Richard Yates

 4.2 Sterne bei 486 Bewertungen
Autor von Zeiten des Aufruhrs, Easter Parade und weiteren Büchern.
Autorenbild von Richard Yates (© Jerry Bauer)

Lebenslauf von Richard Yates

Richard Yates (1926-1992) war ein US-amerikanischer Autor und Essayist. Seine Karriere begann als Journalist, Ghostwriter und Lehrer in New York. Sein erster Roman war "Zeiten des Aufruhrs", der 2007 erfolgreich verfilmt wurde. In den 60er Jahren geriet der Schriftsteller mehr und mehr in Vergessenheit, und erst seit ca. 2005 wird ihm in Literaturkreisen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Seine Kurzgeschichten werden heute zu den besten des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten gezählt.

Alle Bücher von Richard Yates

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Cover des Buches Zeiten des Aufruhrs9783328101543

Zeiten des Aufruhrs

 (134)
Erschienen am 11.09.2017
Cover des Buches Easter Parade9783641246075

Easter Parade

 (110)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Elf Arten der Einsamkeit9783328104735

Elf Arten der Einsamkeit

 (44)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Ruhestörung9783328105121

Ruhestörung

 (36)
Erschienen am 09.12.2019
Cover des Buches Eine gute Schule9783328105862

Eine gute Schule

 (24)
Erscheint am 13.04.2021
Cover des Buches Eine besondere Vorsehung9783328105879

Eine besondere Vorsehung

 (19)
Erscheint am 13.04.2021
Cover des Buches Verliebte Lügner9783641247157

Verliebte Lügner

 (19)
Erschienen am 17.12.2018
Cover des Buches Cold Spring Harbor9783328101550

Cold Spring Harbor

 (16)
Erschienen am 11.09.2017

Neue Rezensionen zu Richard Yates

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Rezension zu "Eine besondere Vorsehung" von Richard Yates

Roman von 1969 - zeitlos schön (und traurig)
Callsovor 2 Monaten

Ein Roman aus dem Jahr 1969. Ein Roman vom echten Altmeister Richard Yates. Es war mir wieder mal ein Vergnügen, mich mit dem ebenso antiken wie aber auch zeitlosen Lesestoff auseinander zu setzen

Yates war noch nie einer, der in bunten Bildern und warmen Worten die Schönheit des Lebens erzählte. Auch dieses Werk ist beherrscht von Perspektivlosigkeit, von Verlierern, von Außenseitern und der verzweifelten Suche nach Wärme und Erfolg.

Wir begleiten Robert/Bobby als aufwachsendes Kind , später mitten im zweiten Weltkrieg. Tollpatschig, unsicher und immer zweifelnd stolpert er durch das Soladatenleben. Wir lesen, hoffen und drücken em einfachen und liebenswerten Charakter alle Daumen. Ähnlich verhält es sich mit Mutter Alice, die als Künstlerin vielfach und erfolglos ihr Glück versucht. Komplizierte Beziehungen, unbezahlte Rechnungen und Kunst, die keiner möchte, zeichnen ihren Weg.

Die beiden gehen steinige Wege, wir begleiten sie mit Hingabe und erfreuen uns an diesem Werk, das wunderbar unterhaltsam, erstaunlich zeitlos und herrlich kurzweilig ist.






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Rezension zu "Ruhestörung" von Richard Yates

John Wilder
Booklove91vor 4 Monaten

Meine Meinung und Inhalt

Yates bescheibt mit dem Protagonisten John Wilder einen Mann, in dem sich sicherlich viele hineinversetzen können. Wilder kann sich über sein Leben nicht wirklich beschweren, denn er ist beruflich erfolgreich und hat ein erfüllendes Privatleben. Seine Abende verbringt er auf Cocktailpartys und die Wochenenden mit der Familie auf dem Land. 

Alles scheint gut, doch oftmals trügt dieser Schein, denn bereits seit längerem gibt es etwas, das droht, die Ruhe zu stören. Wilder flüchtet sich immer öfter in den Alkohol - bis er sich nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie wiederfindet. 

Was zunächst nur als kurze Zwangserholung gedacht war, wird unfreiwillig zu einem längeren Aufenthalt. Er verbringt fünf Tage in der geschlossenen Abteilung; eine furchtbare Erfahrung, die ihn dazu veranlasst, sich nach seiner Entlassung einen lange gehegten Traum zu erfüllen: Er möchte seine Erlebnisse verfilmen und entschließt sich, nach Hollywood zu gehen. Doch nicht alles läuft so glatt, wie er es sich vorgestellt hat, und bald greift er wieder zur Flasche. Seine Frau macht sich Sorgen und erscheint immer öfters ratlos und überfordert zu sein.

"Im Spätsommer 1960 begann für Janice Wilder alles schiefzugehen. Und das Schlimmste daran war, sagte sie später immer wieder, das Schreckliche daran war, dass es aus heiterem Himmel zu geschehen schien."  (ZITAT)

Besonders gut gefällt mir, dass Yates jegliches Vorgeplänkel gleich zu Beginn weglässt.

Für mich war es lange schwierig, hinter Wilders Gefühlslage zu kommen und seine teils zornigen und aggressiven Gedankengänge nachzuvollziehen. Dieses "Ausbrechen" wollten beschreibt Yates jedoch ziemlich gut mit seinem authentischen und fesselnden Schreibstil

"Mhm, sagte er. Seit er am Tag zuvor aus dem Bellevue nach Hause gekommen war, redete sie sehr viel - meist einzig und allein zu dem Zweck, das Schweigen zu füllen -, und er wusste, dass sie vor allem deswegen so viel redete, weil er selbst so wenig sagte: Er hatte überwiegend Bourbon getrunken und aus dem Fenster geblickt oder verwirrt blinzelnd dagesessen ..." (ZITAT)

Das Buchcover gefällt mir gut und erscheint mir passend.

Der Autor Richard Yates, 1926 in Yonkers, New York, geboren, war einige Jahre als Werbetexter beschäftigt und in den späten Sechzigern kurzzeitig als Redenschreiber für Senator Robert Kennedy tätig. Hauptsächlich jedoch arbeitete Yates als Schriftsteller: Er war der Autor von sieben Romanen und zwei Erzählungsbänden, die zu seinen Lebzeiten kaum Beachtung fanden - heute jedoch zu den wichtigsten Werken der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gehören. Richard Yates starb 1992 in Birmingham, Alabama.

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Rezension zu "Zeiten des Aufruhrs" von Richard Yates

Exzellentes Ehedrama und Sittengemälde
Babschavor 10 Monaten

„War seine Frau unglücklich? Das war zwar bedauerlich, aber alles in allem ihr eigenes Problem. Auch er hatte seine Probleme.“

Frank und April Wheeler sind die, um die sich hier alles dreht. Ein Ehepaar Ende Zwanzig mit zwei kleinen Kindern im Jahr 1955. Sie leben in einem kleinen Kaff in Westconnecticut in einer Neubausiedlung der Nachkriegsjahre, wo jeder jeden kennt, man vorderhand füreinander da ist und das gute Miteinander bis hin zu Freundschaften zelebriert, hinterrücks aber sich am hemmungslosen Tratsch über das Privatleben der Nachbarn im Sinne eines jeder gegen jeden labt.

Die Wheelers möchten da eigentlich gerne anders sein, moderner, weltoffener. Reden sie sich zumindest immer wieder ein, positionieren sich deshalb selbst intellektuell über ihren vielen tumben Bekannten, können aber auch nicht aus ihrer Haut. Frank, ein intelligenter, aber narzisstisch veranlagter Querulant, pendelt jeden Tag nach New York, wo er wie ehedem sein Vater lust- und ambitionslos einem öden Job in einer Maschinenbaufabrik nachgeht. Seine Frau, ganz gut aussehend und ebenfalls ohne konkretes Lebensziel, schwimmt letztlich auch nur kräftig mit im zeitgenössischen dunklen Strom der 50er Jahre, einem sittsamen Dasein als gute Ehefrau, Mutter und Nachbarin, die zuhause alles im Griff hat, dem Hard-Working-Ehemann und Familienernährer den Rücken frei und die Kinder vom Hals hält, zu ihm bewundernd aufschaut und ihn bei der Heimkehr von seinem aufreibenden Job in der turbulenten Welt da draußen täglich mit eisgekühlten Martinis und Whiskeys en masse erfrischt bzw. beruhigt.  

Richard Yates setzt in seinem bereits 1961 geschriebenen Meisterwerk zwei komplexe hochneurotische Persönlichkeiten aufeinander an, die nach außen hin die heile Familie zelebrieren, sich aufgrund ihrer dunklen inneren Abgründe jedoch belügen, betrügen, aufreiben und gegenseitig zerfleischen, was das Zeug hält. Bis zum bitteren Ende. 

Dabei fängt er die ganze miefige, verlogene gesellschaftliche Atmosphäre der Nachkriegsjahre hervorragend ein und lässt den Leser eintauchen in eine Welt, in der sich alles nur am äußeren Schein, der Karriere (des Mannes) und möglichst wohlfeilem Verhalten in der Öffentlichkeit orientiert, gleichzeitig und ohne innerem Widerspruch aber eine exzessive, gesellschaftlich akzeptierte Sauferei, Qualmerei und Fremdgeherei gelebt wird, die man heute kaum noch für möglich hält (es sei denn, man hat das Deutschland der 60er-Jahre noch live miterlebt). 

Das Buch vermag durch die messerscharfe Beobachtungsgabe seines Autors für menschliche Schwächen, seinen Sarkasmus und die (mit Blick auf das Ersterscheinungsjahr) mutige Offenheit seiner Schilderungen zu überzeugen und zu begeistern. Die zwei Handvoll Hauptprotagonisten des Buches sind in ihren ganzen Eigenarten treffend und punktgenau skizziert. 

Ein zeitloses Werk, eine echte Leseempfehlung für Menschen, die mit der Beschränkung des menschlichen Geistes gut umgehen und sich für ausgefuchste Ehedramen begeistern können. 

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Zusätzliche Informationen

Richard Yates wurde am 03. Februar 1926 in Yonkers, NY (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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von 6 Lesern aktuell gelesen

von 11 Lesern gefolgt

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