Richard Yates Eine letzte Liebschaft

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Inhaltsangabe zu „Eine letzte Liebschaft“ von Richard Yates

Kein Wort zu viel und trotzdem alles gesagt: Die letzten Erzählungen vom Meister der kurzen FormRichard Yates gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der US-amerikanischen Nachkriegsgeneration, für manche ist er der »missing link« zwischen Tennessee Williams und Raymond Carver. Der Band Eine letzte Liebschaft versammelt die neun letzten noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Erzählungen des Autors. Ganz gleich, ob er das unterdrückte Begehren einer Hausfrau in der Vorstadt thematisiert, die Verzweiflung eines Büroangestellten in Manhattan oder das gebrochene Herz einer alleinerziehenden Mutter – niemand porträtiert die Alltagshoffnungen und -enttäuschungen seiner Figuren so schonungslos, doch mitfühlend wie Richard Yates.

Kurzgeschichten, die durchaus Potential auf ein Buch gehabt hätten

— tination
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  • Neun letzte Erzählungen

    Eine letzte Liebschaft
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    16. February 2017 um 12:50

    Neun letzte, bisher noch nicht in Buchform veröffentlichte Erzählungen des 1992 verstorbenen großen amerikanischen, zu Lebzeiten leider nie angemessen erfolgreichen Erzählers. Yates ist der Meisters der erzählerischen Verdichtung, der Aufspürer auch feinster Risse in der Existenz, der gnadenlose und doch so mitfühlende Beobachter der ganz alltäglichen Selbsttäuschungen. Es sind die Bewohner der US amerikanischen Suburbias, oft Ehepaare, meist weiße Mittelschicht, die seine Erzählungen wie seine Romane bevölkern. Es sind die, die sich bemühen, den großen amerikanischen Traum vom individuellen Glück zu verwirklichen, auch wenn sie sehr deutlich merken, wie schwierig, wie aussichtslos das für viele von ihnen ist, wieviel Gegenwind ihnen entgegen weht. Die undatierten Geschichten dieses Bandes spielen in den fünfziger Jahren. Man merkt sehr deutlich den Anpassungsdruck, die herrschende Prävalenz des positiven Denkens, den unbedingten Willen zum Aufstieg, die auch schon Willy Loman in „Tod eines Handlungsreisenden“ umgetrieben haben und die in den meisten Texten Richard Yates regieren. Die Figuren sind voller unerfüllter Sehnsüchte, und sind auch die Hoffnungen bei den meisten bereits ziemlich gedämpft, droht stets ihr Scheitern, das Zerplatzen auch ihrer bescheidenen Träume. Es steckt wohl auch viel autobiografische Bitternis in Richard Yates Texten. Erfolglosigkeit, familiäres Unglück, fortschreitende ernste Erkrankungen, Alkoholismus, finanzielle Schwierigkeiten bestimmten vor allem die späteren Lebensjahre. In den hier vorliegenden Erzählungen bekommen die Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg und die daraus mitgebrachte Tuberkuloseerkrankung eine große Rolle. Fünf der neun Geschichten haben in irgendeiner Form damit zu tun. Eine der am meisten berührenden und dabei mit fünf Seiten Umfang kürzesten Erzählung „Glocken am Morgen“ erzählt von zwei Soldaten, die an der Front in einem Erdloch hocken. Ausgekühlt und schlammverkrustet kochen sie sich eine Tasse Kaffee, als sie Kirchenglocken läuten hören. Es ist April 1944, könnte das das Kriegsende sein? Nach kurzer Zeit der Hoffnung erinnern sich die Beiden: nein, es ist der Ostersonntag, der auch im Krieg mit Glockengeläut gefeiert wird. Ein Glanzstück an Reduziertheit, völlig schnörkellos und doch ergreifend. Andere Geschichten spielen in Lazaretten und Tuberkulosestationen, eine weit nach dem Krieg auf einer Party, wo sich zwei ehemals in derselben Division dienende Soldaten treffen und die Frau des einen so gerne hätte, dass auch ihr Mann von seinen Heldentaten erzählen würde. Allein, ihn plagen nur ungute Erinnerungen. Diese Missverständnisse zwischen Ehepartnern, zwischen Mann und Frau, auch sie geprägt von Hoffnungen und ihren Enttäuschungen, von meist unausgesprochenen Sehnsüchten, sind ein bestimmendes Thema bei Richard Yates. Nicht selten führen sie zu verzweifelten Ausbrüchen, starkem Alkoholkonsum oder zu unterschwelligen Aggressionen. „Betty, sagte Miller. Tust du mir einen Gefallen? Er beobachtete, wie sich ihr Stirnrunzeln im Licht der vorbeigleitenden Straßenlaterne in einen gekränkten Blick verwandelte. Halt den Mund. Halt bitte einfach den Mund“. Nicht von ungefähr erinnert das an Raymond Carvers großartigen Erzählungsband „Würdest du bitte endlich still sein, bitte“. Ob Lebenskrise oder Alltagssituation, Richard Yates schafft in seinen kunstvoll knappen, völlig unspektakulären Stories ein beeindruckendes Gesellschaftsbild der USA der damaligen Zeit und verhandelt gleichzeitig zeitlose Themen. Er erzählt mit so vielen Zwischentönen, beobachtet so messerscharf, ohne seine Figuren jemals zu denunzieren, zeichnet ein solch abgründiges Bild der menschlichen Existenz wie in all seinen Romanen und Erzählungen, die jetzt bei DVA komplett vorliegen.

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  • Großartige Kurzgeschichten

    Eine letzte Liebschaft
    raven1711

    raven1711

    21. December 2016 um 17:38

    Klappentext:Richard Yates gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der US-amerikanischen Nachkriegsgeneration, für manche ist er der »missing link« zwischen Tennessee Williams und Raymond Carver. Der Band Eine letzte Liebschaft versammelt die neun letzten noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Erzählungen des Autors. Ganz gleich, ob er das unterdrückte Begehren einer Hausfrau in der Vorstadt thematisiert, die Verzweiflung eines Büroangestellten in Manhattan oder das gebrochene Herz einer alleinerziehenden Mutter – niemand porträtiert die Alltagshoffnungen und -enttäuschungen seiner Figuren so schonungslos, doch mitfühlend wie Richard Yates.Meinung:Eigentlich lese ich eher selten Kurzgeschichten. Doch die vielen positiven Stimmen zu Richard Yates haben mich neugierig gemacht.Und schon mit der ersten Geschichte hat Richard Yates mich eingefangen. Mit seinem grandiosen Erzählstil (hier übersetzt von Thomas Gunkel), mit seinen Figuren, mit dem,was Yates zu erzählen hat. Denn auch wenn manche Geschichten zeitlich schon recht alt sind und in den 50er/60er Jahren spielen, so sind die Probleme und Sorgen der Charaktere immer noch aktuell und treffen den Nerv des Lesers.Besonders beeindrucken empfand ich, wie dicht Yates seine Protagonisten trotz der kurzen Anzahl an Seiten geschaffen hat. Mühelos konnte ich mich in die Figuren hineinversetzen, habe ihre Ängste und Sorgen verstanden, habe mit ihnen gelitten und mich mit ihnen gefreut.Aber auch die Geschichten selber haben mich berührt, die Auswahl der Themen hat zum Nachdenken angeregt und mich lange und über die Lektüre hinaus beschäftigt. Die kurzen Geschichten ließen sich mühelos in den Lesetag einbauen und viel zu schnell war das Buch durch und hinterließ ein leichtes Gefühl der Leere bei mir, denn gerne hätte ich noch länger in Yates Worten und Welten verbracht.Ich habe mit diesem Buch einen neuen Schriftsteller für mich entdecken können, denn auch wenn mir der Autor zwar schon was sagte, so war dies doch meine erste direkte Begegnung mit ihm. Aber sie wird nicht meine letzte bleiben ;)Fazit:Selten habe ich so gute Kurzgeschichten gelesen, die alles beinhalten, was sie benötigen. Die Geschichten sind dicht, atmosphärisch und berührend, treffen einen Nerv und wirken lange nach. Großartig!Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an die DVA für das Rezensionsexemplar.

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  • Kurzgeschichten aus dem Alltagsleben von früher

    Eine letzte Liebschaft
    Jana_Zimmermann

    Jana_Zimmermann

    14. December 2016 um 11:53

    Eher selten gebe ich mich der zeitgenössischen Literatur hin. Ich bin immer der Meinung, dass mich die Geschichten wohl langweilen würden und ich mich eher durch das Buch kämpfen müsste. Zugegeben, auch mit dem Buch „Eine letzte Liebschaft“ von Richard Yates hatte ich zunächst meine Startschwierigkeiten. Man merkt schon, dass die darin enthaltenen Kurzgeschichten aus einer etwas anderen Zeit stammen. Für mich sind es Zweite-Weltkriegs-Romanzen. Doch spätestens nach der ersten Kurzgeschichte habe ich mich an den Schreibstil von Richard Yates’ gewöhnt. Und nun konnte ich mich auch voll und ganz auf die neun Geschichten einlassen. Das Lesen des Buches ging sehr zügig voran, was ich zunächst gar nicht gedacht hatte. Jede einzelne der Kurzgeschichten berichtet aus dem Alltagsleben einzelner Personen von „damals“. Ob Hausfrauen, Buchhalter, Reisende: Richard Yates weiß es, die Erlebnisse dieser Personen dem Leser näherzubringen, immer mit einer gewissen Pointe am Ende der jeweiligen Kurzgeschichte. Manchmal muss man mehrmals über das Ende nachdenken. Und ich muss sagen, jede Geschichte hallt bei mir etwas nach, so dass ich immer wieder an das Erzählte denken muss. Die Geschichten sind wunderbar ausgeschmückt, so dass man sich die Szenerien wunderbar vorstellen – jeder Leser auf seine eigene Art und Weise. Auch wenn die Geschichten von einer etwas tragischeren Zeit handeln, habe ich niemals ein schwermütiges Gefühl in meiner Brust beim Lesen gehabt.

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  • Kurzgeschichten, die durchaus Potential auf ein Buch gehabt hätten

    Eine letzte Liebschaft
    tination

    tination

    23. November 2016 um 21:44

    Das Buch: In diesem Buch sind neun Kurzgeschichten von Richard Yates vertreten. Diese sind doch recht unterschiedlich, zeichnen jedoch prägende Personen ab, die der Leser in einer kurzen Zeit erlebt und mit den Protagonisten leidet. Und so kommen unter anderem ein liebeshungriger Bürokaufmann, eine verzweifelte Ehegattin, eine Verlobte auf Europareise, eine gefundene Münze und Soldaten die auf das Kriegsende hoffen vor.Fazit: Klar, die Inhaltsangabe ist hier wirklich nicht aussagekräftig. Aber das braucht es hier nicht. Man kann sich ungewollt in kurze Geschichten fallen lassen. Denn nach einer bestimmten Anzahl von Seiten ist die Geschichte auch wieder vorbei und man kann sich anderen Texten zuwenden (oder weiterlesen). Denn Yates macht es mit seinem lockeren, doch verbitterten Schreibstil einfach, dass sich der Leser mit dem ersten Satz in die Geschichte abtauchen kann. Und das macht einen Schriftsteller aus: vom ersten Satz an zu faszinieren. Bei einer Kurzgeschichte ist dies besonders wichtig, da hier in der Kürze die Würze liegt.Klar, nicht jede Story ist hier ein Hit. Aber das muss es auch nicht unbedingt. Gefühlt spielen alle Geschichten in der Nachkriegszeit zwischen 1945 und 1960. Vor allem auf dem „American Dream“ wird hier unterschwellig angespielt. Es geht um typische Probleme in einer Beziehung, Liebhabern oder auch Missverständnissen. Dieses Buch zeigt den bitteren Alltag, so wie er auch heute noch vorkommen könnte. Und das passiert nicht mit einem Knall zum Ende der Geschichte. Die Geschichten selbst geben diese Aussagekraft wider.Trotzdem fehlte doch ein wenig der Zugang zu den Geschichten. Man hatte schon das Gefühl, dass diese Storys eigentlich nur kurz aufgeschrieben wurden, um später einen Roman daraus entstehen zulassen. Und bei einigen Plots wäre dies durchaus möglich gewesen. Aber sei es drum: ändern kann man es nun nicht.Zusammenfassend ist dieses Werk ein Kleinod auf dem aktuellen Büchermarkt. Wer kleine amerikanische Alltagsgeschichten liebt, wird hier definitiv richtig liegen. Aber auch als Einstieg in die Welt der Kurzgeschichten ist dieses Buch durchaus zu empfehlen.https://booksoftination.wordpress.com/2016/11/15/richard-yates-eine-letzte-liebschaft/

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  • Tragödien des Alltags

    Eine letzte Liebschaft
    YukBook

    YukBook

    18. October 2016 um 07:15

    Richard Yates war mir bisher nur als Autor von “Zeiten des Aufruhrs“ bekannt. Die Geschichte einer zerrütteten Ehe hinterließ damals einen bleibenden Eindruck, zumal ich die Verfilmung und schauspielerische Glanzleistung von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet als sich fetzendes Ehepaar gesehen hatte. In den neun Erzählungen aus dem Band „Eine letzte Liebschaft“ geht es ebenfalls um Beziehungskonflikte, doch nicht nur. Yates widmet sich diesmal einem größeren Themenspektrum und erzählt beispielsweise von Männern, die auf einer Tuberkulose-Stationin in Jugenderinnerungen schwelgen oder Kriegserlebnisse austauschen. Ich war erstaunt, wie gut sich der Schriftsteller in die jeweiligen Charaktere, sogar in die Seele eines jungen Mädchens, hineinversetzen kann wie zum Beispiel in der Erzählung „Ein persönliches Besitzstück“. Eileen findet ein 50 Cent Stück – an sich nichts Bedeutungsvolles, doch für das Mädchen schon. Sie wollte immer etwas eigenes besitzen und ein Geheimnis vor ihrer gebieterischen Tante hüten, die sie auf Schritt und Tritt kontrolliert. Als die Tante von dem Fund erfährt, mündet eine für das Mädchen nette kleine Überraschung im Alltag in eine Katastrophe. Yates schreckt nicht vor drastischen Formulierungen zurück, um zu vermitteln, welchem Unrecht und welcher Willkür von Erwachsenen die Unschuldige ausgesetzt wird. Manchmal wäre es spannender gewesen, die Überschrift vorher nicht zu kennen. So fragte ich mich in der Erzählung „Eine letzte Liebschaft“ bei jeder neuen Begegnung, die eine Weltenbummlerin macht, ob dies denn nun endlich die besagte letzte Liebschaft ist. Wie man es von einer gelungenen Kurzgeschichte erwarten kann, belohnt uns Yates auch hier mit einem überraschenden Schluss. Mit Abstand am meisten berührt hat mich die Erzählung „Ein genesendes Selbstbewusstsein“. Liegt es daran, dass es um Selbst- und Fremdbild und die typischen Kommunikationsprobleme in einer Ehe geht, also Yates’ Spezialthema? Vielleicht. Kenntnis- und nuancenreich schildert er, wie unterschiedlich ein einfacher Satz wie „Ruh dich aus oder was auch immer du tust“ ausgelegt werden kann. Ein krank geschriebener Ehemann malt sich ein bevorstehendes Streitgespräch mit seiner Frau in allen Details aus. Es hat mich amüsiert, aber auch nachdenklich gestimmt, wieviel Energie er aufbringt, um sich verschiedenste Szenarien auszumalen und Überlistungstricks zu überlegen, denn solche Situationen kommen einem sehr bekannt vor. Der Schluss trieb mir sogar die Tränen in die Augen. Mein Fazit: Das Buch enthält ein paar schwächere und mehrere richtig starke Geschichten, die meine Neugier auf seine zahlreichen Romane geweckt haben.

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