Robert Domes

 4.4 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Nebel im August, Nebel im August und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Robert Domes

Robert Domes, geboren 1961 im bayerischen Ichenhausen, studierte Politik und Kommunikationswissenschaften in München. Er arbeitete jahrelang als Redakteur bei der Allgäuer Zeitung, zuletzt als Leiter der Lokalredaktion in Kaufbeuren, bevor er sich 2002 als Journalist und Autor selbstständig machte. Für das vorliegende Buch, das inzwischen verfilmt wurde, hat er fünf Jahre lang recherchiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Robert Domes

Cover des Buches Nebel im August9783570403280

Nebel im August

 (51)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Almwiesengift9783954515462

Almwiesengift

 (2)
Erschienen am 08.04.2015
Cover des Buches Voralpenphönix9783954512522

Voralpenphönix

 (1)
Erschienen am 26.03.2014
Cover des Buches Nebel im August9783785754009

Nebel im August

 (2)
Erschienen am 09.09.2016

Neue Rezensionen zu Robert Domes

Neu

Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

Grausame, tragische Biographie
Ravenvor 7 Monaten

Das Buch "Nebel im August" von Robert Domes ist  352 Seiten lang und über CBJ Verlag erschienen.

Das Buch wurde in einer Softcoverausgabe, sowie als Ebook und Hörbuch verlegt.

Das Hörbuch hat einen Umfang von 6 Stunden und 48 Minuten. Der Sprecher hat eine sympathische, jugendliche Stimme, die zum Werk sehr gut passt.

Ernst Lossa stammt aus einer Familie Jenische, die als Zigeuner verschrien sind. Man schiebt ihn 1933 von Heim zu Heim, bis er schließlich in der psychiatrischen Anstalt Kaufbeuren landet. Dort wird er 1944 euthanasiert, obwohl er kerngesund ist. Das Buch beruht auf wahrer Begebenheit. Der Autor hat für diese Biographie 5 Jahre lang recherchiert.

Das Werk ist wirklich nichts für zarte Gemüter. Es zeigt den Schrecken, die Tragik und Grausamkeit des Nationalsozialismus. Kranke und schwierige Fälle wurden einfach beseitigt. Es wurde die sogenannte Rassenhygiene betrieben. Im Buch ist direkt auf den ersten Seiten ein original Foto von Ernst Lossa abgebildet. In der Buchmitte findet man bei der Filmausgabe einige Fotos aus dem Film. Es gibt auch noch ein Buch in einer regulären Ausgabe. Der Schreibstil ist schön flüssig vom Autor, alles ist sehr atmosphärisch dargestellt. Man ist stehts ganz nah am Protagonisten, was die Intensität des Werkes steigert. Eine unglaublich berührende Geschichte, die noch lange nachklingt und zum Nachdenken anregt. 


Fazit: Eine sehr traurige und tragische Geschichte, die auf wahrer Begebenheit beruht und noch lange nachklingt. Eine außerordentliche Leseempfehlung!


Hinweis: Das Buch wurde auch verfilmt!

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

Unwertes Leben
Buecherseele79vor 3 Jahren

Ernst Lossa zieht mit seiner Familie durch Deutschland, sie bieten verschiedene Handwerkerdienste an und sind nur selten in Augsburg in ihrer kleinen Wohnung.
Doch als die Nazis an die Macht kommen wird es für Ernst seine Familie immer schwerer zu überleben, denn Zigeuner und anderes "Pack" sind nicht mehr gerne gesehen.
Als die Eltern ihr viertes Kind bekommen geht es der Mutter und auch dem Säugling zusehenden schlechter, der Vater von Ernst ist oft unterwegs und die Kinder haben kaum etwas zum Essen.
Das Jugendamt nimmt sich der Kinder an und so kommt Ernst in ein Kinderhaus in Hochzoll.
Dort beginnt seine Geschichte, eine Geschichte die bewegt und einen innehalten lässt.
Denn obwohl Ernst ein ganz normaler Junge ist der eigentlich nur ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit möchte wird er von vielen gemieden, als Zigeuner beschimpft und muss alleine in dieser neuen Welt zu Recht kommen.
Ernst erfährt dass seine Mutter verstorben ist, sowie der Säugling, seine Schwestern befinden sich in einem anderen Heim und der Vater ist wohl untergetaucht.
Ernst beginnt zu stehlen und zu lügen und baut ein Schutzfeld um sich auf.
Von den Pflegern, Betreuern, Ärzten und Lehrern wird er von Heim zu Heim geschickt und landet zum Ende in Kaufbeuren in einer Pflege und Heilanstalt und wird als "asozialer Psychopath" abgestempelt...ein Urteil welches Ernst das Leben kosten kann...

Mit Nebel im August gelingt dem Autor Robert Domes ein sehr schreckliches und düsteres Bild über das Euthanasieprogramm der Nazis, ein Kapitel welches nicht jedem wohl läufig ist und oft verschwiegen wird/wurde.
Mit Ernst Lossa gibt der Autor dem Grauen ein Gesicht, eine Geschichte, die ganze Wahrheit die man nur sehr schwer verdauen kann.
Menschen mit Behinderung- geistig oder körperlich, Menschen die nicht am System teilhaben wollen, die man für dumm oder unbrauchlich gehalten hatte wurden in Heime abgeschoben und hinter verschlossenen Türen wurde das Programm durchgeführt.
Oft gerieten auch Menschen in diese Mühlen die eigentlich ein normals Leben hätten führen können, denen man einfach mehr Aufmerksamkeit und Möglichkeiten hätte bieten müssen, aber in der Nazizeit gab es nur eine Wertstellung für die "Herrenrasse".
Das Buch macht deutlich dass es damals viele Ernst Lossa´s gegeben hatte und alle mussten das gleiche Schicksal erleiden.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen/verstehen, die zeitliche Geschichte wird in diesem Buch sehr genau und auch erschreckend dargestellt.
Auch die Familie an sich ist sehr unterschiedlich und charakterlich beschrieben und mir sofort ans  Herz gewachsen, gerade Ernst mit seinem Blick auf die Welt, seine Bemühungen alles richtig zu machen, zu helfen und die Mutter zu unterstützen.
Ernst war kein dummes Kind, denn er bemerkt was in den Heimen mit anderen Patienten passiert, er hat einen Blick für das Schreckliche und spricht es auch laut aus, er hält mit seiner Meinung und Ansicht nicht hinter dem Berg und das macht ihn, für die Klinikleitung so "gefährlich".
Wirklich glauben möchte ihm niemand, nur der ein oder andere Pfleger scheint sich genauso Gedanken zu machen wir Ernst, aber man darf nur hinter vorgehaltener Hand reden....
Ein Buch welches sehr genau recherchiert wurde, ich empfehle auch das Nachwort des Autors zu lesen und für das Buch gibt es sowieso eine ganz klare Leseempfehlung!

Kommentieren0
54
Teilen

Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

Ein Buch das einen auch nach dem Lesen nicht mehr los lässt
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Meine Meinung: Normalerweise mache ich um Bücher wie dieses einen großen Bogen, möchte ich doch nicht an diese äußerst dunkle Zeit der Geschichte erinnert werden. Hier aber habe ich aus irgendeinem Grund eine Ausnahme gemacht und ehrlich gesagt bin ich sehr froh darüber, denn so viel dieses Buch nimmt, es gibt auch eine Menge. Vor allem Informationen darüber, wie es ziemlich vielen Menschen ergangen ist. Das hat mich teilweise sehr oft an den Rand der Tränenstürze gebracht, sodass ich vor lauter Weinen nicht einmal weiterlesen konnte und das Buch kurzzeitig aus der Hand habe legen müssen. Dabei war Ernst Lossa eine Figur, die mir außerordentlich stark imponiert hat. Vor allem sein Wille zu kämpfen, auch wenn die Lage noch so aussichtslos erschien, empfand ich als sehr berührend. Dabei wurde die Lebensgeschichte von Ernst Lossa nur rekonstruiert als Roman wiedergegeben, wie man innerhalb der Einführung zu lesen bekommt. Allerdings wurde das mit so viel Gefühl gemacht, dass ich oft geglaubt habe, Ernst stünde vor mir und ich folge ihm durch sein Leben und die harten Zeiten, die er hat durchmachen müssen. Aber ich möchte lieber nichts mehr zu Ernst und dem Inhalt an sich verraten, denn ihr sollt dieses Buch für euch selbst entdecken, denn es lohnt sich gelesen zu werden. Ich finde sogar, es sollte (wenn das Thema im Geschichtsunterricht behandelt wird) sogar Schullektüre werden. So ist dieses Buch für mich ein Mahnmal dessen geworden, was sich in keinster Weise wiederholen sollen darf, dafür sollte jeder von uns auch kämpfen! Auch wenn die Bewertung hier bereits klar sein dürfte, möchte ich sie euch dennoch nicht vorenthalten. Da mich dieses Buch sehr beeindruckt hat, zum Nachdenken angeregt hatte und vor allem zur Recherche bewegt hat, lasse ich hierfür ganze 10 Rosenblätter fallen. Auch einen Lesetipp meinerseits gibt´s hierfür!

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 98 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks