Richard Wagner Herr Parkinson

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Inhaltsangabe zu „Herr Parkinson“ von Richard Wagner

„Im Grunde war es mein rechtes Bein, das mich ins Unglück gestürzt hat. Ohne dieses Bein wäre mein Leben anders verlaufen. Ich hätte einen Hut getragen, wenn mein rechtes Bein mir nicht ständig an die Krempe getippt hätte. Ich hätte den Frauen tief in die Augen sehen können, wenn das Bein sich nicht sofort auf ihre tausend Füße gestellt hätte.“ Richard Wagner erzählt souverän, ohne jede Bitterkeit, aber auch ohne Beschönigung und folgt dabei mit allen Hoffnungen und Rückschlägen dem Verlauf der eigenwilligen Erkrankung. Zu Beginn ist es nur ein leichter Taumel in einer Bar in der Grunewaldstraße, der noch alles mögliche hätte sein können. Dann, nach der Diagnose, geht bald nichts mehr ohne starke Medikamente, die wie in einem wunderbaren Honeymoon zunächst alles bewältigbar erscheinen lassen. Bis nach und nach Herr Parkinson übernimmt, und die Welt des Patienten zum „schwarzen Quadrat“ wird.

Ein berührender Blick auf eine Krankheit, die „den Körper verwirrt und den Kopf zuschauen lässt“!

— justitia
justitia

Ein Buch, das nachdenklich stimmt.

— loralee
loralee

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  • Schonungslos, offen und tief bewegend

    Herr Parkinson
    justitia

    justitia

    08. December 2015 um 21:06

    Ein berührender Blick auf eine Krankheit, die „den Körper verwirrt und den Kopf zuschauen lässt“! Ein kleiner Einblick in den Klappentext: „Im Grunde war es mein rechtes Bein, das mich ins Unglück gestürzt hat. Ohne dieses Bein wäre mein Leben anders verlaufen. Ich hätte einen Hut getragen, wenn mein rechtes Bein mir nicht ständig an die Krempe getippt hätte. Ich hätte den Frauen tief in die Augen sehen können, wenn das Bein sich nicht sofort auf ihre tausend Füße gestellt hätte.“ Richard Wagner erzählt souverän, ohne jede Bitterkeit, aber auch ohne Beschönigung und folgt dabei mit allen Hoffnungen und Rückschlägen dem Verlauf der eigenwilligen Erkrankung. Zu Beginn ist es nur ein leichter Taumel in einer Bar in der Grunewaldstraße, der noch alles mögliche hätte sein können. Dann, nach der Diagnose, geht bald nichts mehr ohne starke Medikamente, die wie in einem wunderbaren Honeymoon zunächst alles bewältigbar erscheinen lassen. Bis nach und nach Herr Parkinson übernimmt, und die Welt des Patienten zum „schwarzen Quadrat“ wird. (© Text- & Bildmaterial: Knaus Verlag)  Meine Gedanken zu dem Buch: Die Krankheit Parkinson war mir schon länger ein Begriff, doch genauer damit beschäftigt habe ich erst als die Krankheit in meinem unmittelbarem Umfeld auftrat. Hierdurch wurde es für mich auch immer wichtiger die einzelnen Facetten von Parkinson zu verstehen und besser mit ihnen umgehen zu können. Schon der Klappentext des Buches „Herr Parkinson“ von Richard Wagner hat mich sehr ergriffen, da es das Hauptcharakteristikum auf den Punkt bringt: „Herr Parkinson verwirrt den Körper und lässt den Kopf zuschauen.“ Herr Wagner beschreibt die Krankheit Parkinson auf eine schonungslose, aber gleichzeitig auch sehr ehrliche und offene Art und Weise, die mich sehr nachdenklich stimmt. Dabei geht er besonders auf die gesellschaftlichen Umstände ein, denen ein Erkrankter täglich ausgesetzt ist. So ist „Herr Parkinson“ ein ungebetener Gast und ein ständiger Begleiter zugleich, der einmal höflich distanziert, aber ein anderes Mail auch im direkten Dialog mit dem Erkrankten steht. Doch was davon ist real und was Einbildung? Durch seinen Schreibstil sowie den Aufbau seiner Schilderungen schafft der Autor auch beim Leser einen ganz diffusen Zustand, ähnlich dem eines Parkinson-Patienten. Hierdurch bekommt der Leser eine Ahnung davon, wie sich der Patient mit dieser Krankheit tagtäglich fühlt. Besonders bewegt hat mich die Tatsache, dass bei dieser Krankheit die Bewegungen langsamer und beschwerlicher werden, während aber der Geist vollkommen klar und wach ist. Der Patient weiß also durchaus, wie er etwas tun muss, doch schafft er es nicht dies auch umzusetzen. So werden ganz alltägliche Dinge, wie etwa das Anheben eines Wasserglases zum Trinke, zu einer wahren Herausforderung. So schlimm und erschreckend dies auch alles klingt, bewahrt der Autor in seinen Schilderungen dennoch einen positiven Grundton, der ihn stets begleitet. Er gibt nicht auf, er kämpft, ist willensstark und trotz seiner Einschränkungen auch lebensfroh. Doch beschönigt er nicht etwa, nein, er schildert sein Leben mit der Krankheit mit einer Klarheit und Offenheit, die den Leser beeindruckt und mitreißt. Für seine Schilderungen verwendet der Autor zumeist philosophisch und literarische Stilmittel und zeigt dadurch einen ganz neuen Blickwinkel auf die Krankheit selbst, den Umgang mit ihr sowie auch ihre Folgen für den Patienten und aber auch das gesellschaftliche Umfeld. Diese besondere Art und Weise sich mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen stimmte mich sehr nachdenklich, macht e mir aber gleichzeitig auch Mut und gibt Zuversicht. Denn Parkinson ist eine Krankheit, die zwar nicht heilbar ist, aber mit der er sich dennoch ganz gut leben lässt. Kurz & Gut – Mein ganz persönliches Fazit Richard Wagner wirft mit seinem Buch „Herr Parkinson“ einen ganz eigenen Blick auf das Leben mit dieser Krankheit. Es ist ein schonungsloser, offener und auch sehr klarer Bericht aus dem Leben eines Parkinson-Patienten, der einerseits von einer guten Portion Sprachwitz begleitet wird, aber der andererseits auch nachdenklich stimmt. Das Buch ist für Liebhaber von anspruchsvoller, wortgewandter Literatur sehr zu empfehlen. © Rezension: 2015, Sandra „Sunny liest“

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  • Beeindruckend, berührend, schön

    Herr Parkinson
    loralee

    loralee

    10. May 2015 um 19:38

    Es fällt mir schwer, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Es hat mich so sehr beeindruckt, dass ich quasi sprachlos bin. Vielleicht liegt es daran, dass ich Menschen mit Parkinson im Umfeld habe. Auf jeden Fall trifft der Autor Richard Wagner sehr genau den Kern des Dilemmas, in dem ein Parkinson-Patient steckt. „Herr Parkinson verwirrt den Körper und lässt den Kopf zuschauen“, so steht es auf der Rückseite des Buches und trifft das Wesen der Erkrankung ziemlich genau. Richard Wagner setzt sich ehrlich und ohne Groll mit seiner Erkrankung und ihren Folgen auseinander. Dabei steht Herr Parkinson als sein ungebetener Gast und ständiger Begleiter mal in höflicher Distanz und kaum wahrnehmbar, mal im direkten Dialog mit dem Autor, an seiner Seite. Wie im realen Leben, oder war das nur Einbildung? Der Autor vermag es, durch Aufbau und Stil dem Leser den diffusen Zustand zu vermitteln, in dem ein Mensch mit Parkinson sich mitunter befinden kann. Alles verlangsamt sich, die Bewegungen und auch das Denken, wobei der Geist immer klar bleibt. Der Autor wirft ebenfalls einen kritischen Blick auf die Gesellschaft und das Gesundheitssystem; wie sie mit dieser neurologischen Erkrankung umgehen, die zwar unheilbar, aber nicht tödlich ist. Das klingt jetzt alles ganz furchtbar schrecklich. Aber was mir an dieser Erzählung gefällt, ist die durchweg positive Grundstimmung, die den Inhalt trägt. Der Autor gibt nicht auf, er dramatisiert nicht, aber beschönigen tut er seine Situation erst recht nicht. Anders als bei anderen Berichten über schwere Krankheiten, vermag es der Schriftsteller Wagner seiner Geschichte eine literarische, eine philosophische Perspektive zu geben. Er nutzt die Reflexion auf seine Erkrankung, um Impulse auf allgemeine Fragestellungen zu geben, wie der gesellschaftliche Umgang mit Krankheit. Er wirft auch einen anderen, ganz eigenen, Blick auf das Leben, der zum Nachdenken anregt. Fazit: „Herr Parkinson“ hat mich sehr berührt und in tiefer Seele angesprochen. Das Buch ist schonungslos, offen, und wird von einem leisen Sprachwitz begleitet. Für Leute, die gerne Anspruchsvolles lesen, sehr zu empfehlen.

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