, Verteidiger und Richter interessant zu lesen. Doch mir fehlten viele Eckdaten und so konnte ich diese Wissenslücke durch das Lesen dieser Biografie nur ein wenig verkleinern, aber nicht schließen.

Leider war mir Sonnenfeldt bis zuletzt nicht besonders sympathisch. Freimütig erzählte er von seinen zahlreichen Frauengeschichten hier und da, betonte immer wieder, wie eigenständig er war und wie wenig er mit Leuten seines Alters oder auch seines Volkes anfangen konnte, die nicht ähnlich viel erlebt hatten wie er. Seine Haltung erschien mir in vielen Punkten recht überheblich, weshalb ich immer wieder die Lust am Lesen verlor und recht lange brauchte, um das Buch zu beenden. Berührt hat mich lediglich die Beschreibung seiner Rückkehr nach Gardelegen. Schade, ich hatte mehr erwartet.

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Rezension zu "Mehr als ein Leben" von Richard W Sonnenfeldt

Rezension zu "Mehr als ein Leben" von Richard W Sonnenfeldt
Kristin84vor 7 Jahren

Ein nicht ganz normales Leben

Zum Inhalt: In diesem Buch schildert Richard Sonnenfeldt sein Leben von den Jahren 1938 bis 2001. Was zunächst mit einer ganz normalen Kindheit eines jüdischen Jungen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Berlin beginnt, entwickelt sich nach der Machtergreifung Hitlers zu einer Zeit voller Angst und Entbehrungen. Er flieht zusammen mit seinem Bruder nach England, wo er dank seiner Eltern, die in Deutschland zurück bleiben mussten, mehrere Jahre eine englischen Privatschule besuchen darf. Als der Krieg zwischen Deutschland und England ausbricht, versucht Richard so schnell wie möglich nach Amerika zu kommen. Doch er erlebt eine abenteuerliche Reise, die ihn quer über den ganzen Globus führt. Endlich in Amerika angelangt, lässt der Krieg Richard immer noch nicht los, denn er will gegen Hitler kämpfen. Und so kommt er als amerikanischer Soldat zurück nach Deutschland und wird nach dem Krieg der Chefdolmetscher der Nürnberger Prozesse...

Meine Meinung: Das Leben von Richard Sonnenfeldt kann man fast mit einem Abenteuerroman vergleichen. Diesem Mann ist in den 63 Jahren, die dieses Buch umfassen, so viel passiert, dass man manchmal beim Lesen überlegt, ob man eine Biographie oder einen Abenteuerroman liest. Und das ist auch der Punkt, der mich an diesem Buch etwas gestört hat. Mir ist schon bewusst, dass dieser Mann in seinem Leben wirklich viel erlebt hat, aber trotzdem habe ich an manchen Stellen meine Zweifel, ob wirklich alles so passiert ist. Besonders bei seinen Reisen von England nach Australien, von Australien nach Indien und schließlich von Indien nach Amerika. Während diesem Abschnitt des Buches sind so viel unglaubliche Dinge passiert, dass man als Leser einfach ins Grübeln kommen muss, ob die Geschichte an dieser Stelle wirklich so passiert ist. Ich möchte aber nochmal ausdrücklich klarstellen, dass ich nicht die Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg bzw. den Krieg selbst meine, sondern nur die vorgenannten Reisen bzw. Schiffsfahrten. Man weiß was damals alles passiert ist und diese Zeit wird von dem Autor auch genauso geschildert, wie man dies schon aus anderen Büchern oder aus Dokumentationen bereits geschildert bekommen hat. Besonders mitgenommen hat mich der Abschnitt, als er davon erzählt hat, wie er kurz nach dem Krieg ein befreites Konzentrationslager betreten hat. Glaubt mir, da wird einem anders. Was damals alles passiert ist, war wirklich schlimm.
Den Abschnitt über die Nürnberger Prozesse fand ich leider etwas kurz, besonders weil ich aufgrund der Aufmachung des Buches davon ausgegangen bin, dass dies das hauptsächliche Thema des Buches ist. Richard Sonnefeldts Leben nach dieser Zeit ist zwar auch interessant, hier taucht aber wieder der gleichen Punkt auf, der mich oben schon gestört hat: Ist das wirklich alles so passiert? Kann man wirklich so schnell so erfolgreich sein?? Es wirkt auf mich einfach irgendwie unrealistisch. Ich möchte dem Autor aber nicht unterstellen, dass er hier irgendwas erfunden hat. Es ist lediglich meine Meinung bzw. Einschätzung zu diesem Abschnitt.

Fazit: Ein interessantes Buch über ein nicht ganz normales Leben.

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Rezension zu "Mehr als ein Leben" von Richard W Sonnenfeldt

Rezension zu "Mehr als ein Leben" von Richard W Sonnenfeldt
Stephenievor 11 Jahren

Interessante Lebensgeschichte!
Allerdings manchmal etwas zuviel...

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