Rindert Kromhout

 4.5 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Brüder für immer, Anders als wir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Rindert Kromhout

Preisgekrönte Kinder- und Jugendliteratur aus den Niederlanden: Rindert Kromhout wurde 1958 in Rotterdam geboren, wo er auch aufwuchs, darunter zwischenzeitlich zwei Jahre in einem Kinderheim, bevor er als 16-Jähriger wieder ins Elternhaus zurückkehrte. In seinem Heimatland ist er als Autor unzähliger Kinder- und Bilderbücher bekannt. Seinen ursprünglichen Berufswunsch Tierarzt zu werden, gab er zugunsten der kürzeren Ausbildungszeit eines Kindergärtners auf. Als Kriegsdienstverweigerer absolvierte er den Wehrersatzdienst in einer Jugendbibliothek in Rotterdam! Während seiner Berufsjahre betätigte er sich bereits als Verfasser erster kleiner Geschichten, mit denen er bekannte holländische Kinderbuchverlage für sich gewann. Schon als 24-Jähriger konnte sich Rindert Kromhout dank seiner anhaltenden Produktivität als hauptberuflicher Autor bezeichnen. Rund ein Dutzend seiner Buchpublikationen für Kinder und Jugendliche, die heute in vielen Sprachen als Übersetzungen vorliegen, wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter einige Bände seiner erfolgreichen Buchreihe um den „Kleinen Esel“. Mit dem Roman „Brüder für immer“ gelang ihm 2016 hierzulande der Durchbruch bei einer erwachsenen Leserschaft. Unter dem Originaltitel „Soldaten huilen niet“ hatte Rindert Kromhout den Erzählstoff über das reale Schicksal der Kinder von Virginia Wolf und der Künstlerin Vanessa Bell 2010 als Jugendbuch veröffentlicht und dafür den renommierten Thea-Beckmann-Preis erhalten. Seit 2007 lebt der Autor in Weesp, einem Vorort von Amsterdam.

Alle Bücher von Rindert Kromhout

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Buchformat:
Cover des Buches Brüder für immer9783958541283

Brüder für immer

 (35)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Anders als wir9783958541221

Anders als wir

 (3)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Der kleine Esel und sein Geschenk für Jaki9783849702533

Der kleine Esel und sein Geschenk für Jaki

 (2)
Erschienen am 12.09.2018
Cover des Buches Ein großer Esel9783854528555

Ein großer Esel

 (1)
Erschienen am 01.08.2001
Cover des Buches Der kleine Esel und sein Papa9783854528845

Der kleine Esel und sein Papa

 (0)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Der kleine Esel und die Babysitterin9783854528685

Der kleine Esel und die Babysitterin

 (0)
Erschienen am 01.08.2003
Cover des Buches Was steht denn da?9783854528760

Was steht denn da?

 (0)
Erschienen am 01.08.2004

Neue Rezensionen zu Rindert Kromhout

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Rezension zu "Brüder für immer" von Rindert Kromhout

Jugendbuch über das ungewöhnliche Leben in der berühmten Künstlerfamilie der Bloomsbury Group in England der 1920er Jahre
schnaeppchenjaegerinvor einem Monat

Quentin und Julian Bell sind die beiden Söhne der Malerin Vanessa Bell und des Journalisten Clive Bell, beide Angehörige der Bloomsbury Group. Vanessa und Clive sind getrennt, Vanessa lebt mit dem homosexuellen Künstler Duncan Grant zusammen auf dem Landsitz Charleston House, zwei Stunden von London entfernt, wo auch Quentin und Julian aufwachsen. 

Quentin und der drei Jahre ältere Julian sind mehr als Brüder - sie sind beste Freunde, die eine unbeschwerte Kindheit inmitten der Künstlerfamilie, zu der auch Vanessas Schwester, die Schriftstellerin Virginia Woolf zählt, verleben. 


Als Julian zufällig von einem Familiengeheimnis erfährt, ist er verletzt und erzürnt darüber, dass ihre Eltern so wenig Vertrauen zu ihren Kindern haben und ihnen die Wahrheit über die jüngere Schwester Angelica verschweigen wollten. 

Julian nabelt sich zunehmend ab und schließt sich unter dem negativen Eindruck von Italien unter Benito Mussolini und Deutschland unter Adolf Hitler den Kommunisten als Bollwerk gegen die Faschisten an und beteiligt sich am Spanischen Bürgerkrieg. 

Das Buch beruht auf realen Ereignissen und Personen und ist aus der Ich-Perspektive von Quentin erzählt, der wie seine Tante, die er sich zum Vorbild nimmt, von Kleinauf Schriftsteller werden möchte. In Form eines Romans beschreibt er seine Kindheit und Jugend ab 1925 in Charleston, die er herrlich frei und ungebunden im Intellektuellen- und Künstlerkreis der Bloomsbury Group erlebt, bis es 1937 zu einem tragischen Ereignis kommt, das die gesamte Familie erschüttert. 

"Brüder für immer" ist ein Jugendbuch, das den Leser sehr eindrucksvoll nach England in den 1920er-Jahren versetzt und die ungewöhnliche Familienkonstellation der offenherzigen Freigeister lebendig darstellt. Die Familie führt ein unkonventionelles Leben, was in der ländlichen Idylle argwöhnisch betrachtet wird, aber die Kinder fühlen sich in der Neudeutsch zu bezeichnenden Patchwork-Familie geborgen und als Individuen, die vieles ausprobieren dürfen, ernst genommen. 

Neben der berühmten Künstlerfamilie gibt der Autor einen Einblick in die politischen Verhältnisse in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen in Europa, die vor allem den Journalisten Clive Bell und seinen Sohn Julian bewegen, der nicht nur über die gefährlichen Machtverhältnisse palavern, sondern sich aktiv für Freiheit und Gleichheit engagieren möchte. 

Das Zusammenleben in der einzigartigen Familie wird vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse sehr empathisch und gerade zu Beginn aus kindlich-naiver Sicht geschildert, die unweigerlich über die "Lausbuben" schmunzeln lässt. Mit den Jahren und der Entwicklung von Quentin wird die Erzählung zunehmend kritischer und wehmütiger. 

Kunst und Politik sowie Familie und Freundschaft, Freiheit und Kreativität sind die zentralen Themen, die Rindert Kromhout tiefgründig in eine Familiengeschichte einbettet. Der Roman zeigt, wie vergänglich das Glück sein kann und regt an, Dinge stets kritisch zu hinterfragen, Gegebenheiten nicht einfach so hinzunehmen und aus Bequemlichkeit mit der Masse zu schwimmen. Es ist ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Toleranz und Frieden.

Mit "Anders als wir" setzte Rindert Kromhout die Geschichte in Charleston im Jahr 1941 fort. 

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Rezension zu "Anders als wir" von Rindert Kromhout

Angelica
Hoppsivor 4 Monaten

Klappentext

Angelica wächst in einer Welt voller Freiheit, Kunst und Kultur auf. Sie wird ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen, sich selbst zu behaupten. Doch in dem Moment, wo sie beginnt, Freundschaften mit Gleichaltrigen zu schließen, entdeckt sie eine ihr unbekannte „normale Welt“. Erst jetzt fällt ihr auf, welch ungewöhnliches Leben ihre Familie führt. Sie beginnt sich nach Normalität zu sehnen, denn zu viel Freiheit kann auch bedrückend sein.


Inhalt & Meinung

Der Titel „Anders als wir“ erweckt schon beim ersten Anblick den Eindruck dass es sich um ein Buch handeln wird was sich mit dem „anderssein“ auseinander setzt. Dies trifft auch zu, aber auf eine andere Art und Weise als vielleicht zunächst erwartet.

Rahmenhandlung des Romans bildet das Verschwinden von Virginia Woolf im Jahr 1941. Sie ist die Tante von Angelica, deren Geschichte in diesem Roman erzählt wird.

Wir lernen Angelica kennen. Ein Mädchen welches in Charleston, in völliger Freiheit aufwachsen kann. Ein Mädchen welches eine blühende Fantasie besitzt, die keine Grenzen kennt. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt ob es denn viele Kinder heutzutage gibt die in solch einer Freiheit aufwachsen, in welcher sie sich frei von allen gesellschaftlichen Zwängen entwickeln können. Ich habe es genossen zu lesen wie Angelica, wie Alice im Wunderland mit den Blumen spricht. Durch die Bloomsbury-Group, hat sie eigentlich von Anfang an Kontakt zu Kunst, Literatur und Kultur. Für sie ist es normal bestimme Bücher zu kennen, als Model für Gemälde zu stehen, aber auch viel Zeit allein zu verbringen. Außerdem weiß sie auch schon in jungen Jahren das Liebe grenzenlos ist, egal zwischen wem und dass in den 1930er Jahren. Sie vergöttert ihre Tante Virginia die immer mit ihr spielt und sich mit ihr beschäftigt, sei es die beiden sind Hexen, fahren zusammen Shoppen nach London oder führen gemeinsam Theaterstücke auf. Von ihrer Mutter Vanessa fühlt sich Angelica oft vernachlässigt und nicht beachtet, daher unternimmt sie viel um die Gunst ihrer Mutter für sich zu gewinnen, doch dies ist kein leichtes Unterfangen. Als sie eines Tages ein anderes Mädchen kennenlernt und sich mit diesem anfreundet, fühlt sie sich zum ersten Mal anders. Ihre Freundin weiß nicht wer Alice im Wunderland ist, sie kennt Liebe zwischen Männern nicht und versteht nicht, warum Angelica mit ihr lieber Vater, Vater, Kind, als das übliche Mutter, Vater, Kind spielen möchte. Ihr wird auch bewusst, das andere Eltern sich um ihre Kinder sorgen, ihnen Grenzen setzten und es Strafen gibt, dass alles kennt sie von ihrer Familie nicht. Sie wünscht sich ein normales Leben und möchte auch eine Schule besuchen. Das darf sie dann früher oder später auch, aber auch dort merkt sie dass sie einfach anders ist. Da sie nie so richtig aufgeklärt wurde, wird ihr mit dem Älter werden der Kontakt mit manchen Jungs unangenehm, sie versteht nicht, warum sie auf eine gewisse Art und Weise angeschaut wird. Eines Tages lernt sie dann durch ihre Tante Nigel kennen und ihr „anderssein“ verbindet die beiden. Auch vor England macht der 2. Weltkrieg leider keinen Halt und auch die Stimmung in Charleston wird bedrückter. Dabei zeigt der Autor eindrücklich das Krieg nicht nur die Soldaten an der Front betrifft sondern, jeden Einzelnen, Krieg ist überall. Am Ende liest die Mutter ihren Kindern die Geschichte von ihr und Virginia vor, in der Hoffnung dass vieles für sie damit verständlicher wird.

Dieses Buch ist zwar ein Jugendbuch, ich finde aber viele Aspekte für Jugendliche schwer zu greifen und kann dieses Buch auch jedem Erwachsenen empfehlen. 

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Rezension zu "Anders als wir" von Rindert Kromhout

Sehr interessanter Roman über die Bloomsbury-Group aus Sicht der Kinder bewegend geschildert
schnaeppchenjaegerinvor 7 Monaten

Im Frühling 1941 verschwindet die Schriftstellerin Virginia Woolf spurlos. Sie hat einen Brief hinterlassen, über dessen Inhalt sich Vanessa Bell, ihre Schwester, gegenüber ihren Kindern Quentin und Angelica ausschweigt. Die beiden Geschwister rätseln, wo ihre wundervolle, geistreiche Tante sein könnte, wobei die 16-jährige Angelica überzeugt ist, dass sie nicht zurückkommen wird. Sie beginnt Quentin, einem angehenden Schriftsteller, von ihren Erinnerungen zu erzählen. Aus Angelicas Eindrücken über Virginia entwickelt sich eine Geschichte über Angelica selbst, die bewegender ist, als Quentin je vermutet hätte. 


Angelica und Quentin sind in einer Familie voller exzentrischer Künstler aufgewachsen und vor allem die junge, sensible Angelica, die ein enges Verhältnis zu ihrer Tante Virginia pflegte, fühlte sich von ihrer Mutter Vanessa vernachlässigt, gar ignoriert. Ihr war stets alles erlaubt, Verbote oder strenge Worte gab es nicht. Als sie durch die Schule, in der sie ihr unangenehm von der Lehrerin gegenüber ihren Mitschülern bevorzugt wurde, Gleichaltrige kennenlernt, erfährt sie, wie diese leben und welche Beziehungen sie zu ihren Eltern haben. Sie lernt die "normale" Welt kennen und wünscht sich, auch so ein gewöhnliches Leben zu führen - einfach Kind zu sein statt von der grenzenlosen Freiheit überfordert zu werden. 


"Anders als wir" ist ein Jugendbuch, das auf Fakten und wahren Figuren basiert und ohne Weiteres von Erwachsenen gelesen werden kann. 

Es ist unheimlich interessant, durch die Erzählung mehr über die Künstlerfamilie um Virginia Woolf und Vanessa Bell, Angehörige der Bloomsbury Group, die Anfang des 20. Jahrhunderts schöpferisch tätig war, zu erfahren. Sehr anschaulich wird das etwas andersartige Leben der Schriftsteller, Maler und Verleger beschrieben, in der Kinder scheinbar keinen Platz haben. Aus Sicht der Kinder wird eindrucksvoll beschrieben, wie sich ihre Familienkonstellation, in der Vater und Mutter nicht zusammenleben, von anderen Familien unterscheidet und wie vor allem die Jüngste, Angelica, darunter leidet. Das Verschwinden ihrer Tante mit ihrem einnehmenden Wesen, die im Gegensatz zu ihrer Mutter mit ihr spielte oder mit ihr einkaufen ging, trifft sie besonders hart. Während sie gegenüber Quentin offen erzählen kann, bekommt sie den Eindruck, dass ihre Mutter auch für ihre Schwester nicht genügend da war und begegnet ihr vorwurfsvoll, ohne zu wissen, welche Wahrheit Vanessa und Virginia verbargen.  

Ihre Kindheit und Jugend bewegt und lässt das Verschwinden Virginia Woolfs in den Hintergrund treten. Dennoch bleibt es spannend zu erfahren, was mit ihr passiert ist und aus welchen Gründen, sie Monk`s House verlassen hat. 

Der Roman über die kleine Schwester Angelica hat mir so gut gefallen, dass ich nun auch "Brüder für immer", in der die beiden Söhne Vanessa Bells, im Vordergrund stehen, lesen möchte. 

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