Frostige Zeiten hinter verlogenen Fassaden amerikanischer Vorstadthäuser.
Eine literarische und filmische Reise durch verschiedene amerikanische Vororte ,die vieles Überraschendes und Entlarvendes zu Tage bringt. Mitwirkende sind unter anderem: Rick Moody. Alec Baldwin, Ang Lee .Steven Martini, Kate Winslet , Tobey Maquire ,Katie Holmes ,Elijah Wood .Kevin Kline, Kevin Spacey .Tom Perotta .Emma Robertson und Peter Bauer :D
Wer kennt sie nicht die als so typisch geltenden amerikanischen Vorstadtsiedlungen mit ihren akkurat geschnittenen Rasenflächen , inclusive laufender Rasensprenger. Fahnenstangen und schmucken Holzhäusern ,bei denen ausländische Besucher wie auch ich öfters leichte Zuordnungsprobleme wegen verblüffender Gleichheit bekommen und sich deswegen auch mal kurzfristig verlaufen. Diese Probleme hat der flinke Zeitungsausträger auf dem Rad nicht wenn er geübt die tägliche Zeitung mit viel Schwung geschickt vor die Tür platziert. Diese Möglichkeit hat der Milchmann leider nicht – er muss seine zwei obligatorischen Flaschen vorsichtig und leise abstellen . Denn sie sind eine wichtige Basis für das amerikanische Cornflakesfrühstück ,welches die typische gutsituierte Mittelklassefamilie harmonisch zusammen einnimmt bevor der Vorzeigevater auf dem Weg zum Büro noch seinen pubertierenden Sohn und die nervende Tochter zur Schule mitnimmt und dort absetzt , wo ihnen mal wieder ein langweiliger Schulalltag mit einen guten Portion Mobbing bevorsteht.
Hier pflegt man seine Nachbarschaft, indem man gemeinsam den Barbecue grill anwirft. sich bei Treffen mit der Avonberaterin und der Tupperwarenvertreterin gekünstelt amüsiert oder seine Söhne als Spieler der örtlichen Baseballmannschaft anfeuert , um dabei festzustellen , dass die Nachbarstochter in diesem feschen Cheerleaderkostüm nun mal verdammt rattenscharf aussieht :D
Familiäre Harmonie wo hin das Auge reicht , solange die Fassaden immer wieder frisch strahlend überstrichen werden und keiner die Vorhänge zurückzieht um einen genaueren Blick in die einzelnen Zimmer mit ihren „Insassen „ zu werfen. Dies tun jedoch Rick Moody mit seinem Roman „ Der Eissturm „ Derik und Steve Martini in ihrer filmischen Arbeit " Long Island Blues " , Tom Perotta mit dem Buch " Little Children " , Sam Mendes ,der Ex -Ehemann von Kate Winslet mit seinem Regiedebüt " American Beauty " und natürlich die Ikone Tim Burton sich verwirklichend in " Edgar mit den Scherenhänden ".
Wir beginnen mit Rick Moodys " Der Eissturm "„ in New Canaan im Staat Connecticut, anno 1973.Amerika ist angeschlagen durch den verlorenen Vietnamkrieg und das Verlieren des Vertrauens in sein politisches System ,dass es nur zu gerne auch anderen gerne offeriert .Die Watergateaffäre hat ihre Spuren hinterlassen und sexueller Liberalismus in abgeschwächter Form auch diese Siedlungen erreicht. Die Familien sind in sich schön längst erstarrt und es bedarf oft nur eines kleinen dramaturgischen Anschiebens des Autors oder Regisseurs wie hier durch eine Blitzeisnacht und es ist nichts mehr wie früher in diesen Vorstadtstädten. Ang Lee lässt in seinem Verfilmungsprojekt neben Gestandenen wie Sigourney Weaver und Kevin Kline auch eine ganze Reihe von Jungstars aufmarschieren die dadurch eine Chance bekamen weiter in der cineastischen Welt Bekanntheit zu erreichen. Christina Ricci, Katie Holmes , Elijah Wood und Tobey Maguire werden es ihm bestimmt ausgiebig gedankt haben.
Auf Long Island Ende der 90er bringen die Brüder Martini in " Long Island Blues " durch eine Borrelioseepidemie das behütete Vorstadtleben des 15 jährigen Scott ordentlich durcheinander, Sie schieben ihn und seine angebetete Nachbarstochter Adrianne ,süß gespielt von der Nichte von Julia Roberts , Emma Roberts , geschickt so weit nach vorne im Nachbarschaftspuzzle , dass man auch schon fast von einer subtilen Coming - of - Age - Geschichte sprechen könnte .Aber auch hier ,deutlich noch mal vor Augen geführt , zeigt die nachhaltig beeindruckende Schlussszene wo das tiefere Übel wie fast überall zu stecken scheint. Auf der Strecke bleiben letztendlich viele so auch bei Tom Perotta in den Suburbs von Boston die Mutter eines gemobbten Exhibitionisten, die unglücklich dabei stirbt als sie ihren überaus zu viel geliebten Sohn gegen Anfeindungen der Anwohner versucht zu verteidigen. Hier sind es die noch kleinen Kinder , dem Buch seinem Namen gebend , die desillusionierte Ehepartner trennen und über Orte wie Spielplätze und Schwimmbäder in neuer Konstellation wieder neu binden ohne jedoch dann einen richtigen radikalen Neustart zu beginnen. American Way of Life geschickt ironisch und spannend dargestellt , eingebettet in einer Siedlung ,die am Handlungsnebenstrang um einen vermeintlichen Pädophilen ihre neurotischen Seiten aufgezeigt bekommt. Am radikalsten geht jedoch der Engländer Sam Mendes , vorher eher am Londener Theater engagiert , mit seinem Regiedebüt "AMERICAN BEAUTY " die Sache an. Drappiert um die Midlife Crisis eines erzählenden Kevin Spaceys demontiert er lustvoll und zynisch vermeintlich Idyllisches und fasst so heiße Eisen wie das Begehrtwerden junger Mädchen von älteren Männern oder das verdrängte Gewaltpotential ehemaliger Vietnamsoldaten ,an .Anscheinend fallen einem desmaskierende Maßnahmen wir hier mit dem geschickten Einsatz eines filmenden zugezogenen Nachbarsohns als unbefangener Nichtamerikaner leichter .Dies führt deutlich zu einem Mehr an Konsequenz. Konsequent leben auch diese amerikanischen Seelen in fast allen Werken ihr aufgestautes Aggressionspotential per Waffe aus .Naheliegend in einer Gesellschaft die mehr verfügbare Waffen als Bürger zählt und wo sogar Kinder vor deren Einsatz nicht zurückschrecken. Selbstjustiz als Schwachpunkt im gesellschaftlichen amerikanischen Umgang mit vorhandener Wut. Die Zeit des Wilden Westens scheint hier noch nicht abgeschlossen zu sein. Deswegen kommt es auch in Tim Burton meisterhaften Fanstasyfilm " Edgar mit den Scherenhänden " zu einem obligatorischen Showdown auf dem märchenhaften Schloss zwischen dem verliebten Edgar und dem Ex im Kampf um Kim gespielt von Winona Ryder . Vorher hat die uns von einer symbolhaften Avonberaterin geöffnete Siedlung schnell ihre latente aggressive Grundstimmung gegen Abweichendes gezeigt wenn aufgewiegelte nette Nachbarn als aufgebrachter Mob wüten. Eine bitterböse gesellschaftskritische Satire , die durch die sentimentale Fixierung auf das bekannte Liebespaar Johnny Depp und Winona Ryder leicht in den Hintergrund tritt aber bei genauerem Hinschauen uns angewidert und nachdenklich zurücklässt.
Allen ist eines gemeinsam : ein nie antiamerikanischer gar in Richtung nestbeschmutzerischer abdriftender Blick auf besagte Familien in ihrem dazugehörigen Zeitbild .Was hier sich offenbart würde auch in Mainz ,Buxtehude , in Russland oder bei einer islamischen Familie ,in individueller Ausprägung der Örtlichkeit wohl auch passieren können. Ein eher nüchterner oft melancholischer auch mal trister Blick auf die Realitäten , die den amerikanischen Traum wieder entscheidend versachlichen. Eines haben die Familienväter hier oft gemeinsam. Dies mit dem Geldmachen haben sie in typisch kapitalistischer amerikanischer Weise lange gut hingekriegt ( Ausnahme „ Little Children „ ) , beim vorbildlichen Ansprechpartnersein für ihre Kinder sind sie oft auf halber Strecke steckengeblieben und gute und treue Ehemänner sind sie schon lange nicht mehr. Denn Ehebruch ist hier überall schon gang und gäbe .Man hat seine Affären und die Beteiligten sitzen nicht selten nur ein Haus weiter ,Aus guten Freunden wurden in der Zwischenzeit nicht selten auch Bettgefährten und - gefährtinnen und die pubertierenden Kinder spielen auch schon lange nicht mehr zusammen im Sandkasten sondern mehr sexuell geprägt an sich herum . Zu den oft amüsant dargestellten Auseinandersetzungen mit der eigenen Sexualität müssen sie zusätzlich jetzt auch noch die Abenteuer ihrer Eltern ( Mein Dad vögelt deine Mum „ ) verkraften. Die Kinder reifen heran und werden auf einem oft beschwerlichen Weg zu Erwachsenen während die Erwachsenen sich oft wieder wie Kinder benehmen und weiterhin das Auseinanderbrechen der Ehen und Familien unbewusst vorantreiben. Materiell wurde vieles erreicht auf Kosten einer zunehmenden Entfremdung der Mitglieder denen immer mehr benötigte Verständnis , Toleranz . Geborgenheit . Liebe und Wärme abhandengekommen ist .Man ist gerne unter sich und Anderssein ist überhaupt nicht gerne gesehen ob ein homosexuelle Paar in " AMERICAN BEATUY " oder ein entlassener Strafgefangener in „ Little Children „,. Edgar mit den Scherenhänden. ist nur solange beliebt wie er von praktischem Nutzen ist in dem er Hecken siedlungskonform zurechtstutzt, Bratwürste beim Grillfest geschickt röstet, Türen gesetzeswidrig für andere öffnet und den Friseur spielt.
Kleine literarische und filmische Perlen für Leser ,die auch schon mit Philipp Roth , Richard Ford oder John Updike Zeitbilder und bröckelnde Szenen amerikanischer Familien konsumiert haben . Gefunden auf unserer kleinen USA- Rundreise, herausgeklaubt und aufgehoben zwischen Riesenbergen von wenig nachhaltigen Mainstreambüchern und austauschbare Dvdware . Aufgereiht und zum Schmücken unserer Bücheregale und Dvdschränke dargestellt. Viel Spaß dabei
Durch die fast ganze USA einschließlich dem Nachbarn Kanada reisen wir in der Gruppe hier THE UNITES SATATES OF AMERIKA INCLUSIVE CANADA. Wer noch auf den Reisezug aufspringen will nur zu es sind noch genügend Plätze frei :D