Robert Beachy Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität

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Inhaltsangabe zu „Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität“ von Robert Beachy

Zwischen Repression und Freiheit: Die Geschichte der Homosexualität in Deutschland

Homosexualität ist eine deutsche Erfindung – zu dieser überraschenden Erkenntnis kommt Robert Beachy in seiner Geschichte der Homosexualität in Deutschland. In seinem Buch erzählt er von den Pionieren der Sexualwissenschaft, den Debatten um gesellschaftliche Anerkennung im Kaiserreich sowie vom schwulen Eldorado Berlins in der Weimarer Zeit und holt damit ein in Vergessenheit geratenes Kapitel deutscher Geschichte ans Tageslicht.

Welche einzigartigen Bedingungen im Deutschland des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts herrschten, die es zum Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der menschlichen Sexualität machten, zeigt der Historiker Robert Beachy anhand einer Fülle an Figuren und Episoden. Vor allem Berlin mit seinem berühmten Nachtleben entwickelte sich in dieser Zeit zum Magneten für eine lebendige, internationale schwule Szene und zog Künstler wie Christopher Isherwood und W.H. Auden an, die der Zeit in ihren Werken ein Denkmal setzten. Mit seiner Geschichte der Homosexualität in Deutschland verändert Robert Beachy das Bild von Kaiserzeit und Weimarer Republik und fügt unserem Verständnis dieser Epoche eine wichtige Facette hinzu.

Für Berliner Szenekenner und geschichtsinteressierte sehr empfehlenswert

— Das_Leseleben

Der US-Historiker Robert Beachy stellt in seinem Sachbuch "Das andere Berlin" eine mutige These voran: dass die Homosexualität, bzw. die ...

— Splashbooks

Sehr interessantes Thema, gut umgesetzt. Zu empfehlen.

— Koriko

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    Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität

    Das_Leseleben

    03. March 2016 um 16:17

    „Das andere Berlin“ ist das erste Sachbuch, welches ich auf meinem Blog vorstelle. Das Buch wurde mir vom Siedler Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank. Meine Liebe zum Berlin der 20er Jahre und zur LBGTQ-Szene, hat mich sehr neugierig gemacht. Erschienen ist das Buch im Juni 2015, mit 464 Seiten. Inhalt: Homosexualität ist eine deutsche Erfindung, so lautet die These des Buches. Binchy berichtet von den Pionieren, die sich für die Rechte der Schwulen und Transgender einsetzen. Dabei erzählt er von verschiedenen Theorien zur Homosexualität und davon wie nicht Homosexuellen mit dem „neuen Geschlecht“ umgehen, aus den Sichten der Politik, der Medizin, der Kultur und Kunst, der Polizei, und natürlich auch der Fremden in der Stadt. Meine Meinung: Das Buch ist in acht Teile unterteilt, hinzu kommen eine sehr ausführliche Einführung, sowie Danksagung und ein noch ausführlicheren Anhang. Jedes Kapitel ist mit zahlreichen Bilder hinterlegt. Die Fotos untermalen die entsprechende Textpassage sehr gut. Der Schreibstil ist oft sehr ausschweifend und bezieht sich auf politische Ereignisse. Trotzdem lassen sich die Kapitel gut lesen. Je nach dem wie mich das entsprechende Themengebiet, lies sich mal mehr mal weniger schnell lesen. Die Kapitel können fast in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, da oft eventuell benötigtes Vorwissen kurz noch einmal wiederholt wird. Robert Binchy Schafft es durch die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Homosexualität eine umfassende und sehr wichtige Facette der Weltgeschichte darstellt. Aus der heutigen Sicht ist es traurig zu wissen, das die Geschichte der Homosexualität mit der NS-Zeit einen riesigen Rückschritt gemacht und Jahre brauchen würde um sich wieder zu erholen. Besonders interessant war für mich zu erfahren welche Rolle die Polizei spielt. Auch sehr wichtig und gut war, die die Betonung, das Homosexualität angeboren ist. Für meinen persönlichen Geschmack beschäftigt sich das Buch etwas zu sehr mit dem ersten Sexualforscher Magnus Hirschfeld und sein Institut für Sexualwissenschaften im Berliner Tiergarten. In jedem zweiten Kapitel ist Hirschfeld der Hauptakteur, daraus folgt dann auch das sich viele Dinge wiederholen. Ich bestreite ja nicht das er äußerst wichtig für diese Zeit ist, aber auf keinen Fall war er Dreh und Angelpunkt. Das waren die neue offene Gesellschaft und die neuen Lokale der die in den goldenen 20ern eröffneten. Aber was mich am meisten verwundert hat ist das fehlen des ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen auf die Szene, wie zum Beispiel das nach dem Krieg die Zahl der Transgender wesentlich zunahmen. „Das andere Berlin“ ist ein gutes Buch für alle die sich für Geschichte und insbesondere für die Geschichte der Homosexualität interessieren. Aber trotzdem möchte ich davor warnen das Buch als Einsteigerlektüre zu lesen. Vielmehr ist es eine gute Ergänzung zum Geschichtsunterricht, oder auch zu einem Besuch im „Schwules Museum“ Berlin. Ebenfalls ist es eine gute Ergänzung zur Ausstellung „Homosexualitäten“ die letztes Jahr in Berlin lief. Mir persönlich hat sie sehr gut gefallen, aber erst mit „Das andere Berlin“ wurden Lücken geschlossen. (Original: das-leseleben.webnode.com)

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  • Gut recherchiertes, informatives Sachbuch

    Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität

    Koriko

    18. January 2016 um 12:46

    Inhalt: Der US-Historiker Robert Beachy stellt in seinem Sachbuch "Das andere Berlin" eine mutige These voran: dass die Homosexualität, bzw. die Auseinandersetzung mit dieser Thematik und das Finden einer homosexuellen Identität, erstmals in Deutschland zur Sprache kam - weit vor den Stonewall Vorfällen im New York der 60er Jahre. Acht Kapiteln, die sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik erstrecken, umfasst Beachys Beweisführung, angefangen bei dem Vorkämpfer für Homosexuellenrecht Karl Heinrich Ulrichs, der bereits ab 1867 für die Abschaffung des §175 kämpfte und erstmals offen über Homosexualität redete. Das beginnende 20. Jahrhundert in Berlin, das durch Hirschfelds Forschungen und die Gründung des Wissenschaftlich-humanitäre Komitees (WhK) geprägt war, die sich über Jahrzehnte für die Rechte der Homosexuellen einsetzten, nimmt den Löwenteil des Buches ein, ebenso die Ausschweifungen und die offen schwulen und lesbischen Lebensweise nach dem ersten Weltkrieg. Eigene Meinung: Robert Beachy hat bereits mehrere Sachbücher veröffentlicht, die sich der deutschen und amerikanischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts widmen, wobei sein Schwerpunkt auf der Historik der Homosexualität liegt. „Das andere Berlin“ erschien 2014 unter dem Titel „Gay Berlin. Birthplace of a Modern Identity“ in den USA. Auf knapp 380 Seiten (die restlichen Seiten umfassen Anhang und Personenverzeichnis) rollt der Autor die Geschichte der deutschen Homosexualität auf und konzentriert sich dabei vorwiegend auf schwule Persönlichkeiten und Wegbereiter. Seine These, dass die Homosexualität eine deutsche „Erfindung“ sei, versucht er innerhalb der 8 Kapitel zu belegen, die weitestgehend chronologisch aufgebaut sind: „Die deutsche Erfindung der Homosexualität“, „Die polizeiliche Kontrolle der Homosexualität in Berlin“, „Die erste Bewegung für die Rechte der Homosexuellen und die Suche nach Identität“, „Die Eulenburg-Affäre und die Politik des Outings“, „Hans Blüher, die Wandervogel-Bewegung und der Männerbund“, „Sexualreform in der Weimarer Republik und das Institut für Sexualwissenschaft“, „Sextourismus und männliche Prostitution im Berlin der Weimarer Zeit“ und „Die Weimarer Politik und der Kampf um die Strafrechtsreform“. Mit unzähligen Tatsachenberichten, Zitaten und historischen Ereignissen arbeitet er die Geschichte der Homosexualität auf, führt nicht nur die großen Wegbereiter wie Magnus Hirschfeld, Max Spohr oder Adolf Brand auf, sondern auch unbekannte Prostituierte, die ihre Freier erpresst haben oder Ärzte, Autoren und Journalisten, die ab dem beginnenden 20. Jahrhundert von der Polizei in die Cafés und Treffpunkte Homosexueller geführt wurden. Robert Beachy wirft nicht nur einen Blick auf die Historie, sondern widmet sich auch medizinischen, soziologischen und kulturellen Aspekten. Seien es die vielen Beispiele, die er in „Das andere Berlin“ anführt, um die Geistes- und Ideengeschichte und die Rechtsgeschichte der entsprechenden Zeit widerzuspiegeln, die Zitate und Berichte ausländischer Journalisten und Autoren oder der Blick in die damaligen Treffpunkte – dem Autor gelingt ein umfangreiches Werk, das die Dynamik der Homosexuellenbewegung in Deutschland sehr gut wiedergibt und den Leser mit unbekannten Aspekten überrascht, z.B. die vielfältigen homosexuellen Zeitschriften, die ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert in Berlin und Deutschland erschienen, die ersten Filme, die sich dem Thema widmeten und den unterschiedlichen Bündnissen und Vereinigungen, die sich in ihren Ansichten zwar unterschieden, jedoch alle für die Abschaffung des §175 kämpften. „Das andere Berlin“ zeigt wie fortschrittlich Deutschland hinsichtlich der Erforschung und der Akzeptanz von Homosexualität im Vergleich zum Rest der Welt war. Gerade Leser, die sich über die historische Entwicklung der Homosexualität informieren wollen, werden an „Das andere Berlin“ nicht vorbei kommen. Robert Beachy hat einen angenehmen Schreibstil, der nicht zu trocken geraten ist und mit vielen Fallstudien, Anekdoten und Geschichten angereichert ist, die seine historischen Betrachtungen auflockern. Nie hat man das Gefühl seinen Ausführungen nicht mehr folgen zu können. Zudem vermeidet Robert Beachy es in irgendeiner Form wertend zu schreiben, so dass sich jeder selbst ein Bild von den Persönlichkeiten und Zuständen der damaligen Zeit machen kann. Er konzentriert sich einzig und allein darauf seine These mit Fakten und historischen Belegen zu untermauern. Fazit: „Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität: Eine deutsche Geschichte 1867 – 1933“ ist ein gelungenes, sehr informatives Sachbuch, das nicht nur Robert Beachys These untermauert, sondern auch einen sehr fundierten und gut recherchierten Überblick über die Entwicklung der Homosexualität vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland liefert. Wer historischen Sachbüchern nicht abgeneigt ist und mehr über die schillernde Zeit der 20er Jahre erfahren will, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Sehr zu empfehlen.

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  • Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität, rezensiert von Juliane Seidel

    Das andere Berlin - Die Erfindung der Homosexualität

    Splashbooks

    15. January 2016 um 11:37

    Robert Beachy hat bereits mehrere Sachbücher veröffentlicht, die sich der deutschen und amerikanischen Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts widmen, wobei sein Schwerpunkt auf der Historik der Homosexualität liegt. „Das andere Berlin“ erschien 2014 unter dem Titel „Gay Berlin. Birthplace of a Modern Identity“ in den USA. Auf knapp 380 Seiten (die restlichen Seiten umfassen Anhang und Personenverzeichnis) rollt der Autor die Geschichte der deutschen Homosexualität auf und konzentriert sich dabei vorwiegend auf schwule Persönlichkeiten und Wegbereiter. Seine These, dass die Homosexualität eine deutsche „Erfindung“ sei, versucht er innerhalb der 8 Kapitel zu belegen, die weitestgehend chronologisch aufgebaut sind: „Die deutsche Erfindung der Homosexualität“, „Die polizeiliche Kontrolle der Homosexualität in Berlin“, „Die erste Bewegung für die Rechte der Homosexuellen und die Suche nach Identität“, „Die Eulenburg-Affäre und die Politik des Outings“, „Hans Blüher, die Wandervogel-Bewegung und der Männerbund“, „Sexualreform in der Weimarer Republik und das Institut für Sexualwissenschaft“, „Sextourismus und männliche Prostitution im Berlin der Weimarer Zeit“ und „Die Weimarer Politik und der Kampf um die Strafrechtsreform“. Mit unzähligen Tatsachenberichten, Zitaten und historischen Ereignissen arbeitet er die Geschichte der Homosexualität auf, führt nicht nur die großen Wegbereiter wie Magnus Hirschfeld, Max Spohr oder Adolf Brand auf, sondern auch unbekannte Prostituierte, die ihre Freier erpresst haben oder Ärzte, Autoren und Journalisten, die ab dem beginnenden 20. Jahrhundert von der Polizei in die Cafés und Treffpunkte Homosexueller geführt wurden. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22979/das_andere_berlin___die_erfindung_der_homosexualitaet_eine_deutsche_geschichte_1867__1933

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