Richard van Dülmen Frauen vor Gericht

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Inhaltsangabe zu „Frauen vor Gericht“ von Richard van Dülmen

Der Kindsmord ist - neben der Hexerei - (das) Delikt, dessen Frauen der frühneuzeitlichen Gesellschaft am häufigsten angeklagt wurden. Die Zahl der Hinrichtungen stieg im 16. Jahrhundert und erreichte zu Ende des 17. Jahrhunderts einen Höhepunkt. Nicht nur dies gilt es zu erklären; die vorliegende Studie versucht, Milieu und Motive der Kindsmörderinnen aufzuschlüsseln und einen Einblick in die Rechts-, Moral- und Ehrvorstellungen der frühen Neuzeit zu vermitteln. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Kultur- und Frauengeschichte.

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  • Rezension zu "Frauen vor Gericht" von Richard van Dülmen

    Frauen vor Gericht
    Sokrates

    Sokrates

    07. June 2011 um 07:57

    Das schmale Büchlein beschäftigt sich mit dem - so der Autor und Professor Richard van Dülmen - mit dem noch recht stiefmütterlich erforschten Thema der Kindstötung in der Frühen Neuzeit. Ausgehend von der Feststellung, dass sich nach den historischen Quellen und gesetzlichen Normen die besondere Schwere der Kindstötung feststellen lässt (resultierend aus einer zweifachen Versündigung der jungen Frau: Tötung eines wehrlosen Kindes - vorehelicher Geschlechtsverkehr), wirft van Dülmen einen Blick auf das gesamtgesellschaftliche Klima, das bestimmten Voraussetzungen unterworfen sein musste, um eine erfolgreiche Aufklärung / Aufdeckung solcher Straftaten zu begünstigen. Grundsätzlich war die Gesellschaft der Frühen Neuzeit kein durchorganisiertes soziales Geflecht; städtische Verwaltung und polizeiliche Organisations- und Überwachungsstrukturen entstanden erst mit dem Aufkeimen städtischer Emanzipationsbestrebungen und einer neuen verfassungsrechtlichen Idee, die erst ab dem Jahr 1500 in ihren Anfängen fassbar wird. Vorher blieben solche privaten Delikte - sofern kein Zeuge dabei war - weitgehend in der Dunkelheit. Strafverfolgung war schwer, von staatlicher Seite her sowieso; bestenfalls Denunziation versprach Erfolge. War ein solcher Fall einmal entdeckt, wurde er mit der höchsten Strafe geahndet - dies resultiert insbesondere aus der oben bereits genannten doppelten Versündigung der Mutter, die bei einem "normalen" Mörder nicht vorhanden war; dass ein wehrloses Kind getötet wurde, gab der Tötung diesen 'besonderen' Charakter. Zuletzt geht van Dülmen zwei weiteren Fragen nach: inwieweit lassen sich Häufigkeitsschwankungen im Verlaufe der Frühen Neuzeit ausmachen und an welche gesellschaftlichen Ursachen waren diese gekoppelt? Die Quellenlage erweist sich jedoch als äußerst schwierig, weshalb sich das Thema einer abschließenden Bewertung entzieht. Spätestens jedoch mit der Aufklärung wurde der Diskurs über die Bestrafung der Kindsmörderin in anderer Weise weitergeführt. - Insgesamt eine lohnenswerte kurzweilige, dennoch aber historisch fundierte Monographie, die sich allerdings weniger zum Querlesen in der entspannten Freizeit als zum wissenschaftlichen Arbeiten eignet. Van Dülmen schreibt für das akademische Publikum, weniger für den interessierten Laien. Wer sich demnach für dieses Thema interessiert, recherchiere nach allgemeinerer Literatur oder sei - wenn er das vorliegende Buch liest - nicht überrascht.

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