Robert Brack Und das Meer gibt seine Toten wieder

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Inhaltsangabe zu „Und das Meer gibt seine Toten wieder“ von Robert Brack

In der aufgeladenen politischen Situation Anfang der 30er Jahre will Jennifer Stevenson die Hintergründe eines Skandals aufklären. Zwei Polizistinnen sind angeblich freiwillig in den Tod gegangen. Hielten sie die Machtkämpfe innerhalb der 'Weiblichen Kriminalpolizei' nicht aus oder wurden sie ermordet? Die Nachforschungen führen Jennifer Stevenson von Hamburg nach Pellworm, wo die Leichen gefunden worden sind. Bald wird ihr klar, dass sie nicht die einzige Fremde auf der Insel ist … Der Roman erzählt die wahre Geschichte eines Hamburger Polizeiskandals aus dem Jahr 1931, dessen Umstände nie aufgeklärt wurden. 'Brack interessiert, die Welt zu beschreiben, wie er sie sieht: bestimmt von Habsucht und Machtgier, von Eifersucht und Verrat.' Tobias Gohlis

Ordentlicher Krimi basierend auf einem echten Polizeiskandal 1931/32 in Hamburg. Die Hauptfigur war leider etwas farblos.

— Gulan
Gulan

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  • Hamburger Polizeiskandal.

    Und das Meer gibt seine Toten wieder
    Gulan

    Gulan

    Ich bin nichts weiter als eine kleinkarierte Schottin, die in London einen Platz gefunden hat und eine bescheidene Aufgabe – eine nicht sehr bedeutende Figur im großen Gesellschaftsspiel. „Was ist das für ein Spielbrett, auf dem es nur Figuren mit einer Farbe gibt? Es müssen mehr weiße Figuren unter die schwarzen! Gleichwertig in allen Positionen!“ Das war der Satz, ausgesprochen bei einer Kundgebung, der dich dazu gebracht hat, nach London zu gehen und Polizistin zu werden. Du hast deinen Platz eingenommen, und es war ein gutes Gefühl, sich einzureihen. Und nun stehst du nicht mehr auf dem vertrauten Feld, sondern auf einem anderen Spielbrett, einem unübersehbaren, und weißt nicht mehr ganz genau, nach welchen Regeln das Spiel funktioniert. (S.127) Im Frühjahr 1932 macht sich die Polizeiinspektorin Jennifer Stevenson im Auftrag der International Policewomen's Association auf den Weg nach Hamburg. Dort soll sie recherchieren, warum die Abteilung „Weibliche Kriminalpolizei“ der Pionierin Josephine Erkens aufgelöst wurde. Auslöser dieses Polizeiskandals war der mysteriöse Selbstmord zweier Polizistinnen im Sommer 1931. Stevenson recherchiert über die Umstände dieses Selbstmords, sehr zum Missfallen des stellvertretenden Polizeipräsidenten, Dr. Schlanbusch. Der Autor Robert Brack ist seit Ende der 1980er Jahre ein fester Bestandteil der deutschen Krimiszene, teilweise auch unter dem weiteren Pseudonym Virginia Doyle oder als Übersetzer. Brack lebt seit mehr als 30 Jahren in Hamburg und hat sich daher in einer Vielzahl von Romanen mit der Hansestadt auseinandergesetzt und auch gerne historische Kriminalfälle verarbeitet. So basiert auch dieser Krimi auf einem authentischen Fall. Anfang Juli 1931 wurden am Strand auf Pellworm zwei Hamburger Polizistinnen tot aufgefunden. Der vermeintliche Selbstmord wurde von einflussreichen Personen im Hamburger Polizeiapparat genutzt, um in einer politisch instabilen Zeit die Leiterin der „Weiblichen Kriminalpolizei“ Josephine Erkens zu diskreditieren und die ungeliebte Abteilung aufzulösen. Der Buchtitel bezieht sich übrigens auf eine Stelle in der Offenbarung des Johannes, die auf einem Stein des Friedhofs von Pellworm, wo sich die Gräber der Polizistinnen befinden, zitiert wird. Hauptfigur und Erzählerin dieser Geschichte ist die britische Polizistin Jennifer Stevenson. Die International Policewomen's Association ist besorgt ob der Auflösung der „weiblichen Kriminalpolizei“ und da Stevenson dank einer deutschen Tante der deutschen Sprache mächtig ist, wird sie mit den Nachforschungen betraut und nach Hamburg geschickt. Dort rennt sie natürlich nicht gerade offene Türen ein. Vielmehr landet sie in einem Netz aus Lügen, Intrigen, Misstrauen und eingeschüchterten Kolleginnen. Die Protagonistin Stevenson ist ein junge, intelligente Frau, die sich selbstbestimmt für den Beruf der Polizistin entschieden hat. Dennoch ist sie noch voller Selbstzweifel und weit entfernt von vollständiger Emanzipation. Dies trifft nicht auf die Hamburger Journalistin Klara Schindler zu, eine taffe Kommunistin, die Jennifer Stevenson bei ihren Recherchen unterstützt. Der Krimi ist vollständig aus der Sicht Stevensons geschrieben und das ist aus meiner Sicht auch eine kleine Schwäche des Buches. Jennifer Stevenson bleibt alles in allem etwas blass und der eingeengte Blickwinkel der Ausländerin lässt die damals hochbrisante Lage in Hamburg zu Ende der Weimarer Republik nur teilweise herüberkommen. Klara Schindler ist da schon eine deutlich interessantere Figur. Dies hat vermutlich auch der Autor gemerkt, denn er nutzt sie in weiteren Krimis („Blutsonntag“, „Unter dem Schatten des Todes“) als Hauptfigur. Insgesamt ein solider historischer Krimi um einen authentischen Fall, bei dem für mich der Funke letztendlich aber nicht ganz überspringen wollte. Dafür fand ich die Hauptfigur etwas zu farblos.

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  • Rezension zu "Und das Meer gibt seine Toten wieder" von Robert Brack

    Und das Meer gibt seine Toten wieder
    Nikola_Hahn

    Nikola_Hahn

    16. June 2012 um 15:51

    Eigentlich habe ich das Buch zur "Recherche" gekauft, weil ich an der Geschichte von Josephine Erkens interessiert bin, die Ende der 1920er Jahre die weibliche Kriminalpolizei in Hamburg aufgebaut hat. Vielleicht lag es genau daran, dass ich nicht recht in die Geschichte hineinkam? Die Ich-Erzählerin, die immer wieder auch Selbstgespräche führt, blieb konturenlos, blass. Wenn diese Distanziertheit der Figuren Absicht des Autors war, hat er es gut umgesetzt ... Was mir hingegen gefiel: Das Gegeneinander verschiedener Versionen des mysteriösen Selbstmordes zweier Kriminalbeamtinnen aus Erkens` Abteilung und die (mögliche? wahrscheinliche? tatsächliche?) Verantwortung von Josephine Erkens an diesem tragischen Geschehen.

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