Heinlein schreitet anhand zahlreicher Kurzgeschichten und Erzählungen durch zwei Jahrhunderte einer möglichen Zukunft. Jeder Abschnitt fokussiert sich auf eine andere Hauptfigur, die eine bestimmte Entwicklung markiert. Technische Innovation, Raubtierkapitalismus, der die Raumfahrt mit aberwitzigen Geschäftspraktiken ermöglicht sind ebenso zu finden wie kleinere Erzählungen, die persönliche Schicksale in den Vordergrund stellen. Das Werk nimmt unendlich viele Ideen vorweg, wie ein Amerika, das eine religiöse Didaktur errichtet, die bis heute Autor:innen inspirieren. Einen würdigen Abschluss bietet die längere Episode "Methusalems Kinder", der noch einmal alles in den Schatten stellt, was zuvor zu lesen war. Es sei darauf hinzuweisen, dass die ersten zwei Episoden etwas altbacken daherkommen, danach entwickelt das Meisterwerk aber eine Sogwirkung, die den Lesenden in ein anhaltendes Staunen versetzt.
Robert A. Heinlein
Lebenslauf
Alle Bücher von Robert A. Heinlein
Starship Troopers
Fremder in einer fremden Welt
Red Planet - Roter Planet
Ein Mann in einer fremden Welt
Tunnel zu den Sternen
Mondspuren
Farmer im All
Die Tür in den Sommer
Neue Rezensionen zu Robert A. Heinlein
Nachdem ich den Film mehrmals angeschaut habe und begeistert war, wollte ich mir das Buch dazu nicht entgehen lassen.
Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Während der Film die spektakulären Schlachtszenen gegen die Riesenspinnenähnlichen Bugs in den Vordergrund stellt, ist das Buch, wie fast immer bei derartigen Vergleichen, viel komplexer und tiefgründiger aufgebaut.
Auch wenn das Buch wegen Glorifizierung von Gewalt von Anfang an teilweise umstritten war, ist es dem Autor gelungen mit seiner gesellschaftskritischen Handlung über moralische Aspekte, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und Pflichtbewusstsein durchaus Parallelen zur heutigen Zeit zu ziehen. Und das Buch, in der Ich-Form des Hauptprotagonisten verfasst, bietet einen faszinierenden Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt, und besitzt, bereits in den 50er Jahren verfasst, heute verdient Kultstatus.
Eine zeitlose, düstere Zukunftsversion, die völlig zu Recht mit dem Hugo-Award-Preis ausgezeichnet wurde.
Für alle Sci Fi Fans eine unbedingte Empfehlung!
Zur Geschichte von Robert A. Heinleins viel gepriesenen und viel gescholtenen „Meisterwerk“ muss wohl kaum noch etwas gesagt werden. Die Verfilmung von Paul Verhoeven 1997 hat Starship Troopers berühmt gemacht. Film und Buch erzählen allerdings nur in Teilen die gleiche Geschichte. Während der Film als spaßig-ironischer SciFi-Slasher Kultstatus erworben hat, verbleibt der Roman eher in einer kultigen und teils miefigen Nische. Und das nicht ganz zu Unrecht.
Meine erste Begegnung mit Starship Troopers war wie bei den Meisten der Film. Science Fiction Filme sind spärlich gesät und auf gute muss man in der Regel einige Jahre warten. Umso überraschender kam damals die Heinlein Adaption. Verhoeven nimmt das Buch allerdings lediglich als Ideengeber, auch wenn er in einigen Szenen dicht dran bleibt, und das erweist sich im Nachhinein als goldrichtig. Verhoevens dystopische Militärsatire ist ein Abgesang auf militaristisches Heldentum und gleichzeitig ein spaßiger Action-SciFi-Trash, der sich zu keiner Zeit ernst nimmt. Letztlich ist es ein modernisiertes Märchen in der Bildsprache der Star Wars Klassiker: schöne, eindeutig strukturierte Menschen im Sternenkrieg.
Hurra es ist Krieg
Bei Heinleins Roman ist man sich hingegen nie sicher, ob er wirklich eine Dystopie geschrieben hat oder ob er nicht gar an einer Utopie feilte. Es fehlt durchgängig die kritische oder gar humoristische Distanz gegenüber dem militärfaschistischen Sujet. Nun könnte man behaupten, dass Heinlein lediglich konsequent genau dieses Militärregime in all seinen Tiefen beschreibt. Was letztlich die Apologeten auch tun. Nur warum verbleibt es dann auf der völlig einseitigen und affirmativen Beschreibung? Warum gibt es im ganzen Roman keine Kritik an den Verhältnissen. Da der Roman zu einem Großteil nicht aus Actionsequenzen besteht, sondern aus einer Ausformulierung der Moralphilosophie, die in der Weltgesellschaft vorherrschend ist, wäre es ein leichtes gewesen, hier auch konträre Stimmen unterzubringen. Heinlein lässt unterschiedliche Protagonisten zu Wort kommen, Militärausbilder, Eltern, Lehrer. Hätte Heinlein den in weiten Teilen antidemokratischen, militaristischen und in zahlreichen Variationen menschenverachtenden Abschnitten beispielsweise einen Lehrer gegenübergestellt, der das System kritisch betrachtet, hätte der Roman nicht nur an Tiefe und Realismus gewonnen, er hätte auch als kritische, spannende Science Fiction bestehen können. Ohne diese Kritik, verbleibt Heinlein aber tatsächlich bei einer peinlich infantil-adoleszenten Militär- und Kriegsromantik. Das Militär aus den Augen eines Hitlerjungen betrachtet.
Was dem Roman fehlt illustriert eine Szene aus dem Film paradigmatisch. Der junge Protagonist Johnny Rico will sich freiwillig beim Militär verpflichten und geht zum Rekrutierungsbüro. Dort erwartet ihn ein älterer Marinesergeant. Im Film folgt die Begrüßung des Rekrutierers: „Frischfleisch für den Fleischwolf.“ Und nachdem Rico sich für die Kampftruppe entscheiden muss: „Die Mobile Infanterie machte mich zu dem, was ich heute bin.“ Mit diesen Worten umgreift die Metallprothese seines abgetrennten Armes die Hand von Rico, er rollt mit dem Stuhl zurück und zeigt seine beiden amputierten Beinstümpfe. Gemeinsam mit dem zynischen Ausdruck des Rekrutierers ist die Kritik eindeutig. Das Militär ist kein Hort für Helden, sondern eine Schlachtmaschinerie.
Die Szene existiert im Roman ähnlich. Nur gänzlich ohne satirische Anklänge. Auch hier fehlen dem Marinesergeant der rechte Arm sowie beide Beine. Nur stört es ihn irrwitziger Weise nicht. Der Szene im Buch fehlt jegliche Ironie. Es ist eine langgestreckte Episode in der zwar vordergründig die Bewerber abgeschreckt werden sollen, letztlich aber alle Plattitüden über die spezialisierten, bestens ausgebildeten und moralisch begnadeten Soldaten propagiert werden. Wer vorher nicht zum Militär wollte, wird spätestens hier in der „männlichen Ehre“ gepackt.
Kriegspropaganda
Heinlein hat definitiv ein Propagandagemälde über das heroische Militär geschrieben, dem jegliche Kritik abgeht. Dazu trieft der Roman vor einem peinlichen Antikommunismus der McCarthy-Ära. Heinlein zieht selbst die Parallele zwischen den Bugs und einer totalen kommunistischen Gesellschaft. Starship Troopers ist weit davon entfernt gute Science Fiction Literatur zu sein, die häufig die Missstände der Gegenwart in die Zukunft projiziert, um Gesellschaftskritik zu üben. Wollte man Heinlein daran messen, müsste man glauben er habe die liberale Demokratie als das Problem ausgemacht und biete einen faschistischen Militarismus als Lösung an.
Warum der Roman trotzdem als Meilenstein oder gar Meisterwerk gelten soll, ist nicht nachvollziehbar. Es ist Science-Fiction Militärpropaganda mit Kriegstheologie oder faschistischer Moralphilosophie. Muss man also nicht gelesen haben. Der Film macht in diesem Falle tatsächlich weitaus mehr Spaß.
Und wer sich selber ein Bild machen möchte dem empfehle ich den Roman gebraucht in der Ausgabe des Bastei Lübbe Verlages zu kaufen. Die Neuübersetzung orientiert sich verzweifelt an aktueller Jugendsprache bzw. dem allgemeinen Sprachgebrauch. Das zerstört in vielen Punkten das Feeling einen 60 Jahre alten SciFi Roman zu lesen. So wird zum Beispiel aus einem würdigen „töricht“, das niveaulose „dämlich“. Mehr noch, da wird aus dem militärischen „A-minus-30“ ein „Dreißig Minuten vor dem Absprung“. Der Trend zum Neuübersetzen bringt nicht nur Perlen zum Vorschein.
Gespräche aus der Community
es ist soweit! Unser neuester Klassiker aus der Feder des Scifi Altmeisters Robert Heinlein - RED PLANET - ist vor kurzem erschienen. Es gab den Band zwar schon als Ebook, doch nun ist endlich auch der Print erschienen.
Da das Taschenbuch nun verfügbar ist möchten wir euch gerne zu einer Leserunde dieses spannenden Klassikers aufrufen. Hierzu spendieren wir 10 Bücher!
Darum geht es:...
Jim und seine Familie gehören zu den ersten Siedlern der Marskolonie. Von den Marsianern misstrauische beäugt, haben sich die Menschen der lebensfeindlichen Umwelt angepasst und sich eingerichtet. Die Kinder besuchen das Internat, das sich im sicheren Norden befindet – tausende Kilometer von den Familien entfernt. Der neue Schuldirektor diszipliniert die Kinder mit militärischen Drill und macht ihnen auch sonst das Leben schwer. Als Jim dann zufällig erfährt, dass die Kolonie dem Eistod überlassen werden soll, machen sich er und sein bester Freund Frank auf den Weg. Sie wollen die Kolonie warnen. Doch der Weg ist extrem gefährlich…
Robert Heinlein, der Grand Master der Science Fiction, schuf mit Red Planet einen temporeichen Klassiker der Jugend-Science-Fiction-Literatur. Ein Abenteuerroman, der Sci-Fi-Fans bis heute fasziniert.
...
Wer an dieser Leserunde teilnehmen möchte braucht sich hier einfach nur zu bewerben. Bitte gebt auch an, wo ihr eure Rezension (möglichst zeitnah!) veröffentlichen werdet (sehr freuen wir uns auch über Rezis auf eigenen Blogs und auf Amazon). Wir freuen uns schon auf euer Feedback.
Und los gehts...
Viele Grüße
euer Mantikore-Verlag
Verehrte Leser,
Der Mantikore Verlag möchte in dieser Leserunde zehn Exemplare von Robert A. Heinleins Roman „STARSHIP TROOPERS“ zur Rezension verlosen.
Wer kennt sie nicht, die mobile Infanterie. Begleiten wir die Helden ins Abenteuer !!
Bewerbungen, mit einigen Worten zu euch selbst und wo eure Rezensionen erscheinen, bitte hier in dieser Leserunde posten und als Kopie per Email an steinmetz.speyer@gmail.com
Möchtet ihr eine Printversion des Buches erhalten, bitte eure Anschrift nicht vergessen.
Wollt ihr euch für ein Apple eBook (Download nur über den Apple ITune Store möglich) bewerben, bitte die eMail Adresse mit angeben, an die der Link gesendet werden soll.
Stichtag ist der 07. März 2015 !!
Der Mantikore Verlag freut sich auf die Leserunde und einen regen konstruktiven Austausch mit Euch.
Ich lese das Buch dann gleichzeitig mit Euch und würde wie immer als Kontaktperson auf Lovelybooks zur Verfügung stehen.
Viel Erfolg!
Mario Steinmetz
Verehrte Leser,
Weihnachten ist gerade vorbei und schon gibt es neue Geschenke vom Mantikore Verlag.
Es geht um zehn Exemplare von Robert A. Heinleins Klassiker „STARSHIP TROOPERS“ zur Rezension verlosen.
Bewerbungen, mit einigen Worten zu euch selbst und wo eure Rezensionen erscheinen, bitte an den mantikoreverlag@aol.com
Möchtet ihr eine Printversion des Buches erhalten, bitte eure Anschrift nicht vergessen.
Wollt ihr euch für ein Apple eBook (Download nur über den Apple ITune Store möglich) bewerben, bitte die eMail Adresse mit angeben, an die der Link gesendet werden soll.
Stichtag ist der 31. Januar 2015 !!
Der Mantikore Verlag freut sich auf die Leserunde und einen regen konstruktiven Austausch mit Euch.
Ich lese das Buch dann gleichzeitig mit Euch und würde als Kontaktperson auf Lovelybooks zur Verfügung stehen.
Viel Erfolg!
Mario Steinmetz
Zusätzliche Informationen
Robert A. Heinlein wurde am 07. Juli 1907 in Butler (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.
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