Rezension zu "Fürchte das Schweigen: Ein wendungsreicher Thriller voller Spannung" von Robert Bryndza
BuechermonsterBlogVon einem Moment auf den nächsten gerät Maggies Leben völlig aus den Fugen: Die Unfallchirurgin wird an ihrem Arbeitsplatz plötzlich mit dem schwer verletzten Will konfrontiert – ihrem eigenen Ehemann. Er ist durch eine Schussverletzung lebensgefährlich verwundet und stirbt kurz darauf. Alles deutet auf einen Suizid hin, doch für Maggie bleiben Zweifel und offene Fragen zurück. Auf der Suche nach Antworten reist sie später in das kroatische Ferienhaus des Paares, wo sich nach und nach Hinweise auftun, dass die Umstände von Wills Tod womöglich doch nicht so eindeutig waren, wie es zunächst schien.
Der Einstieg von "Fürchte das Schweigen" ist noch durchaus gelungen und weckt Interesse, gerade weil Robert Bryndza mit dem persönlichen Schockmoment der Hauptfigur einen starken Ausgangspunkt wählt. Mit dem Schauplatzwechsel nach Kroatien nimmt die Geschichte jedoch eine Richtung, die mir zunehmend missfallen hat. Die Handlung entfernt sich immer weiter von der anfänglichen Fragestellung und entwickelt sich zu einem überzeichneten Thriller mit starkem Fokus auf Eskalation und Action. Viele Wendungen wirken unnötig dramatisch, stellenweise sogar absurd, und lassen das anfängliche Potenzial des Romans immer mehr versanden.
Hinzu kommt, dass die Figuren kaum Tiefe entwickeln. Viele Charaktere bleiben blass, austauschbar und sind genauso schnell wieder vergessen wie sie aufgetaucht sind, was es schwer macht, emotionale Bindungen aufzubauen. Auch der eigentliche Kern der Geschichte – die Gründe für die Ereignisse, die zu Wills Tod geführt haben – rückt überraschend früh in den Hintergrund und bleibt bis zum Ende erstaunlich nebensächlich. Stattdessen reiht sich eine zunehmend bizarre Szene an die nächste und es entwickelt sich eine endlos scheinende Odyssee durch Europa. Das lieblos abgewickelte Ende und der kitschige Epilog geben der Geschichte schließlich den Rest.
Insgesamt konnte mich "Fürchte das Schweigen" somit trotz eines zunächst interessanten Einstiegs nicht überzeugen. Im Vergleich zur gelungenen Kate-Marshall-Reihe des Autors fehlt es diesem Roman an erzählerischer Kontrolle, glaubwürdigen Figuren und einem klaren Fokus. Für mich leider eine deutliche Enttäuschung.




















