Robert Bober

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Alle Bücher von Robert Bober

Robert BoberWas gibt's Neues vom Krieg
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Was gibt's Neues vom Krieg
Was gibt's Neues vom Krieg
 (5)
Erschienen am 03.02.2006
Robert BoberWer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen
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Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen
Robert BoberBerg und Beck
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Berg und Beck
Berg und Beck
 (2)
Erschienen am 01.01.2000
Robert BoberWide Awake
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Wide Awake
Wide Awake
 (0)
Erschienen am 24.01.2012
Robert BoberOn ne peut plus dormir tranquille quand on a une ouvert les yeux. Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen, französische Ausgabe
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On ne peut plus dormir tranquille quand on a une ouvert les yeux. Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen, französische Ausgabe
Robert BoberBerg et Beck. Berg und Beck, französ. Ausgabe
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Berg et Beck. Berg und Beck, französ. Ausgabe
Robert BoberLaissés-pour-compte
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Laissés-pour-compte
Robert BoberQuoi de neuf sur la guerre?. Was gibt's Neues vom Krieg?, französ. Ausg.
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Rezension zu "Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen" von Robert Bober

Rezension zu "Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen" von Robert Bober
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

„Affektive Erinnerung. Unfreiwillige Erinnerung. Ich wurde von Erinnerungen heimgesucht, die ich vergessen glaubte. Wohin ich mich auch wende, sie rufen einander. Sie dringen durch eine Art Bresche ein und tauchen wieder auf. Und ich weiß zugleich, dass ich mich noch so sehr bemühen kann, nichts zu verlieren, es wird nicht alles wiederauftauchen. Auch wenn manchmal Bruchstücke, manchmal Fetzen erscheinen – es wird immer eine Zeit geben, zu der ich keinen Zugang habe.
Im Unmittelbaren des Heutigen, im Durcheinander dessen, was geschieht, so wie es mir erscheint, gehört nicht alles, was ich finden werde, was mich interessieren wird, notwendigerweise zu meiner Geschichte. Werde ich, indem ich in die Vergangenheit der anderen tauche, etwas über meine eigene Vergangenheit entdecken?“

So reflektiert der Ich-Erzähler dieses wunderbaren und berührenden Romans von Robert Bober der junge Bernard Appelbaum seine Suche nach seinen Wurzeln. Anfang der sechziger Jahre bekommt er in Paris eine Statistenrolle in Truffauts Film „Jules und Jim“. Vermittelt hat ihm die Rolle Robert Bober, der nach dem Krieg in einem Ferienlager für jüdische Kinder auch Bernhards Betreuer war.

Nach Fertigstellung des Films geht Bernhard mit seiner Mutter ins Kino, und wartet natürlich stolz auf seine Szene. Doch er muss enttäuscht feststellen, dass die Szene in der Bar, in der er mitspielte, gestrichen wurde. Um ihn zu trösten, oder weil sie den richtigen Kairos gekommen sieht, erzählt ihm seine Mutter ihre eigene Geschichte. Denn wie in dem Film hat sie eine ganz persönliche Erfahrung einer Liebe zu dritt. Diese Liebe verband sie sie mit Bernhards Vater Yankel, der nicht aus Auschwitz zurückkam und dessen Freund Leizer, der später Bernhards Stiefvater wurde und sehr früh verstarb.

Kaum hat seine Mutter ihm diese Geschichte erzählt, beginnt sich Bernhard auf eine rastlose Suche zu machen nach seinen eigenen Wurzeln. Eine Suche, die ihn bis nach Auschwitz führt, aber auch auf die Spuren einer bis heute verdrängten Geschichte von Krieg und Kollaboration im Paris während der Besatzung der Nazis.

Robert Bober ist ein beeindruckender Roman gelungen, in dem er viele eigene Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet hat und in dem er vielen von ihm bewunderten Regisseuren, Sängern und Künstlern ein Denkmal setzt.
Er hat literarisch gekonnt eine Rekonstruktion einer jüdischen Familiengeschichte verbunden mit einem sozialgeschichtlichen Dokumentation des Paris während des Zweiten Weltkriegs.

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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen" von Robert Bober

Rezension zu "Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen" von Robert Bober
Claudia-Marinavor 7 Jahren

Paris, Anfang der 60er Jahre. Bernard Appelbaum, ohne Vater aufgewachsen, bekommt die Möglichkeit in Truffauts neuem Film „Jules und Jim“ als Statist mitzuwirken. Auch wenn diese Szene später dem Schnitt zum Opfer fällt, für ihn öffnet der gesamte Film die Tür zur Pariser Kunstszene – und die Tür zur Vergangenheit seiner Eltern.

Plötzlich gelingt es Bernard, seine Mutter mit anderen Augen zu betrachten, sie wird mehr für ihn als nur seine Mutter. Auch sie war als junge Frau in eine Dreiecksgeschichte verstrickt, und der Film ist nur der Auslöser für sie, ihren Sohn in ihre Vergangenheit einzuweihen.

Gleichzeitig ist Wer einmal die Augen öffnet aber auch eine Auseinandersetzung mit europäischer Geschichte – denn Bernard Appelbaum ist Jude, und sein Vater in Auschwitz gestorben. Robert Bober schafft es, dieses Thema so präsent zu machen, ohne es auf jeder Seite ansprechen zu müssen – es schwingt ganz selbstverständlich mit, immer anwesend – als Teil von Bernards Persönlichkeit und Vergangenheit.

Zu guter Letzt ist der Roman dann eine Liebeserklärung. An Paris. Nicht die großen, bekannten Plätze spielen die Hauptrolle, es sind die kleinen, versteckten, die Nebenstraßen und Gassen, die kleinen gemütlichen Cafés und Bistros. Sie sind so lebendig, dass ich das Gefühl habe, ich könnte sie mir anschauen, und ich möchte sie mir anschauen – ich möchte sofort nach Paris fahren!

Robert Bober erzählt mit sehr ruhiger Stimme von einer Jugend in Paris, seine Erzählweise ist selbst wie ein Streifzug durch Paris. Durch die ruhigeren Ecken, von denen man die Hektik der Hauptstadt nur immer kurz zu Gesicht bekommt.
Und ihm gelingt ein ganz besonderer Schachzug – er bringt sich selbst in die Erzählung ein, als Statisten, nicht als Erzähler selbst.

Wer einmal angefangen hat, dieses Buch zu lesen, kann nicht mehr aufhören.

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Gilfaens avatar

Rezension zu "Was gibt's Neues vom Krieg" von Robert Bober

Rezension zu "Was gibt's Neues vom Krieg" von Robert Bober
Gilfaenvor 8 Jahren

Ich hatte noch nie eine so divergierende Aussage bei einem Buch, wie bei diesem, ob es mir gefällt oder nicht.

1946 in einer kleinen Schneiderei in Paris. In dieser Schneiderei arbeiten unterschiedliche Figuren mit unterschiedlichen Hintergründen; ihnen gemeinsam ist zumeist der jüdische Hintergrund. Da ist Maurice Abramowitz, von fast allen nur "Abramoauschwitz" genannt, Zurückgekehrter aus einem Konzentrationslager. Da sind die zwei Elternteile, deren Kinder in einer Ferienkolonie sind, die ihnen regelmäßig schreiben von einer heilen Welt mit gemeinsamen Bastelstunden und Freundschaften, die immer wieder von der Realität belastet werden, indem man sie z.B. Lieder der ungarischen Partisanen auswendig lernen lässt. Da ist deren Sohn, Raphael, guter Zeichner, der später Fotograf wird und immer wieder mit dem Faschismus, auch während seiner Arbeit konfrontiert wird. Da ist genauso Charles, der Frau und beide Töchter durch die nationalsozialistischen Interventionen in Frankreich verloren hat.

Es werden lauter Einzelschicksale beleuchtet, die immer wieder mit der Schneiderei als Zentrum verbunden sind; mehr oder weniger gekonnt gibt der Autor den Hintergrund der Protagonisten preis. Mal um ihr Verhalten zu erklären und mal, weil er eine Lücke füllen musste, die er durch seinen Schreibstil hinterlassen hat.
Was ich damit meine? Das ganze Buch ist dröge, fast langweilig. Auch, wenn der Autor versucht durch die Hintergrundgeschichte den Figuren Leben einzuhauchen, so bleiben sie doch fragmentarisch, blass und farblos. Identifikationsfaktor gleich Null. Sie wirken wie Pappfiguren. Es gibt kaum emotionale Tiefe und wenn, wirkt sie so fehl am Platze, weil sie nicht in das Konzept passt.

Warum ich dennoch dazu tendiere dieses Buch sogar zu empfehlen ist, weil es nicht nur Längen, sondern durchaus auch Kapitel hat, die durch ihre schöne Sprache auffallen. Da wirkt es fast poetisch, flüssig und schön und man spürt dem Charakter, nämlich Joseph heißt der Gute, der immer wieder in diesen Kapiteln vorkommt, die gefühlte Gefühllosigkeit an. Man leidet fast mit und man unterstützt seine Entscheidung.
Jedoch... sind das nur zwei wirklich glänzende Kapitel.
Immer wieder wechselt der Autor ohne Ankündigung die Perspektive; er verliert sich teilweise in Details, um zu erklären, wie eine Nähmaschine funktioniert. Man weiß nie genau, wer gerade in den Dialog miteinander tritt und ich werde das Gefühl nicht los, dass es dem Autor manchmal nur darum ging, dass Thema Shoah irgendwie anzubringen, um es als das Grundthema des Buches darzustellen. Sicherlich, die Hintergrundgeschichte einiger Charaktere passt zu diesem Thema, aber manchmal fragt sich meiner einer, ob dem Autor nicht besser daran gelegen wäre die Geschichten der Figuren für sich sprechen zu lassen.
Wozu dieser zweifelhafte, durchschaubare Rahmen?

Ich für meine Begriffe kann dieses Buch nicht uneingeschränkt empfehlen. Ich hatte mehrmals Lust es wegzulegen und habe es dennoch beendet, einfach weil ich mir dachte: "Da muss doch noch was kommen!" Kam aber nicht, es blieb dröge, langweilig.

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