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odenwaldcollies

vor 3 Jahren

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In Eloy tobt der Krieg zwischen den Fayé und den Schattenherren, den Osadroi. Bren Stonner, der dabei ist, sich an sein neues Dasein als Schattenherr zu gewöhnen, soll eine der Heere anführen und siegreich gegen den Gegner führen. Der Kampf ist nicht einfach, da den unsterblichen Fayé magische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, von denen die Menschen nur träumen können. Dennoch sind auch die Menschen nicht zu unterschätzen, die die Möglichkeit zum Widerstand erkennen, da die Osadroi momentan innerlich geschwächt sind. Dabei entstehen Bündnisse mit den Feinden der Feinde.

Zusätzlich muß sich Bren vor dem tödlichen Hass der Schattenherzogin Lisanne in Acht nehmen.


Mit diesem spannenden und fesselnden Finale findet die Schattenherren-Trilogie einen würdigen Abschluss. Die Handlung ist, wie in den beiden vorherigen Bänden, nicht vorhersehbar, alles scheint möglich. Bis zum Schluß sind den Spekulationen des Lesers keine Grenzen gesetzt, das Ende war anders, als ich vermutet hatte, aber dennoch sehr stimmig und konnte mich überzeugen.

Sehr gut gefallen hat mir das Zusammentreffen mit Personen, die bereits im ersten Band einen Auftritt hatten und mit denen ich überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Und auch sonst gibt es einige sehr überraschende Wendungen, von denen ich im Vorfeld nichts geahnt hatte. Wie gewohnt, muß man bei dem Autor mit allem rechnen, was seine Protagonisten angeht: er geht auch in diesem Band nicht gerade zimperlich mir ihrem Leben um.

Am meisten war ich auf die Entwicklung von Bren Stonner gespannt, einer meiner Lieblingsfiguren aus dem zweiten Band, der dort am Ende die Wandlung vom sterblichen Menschen in einen unsterblichen Osadro schafft. Während man im ersten Band die Geschehnisse aus Sicht der Feinde der Schattenherren erlebt, im zweiten Band sich dann die Perspektive zu dem treu ergebenen Feldherrn der Osadroi, Bren Stonner, verschiebt, erlebt man in diesem Buch die Ereignisse durch die Augen des Schatttenherrn Bren. Dadurch erlebt der Leser fasziniert mit, wie sich die dunkle Magie für die Osadroi anfühlt, wie das Ernten der Essenz empfunden wird und mit welchen Schwierigkeiten ein junger Unsterblicher zu kämpfen hat, welche Emotionen aus dem Menschsein ihre Nachwirkungen haben. Außerdem erlebt der Leser hautnah die Intrigen am Hofe des Schattenkönigs mit. Die Handlung schließt sich zeitlich beinahe nahtlos an das zweite Buch an.

Auch Lisanne bleibt weiterhin faszinierend und unberechenbar: durch ihren Hass auf Bren, der für den Tod ihrer großen Liebe Helion verantwortlich ist, ist sie sein größter Feind, die ihn leiden sehen will. Durch diesen Hass wird es für Bren umso schwieriger, zu erkennen, wem er trauen kann: Jittara, eine junge und ehrgeizige Dunkelruferin versichert ihm zwar immer wieder ihre Treue, aber kann er ihr wirklich trauen? Ebenso Attego, ein ambitionierter Seelenbrecher, der sich Bren anbiedert, der aber Jittara ein Dorn im Auge ist.

Der Leser bekommt einen Einblick in die frühe Geschichte der Schattenkönige, in das Denken und Fühlen der Schattenherren und in die verschiedenen Fähigkeiten, die die einzelnen Osadroi auszeichnet.

Auch wenn die Trilogie nun abgeschlossen ist: vielleicht gibt es irgendwann doch noch einen Band, der die weitere Entwicklung der überlebenden Figuren aufgreift, Potential ist in jedem Fall gegeben.

Autor: Robert Corvus
Buch: Die Schattenherren - Herr
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