Robert Brack Die Morde von St. Pauli

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Inhaltsangabe zu „Die Morde von St. Pauli“ von Robert Brack

1927 – Hamburg in den Goldenen Zwanzigern: Eine Mordserie hält die Unterwelt von St. Pauli in Atem. Die Opfer sind Zuhälter, Betrüger und Einbrecher, und sie werden spektakulär im Viertel zur Schau gestellt: auf dem Kirchhof, im Wachsfiguren-Panoptikum, an der Kersten-Miles-Brücke. Ein Bandenkrieg? Zur selben Zeit ermittelt Kriminalkommissar Alfred Weber in den bürgerlichen Vierteln der Hansestadt, nachdem ein einflussreicher Reeder einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Weber sieht Zusammenhänge, wo andere keine wahrnehmen wollen. Doch dass er kein Phantom jagt, muss er bald schon am eigenen Leib erfahren ...

Schöne, historische Atmosphäre, mit einigen Längen und offenen Fragen...

— kreszenz

Historisch interessant und durchaus spannend ist dieser zweite Hamburg-Krimi um Kommissar Alfred Weber.

— Sigismund

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  • Kann leider nicht mit den Gereon-Rath-Krimis mithalten!

    Die Morde von St. Pauli

    kreszenz

    18. July 2017 um 11:44

    Hamburg 1927: Auf dem stillgelegten St.-Pauli-Friedhof wird ein frisches Grab entdeckt. Darin vergraben: Schrammel-Ede, ein Berufsgauner, der seine besten Tage hinter sich hatte. Kriminalkommissar Alfred Weber beginnt zu ermitteln. Wer sollte ein Interesse an Edes Tod haben? Die Unterwelt gibt sich bedeckt. Doch dann wird auf dem Kiez auch Peitschen-Resi ermordet, eine alte Bekannte von Schrammel-Ede. Zufall? Weber will nicht so recht daran glauben, nicht nur, weil alle Opfer spektakulär arrangiert wurden sondern vor allem, weil alle Opfer frühere Mitglieder der Romanoff-Bande waren. Zeitgleich werden auch der einflussreiche Reeder Maximilian Brunswiek und sein Notar Dr. Gerber tot aufgefunden. Da beide Morde im Zusammenhang mit Raubmorden stehen könnten, soll Weber nun auf Anweisung seinen Chefs auch hier ermitteln. Aber der Geldadel schweigt sich aus und erschwert Webers Ermittlungen, wo es nur geht. Durch Zufall entdeckt er, dass Brunswiek noch eine weitere Tochter hatte. Karlotta hat mit ihrer reichen Familie gebrochen und sich der Bohème zugewendet, hatte sich als Künstlerin einen Namen gemacht. Wie er außerdem herausfindet, hatte sie ein großes Interesse an der Hamburger Halbwelt – und an Zeus Romanoff. Hängen die Morde vielleicht zusammen? Als großer Fan von Volker Kutscher hatte ich eine Art Gereon Rath aus Hamburg erwartet. Der Anfang war schon mal nicht schlecht: verpflichtende Fahrstunden zum Erwerb eines Führerscheins für die aufkommenden Automobile, die Einführung einer weiblichen Kriminalpolizei (WKP), die Tücken eines Paternosters, alles moderne Probleme, die ein schönes historisches Ambiente erschaffen. Auch Weber sieht die Gesetzestreue eher ambivalent wenn es um seine Ermittlungen geht und ist der Unterwelt gegenüber sehr großzügig eingestellt, vor allem wenn es um seinen persönlichen Vorteil geht. Ansonsten muss er sich mit allerhand privaten Problemen herumschlagen, denn seine Ex-Frau tritt für die Emanzipation ein, seine Tochter möchte lieber ein Junge sein, um später mal Polizist zu werden und dann ist da auch noch seine junge Kollegin von der WKP, die sich partout nicht von ihm beeindrucken lassen möchte. Zum Glück gibt es da noch den österreichischen Arzt Dr. Freud, dessen neuartige Traumforschung Weber dazu inspiriert, ein Traumtagebuch zu führen und sein verkorkstes Leben zu erforschen. Und somit komme ich auch schon zum Punkt, warum mir dieses Buch nicht so gut gefallen hat, wie erhofft. Robert Brack hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben, keine Frage. Allerdings hat er so viele Themen untergebracht, dass mir die eigentliche Kriminalgeschichte zu kurz kommt. Obwohl man schnell ahnen kann, dass beide Fälle zusammenhängen, zieht es sich ewig hin, bis Weber Fortschritte macht. Nicht nur das. Einige Dinge blieben mir bis zuletzt unklar, z. B. wie die Tresorkonstruktion unentdeckt installiert werden konnte. Der Showdown zum Schluss passte gefühlsmäßig nicht so richtig zum eher gemächlichen Tempo des restlichen Buches, das mich insgesamt eher unbefriedigt zurückgelassen hat.

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  • Historisch interessant und spannend

    Die Morde von St. Pauli

    Sigismund

    29. June 2017 um 11:54

    Interessant, durchaus spannend und ein Muss für alle Hamburg-Fans und Freunde historischer Krimis ist der im April bei Ullstein erschienene Krimi "Die Morde von St. Pauli" von Robert Brack. Die Handlung spielt im Jahr 1927/1928, als bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel die vielgerühmte Ganovenehre langsam schwindet, Modernes wie Automobile und die "Frauenpolizei" diesen Wandel deutlich machen und so manchen Zeitgenossen irritieren. Kommissar Alfred Weber zeigt sich jedoch aufgeschlossen, manchmal zum Missmut seiner Vorgesetzten. Ja, er verliebt sich sogar in eine Polizeianwärterin - allerdings gibt es kein Happyend. Der Krimi schildert gekonnt die damalige Zeit, das Leben auf St. Pauli, die fast "kameradschaftliche" Verhältnis zwischen Kripo und Halbwelt, wären da nicht die spektakulären Morde, die sowohl Kripo als auch Ganoven in Unruhe versetzen. Robert Bracks Hamburg-Krimis ähneln den Berlin-Krimis von Volker Kutscher, sind nicht nur spannend, sondern auch historisch interessant, sogar humorvoll und deshalb alles in allem durchaus EMPFEHLENSWERT.

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