Robert B. Parker Die Tote in Paradise

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Inhaltsangabe zu „Die Tote in Paradise“ von Robert B. Parker

Dieser Fall geht Polizeichef Jesse Stone an die Nieren. An einem See in der Nähe der US-Kleinstadt Paradise wird die stark verweste Leiche einer jungen Frau gefunden. Niemand scheint sie zu kennen oder zu vermissen. Erst durch einen Ring kann die Identität des Opfers festgestellt werden. Doch der Name wirft mehr Fragen auf als Jesse Stone lieb ist. Was hatte das Mädchen mit einem stadtbekannten Mafioso zu tun? Warum wird sie sogar von ihren eigenen Eltern verleugnet? Und wie passt ein Bestseller-Autor in das Szenario?

(Übersetzt von Bernd Gockel)

Die Bücher der Jesse-Stone-Reihe zählen zu den besten Krimis, die Robert B. Parker in seiner langen Karriere geschrieben hat. Die Romane wurden überaus erfolgreich mit Tom Selleck in der Hauptrolle verfilmt.

Auch für diesen Roman ein "Daumen hoch!".

— detlef_knut

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    Die Tote in Paradise

    detlef_knut

    21. September 2014 um 17:37

    Diese Jesse-Stone-Roman verlief ganz anders als die drei zuvor von mir besprochenen Romane des amerikanischen, leider schon verstorbenen, Schriftstellers Robert B. Parker. Der Stil blieb natürlich unverändert, nur war das Tatgeschehen nicht parallel zu den Ermittlungen miterlebbar. Dieses Mal ermittelt der alkoholabhängige Polizist, der in LA wegen seines Problems gefeuert worden war und an der Ostküste in einem kleinen Kaff namens Paradise den Job des Polizeichefs erhielt, in einem einzigen Handlungsstrang. Ein klassischer Ermittlerkrimi, bei dem der Schritt, den die Ganoven (meist) voraus sind, nicht mit einem Blick auf deren Szene gesehen werden kann. Dieser Stil bedeutet keines Falls, dass der Roman an Spannung verliert. Die Figur des Jesse Stone (in den Filmen von Tom Selleck gespielt) wird tiefer beleuchtet, die Frage, ob und wie er an den Täter gelangt, wird detailreicher geschildert. Es wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, eines Teenagers. Bereits bei der Feststellung ihrer Identität stößt Jesse mit seinem Team auf Ungereimtheiten. Das Mädchen war nicht mehr zur Schule gekommen, ein Gespräch mit ihren Eltern erfolgte ergebnislos, denn diese behaupteten, keine Tochter mit ihrem Namen zu haben. Die Ermittlungen führen zu den Geschwistern und schließlich zu einer Nonne, die sich in Boston, aus der das Opfer stammt, einem sozialen Projekt verschrieben hat. Sie möchte minderjährige Mädchen vor dem Absturz in die Prostitution bewahren. Wie gewohnt sind die dienstlichen Belange eng mit dem Privatleben Jesse Stones verknüpft. Jesse lernt die Lehrerin des Opfers kennen. In amüsanter Weise flirten beide miteinander und nähern sich einander an. Lilly Summers ist nach einem ausgezehrten Leben endlich wieder in der Lage zu lieben. Als sie Jesse ihre Liebe gesteht, möchte er ihr diese Liebe nicht im gleichen Maße bestätigen. Wohl aber bietet er ihr eine feste Freundschaft an. Jesse hat immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, seine Ex-Frau wieder zurückzuerobern. Schließlich trifft er sie auch in diesem Roman mehr als ein Mal. Wer diesen Roman zur Hand nimmt, und das ist jedem zu empfehlen, der Krimis mag, der wird ·       einen zweifelnden Ermittler erleben, dessen Privatleben betreffend, aber ·       einen knallharten Cop, das dienstliche Geschehen betreffend, ·       liebenswerte Polizeikollegen und andere Leute kennenlernen. Jesse Stone ist eine höchst interessant gestaltete Figur von Robert B. Parker, der zuvor auch schon den in vielen Fernsehfolgen verfilmten Privatdetektiv Spenser (mit Robert Urich in der Titelrolle) geschaffen hatte. Ich frage mich nach diesem vierten Jesse-Stone-Roman immer noch: Was war zuerst da? Die fiktive Figur Jesse Stone? Oder der Schauspieler Tom Selleck, dem die Figur auf den Leib geschrieben scheint. Möglicherweise ist daran aber auch die deutsche Übersetzung schuld? Sie ist jedenfalls sehr gut gelungen. Auch für diesen Roman ein "Daumen hoch!".

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    Die Tote in Paradise

    Stefan83

    „Klein, aber Fein“. Ein Prädikat was, in der Vergangenheit oft vergeben, selten in dem Maße so zugetroffen hat, wie auf den Bielefelder Pendragon Verlag, der bereits seit Jahren für die Wiederentdeckung von Klassikern des Kriminalroman-Genres verantwortlich zeichnet und dabei in schöner Regelmäßigkeit ein äußerst gutes Händchen beweist. Nach den Shaft-Titeln von Ernest Tidyman und Robert B. Parkers Serie um den knallharten Privatdetektiv Spenser, kommen die deutschen Leser seit Anfang letzten Jahres nun auch endlich in den Genuss der bis dato unveröffentlichten Jesse-Stone-Serie, welche mit „Die Tote in Paradise“ und dem gleichzeitig erschienenen Titel „Eiskalt“ Anfang 2014 in die dritte und vierte Runde dieser irgendwann hoffentlich vollständigen Werkausgabe geht. Eine solche Vollständigkeit wäre wünschenswert, einen langen Atem beim Verlag und genug Interesse bei den Krimi-Freunden hierzulande vorausgesetzt. Da Parker vielleicht durch Letztere jedoch eher weniger Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, bietet sich hier einmal mehr die Gelegenheit die Werbetrommel zu rühren. Schließlich gilt auch für „Die Tote in Paradise“ wieder: Parker ist und bleibt eine Klasse für sich! Kurz zur Story: In der fiktiven Ostküsten-Kleinstadt Paradise ist nach den Ereignissen auf Stiles Island (siehe „Terror auf Stiles Island“) endlich wieder etwas Ruhe eingekehrt, was zur Folge hat, dass selbst Polizeichef Jesse Stone sich eines Feierabends erfreuen darf. Den verbringt er zumeist mit Freunden auf dem Baseball-Platz, wo der ehemalige Profispieler Stone die Sorgen des Alltags zumindest für eine Weile vergessen kann. So denkt er zumindest, bis eines Abends am nahegelegenen See die stark verweste Leiche einer jungen Frau gefunden wird. Während recht schnell fest steht, dass es sich um Mord handelt, gibt die Identität der Toten Rätsel auf. Niemand scheint sie zu kennen oder zu vermissen. Allein ein Ring gibt Hinweise auf ihren möglichen Namen, doch die dazu gehörigen Eltern geben vor keine Tochter zu vermissen. Doch ein Jesse Stone lässt sich so leicht nicht entmutigen und geht den vielen Fragen auf den Grund. Was hatte das Mädchen mit einem stadtbekannten Mafioso zu tun? Warum wird sie sogar von ihren eigenen Eltern verleugnet? Und wie passt ein Bestseller-Autor in das Szenario? Die Suche nach Antworten führt ihn bis ins benachbarte Boston … und wieder einmal auch in die Gesellschaft der ein oder anderen schönen Frau. Ja, natürlich könnte man es sich als Rezensent hier leicht machen und Band 3 der „Jesse-Stone“-Reihe unter „Business as usual“ abhaken, die üblichen Automatismen der Reihe betonen und damit Nichtkennern der Serie gleichzeitig ungewollt die Lust auf Parkers Kriminalromane nehmen, welche tatsächlich selten wirklich neue Wege gehen, dafür aber eben auf eine Art bestechen, die in der Vergangenheit nur wenige beherrscht haben: Die Variation auf kleinem Raum. Das ökonomische Schreiben mit minimalem Aufwand und Umfang. Der kurze, knackige Roman, der nur eine Richtung kennt. Und die heißt vorwärts. Wie auch die inzwischen ebenfalls verstorbenen Kollegen Donald E. Westlake (alias Richard Stark) oder Elmore Leonard, so ist auch Robert B. Parker dem ihm eigenen Stil stets treu und Experimenten gegenüber eher skeptisch geblieben. Und warum auch etwas reparieren, das so gut funktioniert wie hier in „Die Tote in Paradise“? Ein Parker-Roman bietet das Erwartete und verzichtet zumeist gänzlich auf künstliche Twists und Turns, wie sie uns in vielen aktuellen Thrillern und Krimis oft begegnen. Langeweile also vorprogrammiert? Gerade das eben nicht, denn Parkers flüssige Schreibe gleicht diese fehlenden Aha-Effekte aus, überzeugt mit stilvoller Cleverness, in der sich nicht selten eine unterschwellige Satire des Kleinststadtlebens mischt, die den genauen Beobachter Robert B. Parker offenbart. Schuld, Verlangen, Verzweiflung, Wut. All dies sind Ingredienzen dieses Romans und spielen sich dennoch in einem kleinen Rahmen ab, der große Showdowns nicht benötigt und auf kunstvoll in Szene gesetzte Action ebenfalls verzichtet. Einem Schuss folgt hier schlicht der Tod. Und diesem ein abschließender Bericht. Das Nehmen eines Menschenlebens ist Parker selten einen ausschweifenden Kommentar wert. Und auch die Gefühle und die Gedanken des Protagonisten bleiben uns hier eher verschlossen. Die immer wieder in verschiedensten Formen auftauchenden Schönheiten des Ortes sind hier das einzige Zugeständnis des Autors an ein künstliches Setting. Der Rest könnte direkt in Aufbau und Ablauf des Verbrechens durchaus einem normalen Polizeibericht entnommen worden sein. In Zeiten von komplexen Romanen mit über 1000 Seiten, von Thrillern mit hunderten von Toten und Tonnen von Blut, wirkt „Die Tote in Paradise“ wie ein Anachronismus, ein Relikt einer vergangenen Ära, als Polizisten noch Hüte trugen und Sonnenstrahlen durch Jalousien auf das bärtige Antlitz eines rauchenden Privatdetektivs fielen. Und doch zeigt sich gleichzeitig: Parker kochte dieses Rezept immer wieder nur aus einem Grund: Weil es zeitlos ist und weil es schmeckt. Bis heute. Und ganz sicher auch in naher Zukunft noch. Insgesamt ist „Die Tote in Paradise“ ein herrlich schroffes, ungeschliffenes Krimi-Juwel im Meer Dutzender Kieselsteine. Unbedingt entdeckungswürdig. Uneingeschränkt empfehlenswert. Wer Police-Procedurals ohne Pathos mag und unter „Hardboiled“ mehr als nur seelenlose Gewalt versteht, der darf und sollte hier zugreifen.

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