Richard Witts Nico

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  • Rezension zu "Nico" von Richard Witts

    Nico
    Ferrante

    Ferrante

    13. June 2007 um 19:18

    Umfassend recherchiert beschreibt Richard Witts den Weg der deutschen Underground-Ikone Nico. Von der traumatisierten Kriegs-Halbweise als Fotomodell auf die internationalen Laufstege, als Nietsche lesendes Covergirl in die Subkultur von Paris und Ibiza, als in Gesang und Schauspielerei sich übendes Ex-Model zu Andy Warhol und The Velvet Underground. Viele kennen nicht mehr, aber da geht Nicos Geschichte erst los: Zeitweise mit Philippe Garrel in Paris liiert und in seinen Filmen portraitiert, wird die depressive und drogensüchtige Frau zu einer der bemerkenswertesten Ausnahmemusikerinnen Deutschlands. Nico - die Mondgöttin der 1970er, die Garbo des Punk bzw. der Gothic-Szene der 1980er. Richard Witts ehrt ihr Talent und ihre Kunst, zeigt aber auch ihre Schattenseiten, die leider in der etwa zeitgleich erschienenen Dokumentation "Nico Icon" auf Kosten ihrer Identität als Künstlerin in den Vordergrund gedrängt wurden. Zwei kleine Fehler fand ich im Buch: Witts schreibt, dass deutsche Lied "Abschied" auf der LP "Desertshore" sei für die tote Mutter. Es handelt aber von einem Mann und damit wohl von Philippe Garrel, auf dessen psychiatrische Behandlung wahrscheinlich angespielt wird. Weiters schreibt Witts, dass Nico für ihr letztes, fulminantes Konzert "Fata Morgana" in Berlin fast nichts geschrieben hatte, und zitiert als Beweis das zweizeilige Lied "I will be Seven". In der von Nicos Sohn herausgegebenen Sammlung von Liedtexten und Gedichten wird aber deutlich, dass diese zwei Zeilen aus einem viel längeren Gedicht nur ausgesucht wurden. Nicos Sohn sieht in dem Lied die Ankündigung ihres baldigen Todes mit 49 (7x7) und dem davon erhofften Wiedersehen Nicos mit ihrer Mutter.

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