Robert Domes Nebel im August

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Inhaltsangabe zu „Nebel im August“ von Robert Domes

Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von 'Jenischen', Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich – obgleich völlig gesund – in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel 'asozialer Psychopath ' als unwertes Leben aus dem Weg geräumt.

Mit zahlreichen farbigen Filmfotos.

Zur Zeit der Nazis gab es viele Ernst Lossa´s und alle haben das gleiche, grausame Schicksal erleiden müssen. Ein Buch das bewegt.

— Buecherseele79

Die Geschichte vom Zigeunerjungen Ernst Lossa von 1934-44. Sehr traurig, sehr empfehlenswert.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

eintrauriges Schicksal, leider von vielen. In einem Rutsch gelesen. ergreifend

— CorneliaP

Atemberaubend gut

— Abby90

Oh man, das Buch macht einen echt fertig. Aber es ist ein Stück Zeitgeschichte die man unbedingt kennen sollte.

— Hexchen123

„Nebel im August“ ist ein lesenswerter historischer Roman, der bei den vielen Büchern zu diesem Thema wahrscheinlich nicht heraussticht.

— _hellomybook_

sehr erschreckend was da passierte damals, unglaublich einfach

— kidcat283

Sehr traurig 😢

— Suse33

Hat mich sehr berührt. Es ist leicht zu lesen, aber schwer zu verdauen. Regt zum Nachdenken an. Einer der besten Bücher über die NS Zeit.

— TheHope

Ein Buch was unglaublich betroffen macht und unglaublich berührt! Es wird mich so schnell nicht mehr loslassen

— Sarah26bln

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    Nebel im August

    Buecherseele79

    11. October 2017 um 12:21

    Ernst Lossa zieht mit seiner Familie durch Deutschland, sie bieten verschiedene Handwerkerdienste an und sind nur selten in Augsburg in ihrer kleinen Wohnung.Doch als die Nazis an die Macht kommen wird es für Ernst seine Familie immer schwerer zu überleben, denn Zigeuner und anderes "Pack" sind nicht mehr gerne gesehen.Als die Eltern ihr viertes Kind bekommen geht es der Mutter und auch dem Säugling zusehenden schlechter, der Vater von Ernst ist oft unterwegs und die Kinder haben kaum etwas zum Essen.Das Jugendamt nimmt sich der Kinder an und so kommt Ernst in ein Kinderhaus in Hochzoll.Dort beginnt seine Geschichte, eine Geschichte die bewegt und einen innehalten lässt.Denn obwohl Ernst ein ganz normaler Junge ist der eigentlich nur ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit möchte wird er von vielen gemieden, als Zigeuner beschimpft und muss alleine in dieser neuen Welt zu Recht kommen.Ernst erfährt dass seine Mutter verstorben ist, sowie der Säugling, seine Schwestern befinden sich in einem anderen Heim und der Vater ist wohl untergetaucht.Ernst beginnt zu stehlen und zu lügen und baut ein Schutzfeld um sich auf.Von den Pflegern, Betreuern, Ärzten und Lehrern wird er von Heim zu Heim geschickt und landet zum Ende in Kaufbeuren in einer Pflege und Heilanstalt und wird als "asozialer Psychopath" abgestempelt...ein Urteil welches Ernst das Leben kosten kann...Mit Nebel im August gelingt dem Autor Robert Domes ein sehr schreckliches und düsteres Bild über das Euthanasieprogramm der Nazis, ein Kapitel welches nicht jedem wohl läufig ist und oft verschwiegen wird/wurde.Mit Ernst Lossa gibt der Autor dem Grauen ein Gesicht, eine Geschichte, die ganze Wahrheit die man nur sehr schwer verdauen kann.Menschen mit Behinderung- geistig oder körperlich, Menschen die nicht am System teilhaben wollen, die man für dumm oder unbrauchlich gehalten hatte wurden in Heime abgeschoben und hinter verschlossenen Türen wurde das Programm durchgeführt.Oft gerieten auch Menschen in diese Mühlen die eigentlich ein normals Leben hätten führen können, denen man einfach mehr Aufmerksamkeit und Möglichkeiten hätte bieten müssen, aber in der Nazizeit gab es nur eine Wertstellung für die "Herrenrasse".Das Buch macht deutlich dass es damals viele Ernst Lossa´s gegeben hatte und alle mussten das gleiche Schicksal erleiden.Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen/verstehen, die zeitliche Geschichte wird in diesem Buch sehr genau und auch erschreckend dargestellt.Auch die Familie an sich ist sehr unterschiedlich und charakterlich beschrieben und mir sofort ans  Herz gewachsen, gerade Ernst mit seinem Blick auf die Welt, seine Bemühungen alles richtig zu machen, zu helfen und die Mutter zu unterstützen.Ernst war kein dummes Kind, denn er bemerkt was in den Heimen mit anderen Patienten passiert, er hat einen Blick für das Schreckliche und spricht es auch laut aus, er hält mit seiner Meinung und Ansicht nicht hinter dem Berg und das macht ihn, für die Klinikleitung so "gefährlich".Wirklich glauben möchte ihm niemand, nur der ein oder andere Pfleger scheint sich genauso Gedanken zu machen wir Ernst, aber man darf nur hinter vorgehaltener Hand reden....Ein Buch welches sehr genau recherchiert wurde, ich empfehle auch das Nachwort des Autors zu lesen und für das Buch gibt es sowieso eine ganz klare Leseempfehlung!

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  • Ein Buch das einen auch nach dem Lesen nicht mehr los lässt

    Nebel im August

    Abby90

    29. March 2017 um 09:58

    Meine Meinung: Normalerweise mache ich um Bücher wie dieses einen großen Bogen, möchte ich doch nicht an diese äußerst dunkle Zeit der Geschichte erinnert werden. Hier aber habe ich aus irgendeinem Grund eine Ausnahme gemacht und ehrlich gesagt bin ich sehr froh darüber, denn so viel dieses Buch nimmt, es gibt auch eine Menge. Vor allem Informationen darüber, wie es ziemlich vielen Menschen ergangen ist. Das hat mich teilweise sehr oft an den Rand der Tränenstürze gebracht, sodass ich vor lauter Weinen nicht einmal weiterlesen konnte und das Buch kurzzeitig aus der Hand habe legen müssen. Dabei war Ernst Lossa eine Figur, die mir außerordentlich stark imponiert hat. Vor allem sein Wille zu kämpfen, auch wenn die Lage noch so aussichtslos erschien, empfand ich als sehr berührend. Dabei wurde die Lebensgeschichte von Ernst Lossa nur rekonstruiert als Roman wiedergegeben, wie man innerhalb der Einführung zu lesen bekommt. Allerdings wurde das mit so viel Gefühl gemacht, dass ich oft geglaubt habe, Ernst stünde vor mir und ich folge ihm durch sein Leben und die harten Zeiten, die er hat durchmachen müssen. Aber ich möchte lieber nichts mehr zu Ernst und dem Inhalt an sich verraten, denn ihr sollt dieses Buch für euch selbst entdecken, denn es lohnt sich gelesen zu werden. Ich finde sogar, es sollte (wenn das Thema im Geschichtsunterricht behandelt wird) sogar Schullektüre werden. So ist dieses Buch für mich ein Mahnmal dessen geworden, was sich in keinster Weise wiederholen sollen darf, dafür sollte jeder von uns auch kämpfen! Auch wenn die Bewertung hier bereits klar sein dürfte, möchte ich sie euch dennoch nicht vorenthalten. Da mich dieses Buch sehr beeindruckt hat, zum Nachdenken angeregt hatte und vor allem zur Recherche bewegt hat, lasse ich hierfür ganze 10 Rosenblätter fallen. Auch einen Lesetipp meinerseits gibt´s hierfür!

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  • Welch berührendes Schicksal

    Nebel im August

    Hexchen123

    26. January 2017 um 16:16

    Ernst Lossa wuchs in einer Familie ohne festen Wohnsitz auf. Sie gehörten zu den fahrenden Händlern, die oftmals abwertend als Zigeuner beschimpft wurden. Als die Mutter schwer krank wird und der Vater auf Reisen, nimmt ihr die Erziehungshilfe ihre Kinder weg. Ernst, seine beiden Schwestern und sein kleiner Bruder kommen in getrennte Heime. Ernst fühlt sich von Anfang an nicht wohl und wartet auf seine Mutter, welche ihm verprochen hatte, ihn bald abzuholen. Leider verstarb sie nach 3 Monaten. Ernst kämpft sich durch, fängt aber auch an zu stehlen und zu lügen. Die Nonnen werden mit ihm nicht mehr fertig und lassen Ernst in ein anderes Heim verlegen. Aber auch hier ist er schwierig und wird nochmals zwei Mal verlegt, bis er dann in der Heil- und Pflegeanstalt in Kaufbeuren landet. Hier wird er dann endgültig als „asozialer Psychopath“ abgestempelt und aus dem Weg geräumt.„Nebel im August“ beschreibt ein sehr düsteres Kapitel deutscher Geschichte. Es geht um das Euthansie Programm im Dritten Reich, bei welchem viele behinderten, geistig erkrankten und auch unbequeme Menschen umgebracht wurden. Einfach so, mit Tabletten oder Spritzen.Ernst Lossa war erst 14 Jahre alt als das Team aus Ärzten und Pflegern seinen Tod entschieden haben. Warum? Vielleicht weil er zu viel wußte. Er hat es beobachtet, was mit anderen Patienten passiert ist, wie sie ermordet wurden. Vielleicht auch weil er sich dem System einfach nicht beugen wollte. Ernst war ein ganz normaler Junge welcher sich nach seiner Familie, nach Liebe und Geborgenheit gesehnt hat. Aufmüpfige wurden in dieser Zeit nicht geduldet. In der Zeit zwischen 1939 und 1945 wurden ca. 200 000 Menschen auf Hitlers persönlichen Erlass getötet. Das Schicksal von Ernst Lossa steht stellvertretend für die oft namenlosen Opfer.Die Biographie aus der Feder von Robert Domes wurde zu einem wunderschönen aber auch sehr traurigen Roman verarbeitet. Der Autor musste mehrere Jahre recherchieren um ein Puzzleteilchen zum nächsten hinzufügen zu können. Als Leser muss man mehrmals schlucken und was hier passiert ist, ist einfach unglaublich böse. Die Zeilen haben mich auch nach dem Lesen nicht mehr losgelassen und wahrscheinlich werde ich sie mein Leben lang nicht mehr vergessen.FazitDas Dritte Reich ist nicht umsonst das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte. Es ist erstaunlich, welche Widerwärtigkeiten einem immer wieder begegnen. Ich dachte eigentlich, dass ich alles kenne, doch dem ist nicht so. Der Film zu diesem Buch kam im September 2016 in die Kinos und er ist mindestens genauso sehenswert wie dieses Buch lesenswert ist. Jeder sollte sich mit dieser Zeit beschäftigen, damit es nie wieder solche Taten gibt. Gerade in der heuten Zeit ist diese Thematik mehr als aktuell.

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  • Erschreckend

    Nebel im August

    kidcat283

    09. January 2017 um 12:36

    Ernst Lossas Eltern fahren mit ihm und seinen zwei Geschwistern in einem Planwagen und verkaufen Sachen. Sie ziehen von Ort zu Ort und halten in Dörfern oder Städten um ihre Ware zu verkaufen. Reich sind sie nicht. Dazu kommt noch, dass Ernst Mutter mit dem vierten Kind schwanger ist und obendrein noch krank. Doch einen Arzt kann sie sich nicht leisten und bekommt schließlich ihr Kind im Planwagen. Der Vater auf Reisen, um Geld - Gore zu verdienen und die Mutter in einer 1-Zimmer -Wohnung in Augsburg mit vier Kindern, weiß nicht wie sie die Kinder ernähren soll. Nichts zu essen ist da, aber der Vater soll ja schon nächste Woche nach Hause kommen. Dann wird das Gesundheitsamt auf sie aufmerksam und macht einen Hausbesuch, der damit endet, dass ihr die Kinder weggenommen werden und sie in ein Krankenhaus kommt. Während Ernst in einem Heim in Augsburg landet, werden seine drei Geschwister in ein Säuglingsheim gebracht. Ernst passt sich dem Leben im Heim an und versucht zu "überleben" indem er stiehlt, seine Schätze versteckt, für den Fall wenn.... Das fliegt auf und er muss in ein anderes Heim. Er besucht in seinem kurzem Leben mehrere Heime und stirbt schließlich in einem. Meine Meinung: Da mich momentan Literatur die in der Kriegszeit spielt interessiert, wurde ich auf das Buch aufmerksam. Der Klappentext ist sehr interessant und da es eine wahre Geschichte ist, war es mehr als nur interessant für mich. Man weiß ja, dass zu Hitlers Zeiten viel Unrecht geschah, aber was man hier liest ist wirklich schrecklich. Erstmal meine Meinung zu der Familie Lossa: Ohne zu wissen, ob Ernst seine Kindheit wirklich so war wie im Buch beschrieben, muss ich fragen, warum bekommt man soviele Kinder, wenn man diese nicht ernähren kann?? Um sie dann in ein Heim kommen zu lassen, wo sie sich einer Kinderschaar und strengen Erziehern unterordnen müssen? Man weiß nicht, ob der Vater die Kinder wieder zu sich holen wollte und ihm davon abgeraten wurde, oder ob er es nicht wollte, weil er selbst nichts hat. Aber Hauptsache Zigaretten... Ich glaube, dass viele Familien in der Zeit viele Kinder hatten und diese schwer ernähren konnten.  Da war Familie Lossa nicht die Einzige. Nun zum Buch: Da ich nicht in der Zeit gelebt habe, wo Hitler regierte (worüber ich froh bin), man aber immer wieder von dem Führer spricht, bzw. nicht sprechen darf, will man natürlich wissen, was alles passiert ist. Dass Juden in KZ´s gebracht wurden und getötet ist ja bekannt, aber dass auch Behinderte und vor allem behinderte Kinder getötet wurden, das wußte ich noch nicht. Der Autor hat sich sehr viel Mühe gemacht für die Recherchearbeiten. Und die Mühe hat sich gelohnt. Das Buch war sehr spannend zu lesen. Man hat mit Ernst mitgefühlt, man fühlte sich die ganze Zeit selbst irgendwo eingesperrt. Man hat sich gefragt, warum die Eltern, bzw. der Vater nicht öfter zu Besuch kommt, oder die Oma. Wahrscheinlich wurde den Leuten gesagt, dass er im Heim besser aufgehoben ist. Er wußte einfach zuviel, deswegen musste er sterben. Denn er war weder behindert noch sonst was. Er hat sich dagegen aufgelehnt. Es wurde seine Biographie sehr gut beschrieben und es war einfach nur sehr sehr traurig und ungerecht. Es gibt auf Youtube ein paar kurze Videos, in denen die eine Schwester interviewt wird. Die Amalie. Es ist wirklich sehenswert. Ich werde noch lange über diese Geschichte nachdenken. Wir wissen gar nicht wie gut es uns jetzt im deutschen Staat geht. Hier muss keiner hungern, oder verhungern. Das war mal anders.....

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  • Lesenswert, jedoch mit einigen erzählertechnischen Makeln...

    Nebel im August

    _hellomybook_

    27. December 2016 um 20:16

    Da wir in genau dem Zeitraum, in dem ich „Nebel im August“ gelesen habe, den zweiten Weltkrieg und alles, was damit zusammenhängt, im Unterricht behandelt haben, war ich sehr interessiert an diesem Roman. Ich finde dieses geschichtliche Thema nämlich sehr spannend, aber auch erschreckend. Von Randomhouse habe ich freundlicherweise diesen Roman gestellt bekommen, und da dieses Buch neu verfilmt wurde, kannte ich bereits den Trailer und einige Bilder. Man merkt dem Roman an, dass sich der Autor vorher wirklich gründlich informiert hat. Da das Geschehen dadurch sehr konstruiert ist, bleibt dem Autoren nur wenig Platz für eigene Kreativität übrig. „Nebel im August“ konnte mich mit seinem Schreibstil leider nicht fesseln, ich hatte zwar keine Lesepause zwischendrin, denn langweilig wird es nicht, aber man kam nur sehr schleppend voran. Zudem hat mich die gedankliche Fortentwicklung des Protagonisten verwirrt, mit einem zarten Alter von vier Jahren verhält er sich und denkt bereits wie ein Jugendlicher, mit fortschreitendem Alter werden seine Gedankengänge teilweise kindischer und plumper. Und der letzte und größte Kritikpunkt an „Nebel im August“ ist die sehr lückenhafte und vorhersehbare Storyline. Der Autor hat meiner Meinung nach die Importanz auf die falschen Aspekte gelegt. So wirken die Figuren sehr eindimensional, für das letztendliche Schicksal hat der zu wenige Worte übrig, sodass das Ende sehr gehetzt wirkt, aber für meiner Meinung nach unwichtiger und nicht zur Handlung beitragender Gesichtspunkte zu viele. Dazu ist der Spannungsbogen in „Nebel im August“ falsch gesetzt. Ja, wir haben es hier mit einem seriösen und möglichst wahrheitsnahen historischen Roman zu tun, aber der Klappentext hätte noch nicht so viel verraten sollen, denn wenn man diesen kennt, kennt man hier ungelogen den ganzen Roman. Ich möchte hier aber nicht nur negative Aspekte anführen, denn es gibt auch einige Dinge, die mir hier gut gefallen haben. Fachbegriffe, die dem Allgemeinvolk vielleicht nicht so präsent sind, sind im Glossar aufgeführt und in den Kapiteln mit einem Sternchen gekennzeichnet. Zudem möchte ich hier ein großes Lob für den Autor aussprechen, wie gut er hier recherchiert haben muss (fünf Jahre lange Arbeit, so heißt es). Denn das Ergebnis ist tatsächlich ein solider Roman, der gut über die Hitler-Zeit informiert und die Schrecklichkeit und Grausamkeit des Zweiten Weltkriegs. In erzählerischer Hinsicht macht er jedoch einige Fehler.  Fazit: „Nebel im August“ ist durchaus ein lesenswerter historischer Roman, der jedoch bei den vielen Büchern zu diesem Thema wahrscheinlich nicht heraussticht.

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  • Eines der schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte

    Nebel im August

    Pharo72

    19. November 2016 um 13:00

    Ernst Lossa gehört zu einer Familie fahrender Händler, die im Sommer 1933 durchs bayerische Land zieht. Als die Mutter schwer erkrankt, während der Vater für Geschäfte unterwegs ist, werden ihr die Kinder entrissen. Ernst und seine drei Geschwister landen im Waisenhaus. Der gerade mal Vierjährige entwickelt sich zu einem schwierigen Kind, der einen Hang zum Diebstahl nicht verleugnen kann. Nachdem die Nonnen irgendwann überfordert mit ihm sind, wird er in ein Erziehungsheim abgeschoben. Eine Psychiaterin verpasst ihm hier den Stempel „asozialer Psychopath“, was ihn schließlich in eine psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren bringt. Hier endet das viel zu kurze Leben des nicht einmal 15jährigen Ernst mit der Todesspritze. Im Rahmen des Euthanasie-Programmes des Nationalsozialismus wird er als „unwertes Leben“ aus dem Weg geräumt.Meine Meinung:Der Journalist und Autor Robert Domes nimmt sich in diesem Buch des Themas Euthanasie im Dritten Reich an – eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Über fünf Jahre hat er akribisch recherchiert, Zeitzeugen befragt und so die kurze Lebensgeschichte des Ernst Lossa für die Nachwelt zu Papier gebracht. Sein Einzelschicksal wird zum Präzedenzfall, war er doch weder geistig noch körperlich behindert. Aber er war unbequem, im Weg, ein notorischer Dieb, eigensinnig und hatte die falschen Wurzeln, auf jeden Fall aber genug Voraussetzungen, um vom NS-System verfolgt und gnadenlos zum Schweigen gebracht zu werden. Er steht dabei für die mindestens 200.000 überwiegend namenloser Opfer, die zwischen 1939 und 1945 von den Nazis auf verschiedenste Art ermordet wurden.Robert Domes hat aus Ernsts Geschichte keine trockene Dokumentation gemacht, sondern einen biografischen Roman geschrieben. Dabei wählt er eine Perspektive, die den Leser zu ca. neunzig Prozent direkt an Ernsts Seite stellt. Er erlebt hautnah mit, was der Junge fühlt, denkt und auch erleiden muss. Das ist nicht immer einfach, das Grauen in dieser Zeit war unvorstellbar. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Ernst glücklich ist. Wenn er an die Zeit mit seiner Familie zurückdenkt, die Streiche mit seinen Freunden, seine erste Verliebtheit. Er ist kein Held, einfach ein normaler Junge, der sich zeit seines Lebens nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Der intelligent genug ist, das Grauen zu durchschauen, was ihn wahrscheinlich auch das Leben gekostet hat.Das Buch kann Jugendlichen wie Erwachsenen gleichermaßen empfohlen werden, die sich für dieses Thema interessieren. Gerade für Jugendliche, denen das Vokabular im Zweiten Weltkrieg nicht mehr so präsent sein dürfte, erklärt ein Glossar im Anhang leicht verständlich alle Begriffe. Jede der Figuren des Romanes hat tatsächlich existiert, wenn die Namen auch teilweise verfälscht wurden. Gerade diese Authentizität macht die Geschichte umso schockierender, je länger man sich damit beschäftigt. Dennoch finde ich es äußert wichtig, dieses dunkle Kapitel nicht totzuschweigen, vor allem in einer Zeit, wo das braune Geschwür wieder zunehmend Nahrung bekommt. Das Thema ist aktuell wie nie.Auch wenn ich den Film zum Buch, der Ernsts letzte Jahre in Kaufbeuren behandelt und damit nur einen ganz kleinen Teil dieses Roman, noch nicht gesehen habe, möchte ich bereits eine Empfehlung auch dafür aussprechen. Seht euch „Nebel im August“ unbedingt an. Diese Neuauflage des Buches vom Oktober 2016 enthält zahlreiche exklusive Filmfotos.

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  • Berührender geht es kaum

    Nebel im August

    WildRose

    21. December 2014 um 18:36

    Robert Domes erzählt in "Nebel im August" die tragische Lebensgeschichte des Ernst Lossa, der 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt durch eine tödliche Injektion umgebracht wurde, sah man ihn doch als "unwertes Leben". Der damals erst fünfzehnjährige Ernst war einer von vielen Patienten in solchen Anstalten, die dieses grausame Schicksal in den Jahren des Nationalsozialismus ereilte. Robert Domes recherchierte, führte Gespräche, rekonstruierte, scheute aber nicht davor zurück, Ernst Lossa eine Stimme zu geben. Er hat großartige Arbeit geleistet und ein äußerst realistisches und lebendiges Porträt des Jungen entstehen lassen. Von der ersten Sekunde an gelingt es dieser Biographie in Romanform, den Leser zu fesseln und zu berühren. Die Einsamkeit, Verwirrung und Heimatlosigkeit, die der Junge empfunden haben muss, als er von einem Heim ins andere geschoben und als "asoziales Element" abgestempelt wurde, kann man sich dank dem Einsatz von Robert Domes gut vorstellen. Das Buch besticht auch durch den Schreibstil, der einerseits sehr poetisch-kraftvoll ist, andererseits aber auch einfach und direkt, versucht der Autor doch, die Geschehnisse aus der Perspektive Ernst Lossas zu sehen. Ein unglaublich trauriges Buch, das nicht nur ein tragisches Einzelschicksal erzählt, sondern auch als Mahnung dienen kann, dass etwas so Schreckliches nie wieder passieren darf. Geeignet ist dieses Buch sowohl für Kinder und Jugendliche ab etwa 11 Jahren als auch für an der Thematik interessierte Erwachsene.

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  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    Uthred

    09. February 2013 um 21:00

    Ein Buch das betroffen macht und schockiert. Betroffen und schockiert über die Grausamkeit zu der die "menschliche Rasse" fähig ist. Demgegenüber steht der unbändige Wille zu überleben und die Kunst auch im trostlosesten Umfeld die Lebensfreude zu bewaren. Anrührend und schonungslos.

  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. April 2011 um 17:07

    In seinem Roman über Ernst Lossa erzählt Robert Domes über den langen Weg von Enrst durch die Heime zur Zeit des Nazi-Regimes bis zu seinem Tod durch die Spritze eine Pflegerin. Der Autor hat diesen Weg ein wenig in die Länge gezogen aber doch recht fesselnd erzählt. Auch die Gedanken und Handlungen von Ernst waren sehr autentisch. Im Nachwort Autors steht, dass er sich beinahe nicht mit dieser Grausamkeit ausseinander setzen wollte. Mir ist es genauso gegangen. Ein gutes Buch, aber nur für Leute, die sich mit diesem Thema auseinadersetzen wollen.

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  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    Schnuggile

    18. December 2010 um 20:35

    Dieses Buch finde ich sehr gut.
    Es berüht einen sehr.

  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    merle81

    22. September 2009 um 16:42

    Robert Domes fantastisch recherchierter Jugendrooman macht nachdenklich. Und er macht traurig und wütend. Aber was das wichtigste ist, er spiegelt spannend unsere deutsche Geschichte wieder. Mit einem Thema, dass so oft dem Antisemitismus weichen muss und dennoch nicht minder schlimm ist. Nämlich der Tötung von geistig behinderten, oder wie im Fall Ernst Lossa einem Jungen eder eben einfach nicht so anpasungsfäähig war. Unbedingt zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    Stephenie

    29. October 2008 um 11:29

    Nicht schlecht, aber ich finde es dauert einfach etwas zu lang bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt.

  • Rezension zu "Nebel im August" von Robert Domes

    Nebel im August

    Jens65

    22. October 2008 um 19:46

    Kurzbeschreibung ( Amazon ): Wer misst den Wert von Leben? "Wenn ich ihn nicht euthanasiert hätte, dann wäre er halt in eine andere Anstalt gekommen." Dr. Valentin Faltlhauser, der Ernst Lossas Ermordung angeordnet hat, bei der Gerichtsverhandlung. Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von "Jenischen", Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird - obgleich geistig völlig gesund - mit dem Stempel "asozialer Psychopath" als unwertes Leben aus dem Weg geräumt. Der Journalist Robert Domes erzählt aus der Perspektive des Jungen mit beeindruckender Intensität. Er macht die Denkstrukturen des nationalsozialistischen Regimes sichtbar und berichtet von der damit einhergehenden Ideologie der Euthanasie. · Eine wahre Geschichte · Gründlich recherchiert, einzigartig berührend erzählt

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