Richard Wrangham , Dale Peterson Bruder Affe. Menschenaffen und die Ursprünge menschlicher Gewalt

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Inhaltsangabe zu „Bruder Affe. Menschenaffen und die Ursprünge menschlicher Gewalt“ von Richard Wrangham

Bis Anfang der 70er-Jahre glaubten wir die einzigen Wesen zu sein, die Artgenossen ermorden und vergewaltigen. Doch dann wurde der erste brutale Überfall eines Schimpansentrupps auf einen Schimpansen beobachtet -- und in der Folge die komplette Ausrottung einer Schimpansengruppe. Wieso taten die Schimpansen das? 1984 wurde die Frage dringlicher, denn unser Platz im Stammbaum der Arten wurde neu bestimmt: Der Mensch hat sich nicht vor allen Menschenaffen vom gemeinsamen Urahn abgespalten, sondern erst nach Orang-Utan und Gorilla. Wir sind also enger mit den Menschenaffen verwandt, als wir dachten. Die Autoren (beide renommierte Primatenforscher) zeigen in diesem Buch, dass Gewalt, Vergewaltigung und Mord nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen häufig vorkommen und dass diese Gewalt fast ausschließlich von Männchen ausgeübt wird. Ihr Ansatzpunkt für die Aufdeckung der Ursachen: Die Nahrung bestimmt die Größe der Gemeinschaft, und die wiederum macht verschiedene Gewaltformen evolutionär sinnvoll. Doch dass unsere nächsten Verwandten ebenso gewalttätig sind wie wir, bedeutet nicht, dass dieser Weg unausweichlich wäre. Die Bonobos (die nächsten Verwandten der Schimpansen) zeigen, dass es auch völlig anders geht: Bonobomännchen üben keine Gewalt gegen die Weibchen aus, die sich übrigens in "Solidargemeinschaften" zusammenschließen, sobald Gefahr droht. Es können sogar zwei Bonobogemeinschaften friedlich zusammentreffen und nach einer Weile wieder ihrer Wege ziehen; ein Verhalten, das bei anderen Menschenaffen undenkbar ist. Warum leben die Bonobos so gewaltfrei? Das erklären die Autoren in ihrem sorgfältig recherchierten, höchst empfehlenswerten Buch ebenso überzeugend wie unsere eigene gewalttätige Geschichte. Jenseits aller Ideologien zeigen sie: Wir sind keine Bonobos; aber das Wissen um die Ursprünge der (in der Regel männlichen) Gewalt kann uns helfen, zu verstehen, was wir sind -- und was wir sein können. --Gabi Neumayer
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