Robert B. Reich Nachbeben -- Amerika am Wendepunkt

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Inhaltsangabe zu „Nachbeben -- Amerika am Wendepunkt“ von Robert B. Reich

Die USA sind krisengeschüttelt und haben ihre alte Stärke verloren. Dennoch bleiben sie die führende Volkswirtschaft der Welt. Von ihnen hängt die gesamte Weltwirtschaft ab. Deshalb ist ihr Schicksal auch für uns im alten Europa von größter Bedeutung. Das Schicksal der USA entscheidet sich jetzt, sagt Robert Reich. Wenn die Ursachen für die Krise des Landes und der Weltwirtschaft nicht rasch beseitigt werden, droht Amerika ein wirtschaftlicher und politischer Kollaps. Und diese Ursachen sind vor allem im wachsenden sozialen Gefälle der reichsten Nation der Welt zu suchen. Reichs klar geschriebenes, wichtiges Buch bringt auf den Punkt, was die USA noch retten und die Welt vor dem Chaos bewahren kann.

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    Nachbeben -- Amerika am Wendepunkt
    R_Manthey

    R_Manthey

    28. June 2015 um 16:33

    Robert Bernard Reich war 1993 bis 1997 Arbeitsminister unter Bill Clinton und zählt angeblich zu den führenden Experten und Intellektuellen der USA. In seinem Buch erklärt er uns, wo nach seiner Meinung die Ursachen für die Finanzkrise und die gegenwärtige Rezession in den USA liegen. Darüber hinaus macht er Vorschläge, die der Logik seiner Analyse entsprechen und Wege aus der Krise eröffnen sollen. Nicht ganz unerwähnt lassen sollte man für das weitere Verständnis, dass es die Clinton-Administration war, die 1999 den Glass-Steagall Act aufhob, der die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken als Lehre aus der Großen Depression der 1930-iger Jahre vorschrieb. Damit war der Weg für das große Zocken endlich frei geworden. Und schließlich wollte Clinton auch noch dafür sorgen, dass sich jeder US-Bürger ein Haus bauen kann. Die entsprechende Lockerung der Kreditvergabemöglichkeiten schuf danach die Grundlage für die zunächst rein amerikanische Subprime-Krise. Der Autor erklärt uns im ersten Teil seines Buches, dass das aus Arbeit erzielte Einkommen der amerikanischen Mittelschicht seit Jahrzehnten stagniert oder sinkt. Deshalb hätten viele Amerikaner einfach zu Krediten greifen müssen, um sich Wohlstand leisten zu können. Sieht man einmal von dieser etwas eigenwilligen Denkweise ab, dann tritt dahinter die Ansicht zutage, dass man das Einkommen der Mittelschicht irgendwie erhöhen müsse, damit Nachfrage entstehen kann, was wiederum die amerikanische Wirtschaft zum Laufen bringen würde. Im zweiten Teil geht Reich auf die Wut in der amerikanischen Bevölkerung ein, die nicht weiß, wie sie ihre eigenen Kreditschulden bezahlen soll, aber gleichzeitig beobachten muss, wie Billionen von noch nicht einmal eingenommenen Steuerdollars in Krisenbanken gepumpt werden, damit diese ihre Schulden loswerden können. Offensichtlich fürchtet sich der Autor vor den Folgen dieser misslichen Stimmung. Im letzten Teil kommt er dann zu seinen Vorschlägen. Sie lauten: (1) Einführen einer negativen Einkommenssteuer für die Mittelschicht. Untere Einkommen werden auf diese Weise nicht besteuert, sondern aufgestockt. Wer also beispielsweise jährlich 30.000 Dollar Einkommen erzielt, bekommt noch einmal 10.000 dazu. Ab 50.000 Dollar kriegt man nichts mehr zusätzlich. (2) Einführung einer Kohlenstoffsteuer, was zu einer erheblichen Verteuerung von Energie führen würde. (3) Höhere Grenzsteuersätze für Reiche. (4) Rückführung von Arbeitslosen in Beschäftigung statt Verwaltung der Arbeitslosigkeit. (5) Einkommensabhängige Bildungsgutscheine. (6) Studienkredite mit einkommensabhängiger Rückzahlung. (6) Staatliche Krankenversicherung für alle. (7) Beträchtliche Ausweitung des Angebots an öffentlichen Gütern (Parks, Verkehrsmittel, Bibliotheken usw.). (8) Entflechtung von Geld und Politik. Angesichts der gigantischen amerikanischen Staatsverschuldung und der mangelnden Konkurrenzfähigkeit amerikanischer Produkte ist das ein wahrhaft mutiges Programm. Und natürlich offenbart es auch die unausrottbare Vorstellung von Politikern, sie würden das Paradies erzeugen können, wenn man sie nur machen ließe. Der eigentliche Punkt ist aber, dass dieses Programm die ökonomische Ursache für die stagnierenden oder sinkenden Einkommen der Mittelklasse nicht beseitigt, sondern nur die Folgen durch Umverteilung dämpfen will. Im Grunde liefert der Autor selbst die Erklärung für die amerikanischen Schwierigkeiten. Auf Seite 80 lesen wir: "Zwischen 1997 und 2007 entwickelte sich die Finanzwirtschaft zu dem am schnellsten wachsenden Bereich der amerikanischen Volkswirtschaft. ... Im Jahre 2007 entfielen bereits mehr als 40 Prozent der amerikanischen Unternehmensgewinne und fast ein ebenso großer Anteil der Einkommen auf Finanz- und Versicherungsunternehmen..." Doch was wird dort eigentlich produziert? Der Autor sehnt sich nach der schönen Zeit vom Kriegsende bis in die Mitte der 1970-iger Jahre zurück. Nicht zufällig fällt das Ende dieser schönen Zeit mit dem Abschied des Dollars von seiner Goldstützung zusammen. Seit dieser Zeit haben die USA ihre Währung völlig ruiniert. Aber dieser ganz zentrale Punkt ist ebenso wenig ein Thema für den Autor wie die oben beiläufig erwähnte Struktur der amerikanischen Wirtschaft. So dominiert man zwar (noch) die Finanzen der Welt und stürzt sie in immer kürzeren Abständen ins Chaos, doch anderweitig ist man kaum noch konkurrenzfähig. Die strukturellen Probleme der amerikanischen Wirtschaft und das Dollar-Problem löst man nicht mit gut gemeinten Umverteilungsvorschlägen. Allein die auch vom Autor beschriebene Tatsache, dass sich eigentlich seit der Krise nichts Wesentliches geändert hat und die übrig gebliebenen und noch größer gewordenen Banken dasselbe Spiel erneut spielen, zeigt doch, dass es offenbar einer noch größeren Katastrophe bedarf, um eine Befreiung der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft aus der Umklammerung der Banken zu erreichen. Fazit. Der Autor behauptet, dass eine wesentliche Ursache der amerikanischen Finanzkrise darin besteht, dass die Mittelschicht zu wenig Geld zur Verfügung hatte und deshalb in die Kreditfalle getrieben wurde. Sein Lösungsvorschlag besteht im Wesentlichen aus einem Umverteilungsprozess innerhalb der US-Gesellschaft. Das Buch ist zwar interessant geschrieben und enthält zahlreiche aufschlussreiche Informationen. Doch es geht nach meiner Ansicht am Kern des Problems völlig vorbei.

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