Robert Schindel Dunkelstein

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Inhaltsangabe zu „Dunkelstein“ von Robert Schindel

Als sich Saul Dunkelstein als Leiter der Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde in den Dienst der Nazis stellt, wird seine Tätigkeit von vielen Wiener Juden mit Angst und Misstrauen betrachtet. Das Verdienst des einstigen Rabbiners Dunkelstein ist zwiespältig. Aus Sicht der Nazis sorgt er für eine reibungslose Deportation der Juden nach Osten, er selbst ist überzeugt, lebensrettende Maßnahmen zu setzen, indem er die Juden zur raschen Emigration drängt – bleibt die alles entscheidende Frage: Paktiert Dunkelstein mit den Nazis oder hat er sich zugunsten der jüdischen Gemeinde mit ihnen arrangiert? Robert Schindel überlässt die Beantwortung dieser Frage dem Leser. Ausgewogen, aber mit Vehemenz stellt er den Rabbiner in einem ausweglosen historischen Dilemma dar. Partei ergreift Schindel höchstens für die Judenräte, zu jener Zeit Instanzen der Ohnmacht, die jeden Augenblick unter Lebensgefahr zwischen Pest und Cholera zu entscheiden hatten.

Eine interessante und nahe gehende Umsetzung des Themas der Deportation jüdischer Mitbürger aus Wien während der Nazizeit und in jedem Fall sehr empfehlenswert.

— Bellexr
Bellexr

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  • LovelyBooks Adventskalender Türchen 18: "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    LovelyBooks wünscht allen Lesern am heutigen Adventssonntag eine ruhige und besinnliche Zeit. In unserem Adventskalender wartet in Türchen Nr. 18 ein von Kritikern bereits sehr hoch gelobtes Buch auf Euch - "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler aus dem BELTZ Verlag: ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die 14-jährige Hanna Salomon hasst den Spitznamen »Püppchen«, er macht sie so klein, wie sie sich selbst oft fühlt. Als sie im Sommer 1939 Deutschland zusammen mit anderen Mädchen verlässt, heißt es: »Ihr seid die Glücklichen, die Auserwählten!« Das Ziel ist Palästina, mit Zwischenstation Dänemark. Dort, auf dem Land, bei der alten Bente, gibt es zwar keine Palmen und das Meer ist nicht so blau wie in Andersens Märchen, aber man ist sicher vor den Nazis. Was ein Irrtum ist. Zusammen mit den Mädchen Mira, Bella, Rosa, Rachel und Sarah wird Hanna nach Theresienstadt deportiert. Eine Notgemeinschaft. „Aufgeben gilt nicht“, hat Mira immer gesagt, „das Leben geht weiter.“ Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Erst neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet..... Pressestimmen: »Hannas Geschichte ist gnadenlos traurig und unendlich hoffnungsvoll zugleich.« Lesefrüchte im WDR 5 »Mirjam Pressler entwickelt in dieser Geschichte eine erzählerische Intensität, die der Gefühlswelt der jugendlichen Hanna entspricht. Ein gelungener Balanceakt zwischen literarischer Distanziertheit und unvermittelter Sentimentalität.« Süddeutsche Zeitung »Pressler berichtet ohne Schnörkel vom Schicksal einer ungewöhnlichen Frau. Sie mutet den jungen Lesern die Wahrheit zu.« Die Welt Leseprobe und weitere Informationen: http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/beltz-gelberg/titel/ein-buch-fuer-hanna.html ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Fünf Exemplare dieses dramatischen und dennoch poetischen Jugendbuchs verlosen wir zusammen mit dem BELTZ Verlag. Bitte postet uns dazu bis zum 31.12.2011, welche Bücher Ihr zu diesem Thema bereits kennt bzw. als besonders gut umgesetzt empfandet (wie z.B. "Das Tagebuch der Anne Frank") und warum es weiterhin so wichtig ist dieser Zeit zu gedenken und dies auch an Jugendliche zu vermitteln.

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  • Rezension zu "Dunkelstein" von Robert Schindel

    Dunkelstein
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. December 2010 um 22:09

    Wien unter nationalsozialistischem Regime "WILLY KLANG: Sofort (Zu Raffi) Wenn das Ziel deiner Feinde nicht Unterdrückung ist, sondern Vernichtung, physische Vernichtung, dann ist bereits Überleben Widerstand." Diese Geschichte wird durch die Dreharbeiten zu einem Shoa-Film eingeleitet: Saul Dunkelstein wird im nationalsozialistischen Wien zum Leiter der Auswanderungsbehörde in der jüdischen Gemeinde ernannt. Später, nach Ausbruch des Krieges, sieht er für sich und seine Mitmenschen keine andere Lösung, als sich dem Wunsch des Regimes zu unterstellen und auch bei der Deportation der Juden in Ghettos und Konzentrationslager mitzuwirken. Er kooperiert mit den Feinden um so zumindest die Möglichkeit zu haben einige Juden zu retten. Am Ende befindet auch er sich in Theresienstadt wieder, als Judenältester. Robert Schindels Drama "Dunkelstein" hat mich bewegt und zum Nachdenken angeregt. Ich finde es nach wie vor wichtig, sich mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Und dieses Drama, diese "Realfarce" bietet ausreichend Stoff dazu. Dieses Drama wird von zwei Handlungssträngen getragen. Zum Einen wird in Hollywood ein Film über die Deportation der jüdischen Bevölkerung gedreht, dort unterhalten sich die Schauspieler am Set über die Situation in Wien zu Zeiten der Nationalsozialisten und über Saul Dunkelstein: Zum Anderen wird diese Geschichte dann von Beginn an erzählt. Mir wird immernoch kalt, wenn ich an die Ungerechtigkeiten denke die dieser Bevölkerungsgruppe angetan wurden, und die uns in diesem Drama klar vor Augen geführt werden: Berufsverbot, soziale Ausgrenzung durch die Pflicht sich kenntlich als Juden zu zeigen bis hin zur totalen Isolation durch die Umsiedlung in Ghettos und Konzentrationslager und den millionenfachen Mord. Saul Dunkelstein hat in diesem Drama eine enorme Last zu tragen, er sieht für sich keinen andere Option als die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten, umüberhaupt die Möglichkeit zu haben, einige seiner Mitmenschen zu retten. Viele der österreichischen Juden sehen ihn jedoch als Verräter an, da er mit dem Feind, ihren Peinigern, zusammenarbeitet. Die Erläuterungen von Doron Rabinovici "Ein Stück über die Vernichtung, ein Stück für die Ohnmächtigen und ein Stück vom Überleben" tragen meiner Meinung nach erheblich zum Verständnis des Dramas und der damaligen Umstände bei. Auch der im Anhang befindliche Glossar zu jüdischen Begriffen und Persönlichkeiten ist sehr hilfreich. Ich lege diese Drama literaturbegeisterten Menschen ans Herz, die sich auch nicht davor scheuen, ein Theaterstück mit geschichtlichem Hintergrund zu lesen.

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  • Rezension zu "Dunkelstein" von Robert Schindel

    Dunkelstein
    Bellexr

    Bellexr

    14. December 2010 um 14:13

    Zwischen den Stühlen . Kurz vor dem 2. Weltkrieg: In Wien ist Rabbi Saul Dunkelstein Leiter der Auswanderungsabteilung. Hier versucht er mit allen Mitteln, so viel Juden wie nur möglich zur Emigration zu bewegen und somit ihr Leben zu retten. Allerdings sehen zahlreiche Juden zu diesem Zeitpunkt die herannahende Gefahr durch den Nationalsozialismus noch nicht und Dunkelstein gerät somit oft in die Kritik. Ihm wird sogar eine Zusammenarbeit mit den Nazis unterstellt. Diese dagegen sind mit der Arbeit von Dunkelstein zufrieden, gestaltet sich die Deportation der Juden aus Wien doch genau nach ihren Vorstellungen. . Der Regisseur und Lyriker Robert Schindel hat seine Realfarce als Theaterstück aufgebaut, dass sich wie ein Drehbuch liest. So wechselt die Geschichte ständig zwischen den Schauspielern, die ihre Meinung zu dem Stück äußern, teilweise sogar noch eigene Erinnerungen an die Nazizeit mit einbringen können und dem eigentlichen Theaterstück rund um Saul Dunkelstein, der immer mehr in den Fokus des Geschehens rückt. . Anfangs hatte ich einige Probleme, mich durch die Art der Darstellung in die Geschichte einzufinden und auch die entsprechenden Personen zuzuordnen. Doch je länger man liest umso mehr fesseln die Geschehnisse und die Art des Schreibens von Robert Schindel einen und bald schon ist man so in das Drama eingebunden, dass einen der ungewohnte Drehbuchstil wie selbstverständlich erscheint. . Der Autor erzählt die Geschichte von Saul Dunkelstein recht neutral, ja fast schon sachlich und zurückhaltend. Hierdurch ist es dem Leser selbst überlassen, sich eine Meinung zu dem Verhalten des Rabbis zu bilden, was ich als sehr angenehm empfand. So erhält man viel besser die Chance, sich selbst mit dem brisanten Thema auseinanderzusetzen. Und dies macht man zwangsläufig auch, denn die Geschichte beschäftigt einen auch nach Beendigung des Buches. . Stellenweise haben die jüdischen Begrifflichkeiten etwas den Lesefluss gestört, da ich doch des Öfteren nachschlagen musste, um mir diese erklären zu lassen, welche übrigens im Anhang aufgeführt sind. Und auch die vielen Mitwirkenden sind auf der ersten Seite aufgelistet, was einem anfangs gut hilft, den Überblick zu behalten. Im Nachwort geht der in Wien lebende Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici ausführlich auf die Entstehung der Realfarce ein, die auf eine wahre Begebenheit beruht. Hierdurch erhält man zusätzliche Hintergrundinformationen, die einige Szenen in der Geschichte für den Leser verständlicher machen. . Fazit: Eine interessante und nahe gehende Umsetzung des Themas der Deportation jüdischer Mitbürger aus Wien während der Nazizeit und in jedem Fall sehr empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Dunkelstein" von Robert Schindel

    Dunkelstein
    sternthaler75

    sternthaler75

    05. December 2010 um 01:32

    Ein Buch, das sicher nicht jeder lesen mag oder kann. Warum, fragen jetzt sicher einige. Das will ich gerne versuchen, zu erklären. Es geht in diesem Buch um Juden im 2. Weltkrieg. Um genau zu sein, in diesem Fall die jüdischen Einwohner Wiens. Sie sollen weg, so schnell wie möglich, so viele wie möglich, egal wie, Hauptsache raus aus Österreich. Das liest sich hart und so ist es auch. Um dabei soviele Juden wie nur irgend möglich zu retten, bleibt dem Rabbiner Dunkelstein nichts anderes möglich, als mit den Nazis zu kooperieren. Unglaublich, aber wahr. Robert Schindel stellt das Ganze als Theaterstück dar, was nicht unbedingt leicht zu lesen ist. Aber es packt einen, läßt den Leser mitfiebern, mitzweifeln, mithoffen. Im Wechsel wird mal eine Gesprächsrunde von Komparsen, dann das eigentliche Stück wiedergegeben. Die Person Dunkelstein gerät dabei schnell in den Vordergrund, denn dem einen oder anderen Darsteller ist nicht klar, wie es sein konnte, sich den Nazis zu unterwerfen, ja förmlich anzubiedern, um letztendlich zu gewinnen. Immer wieder werden dazu Szenen eingebracht, die das damalige Geschehen beschreiben. Ja, das Lesen an sich war nicht ohne, es bedurfte etwas Zeit, sich einzulesen. Aber das Buch hat sich mir geöffnet und ich habe es gerne gelesen, auch wenn die Thematik nicht ohne ist. Durch den Drehbuch-Charakter kommen keinerlei Längen auf, die Dialoge sind deutlich und direkt, ohne Umwege. Es regt zum Nachdenken an, ohne Zweifel. Denn das, was Herr Schindel hier zu Papier gebracht hat, ist so ähnlich geschehen, wie im Nachwort zu lesen ist. Das macht das Stück so unglaublich, aber auch faszinierend. Glücklicherweise ist ein Glossar vorhanden, denn einige Passagen sind jüdisch oder wienerisch beschrieben, was das Ganze leider kurzfristig stocken läßt, wenn dem Leser die Sprache und der Dialekt nicht oder nur wenig bekannt ist. Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigt, und mal ein etwas anderes Buch dazu lesen möchte, sollte es in jedem Fall versuchen.

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  • Rezension zu "Dunkelstein" von Robert Schindel

    Dunkelstein
    RoccosMom

    RoccosMom

    03. December 2010 um 23:07

    „Ich bin Saul Dunkelstein, Rabbiner, Funktionär. In mir sehen Sie den letzten der Ungerechten, ich bin der Übriggebliebene, auf den euer Hass geht. Und das ist die Geschichte: Dunkel.“ Als sich Saul Dunkelstein als Leiter der Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde in den Dienst der Nazis stellt, sind seine Tischgenossen in den Wiener Kaffeehäusern zunächst empört. Das Verdienst des Rabbiners ist zwiespältig. Aus Sicht der Nazis sorgt er für eine reibungslose Deportation der Juden nach Osten, in seinen Augen aber drängt er sie zur raschen Emigration und setzt damit lebensrettende Maßnahmen. Da bleibt die alles entscheidende Frage: Paktiert Dunkelstein mit den Nazis oder hat er sich zugunsten der jüdischen Gemeinde mit ihnen arrangiert? Dieses Lesedrama wird in drei Akten erzählt und verwebt dabei gekonnt Vergangenheit und Gegenwart. Schauspieler diskutieren über Begebenheiten während des Nationalsozialismus und bringen ihre verschiedenen Standpunkt zum Ausdruck, während andererseits aus dem Leben von Saul Dunkelstein zu Hitlers Zeiten erzählt wird. Saul Dunkelstein, der viele Juden rettete, andere opferte und von seinem eigenem Volk verflucht und gehasst wurde. Die mannigfaltigen Charaktere und Blickwinkel bringen das damalige Dilemma zum Ausdruck, dem sich die Menschen seinerzeit stellen mussten. Ich denke dass auch jeder Leser anders über die beschriebene Tragödie denken wird. Es ist jedem offen gelassen ob er Saul Dunkelstein als Held oder Mörder sehen möchte. Das Buch beginnt übrigens ganz klassisch mit einem Personenregister, bei dem man sich direkt einen Überblick über die Akteure verpassen kann. Dann gibt es einen kurzen Prolog und schon beginnt der erste Akt. Anfangs war es für mich, ehrlich gesagt, etwas schwer mich einzulesen. Vor allem das Jiddisch war gewöhnungsbedürftig, weshalb ich sehr dankbar für das Glossar mit Begriffserläuterung war. Ohne diesen Anhang hätte ich doch des Öfteren „auf dem Schlauch gestanden“. Ergreifend, das muss ich einfach erwähnen, war für mich die Widmung des Buches, in der Schindel kurz und knapp jenen dankt, die ihm während des 2. Weltkrieges das Leben gerettet haben. Da merkt man wieder einmal wie wenig Zeit seit diesem Drama eigentlich erst vergangen ist. Und doch ist uns kaum noch bewusst, das immer noch Menschen unter uns leben, die den Nationalsozialismus mit- und überlebt haben. Im Nachwort erklärt Schindel dann übrigens noch einmal die wahren Hintergründe und das Dilemma seines Romans; was gleichzeitig bewegend und verängstigend ist. Die Umschlagsgestaltung passt zwar zum Roman, spricht mich aber eher nicht an. Das Cover ist ganz in schwarz-weiß gehalten und lässt mich persönlich an Schwarz-Weiß-Denken denken. DUNKELSTEIN soll aber auch zum nachdenken anregen und daran erinnern das es auch Grautöne gibt. Daher fände ich es schön, wenn im Cover auch die Farbe grau enthalten wäre. Das ist jetzt aber nur meine persönliche Meinung! Fazit: Bestimmt kein Buch für Jedermann. Aber das soll es meines Erachtens auch nicht sein. Wer jedenfalls gerne Theaterstücke liest und nicht davor zurückscheut sich mit der Judenverfolgung auseinander zu setzen, der ist mit DUNKELSTEIN gut beraten.

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  • Rezension zu "Dunkelstein" von Robert Schindel

    Dunkelstein
    sonjastevens

    sonjastevens

    Dunkelstein Harter Lesestoff, aber super umgesetzt! Was für ein Drama! Was für ein Buch! Ich bin absolut begeistert von dem Buch, dass es möglich gemacht hat dieses schwere Thema der Judenverfolgung zum zweiten Weltkrieg so lebendig umzusetzen. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang große Probleme hatte in die Handlung einzusteigen, es waren mir zu viele Charaktere und zu viele verschiedene Szenen. Aber als diese anfänglichen Schwierigkeiten nach ein paar Seiten überwunden waren, hat mich das Buch total gefesselt, mich fast schon in sich hineingezogen. Ich konnte mir die Szenen bildlich und real vorstellen, fast so, als ob ich Zuschauer des Dramas wäre und nicht einfach nur Leser, oder fast so als ob ich direkt dabei gewesen bin. Ich konnte miterleben, wie das Leben der Juden in Wien zur Zeit des Krieges von Moment zu Moment immer schlimmer und verzweifelter wurde… Das Drama besteht aus zwei Handlungssträngen, der Rahmenhandlung und dem Hauptteil. Die Rahmenhandlung handelt von einem Filmset zur heutigen Zeit, wo das damalige Geschehen der Judenverfolgung als Film, vielleicht sogar als eine Art Dokumentation festhalten werden soll. Einige der Schauspieler haben die damalige Zeit kennen gelernt und berichten davon. Auch berichten sie von der Person, dem Juden Dunkelstein, der sich mit den Nazis, also den Feinden und Mördern, verbündet hat - er sah so die Chance vielen Juden das Leben zu retten. Die Haupthandlung erzählt ebenfalls die Geschichte von Dunkelstein, wie er angefangen hat für die Nazis zu arbeiten und wie mit der Zeit sein Dilemma immer größer wurde, sich auf die Seite des Feindes zu schlagen… Die Story ist wirklich gut umgesetzt, dass man als Leser dieses Dilemma gut nachvollziehen kann, sich vielleicht sogar fragen mag, ob Dunkelstein rein egoistisch gehandelt hat. Ich denke, dass jeder Leser seine eigenen Schlüsse ziehen muss, der Autor kaut nicht das Ergebnis vor - genau das hinterlässt eine besondere Note, wenn man die letzten Zeilen des Dramas liest. Ganz besonders interessant fand ich noch das Nachwort, geschrieben von Doron Rabinovici, der erzählt, welcher Person die Figur Dunkelstein nachempfunden wurde. Auch erwähnt er einige historische Fakten, die das Gelesene noch schlüssiger machen und auch das was danach, nach dem Krieg, vorgefallen ist. Denn Leute wie Dunkelstein haben sich nicht unbedingt Freunde gemacht. Auch wird klar, warum Robert Schindel dieses Drama geschrieben hat - aber dass müsst ihr schon selbst lesen… Ich kann jedem dieses Buch einfach nur wärmstens an Herz legen, denn man erhält ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art.

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