Verlag Spotless
2012
Der Titel schien mir lesenswert.
Der berüchtigte geschlossene Jugendwerkhof in Torgau, über den wollte ich mehr erfahren. Das Buch ist mit wenigen Bildern ausgestattet. Zum Inhalt kann ich nur sagen, das dieses Gebäude schon immer ein Martyrium für die Menschen war. Hier wurde gedemütigt, entmündigt - die Menschenwürde mit Füßen getreten. Ich hätte vom Autor mehr Abstand erwartet, was die eine Seite in der Bundesrepublik und die andere in Ostdeutschland von "Erziehung" bzw. Unterbringung bezüglich Heimkindern unterscheidet.
Beides gegenüberzustellen und zu vermischen, verwässert meiner Meinung nach die Dinge, die in Torgau passiert sind, tut Unrecht denen, die in diesem "Jugendknast" im real existierenden Sozialismus in solchen Einrichtungen untergebracht waren.
Wenn ich wissen will, was in Einrichtungen z.Bsp. in Bayern passiert ist, möchte ich auch nur was lesen, was in Bayern passiert ist und nicht in Torgau.
Vielmehr hätte ich tiefgreifende Aussagen, Erlebnisse über die Insassen erwartet, auch in politscher Hinsicht auf die Diktatur in der ehemaligen DDR. Die Täter, die ihren minderjährigen Opfern für die Dauer ihres Aufenthalts das "Leben" zur Hölle machten, warum taten sie dieses? Was waren das für Menschen?
Denn wer nicht assimiliert in diesem Kollektiv des Arbeiter und Bauernstaats war, anderes dachte, sich dem Regime kritisch äußerte, und als Jugendlicher negativ auf sich aufmerksam machte, dem hatten das Volksbildungsministerium, andere stattlichen Stellen die ganze Härte spüren lassen, der wurde diszipliniert und umerzogen.
Bei Ankunft in dem Werkhof durften die Jugendlichen erst aussteigen, wenn das Einfahrtstor vollständig geschlossen war, in strammer uns stummer Haltung warteten sie bis der diensthabende Erzieher die Neuzugänge registriert hatte, dann folgte die erneute Leibesvisitation, vollständig nackt standen diese Jugendlichen vor ihren "Betreuern", dann wurden Jungen wie Mädels die Haare geschoren und sie wurden desinfiziert, dann gab es Anstaltskleidung und jeder kam in den Einzelarrest, für 3 Tage.
Fazit: Nüchterne Informationen, die nicht frei von sozialistischer Ideologie sind.
Wird den Opfern nicht gerecht


