Robert E. Alter Sumpfschwester

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Inhaltsangabe zu „Sumpfschwester“ von Robert E. Alter

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  • Rezension zu "Sumpfschwester" von Robert E. Alter

    Sumpfschwester
    Stefan83

    Stefan83

    01. May 2012 um 11:35

    Selten hat die Bezeichnung "Geheimtipp" so gut gepasst wie auf die Romane von Robert Edmond Alter. Während Zeitgenossen wie David Goodis, Jim Thompson oder Cornell Woolrich zumindest auch dank der Verfilmungen Ihrer Werke im Bewusstsein geblieben sind, blieb Alter, der bereits im Jahr 1966 mit 40 Jahren verstarb, ein größerer Erfolg vergönnt. Selbst in seinem Heimatland USA ist er gänzlich in Vergessenheit geraten. In Deutschland wurde der Autor, der u.a. über 200 Kinderbücher verfasst hat, erst im Rahmen der "Schwarzen Reihe" von Bastei-Lübbe wiederentdeckt. Gottseidank, muss man sagen, wären mir seine beiden "Noir"-Werke "Jahrmarkt der Begierde" und "Sumpfschwester" doch sonst gänzlich entgangen. Letzterer war nun mein persönlich zweiter Roman des Autors. Und wie schon "Jahrmarkt der Begierde" kann man kurz und knapp konstatieren: Erstklassig! Inmitten der schwülfeuchten Sümpfe der Everglades spinnt Alter ein spanndes, knallhartes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem ein jeder versucht in den Besitz von achtzigtausend Doller in einem abgestürzten Flugzeug zu kommen. Trostlose Baracken, Schnapsbrennereien, Hinterwälter und "White Trash". Alter zeichnet den Dschungel vor der heimatlichen Haustür mit beängstigender Schärfe und zynischer Feder. In der Tradition von Conrads "Herz der Finsternis", wenn auch literarisch nicht annähernd so ambitioniert, wird der Leser in die urwüchsige Natur zuruckgeführt, wo nur der Stärkste überlebt und moralische Eckpfeiler wie "gut" und "böse" keinerlei Bedeutung mehr haben. Alter kommt dabei ohne Typisierungen aus, lässt die Figuren frei nach Instinkt handeln. Beeindruckend ist hierbei besonders die Atmosphäre. Nächtliche Schreie, wuchernde Vegetation, ins Wasser gleitende Alligatoren. "Sumpfschwester" ist in jeder Zeile äußerst lebendig und der Leser mittendrin. Im Verbund mit dem adrelingeschwängerten Ende, das gewisse Parallelen zu Dickeys "Flussfahrt" aufweist, erweist sich Alters Werk als packender, stimmungsvoller "Noir", der uns immer wieder ins Schwitzen bringt. Eine ganz dicke Empfehlung für Freunde antiquarischer Krimi-Perlen, die den Wert eines Buches noch am Inhalt und nicht am "Bestseller"-Aufkleber auf dem Cover bemessen.

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