Fremder in einer fremden Welt

von Robert A. Heinlein 
3,9 Sterne bei42 Bewertungen
Fremder in einer fremden Welt
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AnnikaLeus avatar

Das muss man erst mal groken.

Das Wissen eines jungen Mannes vom Roten Planeten, der an der unverständlichen Erde scheitert. Ein amüsanter, gut lesbarer Opfergang.

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Inhaltsangabe zu "Fremder in einer fremden Welt"

Ein Fremder vom Mars namens Valentine Michael Smith landet auf der Erde. Er ist zwar ein Mensch, wurde aber von Marsianern aufgezogen - und wird nun mit einer im völlig fremden Zukunftswelt konfrontiert. Seine Geschichte ist eine Geschichte der Infragestellung von Grenzen: des Zusammenlebens, der Sexualität, der Religion und der Wirtschaft. Robert A. Heinleins wohl programmatischster Roman hat längst Kulturgeschichte geschrieben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453318977
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:864 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    AnnikaLeus avatar
    AnnikaLeuvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das muss man erst mal groken.
    Wasser teilen, nicht drüber laufen.

    "Sieg in der Niederlage,
    und einen größeren gibt es nicht."

    Er ist nur ein Ei. Und er wird die Welt auch nicht in ihren Grundfesten erschüttern. Er kam weder als Erlöser noch als Aggressor. Michael wollte nicht einmal zur Erde kommen. Er fand es in seinem Nest auf dem Mars ganz schön, zwischen seinen Nestbrüdern, den Marsianern. Doch ist er ein Menschensohn und als solcher zurückgeblieben. Nicht mental sondern real. Einstmals brach die ‚Envoy‘ auf, landete mit ihren selektierten Paaren und sie starben aus. Die Menschen besuchten den Mars und vergaßen ihn wieder. Dann machte sich die ‚Champion‘ auf und fand das Überbleibsel: den Bastard Smith.

    Und nicht nur ich habe ein großes Herz für Bastarde. Sondern auch die Krankenschwester, der Reporter und Jubal. Die hinter den wachsamen Augen der Regierung den, gelegentlich in katatonische Zustände verfallenden, außerirdisch Geborenen aus der Anstalt schleusen, denn er hat Menschenrechte. Und dazu gehören ein unanständiges Erbe seiner Eltern nebst Anteilen an Firmen und, ach ja, ehe ich es vergesse, der Mars selbst. Doch um diese Rechte jemandem beizubringen, der die Sprache nicht einmal spricht, braucht es einen tüchtigen Rechtsverdreher.

    "Das Gute liegt im Lachen."
    "Ich groke, daß das Tapferkeit ist… und ein Teilen… daß man damit angeht gegen Schmerz und Kummer und Niederlage."

    Ich möchte mich kurz fassen. Denn würde der Altmeister, einer der ‚großen Drei‘ Science Fiction Autoren noch leben, würde ich ihm sicher einige Takte zu seinem Geschreibsel zu sagen haben. Aber ich groke, er wird es auch so als schwaches Echo wahrnehmen. Groken, was bitte soll das sein? Kann ich euch nicht sagen, ich kann nämlich kein Marsianisch. Und wenn ich es könnte, wäre ich sicher nicht hier und würde diese Rezension schreiben. Viel mehr würde ich mich wahrscheinlich damit beschäftigen mit meinen Nestbrüdern zusammenzuwachsen und das Wasser zu teilen - nackt.

    "Wir Menschen müssen noch wesentliche Fortschritte machen,
    bis wir verstehen, ein Geschenk anzunehmen und wertzuschätzen."


    Wahrscheinlich ist über diesen Roman ohnehin schon alles gesagt worden, was es zu sagen gibt, nebst Studien und Aufsätzen an Universitäten, wenn ich das richtig recherchiert habe. Es gibt einige - zugegeben viele - Augenblicke in denen ich herzhaft lachen musste und aus vollem Herzen, mir meiner eigenen Unzulänglichkeiten bewusst, zustimmen konnte. Wie es sich jedoch gehört nicht in allen Punkten.

    Besonders der frühe Michael, der noch naive und absolut devote junge Mann, lassen die Sympathien höher schlagen in jedem Herzen, welches zu Mitgefühl fähig ist. Doch wird auch der Fremde irgendwann erwachsen und dann sind einzig nur noch die Passagen des Jubal höchst unterhaltsam, denn der gewiefte, weitsichtige und vorausschauende Autor - DIENST! - setzt sich gekonnt in Szene. Die zweite Hälfte wird vorrangig bestimmt vom Emanzipationsprozeß, vom Lernen und davon, dass allerhand Leute Michael verfallen. Abschließend streckt sich die Handlung sich noch nach Sektenbildung und Glaubensfragen und gipfelt regelrecht in mehreren philosophischen Ergüssen.

    Fazit:

    Generell: Ja. Die Menschheit ist ein Übel, aber vielleicht irgendwann so weit über sich hinaus zu wachsen. Mit Wortschatz oder Mathematik oder Glaube - vielleicht auch mit der Kunst? - ist doch völlig egal. Ich groke das eh nicht in ganzer Fülle. Was ich aber durchaus groke ist die Meisterhand hinter dieser Geschichte. Man darf nicht vergessen, das Werk hat einige Jahre auf dem Buckel, ein paar Maßstäbe haben sich inzwischen verändert. Und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass erschreckend viele Fehler enthalten sind. Nicht die Rechtschreibung, das war damals eh eine andere. Mehr die Tippfehler und vergessene Buchstaben. Das Übliche eben - prangere ich konsequent an bei Büchern heutzutage. Darüber sehe ich in diesem Fall auch nicht hinweg und ziehe eine Katze ab.

    Glücklicherweise, denn so erspart es mir die Frage wie ich aus unserer 5er Kasten-Wertung eine 5 1/2 oder 6er machen sollte.
    Dieses Buch hat natürlich so rein gar nichts mit: "Der Marsianer" zu tun. Oder doch, grokt Mark Watney? Dieses Buch bietet unglaublich viel und wer einmal drin ist, sieht kurzweilig mit anderen Augen und denkt sich: "Es könnte so einfach sein, isses aber nicht." (Fanta4 & Grönemeyer)


    Danke an meine Freundin, die mir dieses Werk ans Herz legte.

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 8 Jahren
    Rezension zu "Fremder in einer fremden Welt" von Robert A. Heinlein

    Es gibt nur ganz wenige Romane, die uns zeigen, was es wirklich bedeutet, ein Mensch zu sein. Fremder in einer fremden Welt ist ein solcher Roman.
    ???
    Na ja, philosophiert wird in diesem Buch jede Menge aber irgendwie kommt die Botschaft nicht bei mir an. Was will mir Heinlein sagen?? Vielleicht steht es auf den letzten 80 Seiten dieses 650 Seiten starken Klassikers der SiFi Literatur. Ich werde es nicht erfahren, weil ich mir diese Seiten spare. Spannendere Literatur wartet auf mich.

    Kommentare: 1
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    Andreáss avatar
    Andreásvor 9 Jahren
    Rezension zu "Fremder in einer fremden Welt" von Robert A. Heinlein

    Das Buch gewann den Hugo Award, Prometheus Award, es gibt Doktorarbeiten denen dieses Buch zugrunde liegt, es besitzt eine unglaubliche Aktualität und die einzige Rezension hier besteht aus 3 Wörtern. Zeit das zu ändern.

    Fremder in einer fremden Welt ist Robert A. Heinleins einflussreichster Roman, und über die Berühmtheit/Bekanntheit in deutschen Landen heutzutage ließe sich streiten.

    Exodus 2:22 And she bare [him] a son, and he called his name Gershom: for he said, I have been a stranger in a strange land.

    Am Anfang eine Mowgli-Geschichte wird diese bald zu einem Krimi, einem Wirtschafts- Regierungs- Thriller, einem Gesellschaftsspiegel.

    Valentine Michael Smith ist der Abkömmling einer Expedition zum Mars, ist dort unter Marsianern aufgewachsen und der „Besitzer“ des Planeten Mars. Er kommt leer, im Sinne von bar jeder menschlichen Erfahrung, zur Erde. Im Herzen ist er menschlicher als sämtliche Menschen, er ist der ideale Humanist. Lügen und Betrug ist ihm völlig unbekannt, jeder ist für ihn ein Freund. Das zentrale Bild von Smith scheint das Wasserteilen, ein Bild der Ganzheitlichkeit, der Liebe des verbunden sein. Jubal Harshaw nimmt ihn auf und beschützt ihn wie ein Vater. An und mit ihm misst Smith die Menschheit. er lernt, er erkundet die Erde und findet seine Bestimmung.
    Ich mag vom Plot nicht mehr verraten, jeder sollte das Buch selbst erfahren. Fremder in einer fremden Welt ist keine simple Science Fiktionstory aber auch kein Weltheilbuch, verschiedene Thesen und Anschauungen werden gegeneinander gestellt.

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    silsons avatar
    silsonvor 9 Jahren
    Rezension zu "Fremder in einer fremden Welt" von Robert A. Heinlein

    Die Menschheit wagt den Schritt um startet eine Marsmission mit einer Gruppe Wissenschaftler die eine Basis für eine spätere Kolonisierung legen sollen. Leider schlägt die Mission fehl und die Erde hört lange nichts mehr Mars. Jahre später wird eine weitere Mission gestartet und sie macht eine unglaubliche Entdeckung: Es gibt ein Nachkomme auf dem Mars der dort überlebt hat. Sein Name Michael Valentin Smith oder kurz Mike.

    Das ist im kurzen der Beginn des Buches "Fremder in einer fremden Welt". Mike wird auf die Erde gebracht und beginnt dort seine Menschlichkeit zu entdecken.

    Ich bin von diesem Buch hin und her gerissen. Anfangs wird viel über Politik, Geld und Einfluss geschrieben. Alles Dinge die Mike nicht kennt aber für die er Missbraucht wird (Man stelle sich allein mal die Werbemöglichkeiten vor...).

    Im weiteren Verlauf des Buches geht es mehr um die Entwicklung Mikes von einem fremden Wesen in etwas das man als Mensch bezeichen könnte. Ich schreibe könnte, weil Mike Wissen oder Fähigkeiten vom Mars mitgebracht hat die auf der Erde nicht fassbar sind. Dennoch ist auch dieser Teil interessant zu lesen und hat Spass gemacht.

    Gegen Ende des Buches merkt man aber sehr, sehr stark in welcher Zeit das Buch entstanden ist (1961) und wie man damals über eine gute Gesellschaft gedacht hat. Leider wirkt das aus heutiger Sicht meiner Meinung nach so absurd, dass die gesamte Geschichte leidet.

    Es mag an meinem Alter (gerade mal 31 und daher '61 nie erlebt) liegen aber ich musste mit gegen Ende zwingen das Buch zuende zu lesen. Daher von mir nur 3 Sterne.

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    elRinass avatar
    elRinasvor 9 Jahren
    Rezension zu "Fremder in einer fremden Welt" von Robert A. Heinlein

    echt schlau ausgedacht, faszinierend komische Passagen
    Neale Donald Walsch bezieht sich auf ihn in einem seiner Bücher...
    Vom Konzept des "gescheiterten Erlösers" her eher altväterlich
    aber als Persiflage zugleich spritzig und denkwürdig
    Assoziation: Mark Twains: Captain Stormfields Himmelfahrt ...

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Fremder in einer fremden Welt" von Robert A. Heinlein

    Die Menschen starteten eine erste Expedition zum Mars - doch sie blieb ohne Wiederkehr. Als viele Jahre später wieder eine Expedition gestartet wird, hat diese die Aufgabe, nach Überlebenden bzw. Nachkommen zu suchen ... und wird tatsächlich fündig.
    Michael Valentin Smith, Nachkomme zweier Astronauten, hat es geschafft, sich an das Leben des besiedelten Planeten Mars anzupassen - eine Gesellschaft, die weiter entwickelt ist als die unsere. Nun wird er von der Crew zur Erde geschafft. Doch vieles von dem, was uns als Mensch normal und verständlich erscheint, muss Michael erst lernen - und dank seines ererbten Reichtums trachten viele nach seinem Leben.

    Am Anfang hatte ich einige Probleme in die Geschichte reinzukommen, aber das hat sich eigentlich laufend gebessert und am Ende konnte ich fast nicht mehr aufhören zu lesen. Was bei dem Buch wirklich sehr interessant ist, dass es sich mit sehr elementaren Fragen beschäftigt: Was macht den Menschen aus? Was ist Religion, Kirche, Liebe oder Lachen? Da Michael als "Mann vom Mars" abgesehen von seiner Abstammung keinerlei Bezug zu Menschen hat, muss er diese Dinge erst lernen - und es regt durchaus auch an, selbst einmal darüber nachzudenken. Erscheint es für höhere Menschen beispielsweise nicht barbarisch, dass wir uns gegenseitig im Krieg zu vernichten trachten?

    Anmerken sollte man noch, dass dies die ungekürzte Fassung ist. Bisher wurde zum Großteil die gekürzte Fassung verlegt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Wissen eines jungen Mannes vom Roten Planeten, der an der unverständlichen Erde scheitert. Ein amüsanter, gut lesbarer Opfergang.
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    Ein LovelyBooks-Nutzer
    ClaudiaStariks avatar
    ClaudiaStarik
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