Richard Yates Easter Parade

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Inhaltsangabe zu „Easter Parade“ von Richard Yates

Die literarische Wiederentdeckung der letzten Jahre! Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen. Sarah und Emily Grimes wachsen in den USA der 30er Jahre auf. Beide haben unter den Launen ihrer rastlosen, exzentrischen Mutter zu leiden, die sich nach gesellschaftlichem Aufstieg sehnt. Über die Jahre entwickeln sich die Schwestern unterschiedlich: Sarah heiratet früh und bekommt drei Söhne, Emily macht Karriere und stürzt sich von einer Affäre in die nächste. Beide scheinen das Leben zu führen, das sie immer wollten. Doch Sarahs Ehe ist nicht so glücklich, wie alle glauben, und Emily wird bewusst, was ihr im Leben fehlt …

Das beste Buch von Richard Yates. Weitere Favoriten: "Eine strahlende Zukunft" und "Eine gute Schule".

— Marion_Leuther

Zwei Schwestern die kaum unterschiedlicher sein könnten und Richard Yates in Bestform. 

— Lesemanie

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  • Richard Yates | EASTER PARADE

    Easter Parade

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 10:08

    INHALT: Es geht um die unterschiedlichen Schwestern Sarah und Emily im Amerika der 50er und 60er. Sarah, die ältere, heiratet früh und wählt den eher konservativen Weg mit Häuschen, reichem Ehemann und Familie. Emily kann sich Jahre lang nicht entscheiden und schlittert von einer Beziehung in die nächste. Die Frage, die das Buch stellt, ist die nach dem Rezept für ein glückliches Leben. Eine Antwort gibt’s darauf natürlich nicht, und auch Yates lässt die beiden Lebensentwürfe scheitern. FORM: Von Richard Yates kannte ich bis jetzt nur den großartigen Roman ZEITEN DES AUFRUHRS, von dem ich mehr als beeindruckt war. EASTER PARADE musste sich unweigerlich meinen hohen Erwartungen stellen, konnte sie aber leider nicht ganz halten. Irgendwas fehlte. Dennoch: das Buch liest sich sehr leicht, ohne auf Anspruch und Tiefe zu verzichten. Yates ist ein hervorragender Erzähler, dem ich nur jedem empfehlen kann. FAZIT: EASTER PARADE wird definitiv nicht mein letzter Roman von ihm sein. Für diesen gibt’s vier Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Scheiternde Leben

    Easter Parade

    Buecherschmaus

    "Keine der Grimes-Schwestern sollte im Leben glücklich werden, und rückblickend schien es stets, dass die Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern begonnen hatten." So beginnt Richard Yates seinen 1976 erstmals erschienenen Roman "Easter Parade".  Damit wird bereits die Bilanz gezogen aus diesen beiden Leben, die wir von der Kindheit in den 1920er bis in die Siebziger Jahre begleiten. Und damit reihen sich die Grimes-Schwestern ein in die lange Reihe der Unglücklichen und Scheiternden in Richard Yates Werk.  Seine Protagonisten scheitern niemals im Großen, und das ist vielleicht die besondere Tragik, sondern es sind die kleinen Träume und Lebensentwürfe, die nicht gelingen mögen. Die Enttäuschungen in Beziehungen, oftmals einer Ehe, im Berufsleben, hier sind es oft Schreibende, entweder Journalisten, Autoren oder Menschen aus der Werbebranche, und im Leben allgemein, oftmals auch verbunden mit finanziellen Engpässen zermürben die Menschen, lassen sie abstumpfen und oftmals zu enormen Mengen Alkohol greifen. Meist entstammen sie Familien mit einer ähnlichen Vorgeschichte. Und immer schwebt im Hintergrund das Trugbild des "American Dream". Doch den Menschen mag noch nicht einmal das Leben im Kleinen gelingen. Dabei geben sie sich meist alle Mühe, anfangs zumindest, und versuchen auch noch am Ende wenigstens den äußeren Schein zu wahren. Es steckt viel Autobiographisches in "Easter Parade". Auch Richard Yates entstammt einer gescheiterten Ehe, seine alleinerziehende Mutter war Alkoholikerin, genauso wie er und seine Schwester. Interessant ist, dass er für seine Geschichte zwei weibliche Protagonistinnen gewählt hat. Dabei gelingt es ihm ausgesprochen gut, sich in deren Psyche hineinzufühlen.  Beide nehmen je einen der klassischen Wege für Frauen - zumindest in der damaligen Zeit. Die eine heiratet früh, bekommt drei Kinder und einen gewalttätigen Mann nebst reichlich heruntergekommenem Landhaus. Die andere bleibt unverheiratet und kinderlos, berufstätig, mit wechselnden Beziehungen in New York lebend.  Zerbricht der familiäre Lebenstraum Sarahs recht früh, typischerweise endgültig nachdem die Kinder erwachsen geworden sind, scheint Emilys unabhängiger Weg zunächst gelungen. Sie findet einen erfüllenden Beruf in der Werbebranche, eine angenehme Wohnung, Liebhaber. Doch in die Jahre gekommen, verliert sie Beruf und Mann, schließlich auch den gesellschaftlichen Umgang und die Selbstachtung. Neben dem Griff zur Flasche als Mittel, Enttäuschungen zu bewältigen, fällt die enorme Beziehungsunfähigkeit aller Personen auf.  Bereits die Mutter Pookie war völlig selbstsüchtig nur darauf aus, ein Leben mit "Flair" zuführen, ihm hinterherzurennen, die Bedürfnisse ihrer Töchter gar nicht erkennend. Nun  ist es erschütternd, wie beide Schwestern mit der alt und dement gewordenen Mutter umgehen, sie im Altenheim regelrecht vergessen. Aber Emily vernachlässigt auch ihre einzig wirklich beständige Bindung, nämlich die zu ihrer Schwester. Auch daran wird diese schließlich zerbrechen. Doch aus den zahlreichen Affären wächst ebenso wenig eine tragfähige Beziehung wie aus dem Berufsumfeld. Am Ende ist es vielleicht doch die Familie, die Emily einen Rettungsanker bietet. Richard Yates erzählt von diesen Kämpfen um ein gelungenes und doch letztlich scheiterndes Leben lakonisch, unerbittlich, psychologisch genau und doch mit so viel Empathie, dass sie den Leser noch lange begleiten.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Lissy

    03. January 2013 um 22:32

    In Easter Parade geht es um den Lebensweg von Emily und auch von ihrer Schwester Sarah. Man erlebt die Entwicklung, die die beiden Mädchen von der Kindheit an machen und was sie mit der etwas merkwürdigen Mutter Pookie erleben. Als Leser bekommt man sehr gut mit, was für eine emotionale Wandlung die Mädchen durchleben und auch, wie sich ihre Beziehung zueinander verändert. Bemerkenswert ist, dass das Buch sehr aktuell ist, obwohl es vor vielen Jahrzehnten verfasst wurde. Mir hat das Buch gefallen, es ist leicht und angenehm zu lesen. Trotzdem hat es Niveau und Anspruch und es werden einige kluge Sachen gesagt und ich habe auch ab und zu schmunzeln müssen. Easter Parade ist ein tolles Buch für alle, die tiefgründige Romane mögen.

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  • „Ich bin fast fünfzig Jahre alt, und ich habe noch nie im Leben irgend etwas verstanden.“

    Easter Parade

    Stefan83

    30. November 2011 um 18:44

    Lange Zeit war er aus den Regalen der Buchhandlungen verschwunden, nachdem er 1992 von der Öffentlichkeit vergessen in Armut und Elend unerkannt von den Lesern verstarb: Richard Yates. Der amerikanische Schriftsteller, dessen Werke oftmals mit denen von J.D. Salinger und John Updike verglichen werden, hatte es zu Lebzeiten bei seinem Publikum schwer. Die Verkaufszahlen seiner Bücher, sieht man mal vom allseits gefeierten Roman „Zeiten des Aufruhrs“ ab, blieben unter den Erwartungen zurück, viele waren schon vor seinem Tod gar nicht mehr lieferbar. Möglicherweise auch deshalb, weil Yates den „amerikanischen Traum“ stets relativierte und in seinen Geschichten darauf hinwies, dass der Mensch in Wirklichkeit einsam und, trotz all der gesetzten Ziele, Orientierungslos ist. Eine Ansicht, welche ein Großteil der Amerikaner nicht teilen wollte, weshalb es einen lobenden Aufsatz von Stewart O'Nan in der Boston Review bedurfte, um Yates wieder salonfähig zu machen und wieder zu entdecken. In Deutschland schloss sich dem der btb-Verlag an, der seit einigen Jahren nach und nach die Werke des 1926 geborenen Yates neu veröffentlicht. „Easter Parade“, sein vierter Roman (lässt man die Kurzgeschichtensammlung „Elf Arten der Einsamkeit“ außen vor), wurde bereits 1972 geschrieben und erschien erstmals 1976. Der Titel bezieht sich auf die berühmte New Yorker Osterparade, bei der man auf der Fifth-Avenue flaniert, sich herausputzt und dabei so anzieht, wie man gerne wäre. Und dies ist genau die Kernproblematik des Buches: Der Konflikt zwischen Schein und Sein, die Tatsache, dass hinter der Fassade die Wirklichkeit meist völlig anders aussieht. Es wundert dabei nicht, dass Yates Werk einen starken autobiographischen Hintergrund in sich trägt und unter anderem dessen eigene Familiengeschichte widerspiegelt. Auch die Figur des Dichters Jack Flanders orientiert sich eng an Yates und könnte durchaus als Selbstporträt verstanden werden. „Easter Parade“ erzählt die Geschichte der zwei ungleichen Schwestern Sarah und Emily Grimes, welche den frühen 30er Jahren als Kinder geschiedener Eltern bei ihrer ziemlich exzentrischen Mutter Esther, genannt Pookie, im Großraum New York aufwachsen. Diese liebt ihre Kinder heiß und innig, ist aber in ihrem Erziehungsauftrag überfordert. Eine Künstlerin in Sachen Selbsttäuschung, zieht sie mit Sarah und Emily von Stadt zu Stadt, stets auf der Flucht vor Geldmangel, sowie beruflichen und privaten Rückschlägen. Nach außen hin die energische Vorzeigefrau mit Selbstverwirklichungsdrang und Sehnsucht nach dem „Flair des Lebens“ wird mit den Jahren die Kluft zwischen gespieltem Glück und realem Unglück bei ihr immer auffälliger. Esther flüchtet in die Arme des Alkohols, während ihre Töchter schon früh die Flucht nach vorne suchen, um der Vergangenheit zu entfliehen. Sarah, die älteste Tochter, wandelt sich innerhalb kürzester Zeit von einem schönen Mädchen zur glücklichen Ehefrau. Sie wird früh Mütter, bekommt drei Söhne. Doch hinter diesem Leben, das wenig Glamour besitzt, nach außen hin aber von den Freuden der Hausfrauen-Existenz kündet, zeigen sich die ersten Risse, wird langsam die andere Wahrheit sichtbar. Ihr Mann ist Choleriker und schlägt sie regelmäßig, sie selbst beginnt ihren Frust, wie einst ihre Mutter, im Suff zu ertränken. Die eigentliche Hauptperson, aus deren Perspektive Yates „Easter Parade“ erzählen lässt, ist aber die jüngere Schwester Emily. Klug und lernwillig gewinnt sie in jungen Jahren ein Stipendium, wird Journalistin und Werbetexterin. Sie führt ein emanzipiertes intellektuelles Junggesellinnen-Leben im aufregenden New York. Ständig wechselnde Affären, Partys mit vielen Zigaretten und Drinks, Urlaube in Europa. Das Leben im Glemma lässt Emily auf den Rest ihrer Familie herabschauen bis auch bei ihr der Abstieg beginnt. Als sie ihren Job verliert, wird ihr plötzlich die eigene Einsamkeit bewusst. Kein Mann, keine Familie. Ihre Affären haben nichts hinterlassen außer lose Enden und der soziale Abstieg beginnt. Missgünstig beneidet sie das kleine Glück anderer während ein Blick in den Spiegel schließlich auch ihr „das Gesicht einer Frau in mittleren Jahren in seiner schrecklichen und hoffnungslosen Bedürftigkeit“ zeigt … Eine Parade ist das Buch in musikalischem Sinne nicht, sondern ein schwermütiger Blues, der sich, wie ein stetiges Gefühl der Traurigkeit, über die ganze Länge dieses Romans zieht und den langsamen Niedergang einer Familie atmosphärisch untermalt. Das Buch gleicht dabei einer Fahrt mit der Titanic, da man weiß, dass ein guter Ausgang unmöglich ist, sich die Tragik hinter dieser Fassade irgendwann unweigerlich entladen muss. Yates Botschaft, dass das Leben ein Schweres ist, trifft den Leser, da sich nicht wirklich viel verändert hat. Auch haben die Menschen oftmals am meisten Angst vor dem Gesichtsverlust, lassen sie sich auf Lebensbedingungen ein, die ihnen widerstreben. Der Kampf gegen die nie akzeptierte Mittelmäßigkeit bietet zwar stets die Aussicht auf Erfolg, hält aber eben auch genauso viele Fallstricke bereit. In gewisser Weise zerstört Yates damit diesen amerikanischen Mythos, dass in den USA jeder Tellerwäscher Millionär werde kann, denn die Ausgangslage zählt. Und die ist für die Grimes-Schwestern von Beginn an denkbar schlecht. Gleich im ersten Satz, wo von der Scheidung der Eltern die Rede ist, findet sich die Ursprungskatastrophe, über die Ehefrau und Töchter ihr Leben lang nie richtig hinwegkommen werden. Jeder Versuch, Liebe zu finden, scheitert. Fast schon systematisch wird jeder Schritt dem Untergang entgegengesetzt, während sich die Figuren nicht zu wehren vermögen, ihr Schicksal nicht gestalten können. Umso lobenswerter Yates Leistung, dies in einer Art und Weise darzustellen, welche den Figuren ihre Würde lässt. Niemand wird lächerlich gemacht oder gar denunziert. Yates zeigt Menschen in einem Bestreben, die letztlich scheitern. Nicht mehr, nicht weniger. In kurzer, scharfer, kraftvoller, aber dafür umso prägnanterer Prosa ohne Schnörkel berichtet der Autor emotionslos über die zwei Schwestern, dessen Leben er in Szenen skizziert, welche äußerst präzise das Wesentliche erfassen, entlarven und den Leser somit am wunden Punkt treffen. Dabei schreibt er in Sätzen, die stets etwas im Raum stehen lassen oder nur andeuten. Die Interpretationen aber überlässt er dem Beobachter, der verstört zurückbleibt und sich eines gewissen Mitgefühls in all der Tragik einfach nicht erwehren kann. Das Buch endet schließlich plötzlich und scheinbar mittendrin. So schwarz und düster es ist, zeigt es doch auch die Möglichkeit des Glücks, denn während die zwei Schwestern und ihre Mutter am Leben gescheitert sind, hat der Sohn Sarahs den Absprung geschafft, der besonders Emily verwehrt geblieben ist. „Ich bin fast fünfzig Jahre alt, und ich habe noch nie im Leben irgend etwas verstanden.“ Insgesamt ist „Easter Parade“ ein entdeckenswertes, literarisches Kleinod über das Scheitern von Glücksbestrebungen und den nicht erfüllten amerikanischen Traum, das nüchtern, ohne großes Pathos, aber dadurch umso eindringlicher vom großartigen Erzähler Yates auf Papier gebracht worden ist. Ein Buch das so leicht zu lesen ist wie es geschrieben zu sein scheint, nebenbei unheimlich berührt und trotz allem nie deprimierend daherkommt, da der Autor stets ein Gespür für die Komik hinter der Tragik hat. Mit Sicherheit nicht mein letzter Roman von Richard Yates!

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    elliehwinter

    14. October 2011 um 22:20

    Als das Buch im Jahr 1930 begann, dachte ich nicht, dass ich nach 344 Seiten schon Anfang der 1970er sein würde. Ich war überrascht, wie schnell sich das Leben von Emily Grimes lesen ließ. Die sympathische Erzählerin des Romans hat aufregende Zeiten erlebt, einige Rückschläge hinnehmen müssen, sich aber niemals unterkriegen lassen. Yates hat hier das Leben zweier unterschiedlicher Schwestern erzählt, die in New York und Umgebung ihren Weg gehen. Emily oder Emmy, wie sie auch genannt wird, kennzeichnet sich durch viele Männergeschichten aus, durch ihre forsche Art und die Wahrheiten, die sie oft ausspricht, wenn auch meist ein wenig zu spät. Es ist ein Buch von verpassten Möglichkeiten, von Entscheidungen und ihren Konsequenzen, von Familie und von Liebe wie auch Hass. Der Roman zeichnet sich auch durch seine gesellschaftskritischen Blickwinkel aus, die beide Schwestern in Ansätzen versuchen zu verschriftlichen. Alle Figuren des Romans, selbst die, die nur kurz Erwähnung finden, sind durch Yates' markante Beschreibungen für den Leser greifbar. In den Momentaufnahmen spielen viele Details eine große Rolle und dennoch lässt das Buch Raum für viel Interpretation über die Entwicklungen, die die Charaktere machen. Obwohl ich am Ende des Buches keinerlei Fragen hatte, war mir unwohl dabei, Emmy und ihre Ideale zu verlassen. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie sehr ich ihre Art zu schätzen gelernt hatte. Allein diese Tatsachen machen Easter Parade zu einem besonderen Buch, dass sich immer wieder lesen lässt. Aber auch die Beiträge zur Gesellschaft in Amerika, ihrer Eigenheiten und die verschiedensten Alltagssituationen der Figuren machen das Buch zu einer lohnenswerten Reise in die Vergangenheit.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    22. December 2010 um 10:04

    Keine der Grimes - Schwestern sollte im Leben glücklich werden, und rückblickend schien es stets, dass die Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern begonnen hatten. So beginnt der bereits vor mehr als dreißig Jahren in Amerika erschienene Roman von Richard Yates. Endlich ist nun Easter Parade auch in deutscher Sprache erhältlich. Sofort wird einem klar, warum Richard Yates eine ganze Generation von amerikanischen Autoren prägte, denn Easter Parade ist noch immer hochaktuell und hat überhaupt nichts von seiner Eindringlichkeit verloren. Pookie ist alleinerziehende Mutter im New York der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Ständig ist sie auf der Suche nach Liebe, wechselt rastlos die Arbeitsstellen und Wohnungen. Sie zerbricht zusehends an den traurigen Begebenheiten und flüchtet in den Alkohol. Somit projiziert Pookie all ihre Träume und Hoffnungen auf ihre beiden Mädchen Emily und Sarah. Sarah heiratet sehr früh und bekommt drei Kinder. Doch das scheinbar perfekte Leben von Sarah wird überschattet von ihrem Mann, der sie regelmäßig schlägt und die Ehe zu einem Gefängnis verkommen lässt. Emily hingegen erlangt ein Stipendium, studiert und macht Karriere. Doch so begehrt Emily auch sein mag, die Fangarme der Einsamkeit schlingen sich immer enger um ihr Leben. Easter Parade ist ein eindringliches Buch um das Schicksal dreier Frauen. Schnörkellos erzählt Richard Yates mit leisen Tönen und feiner, gelegentlicher Ironie von den Enttäuschungen angesichts zerstörter Illusionen und den uneingelösten Erwartungen, die damit einhergehen. Easter Parade ist somit ein Buch über Lebenslügen, denen man früher oder später immer begegnen wird. Mit großer Anteilnahme und Empathie erzählt der bereits vor fünfzehn Jahren verstorbene Autor herzzerreißend und völlig kitschfrei von den verborgenen Träumen und Hoffnungen der menschlichen Seele. Richard Yates ist und bleibt das Sprachrohr der Enttäuschten, Ungetrösteten, Verletzten und Vergessenen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Autor endlich die verdiente Anerkennung auch in Deutschland erlangt.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. September 2009 um 20:02

    Ein Buch, welches man nach den letzten Seiten erst einmal sacken lassen muss, um feststellen zu können, weshalb man es gelesen hat - und was man daraus mitnimmt. Ich denke, dass man sich gut über den Inhalt und dessen sprachliche Umsetzung streiten kann. Wenn man ein Gespür für die leisen Töne des Lebens und die filigrane Konstruktion zwischenmenschlicher Beziehnungen besitzt, wird man so Einiges finden. Falls nicht, wird dieser Roman nur wie eine langweilige und öde und vor allem zu lang gewordene Erzählung daherkommen. Kurz und knapp gesagt geht es um 2 Schwestern, die in den 30er Jahren in unterschiedlichen amerikanischen Kleinstädten bei ihrer Mutter aufwachsen. Als Mädchen geschiedener Eltern gehen beide grundverschieden mit diesem Familienschicksal um. Dieses Buch lässt einen die beiden Lebenswege verfolgen (fast bis zum Ende). Immer wieder wird man auf alte Liebe, alte kleinliche Rivalität, Eifersucht, das gemeinsame Aufbegehren und später belächelnde Ertragen der Mutter gestoßen. Immer wieder gelingt es Yates, die Sprachlosigkeit innerhalb von Familien, die feinen psych. Nuancen und weilblichen Gedanken anklingen zu lassen. Dies jedoch außerhalb von Bewertung und Verurteilung. Wer es versteht, kann sich tiefer sinken lassen - wer dies nicht kann oder möchte, dem wird dieser Roman vermutlich nicht groß in Gedanken bleiben. Fazit: Für mich äußerst lesenswert - nichts wahnsinnig Großes - aber in seiner komplexen Einfachheit gelungen. Stellenweise etwas zu "flach" oder zu gering umrissen, deshalb einen Stern weniger.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    VeirCymoril

    29. August 2009 um 09:57

    Die Schwestern Sarah und Emily Grimes wachsen in den 1930er in der USA auf, aber nach ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend trennen sich ihre Wege. Sarah heiratet und bekommt drei Söhne, während Emily Karriere macht und eine Affaire nach der anderen hat. Doch hinter den glücklichen Fassaden müssen beide Frauen erfahren wie weit sie vom wahren Glück entfernt sind. Ihre Mutter Pookie hält genauso wie ihre Kinder eine glückliche Fassade und ihr "Southern Belle"-Image aufrecht so lange sie kann. Doch die Zeit nagt an diesen Fassaden. Ich kann Elke Heidenreich nicht zustimmen, die den Roman als "psycholigisch raffiniert" beschreibt, weil der Leser entweder direkt hinter die recht offensichtlichen Fassaden schauen kann oder weil er die Wahrheit kennt. Trotzdem entwickelt man Interesse für das Schicksal der drei Frauen, aber echte Emphatie konnte mir der Roman nicht entlocken. Gut gelungen sind die Beschreibungen der drei verschieden Lebensentwürfe der Frauen: alleinerzeihende Mutter, Mutter in einer Familie und Karrierefrau. Leider blieben diese doch immer zu sehr stereotypisch auch in ihren Fassaden. Es kann sein, dass das in den 1960ern und 70er als das Buch geschreiben wurde noch neu war, aber im Jahr 2009 kennt man dies schon. Alles in allem: gut lesbar, aber nichts besonderes.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Greta

    12. April 2009 um 13:29

    "'Ja, ich bin müde', sagte sie. 'Und weißt du, was komisch ist? Ich bin fast fünfzig Jahre alt, und ich habe noch nie im Leben etwas verstanden.'"

  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Anja_Lev

    16. March 2009 um 09:21

    Die Geschichte von Sarah und Emily Grimes, zwei Schwestern, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Amerika aufwachsen, ist ein nettes Buch für zwischendurch, hat mich jedoch nicht sonderlich beeindruckt. Sarah, die Ältere, heiratet früh hat drei Kinder und lebt als Hausfrau in einer Klienstadt. Die Jüngere, Emily entscheidet sich für den gegensätzlichen Lebensentwurf. Sie geht aufs College, heiratet zwar auch, beendet die Beziehungen jedoch auch wieder, wenn diese nicht glücklich sind. Der Kontakt der Schwestern scheint über viele Jahre eher schwach zu sein. Emily, die die Protagonistin des Buchs ist, schaut durchaus auf ihre (fast) ungebildete Schwester herab, die sich so schnell zufrieden zu geben scheint. Erst als Sarah sich an ihre Schwester wendet, weil sie in ihrer Ehe nicht glücklich ist, intensiviert sich die Beziehung wieder. Bei mir hat das Buch leider keinen starken Eindruck hinterlassen, die Geschichte ist zwar sehr gut geschrieben, aber wenig außergewöhnlich.

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    Nightfall

    11. April 2008 um 23:28

    1976 erschien "Easter Parade", Anfang 2007 erschien es in Deutschland bei DVA; nicht zuletzt durch das positive Feedback Elke Heidenreichs' in ihrer Literatursendung "Lesen!" erreichte dieses Buch Bestsellerstatus und wurde in sämtlichen großen Tageszeitungen (FAZ, DIE ZEIT, taz, NZZ, Süddeutsche Zeitung...) fast ausnahmslos positiv besprochen. Und daher bleibt immer die Frage, ob der "normale" Leser sich diesen Beifallsstürmen anschließen kann... ... in diesem Fall kann ich es. Auf höchst scharfe Weise zerstört Richard Yates die Illusion des American Dream, die Illusion, dass ein Leben aus Zufällen, aus eigener Kraft gesteuert und besonders reich gelebt werden kann. Er führt vor Augen, was passiert, wenn die "Anlagen" nicht stimmen - wenn Kindheit und Jugend als reine Posse zurückbleiben. Sarah und Emily Grimes, zwei Schwestern, die von ihrer alkoholkranken Mutter von Stadt zu Stadt, von Schule zu Schule geschleift werden. Man weiß nie genau, wonach die Mutter sucht. Ist es DER Job, DIE Karriere? Auf allen Wegen scheitert sie, bleibt stets die Suchende; sie erzieht ihre Kinder anti-autoritär, nicht als Mutter, nicht als Verantwortliche. Sie sollen sie Pookie nennen. Was wie ein Name für eine Indianerin klingt, ist nur wiederum ein Ausdruck für ihre Rollensuche. Sie will nicht Mutter sein, sie will auch nicht eine Rabenmutter sein; sie will nicht arbeitslos sein, aber auch nicht mit einem Job behaftet, der ihr weder Glück noch viel Geld bringt. Die Grimes-Schwestern entwickeln sich unterschiedlich. Sarah heiratet früh einen jungen Mann aus gutem Hause, der sich schnell als brutaler, schlagender Ehemann herausstellt. Und doch bleibt sie, nach der Aufzucht dreier gemeinsamer Kinder bei ihm, und findet sich gebrochen und depressiv als Alkoholikerin wieder. Emily dagegen führte zwei Ehen, beide zerbrachen; sie hatte ein Stipendium, war Journalistin, liebte mehrere Männer, hatte Affären und wird dennoch nicht glücklich. Ähnlich wie ihre Mutter ist sie auf der Suche, aber nicht nach dem Karriereglück, sondern der Liebe, die sie von ihrer Traurigkeit lösen kann. Was Richard Yates auf knapp 300 Seiten formuliert, lässt einem sehr nachdenklich zurück. Dieses Buch hat manchmal Längen, manchmal hat man das Gefühl, die Geschichte plätschert. Es werden zwei Leben beschrieben und es könnte langweilig wirken, weil nur wenig passiert, was nicht vorhersehbar ist. Aber das ist es gerade. Man spürt den nahenden Abgrund, man spürt, dass dies nicht gut gehen kann. Und es endet für alle Figuren nicht positiv, und obwohl dies ersichtlich ist, hofft man. Für mich ein nachdenklicher machender, sehr lang anhaltender Roman. Obwohl ich ihn schon vor zwei Stunden aus der Hand gelegt habe, hat er mich noch nicht losgelassen. Ein wirklich gutes, kritisches Buch mit einer anhaltend flüssigen, wunderbar zu lesenden Sprache. Mein Interesse für Richard Yates ist geweckt und ich danke Robert Ford für das Wiederentdecken dieses "Klassiker der Moderne" (FAZ).

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  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    frau_elisabeth

    23. March 2008 um 19:59

    Guter Anfang... frau erwartet sich allerdings viel mehr... saufen alle Frauen in den USA?

  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    lokoschade

    19. December 2007 um 13:45

    Großartig - ein Roman über zwei Schwestern (Scheidungskinder) auf der nie endenden Suche nach Liebe und Geborgenheit

  • Rezension zu "Easter Parade" von Richard Yates

    Easter Parade

    HeikeG

    17. May 2007 um 21:18

    In der Sackgasse oder Spielarten der Einsamkeit Ein Gefühl der Traurigkeit durchzieht diesen Yates-Roman wie eine schwermütige Musikuntermalung, ohne jedoch einen melancholischen Zauber zu verbreiten. Hinter der Fassade amerikanischer Durchschnittsfamilien entlädt sich die ganze Tragik einer nie akzeptierten Mittelmäßigkeit: Esther, genannt Pookie, die Mutter der beiden Schwestern Sarah und Emily Grimes, ist eine Künstlerin der Selbsttäuschung. Nach der Scheidung schleppt sie ihre Töchter durch dutzende Städte, immer auf der Flucht vor Geldmangel, beruflichen und privaten Rückschlägen. Die Kluft zwischen behauptetem Glück und realem Unglück wird immer auffälliger und zieht Esther immer mehr in die "Beruhigung" des Alkohols. Sarah, die ältere Tochter, wandelt sich von einem schönen Mädchen zur glücklichen Ehefrau und Mutter und schließlich zur dicklichen Matrone. Hinter einem Leben, das wenig Glamour besitzt, aber nach wohliger Hausfrauen-Existenz aussieht, wird langsam eine andere Wahrheit sichtbar: ein prügelnder Mann und Sarahs Fortsetzung des familientraditionellen Trinkens. Die eigentliche Hauptperson, aus deren Perspektive Yates erzählt, ist aber die jüngere Schwester Emily. Sie gewinnt ein Stipendium, wird Journalistin und Werbetexterin und führt ein modernes Intellektuellen-Leben in New York, mit wechselnden Affären, Partys, vielen Zigaretten und Drinks. Sie lernt, ein wenig auf ihre Mutter und Schwester hinunterzuschauen. Bis auch sie abzustürzen zu beginnt: Plötzlich sieht Emily im Spiegel "das Gesicht einer Frau in mittleren Jahren in seiner schrecklichen und hoffnungslosen Bedürftigkeit", der Alkohol wird zur lebenswichtigen Stütze, der soziale Abstieg beginnt, mit ihm das Alleinsein und der missgünstige Blick auf das kleine Glück anderer. Kurz: Die eine führt in eine ausweglose Ehehölle, die andere verfällt in die trübselige Isolation alt gewordener weiblicher Singles. In kurzer, scharfer, kraftvoller, aber dafür umso prägnanterer Prosa ohne Schnörkel und fast emotionslos berichtet Yates aus dem Leben der beiden Grimes-Schwestern. Vergleichbar mit einem Karikaturisten oder Cartoonzeichner skizziert er Szenen aus dem Leben der beiden Frauen, die jedoch äußerst klar und präzise das Wesentliche erfassen und aufreißen und alles Wichtige enthalten. Es sind Sätze, die immer etwas im Raum stehen lassen, etwas andeuten, aber nie zu Ende interpretieren. Dies überlässt Yates ganz geschickt dem Leser, der nach der Lektüre einigermaßen verstört zurückbleibt. Es liegt eine unvergleichliche Stimmung aus tiefem Mitgefühl und entlarvender Präzision über Yates' Schreiben. Doch Richard Yates verurteilt seine gescheiterten Figuren nicht - ebenso wenig wie er sie der Lächerlichkeit preisgibt. Yates lotet meisterhaft alle Spielarten der Einsamkeit aus, vielleicht weil er selbst der Prototyp seiner Figuren war (1992 psychisch zerrüttet und alkoholkrank gestorben). Seine Roman-"Helden" sind alle auf ihre Art unentrinnbar allein und darin liegt ihre Tragödie. Dieses Alleinsein wird jedoch - den Schein wahrend - verwischt: "Mir geht's gut.", "wunderbar", "Das hat Flair", "Ist schon okay" oder "Ich verstehe" sind immer wiederkehrende Standardsätze der beiden Grimes-Schwestern. Am Ende resümiert Emily: "Ich bin fast fünfzig Jahre alt, und ich habe noch nie im Leben irgend etwas verstanden.", und bringt damit ihre Ratlosigkeit und völlige Überforderung mit diesem Leben zum Ausdruck. Fazit: "Easter Parade" ist ein literarisches Kleinod über das Scheitern weiblicher Glücksbestrebungen, in dem aber auch die Männer kein gutes Bild abgeben. Yates erzählt eine eher belanglose Geschichte eines sich nicht erfüllenden amerikanischen Traums vom Glück. Was den Roman aber so eindrucksvoll und überaus lesenswert macht, ist die interessante und unterhaltende Schilderung des wenig spektakulären Alltags zweier Schwestern. Mit präzisen Spots setzt Yates immer wieder den Bereich zwischen Wollen und Können ins Licht, ausschnitthaft und so geschickt, dass jedes Mal das ganze erschreckende Ausmaß dieses peinvollen Feldes spürbar wird. Er beleuchtet auf sehr bewegende Art fehlbare ganz alltägliche Menschen und zeichnet ein Bild einer typischen Durchschnittsfamilie und ihrer perfekten Welt nach außen, die sich nach innen ganz anders darstellt. Trotz allem ist "Easter Parade" kein deprimierendes Buch, allein aus dem Grunde, da sein Autor stets ein Gespür für die Komik hinter der Tragik hat. "Easter Parade" ist ein authentischer Roman voller glaubhafter Charaktere und von glasklarem Realismus.

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