Cold Spring Harbor

von Richard Yates 
4,1 Sterne bei15 Bewertungen
Cold Spring Harbor
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lui_1907s avatar

Richard Yates ist ein Autor den man gelesen haben muss. Die Probleme der einzelnen Characktere hat mich begeistert, sein Stil ist wunderbar...

Nerissas avatar

Schnörkelloser Realismus. Mir gefällt der Stil. Die Figuren deprimieren mich mit ihrem Scheitern am Amerikanischen Traum.

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Inhaltsangabe zu "Cold Spring Harbor"

Long Island in den 1940er-Jahren: Charles und Grace Shepard sorgen sich um Sohn Evan, der nach einer wilden Pubertät und einer früh gescheiterten Ehe nicht recht auf die Beine kommt. Da lernen sie zufällig Familie Drake kennen, und Evan verliebt sich in die stille, schöne Rachel. Nach einer kurzen Verlobungszeit heiraten sie, doch das Haus in Cold Spring Harbor müssen sie sich mit Rachels Mutter Gloria teilen ... Bald liegen die Nerven blank.
Ein Roman über Väter und Söhne, Mütter und Töchter, die Liebe und die Fehler der Jugend – von »einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts« (FAZ).

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328101550
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:11.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    jaylinns avatar
    jaylinnvor einem Jahr
    Ein Buch zum Nachdenken und Genießen.

    Allgemeines:

    Richard Yates lebte von 1926 bis 1992. Er gehört zu den wichtigsten amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Wie bei vielen berühmten Autoren wurde sein Werk erst nach seinem Tod in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Yates war ein exzellenter Beobachter des Alltagslebens mit all seinen Facetten, das in all seinen Romanen beherrschendes Thema ist. Er hält der Gesellschaft auf nüchterne und unspektakuläre Art den Spiegel vor. Das macht sein Werk so wertvoll. Cold Spring Harbor erschien 1986 auf Englisch und ist sein letzter Roman. Auf Deutsch erschien es zunächst als gebundenes und im September 2017 als Taschenbuch. Es umfasst 234 Seiten.

    Inhalt:

    „Ein Roman über Väter und Söhne, Mütter und Töchter, die Liebe und die Fehler der Jugend. Meisterhaft und mit nur wenigen Pinselstrichen gelingt es Richard Yates, »einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts« (FAZ), psychologische Fallstricke, Lebenslügen und Selbstbetrug im Amerika der 1940er-Jahre aufzudecken – und dabei doch immer auch ein Herz für seine Figuren zu haben.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

    Meine Meinung:

    Ich habe schon einige Bücher von Yates gelesen: Zeiten des Aufruhrs, Elf Arten der Einsamkeit und Eine strahlende Zukunft. Allen Büchern ist gemeinsam, dass sie Beziehungen zwischen Menschen, Mann und Frau, Müttern und Söhnen, Vätern und Töchtern, Müttern und Töchtern und Vätern und Söhnen in der amerikanischen Gesellschaft thematisieren. Das hört sich unspektakulär an. Ist es aber nicht. Yates legt immer den Finger in die Wunde, deckt schonungslos auf, was schief läuft in der amerikanischen Gesellschaft. Er schildert beiläufig Alltagsszenen, die in ihrer Banalität jedem bekannt sind, in seinen Romanen aber immer zu Eskalationen führen. Dieses geschieht fast unbemerkt, das nimmt den Leser gefangen.

    „Alle Sorgen wegen Evan Shephards rüpelhaften, pubertären Verhaltens waren überstanden, als er 1935, mit siebzehn, für Automobile entflammte. Das unablässige Schikanieren schwächerer Jungen, die plumpen Beleidigungen gegenüber Mädchen, seine stümperhaften, peinlichen Bagatelldelikte – nichts davon spielte mehr eine Rolle, außer als unangenehme Erinnerung.“ (S. 7)

    So beginnt Cold Spring Harbor.

    Yates erzählt die Geschichte einer Kleinfamilie. Er früherer Berufssoldat, der gerne mehr darstellen möchte als er ist. Sie, eine verblühte Schönheit, die desillusioniert vom Leben psychische Erkrankungen entwickelt und der Sohn, vermeintlich geläutert. Die Shepards repräsentieren die amerikanische Mittelstandsfamilie der 1940 Jahre. Materiell haben sie nichts auszustehen, emotional aber scheint es nicht rund zu laufen. Geschildert wird Alltägliches, das Leben plätschert so dahin. Veränderungen geschehen unmerklich und nicht immer zum Guten. Das Leben der Familie ist eigentlich immer schon schwierig, aber keiner will es sehen. Die Mentalität des Wegduckens wird in Cold Spring Harbor eindrucksvoll beschrieben. Gleiches gilt für die weitere Handlung: Ein Familienleben beginnt zunächst zu bröckeln…  Im Fokus steht der Lebensweg des Sohns der Familie, Evan. Wer will nicht nur das Beste für sein Kind? Wir werden sehen, wie das klappt.

    Berichtet wird aus der Perspektive des auktorialen Erzählers. Diese Erzählperspektive unterstreicht den nüchternen Erzählstil Yates‘. Er schreibt wirklich kein Wort zu viel, alles ist wichtig und das, was zunächst nicht wichtig erscheint, wird wichtig! Truman Capote, Ernest Hemingway – an diese großen Schriftsteller kommt Yates locker ran.

    Fazit:

    Yates schreibt über den amerikanischen Alltag wie er sich in den 1940er bis 1980er Jahren darstellt. Alles ist übertragbar in die heutige Zeit, bei Weitem nicht nur in Amerika. Und alles ist hochaktuell! Kein Buch, wenn man Spektakuläres erwartet, sondern ein Buch zum Nachdenken und Genießen.

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    dominonas avatar
    dominonavor einem Jahr
    Wenn die Dinge schief gehen

    Wie packt man sein Leben richtig an? Heiraten, Kinder kriegen? Das ist wohl nicht immer der richtige Weg, denn irgendwas ist immer und sei es der Umstand, dass man mit der Schwiegermutter im selben Haus wohnt. In diesem Buch zeigt sich auch, dass jede Altersgruppe ihre speziellen Probleme hat.
    Wirklich begeistern konnte mich das Buch nicht, aber es ist solide geschrieben und es gibt sicherlich schlechtere Bücher zu diesem Thema.

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    Buecherschmauss avatar
    Buecherschmausvor 3 Jahren
    Im Land der geplatzten Träume


    Er ist der Meister der geplatzten Träume: Richard Yates, der zwischen 1961 und 1986 acht Romane (und davor noch Kurzgeschichten) schrieb, gleich mit seinem ersten "Revolutionary Road" (dt."Zeiten des Aufruhrs) einen großen Erfolg erzielte und 1992, 66 jährig, fast vergessen starb. Es dauerte bis um die Jahrtausendwende, um ihn wiederzuentdecken. Hierzulande macht sich seitdem die Deutsche Verlagsanstalt um die Veröffentlichung verdient. Nun erschien das letzte Buch auf deutsch:"Cold Spring Harbour".
    Auch hier sind es wieder Menschen der amerikanischen Mittelschicht, die im Alltag (meist vergeblich, aber umso verbissener) um ihr Glück kämpfen. Sie scheitern nicht grandios, es sind nicht die dramatischen Abstürze, die unteren Ränder der Gesellschaft, die Yates interessieren. Die Figuren in seinen Romanen starten meist hoffnungsvoll, mit Träumen, wie wir sie alle kennen, nicht hochtrabend, aber doch meist rosarot. Potential und guter Wille steckt in fast allen, Liebe spielt dabei eine Rolle, Familie, Wohlstand, beruflicher Erfolg bei den Männern, ein gewisser Status bei den Frauen. Und damit ist auch der gesellschaftliche Rahmen, in denen sie sich bewegen, fest umrissen. Es sind meist die 50er und 60er Jahre, hier in seinem jüngsten buch geht Yates sogar zurück in die 40er, die Nachkriegsjahre. Vielleicht weil sie so besonders hoffnungsvoll, so voller Aufbruch waren. Auf jeden Fall sind es die Jahre vor den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1968er, vor der Emanzipation, vor der sexuellen und bürgerlichen Freiheiten. Es waren, auch in den USA, enge Jahre, voll des gesellschaftlichen Drucks, der besonders auch auf den jungen Menschen lag, bestimmt vom Aufstiegswillen, beherrscht von Statusdenken und Wohlstandsstreben. Ehen wurden früh, nicht zuletzt um endlich auch Sex haben zu dürfen, geschlossen, scheiterten oft kläglich, wurden oft aber dennoch aufrecht erhalten.
    So geht es auch den Protagonisten in Cold Spring Harbour, benannt nach dem kleinen Ort in New Jersey, der steht für das "alte Geld", das dort zuhauf vertreten ist, aber auch für die, die nach "oben" streben.
    Gloria Drake ist eine solche Frau, typisch für Yates Personal. Ihre Lebensträume sind längst geplatzt, der vermögende Ehemann über alle Berge, liegen nun ihre Hoffnungen auf ihren beiden fast erwachsenen Kindern, wird die Fassade eines glücklichen Wohlstandslebens, wenn auch auf kleinstem Raum, aufrecht erhalten. Auch wenn dies nur noch mit zunehmendem Alkoholkonsum gelingt. Ein weiteres stets wiederkehrendes Motiv bei Yates, der doch außer einem (zumindest in seinem Empfinden und damals) Scheiternden auch ein massiver Alkoholiker war.
    Ein massives Alkoholproblem, das natürlich genauso geflissentlch unter den Teppich gekehrt wird, hat auch Grace, die Ehefrau von Charles Shepard, ehemals bei der Army und massiv darunter leidend, dass seine Karriereträume durch das "zu frühe Enden" des Krieges und eine Sehbehinderung scheitern ließ. Nun im Ruhestand kümmerst er sich aufopferungsvoll, aber zutiefst enttäuscht um seine kränkelnde Frau. Auch hier ist die große Hoffnung der blendend aussehende, aufstrebende Sohn Evan. Dieser hat aber auch bereits die ersten Enttäuschungen hinter sich. Seine übereilt geschlossene Liebesheirat mit Mary führt zwar zu einer Tochter, aber auch sehr bald zu einer Scheidung, da ist er kaum 20. durch Zufall treffen nun diese beiden strauchelnden Familien aufeinander, Evan wird Glorias Tochter Rachel heiraten. Wie diese zum Teil hoffnungsvollen, teils schon hoffnungslos gescheiterten, aber immer noch sehnsuchtsvollen Menschen aneinander abarbeiten, sich aneinander klammern, ist so psychologisch meisterhaft, so klar und nüchtern in der Sprache, in seiner Komplexität so eindrucksvoll wie in den besten Romanen von Richard Yates. So gnadenlos der Autor seine Figuren beobachtet und seziert, so viel Mitgefühl und Empathie hat er doch für sie alle. Es sind keine schlechten Menschen, keine Losertypen. Sie starten alle voller Hoffnungen und mit gutem Willen, und bleiben doch irgendwo auf der Strecke. Gescheitert am Alltag, an den gesellschaftlichen Normen, an den eigenen zu hohen Erwartungen. Und halten dem Leser, auch wenn er in ganz anderen Zeiten lebt, immer wieder den Spiegel vor. Wunderbar, dass wir nun alle Bücher von Richard Yates auf Deutsch vorliegen haben.

    Kommentare: 1
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    lui_1907s avatar
    lui_1907vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Richard Yates ist ein Autor den man gelesen haben muss. Die Probleme der einzelnen Characktere hat mich begeistert, sein Stil ist wunderbar...
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    Nerissas avatar
    Nerissavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schnörkelloser Realismus. Mir gefällt der Stil. Die Figuren deprimieren mich mit ihrem Scheitern am Amerikanischen Traum.
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    orchidee25s avatar
    orchidee25vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Yates ist ein routinierter Erzähler..aber hier fiel mir die story etwas zu mager aus..
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    B
    bignelsonvor 2 Monaten
    liyah40s avatar
    liyah40vor 5 Monaten
    S
    Siiivor einem Jahr
    Tounys avatar
    Tounyvor 2 Jahren

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